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Fritz Koenig gestorben

Maria und Fritz Koenig 1972 vor der „Große Kugelkaryatide“ in New York

Fritz Koenig ist tot. Der Bilderhauer und Grafiker starb gestern Abend in seinem Landsitz Ganslberg in Altdorf bei Landshut. Er wurde 92 Jahre alt. Zur Welt kam Koenig am 20. Juni 1924 in Würzburg. Schon 1930 zog seine Familie nach Landshut. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft studierte er von 1946 bis 1952 an der Kunstakademie München Bildhauerei bei Anton Hiller. 1957 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom und erhielt den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen. Schon ein Jahr später nahm Koenig das erste Mal an der Biennale in Venedig teil. Seit 1961 lebte er auf seinem Anwesen in Ganslberg, wo er neben dem Wohnhaus sein Atelier und ein Gestüt mit Vollblutarabern unterhielt. Hier schuf er fast alle großen Werke, etwa seine „Kugelkaryatide N.Y.“, die 1972 zu Füßen des World Trade Centers in New York aufgestellt wurde. Den 11. September 2001 hat sie beschädigt überstanden und ist mit dem Symbolgehalt des Überlebens und der Hoffnung geborgen worden. Ihren endgültigen Standort hat die Kugelkaryatide als Mahnmal 130 Meter von der alten Stelle entfernt im Battery Park gefunden.

Fritz Koenig arbeitete bevorzugt in Bronze, aber auch Skulpturen aus Stein, Gold oder Silber finden sich in seinem Schaffen. Auch wenn seine Plastiken oft abstrakt und wie die „Kleine Säulenkaryatide“ von 1968 oder die „Kugelkopfsäule“ von 1971 aus geometrischen Grundformen komponiert sind, finden sich doch auch immer wieder Bezüge zum Menschen und zu den von ihm geliebten Pferden in seinem Werk. Seine Auseinandersetzung mit der kreatürlichen Existenz zwischen Geburt und Tod, zwischen Organischem und Geometrischem, zwischen Figuration und Abstraktion führte zu zahlreichen Auftragsarbeiten, etwa für die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum in Berlin-Plötzensee, den Würzburger Dom, die Versöhnungskirche auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, das Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland in Mauthausen oder das Denkmal für die Opfer des Olympiaattentats von 1972.

Die Jahre um 1960 waren für Fritz Koenig die Zeit seiner internationalen Anerkennung. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1959 in der Galerie Günther Franke in München. Im selben Jahr lud ihn Arnold Bode zur Documenta II nach Kassel ein. Die erste Ausstellung seiner Arbeiten in den USA fand 1961 in der Galerie von George Staempfli in New York statt. Er ebnete dem Bildhauer dadurch den Weg in renommierte amerikanische Museen wie dem MoMA. 1964 nahm Koenig dann ein zweites Mal an der Documenta und der Biennale in Venedig teil und wurde als Professor an die Technische Hochschule in München berufen. Unter seiner Leitung befasste sich der Lehrstuhl für Plastisches Gestalten bis zur seiner Emeritierung 1992 sowohl mit funktionsgebundenen wie mit freien bildnerischen Themen. 1993 vermachte er sein Vermögen und das seiner 2010 verstorbenen Frau Maria in der Form einer Stiftung der Stadt Landshut, die 1998 das Skulpturenmuseum im „Hofberg“ eröffnete. Hier ist seither das Werk Fritz Koenigs zu sehen. Es umfasst sein plastisches und grafisches Schaffen, eine bedeutende Kollektion afrikanischer Kunst und weitere kunsthistorische und volkskundliche Sammlungskomplexe.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Maria und Fritz Koenig 1972 vor der „Große Kugelkaryatide“ in New York
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Künstler:

Fritz Koenig








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