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Frankfurter Architekturmuseum stellt Otto Apel vor

Wer kennt sie nicht aus den Nachrichten, die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main oder die gerasterte Hochhausscheibe der Bundesbankzentrale. Deren Baumeister, das 1953 eröffnete Büro des Frankfurter Architekten Otto Apel (1906-1966), ist hingegen nur Insidern bekannt, obwohl es maßgeblich die deutsche Bauszene nach 1945 prägte. Keine Publikation gab bislang Auskunft über die Projekte der bis 2005 bestehenden Firma. Deren Archivbestand konnte vor zwei Jahren vom Deutschen Architekturmuseum übernommen werden. Hierin befindet sich ein großer Korpus künstlerisch anspruchsvoller Schwarz-Weiß-Fotografien des Fotografen Ulfert Beckert (1937-1993), der alle Bauvorhaben dokumentiert. Ein kleiner Ausschnitt des Œuvres mit dem Fokus auf Frankfurt stellt das Deutsche Architekturmuseum nun in der Ausstellung „Bühnen, Banken, Flugzeughallen“ vor. Neben Beckerts historischen Fotografien schaffen aktuelle, subjektiv-poetische Farbaufnahmen des Berliner Künstlers Eike Laeuen Bezüge zur Gegenwart.

Otto Apel, ein Schüler von Heinrich Tessenow, arbeitete zunächst im Stab von Albert Speer und avancierte ab 1947 zum leitenden Architekten der Frankfurter Aufbau AG. In dieser Funktion oblagen ihm der Wiederaufbau des Rathauses, des Frankfurter Römers oder der Umbau der Ruine des Schauspielhauses zur Oper. Nach der Gründung seines eigenen Architekturbüros wuchs auftragsbedingt der Mitarbeiterstab zeitweise auf 200 Personen an. Seit 1961, als die neuen Mitinhaber Hannsgeorg Beckert (1927-1978) die Entwurfsabteilung und Gilbert Becker (1925) die Projektleitungen steuerten, firmierte die Firma unter „ABB Architekten“. All ihre Bauten kennzeichnet formstrenge Nüchternheit bei subtiler Eleganz sachlicher Geometrien. Geradezu symptomatisch verkörpert dies das 1961 bis 1972 realisierte Großprojekt der deutschen Bundesbankzentrale mit ihrem markanten, durch zurückversetzte Scheiben betonten Raster aus Stützen und Decken. Auch das Innere der Hochhausscheibe gestalteten ABB, wobei die Künstler Victor Vasarely für den Speisesaal und Jesús Rafael Soto für die Eingangshalle gewonnen werden konnten.

Zu den ikonischen Entwürfen zählt insbesondere die Wartungshalle V des Frankfurter Flughafens, für den ABB bis in die 1970er Jahre als Hausarchitekt tätig waren und 15 Bauwerke errichteten. Bis heute gilt die 1965 bis 1972 für die neue Boeing 474 errichtete Halle als jene mit dem am weitesten gespannten Betonhängedach weltweit. Markenzeichen sind an den Schmalseiten zehn skulptural ausgebildete Stahlbetonfachwerk-Blöcke zum Abfangen der Zugkräfte der beiden Deckenschalen. Auch das Hotel Intercontinental, 1959 bis 1963 am Mainufer errichtet, der Neubau der Städtischen Bühnen oder das Krankenhaus Höchst kennzeichnen die kühle Noblesse radikal-modernistischer Tendenzen der Zeit. Mit dem 1980 vollendeten, minimalistischen Hochhaus der Dresdener Bank wandte sich das Büro von der Spätmoderne ab. Nach den 1979 bis 1980 errichteten Doppeltürmen der Deutschen Bank machten ABB noch einmal mit ihrem letzten Projekt, dem 2004 vollendeten Main Airport Center, auf sich aufmerksam.

Die Ausstellung „Bühnen, Banken, Flugzeughallen. Frankfurter Projekte von Otto ApelABB“ ist bis zum 14. Mai zu sehen. Das Deutsche Architekturmuseum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 24,80 Euro kostet.

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
D-60596 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 212 388 44
Telefax: +49 (0)69 – 212 363 86


Infos: www.dam-online.de

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Deutsches Architekturmuseum

Künstler:

Otto Apel

Künstler:

Hannsgeorg Beckert

Veranstaltung vom:


18.03.2017, Bühnen, Banken, Flugzeughallen. Frankfurter Projekte von Otto Apel\ABB








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