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Fritz Ascher in Chemnitz

Das Museum Gunzenhauser in Chemnitz widmet sich seit gestern dem deutschen Expressionisten Fritz Ascher. Mit rund 40 Gemälden und Grafiken stellt das Haus einen Künstler vor, der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und heute fast in Vergessenheit geraten ist. Neben symbolistischen und expressionistischen Bildern werden Auszüge aus Gedichten präsentiert, die Ascher nach der Haft im Konzentrationslager Sachsenhausen und im Potsdamer Gefängnis geschrieben hat. Als Kind einer jüdischen Familie wurde Fritz Ascher 1893 in Berlin-Zehlendorf geboren. Während seines Studiums bei Lovis Corinth in Berlin fand er zu einer eigenen expressionistischen Bildsprache. Sein Frühwerk, das in Teilen durch den Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, besteht aus humoristischen Gemälden und Grafiken, aber auch aus allegorisch geprägten Darstellungen, die die innere Zerrissenheit des Malers widerspiegeln.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 1939 musste Fritz Ascher auf Druck der Nazis das Malen zeitweilig einstellen und sich vor der drohenden Deportation in einem Keller in Berlin-Grunewald verstecken. Die Gedichte dieser Zeit verarbeiten die Themen, mit denen sich der Künstler schon in seiner Malerei auseinandersetzt, so zum Beispiel Religion und Theater. Nach Kriegsende überarbeitete Ascher alte Werke, darunter das Gemälde „Der Golem“ von 1916. Auf ihm sind vier düstere Gestalten in expressiver Geste zu sehen, darunter der Golem, eine menschenähnliche Figur aus der jüdischen Literatur. Der Sage nach wurde er von Menschenhand aus Lehm geschaffen. Aschers Spätwerk, das durch kreative Schübe und Phasen von Verzweiflung geprägt ist, zeichnet vor allem das Thema Natur aus. In den Wäldern von Grunewald entdeckte der Künstler die Spiritualität der Natur. Seine „Seelenbilder“ sind nur vordergründig eine Idylle; so tritt seine „Untergehende Sonne“ um 1960 als rot glühende, brennende Farblandschaft in Erscheinung. Fritz Ascher verstarb 1970 in Berlin.

Die Ausstellung „Leben ist Glühn – Der deutsche Expressionist Fritz Ascher“ ist bis zum 18. Juni zu sehen und steht im Zusammenhang mit den 26. Tagen der jüdischen Kultur Chemnitz. Das Museum Gunzenhauser hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro und ermäßigt 4,50 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch für 29 Euro.

Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser
Falkeplatz
D-09119 Chemnitz

Telefon: +49 (0)371 – 488 70 24
Telefon: +49 (0)371 – 488 70 99

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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