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Martin Kippenberger zu Ehren: Aus Anlass seines 20. Todestages fand jetzt im Hotel Castell im schweizerischen Zuoz ein dreitägiges Seminar zu Leben und Werk des Künstlers statt

Stresstests für die Sehgewohnheiten



Einladungskarten von Martin Kippenberger

Einladungskarten von Martin Kippenberger

Am 7. März 1997 starb Martin Kippenberger in Wien. Genau 20 Jahre später versammelten sich jetzt im Hotel Castell in Zuoz im Engadin Familienangehörige, Freunde und Weggefährten, darunter auch seine Galeristin Gisela Capitain und Kuratoren wie Veit Loers und Letizia Ragaglia sowie Sammler, Künstler und andere Kunstinteressierte zu einem dreitägigen Seminar in entspannter Atmosphäre mit dem Titel „Kippenberger 20 Jahre später“. Initiiert hatte diese Veranstaltung der Zürcher Kunstsammler, Künstler und Besitzer des Hotels Castell, Ruedi Bechtler, in enger Zusammenarbeit mit Daniel Baumann, dem Direktor der Kunsthalle Zürich. Dass dieses Treffen ausgerechnet auf fast 2000 Metern Höhe in den noch tief verschneiten Schweizer Bergen stattfand, hat einen durchaus nachvollziehbaren Grund. Ruedi Bechtler ist ein begeisterter Sammler von Arbeiten Kippenbergers. Sein erstes Werk hat er 1990 gekauft. Seine Begeisterung bringt er auf folgende Kurzformel: „Was mir an Kippenberger gefällt: sein Stil, nämlich kein Stil.“ Das Stil-Chamäleon Kippenberger gehört für ihn zu den unerschrockensten Erneuerern der zeitgenössischen Kunst.


Ruedi Bechtler wollte den 20. Todestag des Künstlers daher nicht einfach verstreichen lassen, sondern diesen zum Anlass nehmen, im Kreise ausgewiesener Kenner auf das vielgestaltige Werk Kippenbergers zurückzuschauen und dessen Auswirkungen auf die Gegenwart zu erörtern. Daniel Baumann betonte die Zielsetzung des Seminars so: „Es ist kein Nostalgieanlass, sondern ein Anlass, zurückzugucken und zu fragen, was ist seitdem geschehen?“ Inhalte standen während dieser Veranstaltung klar im Vordergrund. Aspekte des Kunstmarktes – die Preise für Werke Kippenbergers sind seit seinem Tod förmlich explodiert – wurden bewusst ausgeklammert.

Zur Einstimmung in den Kosmos Kippenberger und in das ihn und seine Kunst prägende West-Berlin der späten 1970er Jahre wurde gleich am ersten Abend der 1979 gedrehte Schwarz-Weiß-Experimentalfilm „3302 Taxi Film“ des Berliner Künstlers Christoph Doering im Kino des Hotels gezeigt: Eine schwindelerregende Taxifahrt voller Beinahe-Crashs durch das nächtliche Berlin. Nasser Asphalt, Leuchtreklamen und immer wieder das abrupte Abbremsen vor der Mauer, dazu Punks, Alkoholiker, Prostituierte und andere Nachtgestalten, die nach und nach auf der Rückbank des Taxis Platz nehmen, sich in Szene setzen und dann wieder verabschieden. Einmal ist kurz der blutjunge Schauspieler Ben Becker zu sehen. Kippenberger selbst kommt zwar nicht vor, doch der Film zeigt das, was ihn offenbar anzog: das Widerspenstige und das Brodelnde, den Hedonismus und die politischen und sozialen Widersprüche in der damals noch geteilten Stadt. Ein zweiter, nur sieben Minuten langer Film lieferte dann – gerade auch für Kippenberger-Novizen – eine perfekte Einführung in den ironisch-provokanten Verweigerungskosmos des Künstlers. Das Gespräch zwischen dem Hamburger Kurator Roberto Ohrt, inszeniert in einem improvisierten Bluebox-Fernsehstudio, bestand aus abgelesenen französischsprachigen Textfragmenten, die der Fragesteller und der Interviewte – beide ganz offenbar der französischen Sprache nicht mächtig – miteinander austauschten.

Allein schon diese kurze Sequenz machte deutlich, dass Kippenberger vor Akten der Selbstdemontage zeitlebens nicht zurückschreckte. Dem hehren Künstlermythos setzte er durchaus Bilder des Jammers entgegen. Vor Peinlichkeiten hatte er keinerlei Scheu: Etwa dann, wenn er sich selbst in unförmigen weißen Unterhosen porträtierte oder als Opfer einer Schlägerei. Was Ruedi Bechtler und Daniel Baumann mit diesem Seminar auf keinen Fall bezwecken wollten, war es, das Phänomen Kippenberger einseitig zu verklären. Im Fokus der Veranstaltung standen daher die Analyse seiner künstlerischen Mittel und die auch von der Konzeptkunst geprägten Strategien sowie die Wirkungsgeschichte Kippenbergers. Die Tatsache, dass viele Zeitzeugen, die den Künstler persönlich gekannt haben, angereist waren, trug wesentlich dazu bei, dass das Phänomen Kippenberger nicht nur aus der Sicht einzelner Referenten in Frontalvorträgen beleuchtet wurde. Jeder Teilnehmer war eingeladen, sich jederzeit zu Wort zu melden, Missverständnisse zu revidieren und seine eigenen Erfahrungen mit Kippenberger zu erläutern. So ergab sich nach und nach ein facettenreiches Bild dieser durchaus widersprüchlichen und provokanten Künstlerpersönlichkeit, die ein rastloses Leben zwischen exzessivem Alkoholgenuss und geradezu preußischer Disziplin führte. Denn auch nach einer durchzechten Nacht stand Kippenberger um acht, spätestens aber um neun Uhr morgens wieder im Atelier.

Daniel Baumann führte in seinem einführenden Vortrag „Kippenberger leicht gemacht“ ausführlich in das Werk des Künstlers ein. Baumann, der 1997 im Musée d’art moderne et contemporain in Genf die große Kippenberger-Ausstellung „Respektive 1997-1976“ kuratiert hat, erzählte in sehr persönlichen Worten davon, wie er Kippenberger bereits als Jugendlicher in den 1980er Jahren entdeckt hat und wie er damals in der Schweizer Provinz versuchte, aktuelle Exemplare des deutschen Musik- und Avantgardemagazins „Spex“ aufzutreiben, um Texte von Jutta Koether und Diedrich Diederichsen über Kippenberger zu lesen. „Was uns damals besonders fasziniert hat, war das Spiel mit Sprache“, so Daniel Baumann. Kippenberger, dessen Werktitel mindestens so genial wie seine Werke waren, habe als postmoderner Künstler agiert und keine großen Erwartungen mehr an das „Neue“ gehabt. Stattdessen habe er wie etwa in der berühmten Serie „Lieber Maler, male mir“ den Malakt durchaus auch an andere delegiert. Auf den zeitgenössischen bürgerlichen Geschmack habe er mit seinen Bildern, Skulpturen, Plakaten, selbst organisierten Ausstellungen, Kooperationen mit anderen Künstlern oder Konzerten massive Attacken ausgeübt. Daniel Baumann beendete seinen Vortrag mit dem Fazit: „Beuys war zentral für die Erweiterung des Kunstbegriffs. Kippenberger aber war zentral für die Erweiterung der Rolle des Künstlers.“

Im Anschluss daran spielten sich Kippenbergers ehemalige Mitbewohnerin, langjährige Weggefährtin und spätere Galeristin Gisela Capitain und Daniel Baumann, immer wieder ergänzt um Statements der anderen Anwesenden, gegenseitig die Bälle zu. Gisela Capitain, deren Kölner Galerie auch den Nachlass Kippenbergers verwaltet, stellte die späte Installation „Martin Kippenberger: The Happy End of Franz Kafka’s ‚Amerika’“ aus dem Jahr 1994 als Haupt- und Schlüsselwerk Martin Kippenbergers ausführlich vor. Die auf einem symbolischen Hallenfußballfeld installierte Arbeit besteht aus rund 50 schreibtischartigen Möbeln mit jeweils einer Sitzgelegenheit davor und dahinter. Kippenberger spielt hier in unzähligen Varianten das typische Setting eines Einstellungsgesprächs durch. Ablehnung oder Akzeptanz? Worin manifestieren sich die Machtverhältnisse? Wer ist am Ende der Unterlegene? Hinzu kommen diverse Hochsitze, Bilderregale und eine Art rotierender Schleudersitz, der um ein großes Spiegelei kreist.

Das Ei als Ursprung allen Seins durchziehe wie kein anderes Symbol das Werk des Künstlers, so Gisela Capitain. Der Schleudersitz, der um ein Spiegelei kreist, könne auch als allgemeine Metapher auf das Künstlertum und die ständige Gefahr, aus der Bahn geschleudert zu werden, gedeutet werden. An insgesamt acht Stationen ist diese Installation zwischen 1994 und 2009 aufgebaut worden. Doch nur bei der ersten Station in Rotterdam war es den Besuchern noch erlaubt, sich frei innerhalb des Spielfeldes zu bewegen. Später dann waren die Ausstellungsbesucher darauf zurückgeworfen, die Arbeit entweder in respektvoller Distanz zu umrunden oder aber auf einer der beiden bereitgestellten Zuschauertribünen Platz zu nehmen. Die mit enormer Theatralik aufgeladene Installation wirkte daher wie eine Bühne für Schauspieler, die niemals auftreten. Daniel Baumann bemerkte dazu: „Das Werk besteht aus der Traurigkeit der nie auftauchenden Zukunft.“

Daniel Baumann verortete das Werk Kippenbergers im Sinne einer postkonzeptuellen Kunstpraxis als unablässiges Benutzen und Neukombinieren des bereits Existenten. Einem konservativ-bürgerlichen Publikum seien seine Werke, die häufig den Charakter von recycelten „Coverversionen“ gehabt hätten, daher wie „Stresstests für die Sehgewohnheiten“ vorgekommen.

Während seiner Berliner Zeit prägte Martin Kippenberger gleich zwei Institutionen, die bis heute legendär sind. Zusammen mit Gisela Capitain gründete er 1978 „Kippenbergers Büro“ in einem Kreuzberger Loft. Gleichzeitig übernahm er aber auch die Rolle des Geschäftsführers im überwiegend von Punks besuchten Konzertklub „SO36“. Für Daniel Baumann stellen diese beiden Funktionen aus heutiger Sicht Akte von kunsthistorischer Bedeutung dar. Es habe sich hierbei um den ersten Versuch überhaupt gehandelt, Andy Warhols Factory-Gedanken in Europa zu etablieren. Von seinen Berliner Schreibtischen aus koordinierte Kippenberger Ausstellungen und Konzerte mit deutschen, häufig aber auch amerikanischen Künstlern, hier entstanden auch seine vielen, teilweise fast tagesaktuellen Plakate, mit denen er für sich eine gewisse Sichtbarkeit im Kunstbetrieb herstellte. Gisela Capitain schilderte als Beteiligte und unmittelbare Zeitzeugin aber auch, dass „Kippenbergers Büro“ immer voller Bücher war: Marcel Broodthaers, Joseph Beuys, Pablo Picasso, Francis Picabia: „Martin Kippenberger las zwar nicht gerne, aber er blätterte alles durch und hatte ein unglaubliches Gedächtnis.“ Er habe alles in sich aufgesogen und über ein jederzeit abrufbereites kunsthistorisches Wissen verfügt.

„Für Künstler – nicht für alle, aber für viele – war sein Werk eine Erleuchtung. Aber es gab natürlich auch die genaue Gegenreaktion“, so Gisela Capitain. Kippenberger sei über weite Strecken der 1980er Jahre hinweg ein von den meisten unverstandener Vorreiter einer ganz neuen Auffassung von künstlerischer Praxis gewesen. So habe er auch immer wieder Arbeiten von anderen Künstlern wie etwa Tony Oursler oder Cosima von Bonin in seine Werke miteinbezogen. Eigentlich erst bei seinem Tod 1997 sei die Zeit reif für sein Werk gewesen. Umso schmerzlicher werde er bis heute von einer jüngeren Künstlergeneration vermisst. Gisela Capitain fasste den Nachhall seines Werkes so zusammen: „Heute entwickeln junge Künstler aus nur einer Idee Kippenbergers ihre ganze Werkidee. Er selbst aber hatte tausende Ideen.“

Anschließend bestand Gelegenheit zu einer Führung durch das Hotel mit Ruedi Bechtler. In den öffentlich zugänglichen Räumen des Hauses sind neben Arbeiten anderer Künstler aus der Sammlung wie Simon Starling, Pipilotti Rist, Mark Dion oder Roman Signer auch Arbeiten von Martin Kippenberger zu sehen, nämlich „Das Ende des Alphabets“ und die „Japanische Gartengestaltung für innen“, beide von 1989. Extra für die Veranstaltung angereist war auch Elfie Semotan, die Witwe von Martin Kippenberger. Ihre mehrteilige fotografische Arbeit „Photography for the Book Project“ von 1996 hat sie dem Hotel als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit der Künstlerin hat Ruedi Bechtler die spontan entstandenen, teils abstrakten Fotos unmittelbar vor Beginn des Seminars an der Bar des Hotels installiert.

Susanne Kippenberger, die vier Jahre jüngere Schwester des Künstlers, las dann am Dienstagnachmittag Auszüge aus ihrer 2007 erschienenen Biografie „Kippenberger: Der Künstler und seine Familien“ vor. Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus dem Familienalbum illustrierten ihre mit vielen Anekdoten angereicherten Ausführungen. Aufgewachsen ist der 1953 in Dortmund geborene Kippenberger im Essener Stadtteil Frillendorf als Sohn eines Bergbauingenieurs mit künstlerischen Ambitionen. Bereits der Vater hat gemalt und fotografiert. Die Mutter wiederum, eine Ärztin, verfügte über schriftstellerisches Talent. Künstlerfreunde seien häufig im Haus der Familie zu Gast gewesen. Martin, so berichtete seine Schwester, habe allerdings von Anfang an Schwierigkeiten in der Schule gehabt. Schon am ersten Tag habe er seiner Lehrerin ein Bein gestellt. Er sei von klein auf so gewesen, wie er später auch als Künstler war. Getreu dem Motto „Wann wehren sich die Leute?“, habe er schon als Kind die Grenzen anderer ausgetestet.

Die Tatsache, dass Martin Kippenberger Legastheniker war, trug erheblich zu seinen schulischen Misserfolgen und negativen Internatserfahrungen bei. Am Ende ist er dann auch von der Privatschule geflogen und hat zunächst eine Lehre als Dekorateur begonnen, die er dann allerdings nach wenigen Wochen beendet hat. Ohne Schulabschluss gelang es ihm, im Anschluss an einen Drogenentzug in Norddeutschland an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg einen Studienplatz zu erhalten. Hier ging es ihm vor allem darum, künstlerische Techniken zu erlernen. Nach acht Semestern und einem kurzen Intermezzo in Italien erfolgte dann 1979 der Umzug nach Berlin. In der geteilten Stadt traf Kippenberger auf Michel Würthle, den Inhaber des Künstlertreffpunkts „Paris Bar“, der zu einem engen Freund und Förderer wurde. Durch einen Unfall starb 1976 unerwartet Kippenbergers Mutter. Sein Erbe ermöglicht ihm für eine gewisse Zeit eine finanzielle Unabhängigkeit, ohne die die Gründung von „Kippenbergers Büro“ und seine Rolle im „SO36“ wohl nicht möglich gewesen wären.

Am Mittwochvormittag standen dann Kippenbergers Künstlerbücher und andere Drucksachen im Mittelpunkt des Programms. Der Zürcher Sammler Christoph Schifferli hatte seine kompletten Kippenberger-Bestände auf mehreren Tischen ausgebreitet. Ausgewählte Künstlerplakate aus der Sammlung Ruedi Bechtler an den Wänden sowie ein Tisch voller Einladungskarten ergänzten die umfangreiche Präsentation von Drucksachen des Künstlers. Schifferli führte mit großer Kennerschaft in Kippenbergers Buchproduktion ein. 147 Einträge, so der Sammler, umfasse die Standardbibliografie. Allein 100 Titel davon seinen jedoch in dem kurzen Zeitraum zwischen 1986 und 1994 entstanden. Teilweise habe Kippenberger bis zu 20 Bücher pro Jahr produziert. Auch Schifferli betonte das typisch „Kippenbergerische“: Zitate anderer Künstler, Neuinterpretationen, Persiflagen und Wiederverwertungen eigener und fremder Materialien habe Kippenberger als Rohmaterial für seine bewundernswert umfangreiche Buch- und Drucksachenproduktion verwendet. Im Anschluss an die Präsentation waren die Teilnehmer eingeladen, die Bücher selbst in die Hand zu nehmen, darin zu blättern und Detailfragen mit Christoph Schifferli zu erörtern.

Zum Abschluss dieses dreitägigen Kippenberger-Intensivkurses gab es noch einmal Kippenberger pur. Gemeinsam begaben sich die Teilnehmer hinab ins Tal, um die einigen noch von der Documenta X in Kassel bekannte, zur Zeit schneebedeckte Arbeit „Transportabler U-Bahn-Eingang“ von 1997 anzuschauen. Diese für den Außenraum geschaffene Skulptur ist im Besitz der Bechtler-Familie. Sie entstand kurz vor Kippenbergers Tod als Teil seines geplanten weltumspannenden U-Bahn-Netzes, zu dem weitere Stationen im kanadischen Dawson City, in Leipzig und auf der griechischen Insel Syros sowie auch ein Lüftungsschacht, der 1997 bei den Skulptur Projekten Münster gezeigt wurde, gehören.

Ein Begriff tauchte während der Veranstaltung immer wieder auf: Das von Gisela Capitain gern zitierte „Kippenbergerisieren“, was letztendlich bedeutet, dass alles der Kunst einverleibt werden kann. Bei Kippenberger jedenfalls hielten die Banalitäten des Alltags lebhaft Einzug in die Kunst. Sein Humor, sein ironischer Umgang mit Sprache, sein kreatives Erfinden von Sprüchen, Bild- und Ausstellungstiteln ist bis heute einzigartig und hat auch eine neuere Generationen von Künstlern geprägt. Am Ende der Veranstaltung stand fest: Martin Kippenberger war ein Künstler mit Haltung. Seine Einbettung in verschiedene Freundes-, Cliquen- und Familienzusammenhänge prägte ihn ebenso wie seine Rastlosigkeit, seine ständigen Ortswechsel und seine Getriebenheit. Für sein unmittelbares Umfeld konnte das durchaus anstrengend sein. Wer ihn kannte, war aber auch angetan von seinem Charisma und seinem Charme. Aber auch wer ihn nicht persönlich gekannt hat, dem ist Kippenberger – mit all seinen Stärken und Schwächen – an diesen drei intensiven Tagen im Hotel Castell ein ganzes Stück nähergekommen.

Als nächste Kunstveranstaltung findet im Hotel Castell vom 15. bis 17. September ein „Art Weekend“ mit den Künstlern Judith Albert (CH) und Simon Starling (GB) statt.

www.hotelcastell.ch



09.03.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing und Heiko Klaas

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