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Finkenwerder Kunstpreis geht an Georges Adéagbo

Georges Adéagbo erhält den Finkenwerder Kunstpreis 2017

Der diesjährige Finkenwerder Kunstpreis geht an den Afrikaner Georges Adéagbo. Der 1942 im westafrikanischen Cotonou geborene Künstler, der auch in Hamburg lebt, darf sich über 20.000 Euro und ab Herbst auf eine Ausstellung im Kunsthaus Hamburg freuen. In seinen raumgreifenden Assemblagen versuche er „auf besondere Weise die Differenzen unterschiedlicher Kulturen zu überwinden“ und es gelinge ihm, in seiner Kunst „die Komplexität kultureller Identität“ zu veranschaulichen, so die Jury. Der Autodidakt Georges Adéagbo entwickelte in Cotonou eine tägliche Praxis des Denkens mit gefundenen Objekten, Bildern und Texten. Seit Mitte der 1990er Jahre stellt er aus und erhielt 1999 als erster afrikanischer Künstler für seine Teilnahme bei der 48. Biennale von Venedig eine Auszeichnung. 2002 folgte eine Installation auf der Documenta 11 sowie Präsentationen seiner Werke etwa im Museum Ludwig in Köln, dem MAK in Wien oder dem Moderna Museet in Stockholm.

Georges Adéagbos Assemblagen können als „assoziative kulturgeschichtliche Puzzle“ bezeichnet werden. Die verwendeten Objekte, wie Schriftstücke, Fotos, Bücher oder Gemälde, sammelt Adéagbo unter anderem auf Reisen, Flohmärkten, im Antiquariat oder im Alltag. Seine Werke beziehen sich teils auf berühmte Personen wie Edith Piaf oder namhafte europäische Philosophen, teils auf abstrakte Konzepte wie Fremdheit, Globalisierung und Kolonialismus. In der Jurybegründung heißt es weiter: „Durch die Art und Weise, wie der Künstler seine unterschiedlichen Referenzen und Artefakte arrangiert und mit eigenen Texten kommentiert, entstehen Erzählungen, die einer einseitigen Leseweise der Geschichte entgegen treten. Während der letzten 25 Jahre hat er damit nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem postkolonialen Erben Europas geleistet, sondern auch die Betrachtungsweise ‚afrikanischer‘ Kunst im westlichen Kunstkontext herausgefordert. Indem er die Rolle des kolonialen ‚Entdeckers‘ umkehrt, dekonstruiert Adéagbo die gegenseitigen Klischees und Projektionen auf das jeweils ‚Andere‘“.

Der vom Kulturkreis Finkenwerder ausgelobte und von der Firma Airbus Operations finanzierte Preis wird seit 1999 an Künstler vergeben, die mit ihrem Schaffen einen herausragenden künstlerischen Beitrag zur zeitgenössischen Kunst in Deutschland geleistet haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Almut Heise, George Rickey, Candida Höfer, Neo Rauch, Daniel Richter, Thorsten Brinkmann, Ulla von Brandenburg und Christian Jankowski. Anlässlich des Finkenwerder Kunstpreises bietet das Kunsthaus Hamburg ab September eine Einzelausstellung zum Schaffen von Georges Adéagbo. Zur Preisverleihung am 31. August im Airbuswerk auf Finkenwerder wird der Preisträger zusätzliche eine Arbeit vor Ort vorstellen.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Georges Adéagbo erhält den Finkenwerder Kunstpreis 2017
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Georges Adéagbo








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