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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Flaute des Jahres 2016 ist vorüber. Auch Christie’s knüpft in London mit der zeitgenössischen Kunst an alte Höhepunkte an

Begehrtes Schneegestöber



Wie schon bei Sotheby’s gab es auch in der Zeitgenossen-Auktion bei Christie’s heiße Preise für kalte Motive. War es bei Sotheby’s Gerhard Richters fotorealistische Leinwand „Eisberg“, entführte bei Christie’s Peter Doig in eine winterliche Schneelandschaft. Das frühe Schlüsselwerk „Cobourg 3 + 1 More“ von 1994 mit vier schemenhaften Gestalten in dichtem Schneegestöber hatte sich die Versicherung Provinzial Rheinland schon im Jahr der Entstehung für ihre Unternehmenssammlung zugelegt und damit einen guten Riecher für die Entwicklung des schottischen Malers bewiesen. Denn das Gemälde, das typisch für Doig Ungewissheit und Beklemmung ausstrahlt, avancierte bei 11,2 Millionen Pfund zum Highlight der Versteigerung „Post-War and Contemporary Art“ bei Christie’s. Die Provinzial dürfte damals nur einen fünfstelligen Betrag hingeblättert haben. Aufgrund der gegenwärtigen Marktsituation für Werke Doigs sah der Vorstandsvorsitzende Walter Tesarczyk den Zeitpunkt nun günstig, sich von der schneegeschwängerten Waldlandschaft zu trennen. Mit den Millionen will er das kulturelle Engagement der Versicherung und den Ankauf junger Kunst fortführen.


Notierte bei Sotheby’s die deutsche Kunst stark, fiel die Favoritenrolle bei Christie’s den Amerikanern zu. Sechs Werke aus der Top Ten-Liste stammten aus den USA. Platz 2 belegte Mark Rothko mit seinem noch recht bunten, aber schon dreigeteilten Hochformat „No. 1 (1949)“ bei 9,4 Millionen Pfund; hier waren wie bei Doig 8 bis 12 Millionen Pfund angedacht. Robert Rauschenberg folgte mit seiner übermalten Siebdruckarbeit „Transom“ von 1963 samt Industrieanlagen, Putto und Armeehubschrauber bei 4 Millionen Pfund an der unteren Schätzgrenze, und dann Alexander Calder mit dem rot-gelb-schwarzen Mobile „Guava“ von 1955 bei 3,9 Millionen Pfund (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Ebenfalls auf der Reise nach Indien im Jahr 1955, wo er sich auf Einladung der Architektin Gira Sarabhai aufhielt, schuf Calder ein ausladendes Standmobile in den Farben Rot, Blau, Weiß und Gelb, das nur 3 Millionen Pfund erreichte (Taxe 3,5 bis 5,5 Millionen GBP). Zwischen den beiden Calders positionierte sich Jean-Michel Basquiats typisch kritzelige Malerei „Alpha Particles“ von 1984 für 3,4 Millionen Pfund (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP).

Bei Andy Warhol hielten sich die Käufer etwas zurück. Seine späten, aus schwarzem Hintergrund auftauchenden „Four Multicoloured Marilyns (Reversal series)“ von 1979/86 kamen nur auf 2,4 Millionen Pfund (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Als Dritter unter den ersten Zehn hatte Jean Dubuffet mit seinem kleinteiligen Flickenteppich „Être et paraître“ von 1963, auf dem sich scheinbar verzerrte Menschen bewegen, bei 8,8 Millionen Pfund das Sagen (Taxe 7 bis 10 Millionen GBP). An Europäern traten noch Lucio Fontana mit einem klassischen, silbergrauen und sieben Mal geschlitzten „Concetto spaziale, Attese“ von 1961 bei 2,9 Millionen Pfund knapp unter der Schätzgrenze und Albert Oehlen hinzu. Für den Deutschen und sein ungewöhnlich figuratives, fast naives „Selbstporträt mit Palette“ von 2005 war dann der neue Auktionsrekord von 2,5 Millionen Pfund fällig (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Bisher lag der Höchstpreis, aufgestellt im Oktober 2016, bei 1,1 Millionen Pfund für Oehlens „Statue of Liberty“ von 1989.

Deutscher Rekordhalter war dann noch Günther Uecker mit seinem Diptychon „Spirale I, Spirale II“ von 1997. Im vergangenen Dezember bei Lempertz in Köln durchgefallen, mauserten sich jetzt die helle und dunkle Version des runden Nagelobjekts auf 2,2 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Die Rekordfreude bei Wolfgang Tillmans’ abstrakter tiefblauer Fotoarbeit „Freischwimmer 186“ aus dem Jahr 2011 für 220.000 Pfund hielt für Christie’s nur einen Tag (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP); denn dann legte Sotheby’s mit dem bernsteinfarbenen Exemplar dieser Serie auf 380.000 Pfund nach. Auch bei Carol Ramas surrealistischer, mit Puppenaugen angereicherter Farbabstraktion „Bricolage“ von 1967 schnappte Sotheby’s den Spitzenpreis tags darauf weg: erst zählte er 150.000 Pfund, dann 190.000 Pfund (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Aber der Rekordsegen war für Christie’s noch nicht zu Ende. Er galt etwa noch dem 2011 gemalten, direkten, weißen Akt „Terri Philips“ des 1958 geborenen Kaliforniers Henry Taylor mit 120.000 Pfund (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP) oder Cecily Browns ausladendem, wildem Farbenspiel „The Sick Leaves“ von 2009 mit 1,5 Millionen Pfund (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP). Jüngste im Bunde der Spitzenreiter war Njideka Akunyili Crosby. Die 1983 geborene Nigerianerin, die seit 1999 in den USA lebt, beschäftigt sich mit Migration und dem Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen, so auch in ihrer Gemäldecollage eines jungen schwarzen Mädchens unter dem Titel „The Beautyful Ones“ aus dem Jahr 2012. Hier heißt der neue Orientierungswert für die Preisgestaltung 2,1 Millionen Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP). Die jüngere Künstlergeneration hatte etwa noch Adrian Ghenies bedrohliche Figuration „The Hunter (Study for Kaiser Wilhelm Institute)“ mit hohem Abstraktionsgrad von 2011 für 1,5 Millionen Pfund zu bieten (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) oder Ali Banisadrs rot glühende Farbexplosion „Time for Outrage“ von 2011 für 340.000 Pfund (Taxe 220.000 bis 320.000 GBP).

Aber auch Klassiker kamen zum Zug, etwa Joan Mirós fantasievolle Vase, die er zwischen 1941 und 1944 mit seinem Keramikkünstler Josep Llorens i Artigas kreierte. Das Unikat erwirtschaftete 650.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP). Carl Andre dürfte sich über 450.000 Pfund für seine minimalistische Plattenreihung „Nineteenth Copper Cardinal“ von 1975 freuen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), Victor Vasarely über 400.000 Pfund für seine frühe, gestreifte Op Art-Vision „Zèbres“ von 1932/42 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Auch bei einigen Deutschen hielten sich die Bieter nicht zurück, etwa bei den drei Farbverwischungen aus Gerhard Richters Editionsserie „Fuji“ mit hohem Weißanteil, die er 1996 zur Unterstützung für das Münchner Lenbachhaus anfertigte. Mit bis zu 360.000 Pfund lagen die Zuschläge hier über den Erwartungen von jeweils 200.000 bis 300.000 Pfund. Und Thomas Schütte reüssierte mit seinem rostigen, unförmigen Torso „Stahlfrau No. 6“ von 2003 bei 2,2 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP).

Auch wenn Erzrivale Sotheby’s diesmal beim Umsatz die Nase vorn hatte, konnte Christie’s mit dem Bruttoergebnis von 96,3 Millionen Pfund die Einnahmen der Vorjahresauktion fast verdoppeln und damit wieder auf ein altes Niveau heben. Auch die Zuschlagsquoten lagen hoch: 95 Prozent waren es nach Losen, 98 Prozent nach Wert. Teuerster Rückgang war am 7. März in London Yoshitomo Naras bös-naives Mädchengesicht „Adieu Fille d’Automne“ von 2014 bei 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund. Dafür legte seine ähnliche Gestalt auf dem Tondo „No Way!” aus dem Jahr 2003 von 350.000 Pfund auf 480.000 Pfund zu.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



14.03.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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