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Contemporary Art bei Sotheby’s in London: Starke Preise für die Kunst aus Deutschland

Blaue Kälte



Oliver Barker versteigert Gerhard Richters „Eisberg“

Oliver Barker versteigert Gerhard Richters „Eisberg“

Der Winter ist vorüber. Dennoch ließ ein eisiges Bild in dieser Woche die Gemüter der Sammlergemeinde in London heiß laufen. Als Mitbringsel von einer Grönland-Reise im Jahr 1972 schuf Gerhard Richter 1981/82 eine Serie von drei Eisbergbildern nach den Fotovorlagen. Das größte Exemplar dieser fotorealistischen Malereien mit eineinhalb Metern Breite trat nun marktfrisch bei Sotheby’s aufs Auktionsparkett. 1983 von einer deutschen Privatsammlung übernommen und seither nicht den Besitzer gewechselt, zankten sich nun fünf Bieter um den blauen kühlen Hauch, der von den schwimmenden Eisblöcken in der arktischen Weite ausgeht. Nach zehn Minuten stand das Schlussgebot fest: Mit 15,6 Millionen Pfund hatte sich die untere Taxe fast verdoppelt und das begehrte Landschaftsbild zum teuersten Kunstwerk der Zeitgenossen-Woche in London werden lassen. Mit dem Aufgeld zahlte ein nicht genannter Kunde am Telefon 17,7 Millionen Pfund. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte im Vorfeld der Versteigerung den Verkaufspreis der Münchner Galerie Fred Jahn im Jahr 1983 recherchiert: Er lag bei 65.000 Mark.


In der Gesamtbewertung rangiert Sotheby’s mit seiner Auktion „Contemporary Art Evening“ vom 8. März bei einem Bruttoumsatz von gut 118 Millionen Pfund über der Gesamtschätzung von 83 bis 115 Millionen Pfund und deutlich vor seinem Erzrivalen. Christie’s brachte es nur auf 96,4 Millionen Pfund. Auch die losbezogene Verkaufsrate war mit über 93 Prozent für Sotheby’s recht ergiebig. Gerhard Richter platzierte sich noch zwei weitere Male unter die Top Ten mit seiner schwarz-grau-weißen Landschaftsabstraktion „Gebirge“ von 1968, entstanden im Umfeld seiner bekannten Siebdruckfolge „Schweizer Alpen“, zur oberen Schätzung von 3,5 Millionen Pfund und mit einer ebenfalls marktfrischen, vertikal und horizontal strukturierten Farbverwischung von 1988 bei guten 3,4 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Und auch Richters frühe graue Fotoverwischung „Frauenkopf im Profil“ von 1966 kann sich über 1,2 Millionen Pfund nicht beklagen (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Insgesamt notierte die deutsche Kunst bei Sotheby’s stark. Das Resultat von 55,5 Millionen Euro, das für die Gruppe von 15 Werken deutscher Künstler in der Abendauktion umgesetzt wurde, zementiere die herausragende Stärke dieses Marktes, kommentierte Sotheby’s-Spezialistin Bastienne Leuthe. Rekordträchtig waren die 6,5 Millionen Pfund – auch wenn damit die untere Schätzgrenze nicht überschritten wurde – für Georg Baselitz’ markantes Gemälde „Mit Roter Fahne“ von 1965 aus seiner frühen persiflierenden „Helden“-Serie mit Anklängen an Sozialismus und Faschismus. Seit November 2014 hielt Christie’s den Rekord für Baselitz’ kopfstehende Gestalten „Der Brückechor“ mit 6,5 Millionen Dollar. Für Baselitz’ Gemälde „Ein großer Hund“ von 1967/68, in der das gefährliche Jagdtier typisch für die Serie der „Frakturbilder“ durch eine andere Perspektivsicht zerschossen wird, kletterten die Gebote auf 1,4 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Anselm Kiefer überzeugte mit seinem monumentalen, fast vier Meter breiten Werk „Athanor“. Die materialreiche grau-braune Arbeit von 1991 mit einer ausgebrannten Schlossruine ging für 1,85 Millionen Pfund an einen Telefonbieter (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP). Auf Platz 7 der Top Ten-Liste positionierte sich noch Martin Kippenbergers Gemälde „Die Mutter von Joseph Beuys“. Das ironische Selbstbildnis des Künstlers in der Verkleidung von Beuys’ Mutter basiert auf einem Kinderfoto von Beuys und wanderte für 3,4 Millionen Pfund in eine amerikanische Privatsammlung (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP). Gut umworben war zudem Sigmar Polke und sein Gemälde „Die Schmiede“ von 1975. Die vier schwarzen Comic-Gestalten, die von den Ecken des Gemäldes über einem roten unregelmäßigen Farbgitter eine antike Schmiede bestaunen, verdoppelten ihren Wert auf 2 Millionen Pfund.

Einen weiteren Spitzenpreis gab es für Wolfgang Tillmans und seine Fotografie „Freischwimmer 119“, wohl angeregt durch die aktuelle Ausstellung in der Tate Modern. Denn schon tags zuvor nahmen die Sammler eine abstrakte Arbeit aus dieser Serie bei Christie’s für 220.000 Pfund begierig auf. Doch die Rekordfreude währte nur einen Tag, denn dann legte Sotheby’s mit der bernsteinfarbenen Fläche, auf der seit 2005 schwarze Farbbahnen auslaufen, bei 380.000 Pfund nach (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Bei Thomas Schütte reüssierten die beiden skurrilen Gestalten „United Between Brackets“ aus Modeliermasse unter einem Glassturz von 1995 bei 650.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), bei Günther Uecker ein frühes quadratisches Nagelobjekt von 1958 in offener Reihung bei 550.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP) und bei Günther Förg eine horizontal geteilte, grün-grüne Farbfeldmalerei auf Blei von 1987 bei 290.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Günstigster Deutscher der Abendauktion war Michael Krebber mit einer titellosen, kryptischen Zeichenmalerei von 1999 für 85.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Einzig Albert Oehlen, der bei Christie’s tags zuvor noch zum Auktionsrekord ausgeholt hatte, blieb mit seiner figurativ-abstrakten Leinwand „Fn 32“ von 1990 unbeachtet (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Zu den Rekordhaltern gesellte sich auch ein Schweizer. Franz Gertsch schickte dafür den nach einer Fotovorlage gemalten „Luciano II“ ins Rennen. Das hyperrealistische Bildnis von 1976 mit dem jüngeren, etwas unsicher blickenden Künstlerkollegen Luciano Castelli spielte 2,3 Millionen Pfund ein und damit 1 Million Pfund mehr, als 2011 „Luciano I“ aus eben dieser Serie (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Als Favorit der Versteigerung war eigentlich Jean-Michel Basquiats Collagemalerei „Untitled (One Eyed Man or Xerox Face)“ angetreten; doch die hochformatige Tafel von 1983 mit einer charakteristischen Fratze im Zentrum blieb am garantierten Minimumpreis von 10,5 Millionen Pfund hängen; eigentlich hätten es mindestens 14 Millionen Pfund werden sollen. So konnte Richters „Eisberg“ daran vorbeiziehen. Mehr Glück hatte Sotheby’s mit Christopher Wools großer grau-schwarzer Linienschmiererei. Auch hier hatte sich der Auktionsriese das Kunstwerk von 2007 mit einer Garantie gesichert, aber auch mit einem unwiderruflichen Gebot abgesichert. Schließlich wurden aus den 2,8 bis 3,5 Millionen Pfund aber 6,2 Millionen Pfund.

Vergleichbar linienbetont war Cy Twomblys Bleistift- und Wachskreidezeichnung mit kräftigen Rottönen von 1963, und auch hier stiegen die Preise auf 2,2 Millionen Pfund an (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP). Alexander Calders raumgreifendes Mobile „Black Lace“ um 1947 ließ sich gleichfalls nicht lumpen und legte um 500.000 Pfund auf 4,5 Millionen Pfund zu, ebenso Rudolf Stingels schwarz-graue Ornamentvision von 2009 mit neobarocken Blumenkartuschen auf 1,5 Millionen Pfund (Taxe 900.000 bis 1,3 Millionen GBP) oder Richard Serras ebenfalls schwarze Farbfläche „Elevational Weights, Vertical“ von 2010 auf 600.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Alberto Burri gab seine aufgerissene weiße Farbkruste „Cretto Bianco“ von 1958 für taxkonforme 1,25 Millionen Pfund ab. Ins Kinetische überführte Jean Tinguely 1954 den Schwarz-Weiß-Kontrast mit seinen sich drehenden Geraden und Kreisen in seiner Arbeit „Meta-Malevich“. Hier kamen 330.000 Pfund zusammen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Mehr Farbe brachte Serge Poliakoff 1963/67 mit seiner bunten Flächenverzahnung „Composition Abstraite Rouge“ für 500.000 Pfund auf die Leinwand (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Auch die Pop Art bevorzugte knalliges Kolorit, etwa Tom Wesselmann bei seinen tiefroten Lippen in dem Gesichtsausschnitt „Smoker #5“ von 1969, die zu 3,3 Millionen Pfund verführten (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP). In direkter Nachfolge steht Alex Israels poppiges schablonenartiges „Self-Portrait“ im strengen Profil von 2013 bei 190.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Auf 1,4 Millionen Pfund brachte es David Hockneys rot leuchtendes Interieur „Beach House by Day“ von 1990 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), auf 950.000 Pfund Miquel Barcelós abstrahierte Stierkampfarena „En los Medios“ von 1990 (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Mit Ungegenständlichkeit und Figuration spielt auch Adrian Ghenie in seinem „Self Portrait as Charles Darwin“ von 2011, das mit 2,75 Millionen Pfund nah an den oberen Schätzpreis von 3 Millionen Pfund heranreichte.

Für Pat Steirs Serie der bekannten „Waterfall“-Bilder, bei der die Amerikanerin mit voll getränktem Pinsel Farbe auf die Leinwand aufbringt und sie herunterfließen lässt, kam ein neuer Spitzenpreis zusammen: „Four Yellow / Red Negative Waterfall“ von 1993 für 560.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). In die Riege der Auktionsrekorde gesellte sich zudem noch Carol Rama mit ihrer erotisch konnotierten Assemblage „Arcadia (Ti amo… ti amo)“ von 1975 aus Fahrradschläuchen, Eisenteilen und Lederimitat. Auch hier übertrumpfte Sotheby’s mit 190.000 Pfund den einen Tag zuvor bei Christie’s erzielten Spitzenwert (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Und auch die 290.000 Pfund für Berlinde de Bruyckeres Skulptur „Marthe“, einen hockenden, kopflosen und nackten Menschen, aus dem überlange Baumäste als Gliedmaßen herauswachsen, liegen 20.000 Pfund über der bisherigen Höchstleistung aus dem Jahr 2012.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



12.03.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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