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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Meister bei Sotheby’s in New York

Ein ergiebiger Rückblick



Peter Paul Rubens, Studie eines Pferds mit Reiter, 1610er Jahre

Peter Paul Rubens, Studie eines Pferds mit Reiter, 1610er Jahre

Einfach hat es der Reiter den Experten bei Sotheby’s nicht gemacht. Lange galt die Leinwand mit der Rückenfigur, die sich auf einem Pferd zum Betrachter umwendet und ihn fixiert, als Gemälde in der Nachfolge Anthonis van Dycks. Bei der letzten Restaurierung wurden dann aber die Übermalungen in der Kleidung des Reiters und die ebenfalls später hinzugefügte stimmungsvolle Talsenke entfernt. Zum Vorschein kam dann zwar nur eine Studie, die aber ihre malerischen Qualitäten offenbarte. So tauchte schnell der Name Peter Paul Rubens auf, den dann schließlich Ben van Beneden, Direktor des Rubenshuis in Antwerpen, und sein Kollege Arnout Balis vom Rubenianum nach eingehender Untersuchung der Leinwand bestätigten. Sie datierten die Neuentdeckung in die frühen 1610er Jahre, als Rubens eine Reihe von Pferde- und Reiterstudien anfertigte, die ihm und seinen Werkstattmitarbeitern als Vorlagen für seine Portraits dienten. Jetzt avancierte die Reiterstudie zum Toplos der Auktion „Master Paintings & Sculpture“ bei Sotheby’s in New York. Mit dem Zuschlag bei 4,3 Millionen Dollar vervierfachte sie ihre Erwartung. Bei Christie’s in Amsterdam hatte das Gemälde in seinem alten Zustand und mit alter Zuschreibung 2015 nur 10.000 Euro gekostet.


Mit solchen Wertentwicklungen war Christopher Apostle, Chef der Altmeister-Abteilung in New York, sehr zufrieden. „Heute sahen wir herausragende Preise für einige herausragende Bilder. Der Markt erkennt und wertschätzt ein Meisterwerk, wenn er eins zu sehen bekommt“, kommentierte der den Verlauf der Versteigerung. Das bestätigte auch Rubens’ flämischer Kollege Adam de Coster. Sein effektvoll gestaltetes Nachtbild einer jungen Frau, die mit einem Spinnrocken das Kerzenlicht abschirmt, schnellte von 1,5 Millionen Dollar auf 4,1 Millionen Dollar und damit auf den Rekordwert seines kleinen Œuvres. Das gleiche gelang Willem Drost mit seiner Allegorie der Flora. Der Halbakt mit Rosen in seiner rechten Hand ließ sich erst zum Spitzenwert von 3,9 Millionen Dollar aus dem Auktionshaus bitten; angedacht waren lediglich 400.000 bis 600.000 Dollar.

Damit war Apostles Riege der „herausragenden Preise“ weitestgehend aber schon aufgebraucht. In der Top Ten-Liste lief das Weitere eher geschäftsmäßig ab. Auf Platz 4 kam Orazio Gentileschis erstaunlich präsenter Kopf einer jungen Frau, bei dem die Gebote aber schon bei 1,5 Millionen Dollar und damit 500.000 Dollar unter der Schätzung stoppten. Vor einem Jahr konnte Sotheby’s mit Gentileschis musealer „Danaë“ 27 Millionen Dollar erwirtschaften, was den Umsatz damals auf über 53 Millionen Dollar steigen ließ. Diesmal fehlte das große Zugpferd, und mit 27,2 Millionen Dollar stand gerade einmal die Hälfte in der Bilanz. Bei einer losbezogenen Verkaufsquote von 61,8 Prozent, nach Wert von 77,6 Prozent erreichte kein Kunstwerk mehr die Millionengrenze. Jeweils 650.000 Dollar gab es für Michele Marieschis wiederentdeckte Venedig-Vedute mit einem pittoresken Blick in den Canale di Cannaregio in Richtung Canal Grande (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und für einen Tondo der thronenden Madonna mit dem jugendlichen Johannes und einem Engel von Sandro Botticelli und seiner Werkstatt (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Zu diesem Wert überzeugte die Kunden ein weiteres Rundbild Botticellis mit der Anbetung durch Maria und Johannes im Stall von Bethlehem (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Selbst wenn Domenico Cresti mit seinen „Badenden bei San Niccolo“ bei 600.000 Dollar nicht an die Erwartung von mindestens 700.000 Dollar herankam, führt die homoerotische Szene mit den jungen, betont körperlichen Männer, die sich eben im Arno in Florenz ergötzen, das Ranking des Manieristen mit seinen teuersten Kunstwerken an. Die etwas unsichere Darstellung der heiligen Veronika mit dem Schweißtuch, die El Greco gemalt haben soll, kam taxgerecht bei 550.000 Dollar ans Ziel. Auch ein Online-Bieter mischte bei den ersten Zehn der Auktion mit. Sein Interesse galt den 80 skurrilen Aquatintaradierungen „Los Caprichos“ von Francisco de Goya. Die erste Ausgabe, die Rafael Esteve 1799 in Madrid für den spanischen Klassizisten druckte, reüssierte bei 750.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 700.000 USD).

Bei den kleineren Preisen sorgten die Kunden noch für einige Überraschungen. So hoben sie gleich das erste Los, ein um 1545/50 in der Nachfolge Hieronymus Boschs gemaltes „Narrenschiff“, auf 310.000 Dollar (Taxe 70.000 bis 90.000 USD). Darauf folgte eine etwa gleichaltrige weite fantastische Landschaft mit der figurenreichen Szene der Bekehrung des Paulus vor Damaskus eines niederländischen Meister trotz Erhaltungsmängeln bei 180.000 Dollar. Bei Ridolfo Ghirlandaios fein gemalter Geburt Christi hieß es schließlich 160.000 Dollar, bei Jacob van Ruisdaels charakteristischer Waldlandschaft mit Spaziergängern 170.000 Dollar (Taxe je 80.000 bis 120.000 USD).

Das blauweiße Terrakottarelief einer Madonna von Andrea della Robbia kletterte von 150.000 Dollar auf 450.000 Dollar und Abraham Janssens’ kraftvoll ausformulierter heiliger Hieronymus mit Löwe in dunkler Landschaft von gleichem Ausgangswert auf 400.000 Dollar. Soviel spielte auch François Bouchers frühe Mythologie „Venus und Adonis“ aus den 1720er Jahren ein, die noch stark an seinen Lehrer François Lemoyne erinnert (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Mit Charles François de Lacroix’ südlicher Hafenschilderung samt Fischern, Muselmanen und vornehmem Paar war dann bei 420.000 Dollar der Klassizismus erreicht (Taxe 300.000 bis 400.000 USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



02.02.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Jacob van Ruisdael, Waldlandschaft mit Spaziergängern, 1670er Jahre

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Taxe: 80.000 - 120.000 USD

Zuschlag: 170.000,- USD

Losnummer: 22

Domenico Cresti, Badende bei San Niccolo

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Taxe: 700.000 - 900.000 USD

Zuschlag: 600.000,- USD

Losnummer: 36

Orazio Gentileschi, Kopf einer jungen Frau, um 1636

Orazio Gentileschi, Kopf einer jungen Frau, um 1636

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 USD

Zuschlag: 1.500.000,- USD

Losnummer: 38

Adam de Coster, Junge Frau mit Spinnrocken vor einer Kerze

Adam de Coster, Junge Frau mit Spinnrocken vor einer Kerze

Taxe: 1.500.000 - 2.000.000 USD

Zuschlag: 4.100.000,- USD

Losnummer: 23

Michele Marieschi, Blick in den Canale di Cannaregio Richtung Canal Grande

Michele Marieschi, Blick in den Canale di Cannaregio Richtung Canal Grande

Taxe: 700.000 - 900.000 USD

Zuschlag: 650.000,- USD

Losnummer: 44

Abraham Janssens I, Der heilige Hieronymus

Abraham Janssens I, Der heilige Hieronymus

Taxe: 150.000 - 200.000 USD

Zuschlag: 400.000,- USD

Losnummer: 27

Willem Drost, Flora, 1650er Jahre

Willem Drost, Flora, 1650er Jahre

Taxe: 400.000 - 600.000 USD

Zuschlag: 3.900.000,- USD

Losnummer: 20

Charles François de Lacroix, Mediterraner Hafen im Morgengrauen, frühe 1760er Jahre

Charles François de Lacroix, Mediterraner Hafen im Morgengrauen, frühe 1760er Jahre

Taxe: 300.000 - 400.000 USD

Zuschlag: 420.000,- USD

Losnummer: 42

Andrea della Robbia, Madonna, um 1490/1500

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Taxe: 150.000 - 250.000 USD

Zuschlag: 450.000,- USD

Losnummer: 12

Hieronymus Bosch Nachfolger, Das Narrenschiff, um 1545/50

Hieronymus Bosch Nachfolger, Das Narrenschiff, um 1545/50

Taxe: 70.000 - 90.000 USD

Zuschlag: 310.000,- USD

Losnummer: 1




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