Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.04.2017 Auktion 46

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Die 14. Ausgabe der Art Karlsruhe lockte wieder Besucherscharen an

Kreative Kraftfelder zwischen High und Low



Für Disziplin, Geduld und Zuverlässigkeit steht die Zahl 14 in der Numerologie. Man ist sozusagen aus den Kinderschuhen erwachsen. Doch dies scheint für die Art Karlsruhe schon länger zu gelten. Gemessen an den Besucherzahlen schwang sich die Kunstmesse in der badischen Stadt rasch zur größten in Deutschland auf, und auch dieses Jahr scheint sie wieder alle Konkurrenten weit hinter sich zu lassen. Schon am Vernissagetag strömten die Besucher nur so, dass selbst ständige Messeteilnehmer vom Andrang überwältigt waren. Mit der Gesamtzahl von rund 50.000 Besuchern gibt sich die Messeleitung wie in den letzten Jahren wieder diplomatisch, führt damit aber die deutsche Messelandschaft an.


Was wurde heuer geboten? Die Zahlen sprechen für sich: Werke von 1.500 Künstlern in 211 Galerien, auf 19 Skulpturenplätzen, in über 120 One-Artist-Shows und in drei Sonderausstellungen deckten ein breites Spektrum ab, dass sich in einer nur dieser Messe zugehörigen gelösten Atmosphäre aufnehmen ließ. Auch wenn die Art Karlsruhe diesmal mehr um künstlerische Qualität bemüht hat, erstreckt sich das Niveaugefälle immer noch von internationalen namhaften Künstlern bis hin zu unsicheren Positionen, die kritische Beobachter dazu anhält, mit erhobenem Zeigefinger zu mahnen, stärker mal mit dem Besen durchzufegen. Allerdings entsprießen aus diesem lehrreichen Spannungsbogen auch junge originelle Haltungen, die sich gleich am Anfang der Kunstmesse in Halle 4 vorstellten.

Hier stieß der Besucher direkt auf die Koje des Düsseldorfer Galeristen Christian Marx mit junger figurativer Malerei. Neu im Programm ist der in Deutschland aufgewachsene und an der Utrechter Kunstakademie ausgebildete Katalane Marc Prats. Abgedunkeltes Kolorit, kräftige Interieurs mit geheimnisvollen Accessoires und darin agierende Personen beherrschen seine machtvolle Sujets, die in vielem an die Traditionen spanischer Malerei anknüpfen. Dabei mischt Prats amüsant bis bissig Vergangenes mit Aktuellem, eingebettet in surreal-geheimnisvoller Haltung bei intelligenter Führung des Blicks. Die umfangreiche Szenerie „Mexus“ ist noch für 4.800 Euro zu erwerben, wer eher mit der „Power of Elite“ liebäugelt, muss 3.800 Euro einkalkulieren.

Etwas weiter vor dem Veranstaltungsforum versperrten auf langen Stangen ineinander verknüpfte und durch Brücken verbundene Hausmodelle den Weg. Der für seine Drahtfiguren bekannte Spanier Fernando Suárez Reguera ironisiert in seinen aus Eisen und Bronze gebildeten Plastiken Lebensbedingungen und urbane Situationen, vorgestellt von der Galerie Víctor Lope Arte Contemporáneo aus Barcelona. Beim Gang durch die Halle stieß man in der Koje der Regensburger Galerie Art Affair auf verlassene, leere Industriegebäude, die der gelernte Kirchenmaler Stefan Bircheneder fotorealistisch ins Bild setzt, ergänzt von einer begehbaren Installation. Kabel, Kästen, subtile menschliche Spuren weckten Reize des Verlassenen, die der in Regensburg lebende Bayer in lautlose „Geisteshüllen“ zu packen vermag.

Die sich anschließende Halle 3 bot wie gewohnt eine Mußezone für Freunde der Klassischen Moderne, kultiviert kombiniert mit Standpunkten jüngerer Künstler. Hochpreisig wurde es besonders bei Henze & Ketterer, wo sich die Stars des Expressionismus und der Nachkriegsmoderne die Hand gaben. Die „Alsterlandschaft“ von Erich Heckel offerierten die Schweizer beispielsweise für 1,4 Millionen Euro. Die kräftig in der Abendsonne glänzenden „Walliser Hütten“, die Hermann Max Pechstein 1923 malte (Preis auf Anfrage), ließen Korrespondenzen zu Suárez Regueras rostenden Modellen aus Eisen erkennen. Bei der Galerie Koch aus Hannover wurde man diesmal mit Blumen empfangen, etwa mit dem späten Stillleben Gabriele Münters aus dem Jahr 1954 für 85.000 Euro. „Grenze weg“ betitelte der Wuppertaler Plastiker Tony Cragg seine 35 Mal gegossene, pflanzlich wuchernde, kleine Bronzeplastik, von denen die Geschwister Koch ein Exemplar für 75.000 Euro anboten.

Der Däne Per Kirkeby bespielte nebenan den Skulpturenplatz der Kölner Kunsthandlung Osper mit einer 1987 für das Festival „Octobre des Arts“ in Lyon geschaffenen architektonischen Backsteinarbeit. In die Koje von Osper lockte ein voller Chiffren steckendes, starkfarbiges Acrylgemälde von A.R. Penck. Die „Stadt der Konflikte“ aus dem Jahr 2005 kostete 138.000 Euro, während ein frisches titelloses Ölgemälde mit einem Akt bei Bäumen seines Akademiekollegen Markus Lüpertz für 49.000 Euro zu haben war. Nicht allzu weit war es zum Stand der Galerie Schlichtenmaier mit ihrem hochkarätigen Programm an Werken baden-württembergischer Künstler. Doch dieses Mal stand ein Rheinländer im Mittelpunkt der Auswahl. „Großes Fenster“, so der Titel eines Acrylgemäldes von Heinz Mack aus dem Jahr 1999, visualisiert eindrucksvoll die prismatische Aufspaltung des Lichtes in differenzierte, grenzenlose Farbharmonien unter Betonung der Farbe Blau (Preis 286.000 EUR).

Der Düsseldorfer Kunsthändler Klaus Schwarzer offerierte wiederum einen Fächer namhafter klassischer Künstler. Für Otto Dix’ altmeisterlich gemalte Ansicht von „Hemmenhofen im Winter“ aus dem Jahr 1940 verlangte er 390.000 Euro, der davor platzierte kleine Mozart, eine Plastik von Markus Lüpertz, ist noch für 30.000 Euro zu erwerben. Die Düsseldorfer Akademiekünstler präsentierte Schwarzer ausdrucksstark durch die „Vollkommene Ehe“ von Konrad Klapheck. Für das surreal angehauchte, mechanistische Ölgemälde aus dem Jahr 1963 wurden 45.000 Euro erwartet.

Die Klassik stand neben Gegenwartskünsten in der zweiten großen Halle im Fokus. Schon lange als Messeteilnehmer ist Dorothea van der Koelen aus Mainz dabei. Auch sie mischte in Karlsruhe Jung und Alt. Diesmal stellte sie Sebastian Dannenberg, einen Absolventen der Karlsruher und Bremer Kunstakademie, der mittlerweile 80jährigen Künstlerin Lore Bert gegenüber, deren poppige, filigran gefaltete Papierreliefs mit graziösem Kolorit femininen Schimmer entfalten. Dannenberg war mit monochromen minimalistischen Raumverschränkungen und Schriftbildern zugegen. Gegenüber konzentrierte sich Christopher Naumann von der Galerie M Beck auf Kunstwerke aus dem Spannungsfeld von Tod und Wagnis. Timm Ulrichs’ Sarg am Zugang der Koje ruhte auf runden Kufen und war daher leicht zu schaukeln, was die schwierige Materie recht ambivalent erscheinen ließ.

Die Münchner Galerie Kronsbein bot glatte, knallig glitzernde Plastiken von Jeff Koons feil, etwa seine „Balloon Venus“, eine pinkfarbene Figurine aus Polyurethanharz, für 80.000 Euro. Neben österreichischen Vertretern wie Hans Staudacher hatte Ernst Hilger aus Wien wieder einige Arbeiten des Pop Art-Künstlers Mel Ramos mitgebracht, etwa die Lightbox-Edition „Miss Chiquita“, deren Exemplare sich auf 35.000 Euro belaufen. Mitten im Geschehen der Halle hatte der Berliner Galerist Michael Schultz seine weitläufige Koje platziert, die diesmal von einem kapitalen Werk Günther Ueckers beherrscht wurde. Dessen fünfteilige Nagelskulptur „Weißer Vogel“ auf über drei Meter hohen Paneelen aus dem Jahr 2000 lehnte hier für 4 Millionen Euro an den Wänden. Und auch bei Gerhard Richters abstrakter Farbverwischung in Gelb und Grün von 1994 kleckerte Schultz mit 2,6 Millionen Euro nicht.

Die Münchner Galerie Smuda-Jescheck wurde für ihre One-Artist-Show der 1984 geborenen litauischen Künstlerin Neringa Vasiliauskaite mit dem diesjährigen Art Karlsruhe-Preis geehrt. In der Jurybegründung heißt es: „Neringa Vasiliauskaite arbeitet mit Spiegelflächen. Sie greift damit ein altes Thema der bildenden Kunst auf und überträgt es zugleich in überaus avancierte Formulierungen. In mehreren Schichten baut die Künstlerin ihre Arbeiten so auf, dass sie gleichermaßen als Spiegel wie als monochrome Farbereignisse wirken. Dem Betrachter kommt dabei besondere Bedeutung zu. Zum einen wird er in der Begegnung mit seinem Spiegelbild immer wieder auf sich selbst zurückgeworfen, zum anderen verändert sich, während er sich zwischen den Arbeiten bewegt, deren Farbwirkung: Opalisierende Effekte entstehen, die den Arbeiten von Vasiliauskaite eine nachgerade surreale Aura verleihen.“ Zudem überreichte der Autor und Kunsthändler Florian Illies den mit 15.000 Euro dotierten Hans Platschek-Preis an Jonathan Meese.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten

www.art-karlsruhe.de



20.02.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


16.02.2017, Art Karlsruhe 2017

Bei:


Messe Karlsruhe

Bericht:


Jonathan Meese erhält Hans Platschek-Preis










Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce