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Das Museum Barberini in Potsdam hat seine Tore für das Publikum geöffnet

Voll bezaubernder Illusionen



Das neue Museum Barberini in Potsdam

Das neue Museum Barberini in Potsdam

Bei aller Lässigkeit gibt sich der steinreiche Softwareunternehmer Hasso Plattner pragmatisch und zielorientiert. Die vielen Hürden eines Architektenwettbewerbs, an dessen Ende sich nur der Baukünstler selbst darstellen will, und der öffentliche Streit über die bauliche Qualität eines neuen Museums sind ihm zuwider. So war es eine glückliche Fügung, als bei einem Abendessen mit Günther Jauch und Matthias Platzeck die Idee geboren wurde, das geplante neue Museum für Plattners Kunstsammlung in dem rekonstruierten Palazzo Barberini am Alten Markt in Potsdam zu errichten. Damit war das äußere Erscheinungsbild vorgegeben und zerreibenden öffentlichen Diskursen über die Ästhetik der Boden entzogen. Mit der Auferstehung des einstigen barocken Palais ist das historische Zentrum der Landeshauptstadt wieder nahezu komplett rekonstruiert.


In die Jahre 1751/52 datierten die Anfänge des stattlichen Baus am Havelufer, als Friedrich II. hier in Anlehnung an einen gleichnamigen römischen Stadtpalast das imposante Quartier errichten ließ. Ab 1851 erweiterten zwei neue rückwärtige Flügel die Wohnnutzung des Anwesens, in dem bis zu 40 Familien lebten. Nach dem Erwerb durch die Stadt 1912 zogen städtische Ämter ein. Die Säle im Kopfbau boten ein stimmiges Ambiente für Musikdarbietungen, Lesungen oder Ausstellungen. Im April 1945 zerstörten alliierte Bombardements das Haus. Zwischen 2013 bis 2016 entstand nun das Palais Barberini als Museum neu. Anhand präziser Messbilder ließen sich die Hauptfronten in Sandstein und klassischem Putz detailgenau nachahmen. Auch die Eingangshalle mit Gewölben und Säulen ist an Vorbilder angelehnt; lediglich die rückwärtigen Flügel passte das Berliner Architekturbüro Hilmer & Sattler den neuen Nutzungen an.

Was sich vielfach bei Fassadenrekonstruktionen als Nachteil ausnimmt, ist deren einengende Korsettfunktion, die meist Diskrepanzen zum neuen Innenleben spüren lässt. Nicht so im Museum Barberini. Hier kommt dank geschickter Planung eine Kongruenz zum Tragen, die verdeutlicht, welches urbane Potential alten Palästen innewohnt, wenn es nur geschickt zu neuem Leben erweckt wird. Helle, gleichmäßig ausgeleuchtete Tageslichtsäle bieten bei großzügigem Zuschnitt und idealen Proportionen einen geradezu vorbildlichen Rahmen für Kunstwerke. Hinzu kommt, dass sich die 172 derzeit präsentierten Gemälde inklusive einiger Plastiken gedämpft über die 17 Säle verteilen und an keiner Stelle der Anschein allzu dichter Hängung oder gar Fülle erzeugt wird.

Basis und Ausgangspunkt aller Exponate bildet die Sammlung Hasso Plattners, der 1972 im Alter von 28 Jahren sein erstes Ölbild erwarb. Bis heute wuchs sein Bestand auf über 80 Nummern an, von denen er nie ein Werk verkauft hat und dies auch nicht beabsichtigt. Dabei gehört seine Kollektion mit dem Schwerpunkt auf Landschaftsdarstellungen des französischen Impressionismus zu den bedeutendsten ihrer Art weltweit. Hinzu kommen Werke der Amerikanischen Moderne, Kunst der DDR sowie Malerei nach 1989.

Den Zielen des Museums, breit angelegte Querverbindungen diskursiv aufzuzeigen, dienen auch die beiden Eröffnungsausstellungen. In acht thematisch bespielten Sälen wird die Erprobung malerischer Mittel der Impressionisten griffig anhand qualitativ einzigartiger Arbeiten vorgestellt. Unter der Überschrift: „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ versammeln sich 92 erstklassige Gemälde, 41 allein von Claude Monet. Unter den 16 weiteren Künstlern sind alle berühmten Namen der Richtung vertreten, von Gustave Caillebotte über Edouard Manet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir, Paul Signac bis hin zu Alfred Sisley. Die Liste der renommierten Leihgeber, darunter etwa die Washingtoner National Gallery of Art, die Eremitage in St. Petersburg oder das Musée de l’Orangerie in Paris, zeigt nachdrücklich, dass das Museum Barberini obgleich Anfänger schon in die erste Liga vorgestoßen ist.

Die Gemälde sind ausnahmelos exzellent restauriert und erstrahlen daher hell und dank technisch brillanter Spots ohne Schattenkanten. Sie bieten einen geradezu flirrenden Spiegel des Impressionismus. Immer wieder kommt das Wasser, Lieblingselement des Sammlers, ins Spiel. Besonders die flimmernden Hafenansichten Eugène Boudins demonstrieren die Fähigkeit des Malers, wechselhafte Wetterphänomene unter Zuhilfenahme von Meeres- und Himmelsflächen zu erfassen. Seine Gemälde dienten Monet als Vorbild und trugen mit dazu bei, dass die Natur zur Leitgattung der Bewegung wurde. Insbesondere bei Waldlandschaften erforschten die Maler die Vielfalt einfallenden Lichts. Aber nirgendwo gedieh die Auflösung des Dinghaften so weit wie in den Seerosenbildern Monets. Das sind Gemälde ohne Zentrum, Horizont, Hierarchien.

Vierzehn Skulpturen von Auguste Rodin, der den Impressionismus in die Plastik überführte, beherrschen den unteren Festsaal. Seine Abgüsse von Personen aus der Gruppe der „Bürger von Calais“ leiten über zur zweiten Ausstellung „Klassiker der Moderne. Munch, Nolde, Kandinsky“. Edvard Munchs erst im November 2016 bei Sotheby’s in New York für 50 Millionen Dollar ersteigertes Gemälde „Mädchen auf der Brücke“ in der Fassung von 1902 ist eines der Hauptwerke dieses Teils. Mit deliziösen Sujets führt Max Liebermann in seinen Blumengarten, und Emil Nolde glänzt mit sattfarben leuchtenden Blumenstillleben. Die Linie der Klassiker führt die Zusammenstellung bis Wassily Kandinsky weiter und wird um zeitgenössische Positionen von Sam Francis, Andy Warhol und Gerhard Richter ergänzt.

Nicht gut weggekommen sind nach Meinung Hasso Plattners in Folge der Wiedervereinigung die Künstler der DDR, „ein normales Land mit normalen Menschen“. In Vorwegnahme der kommenden Sonderausstellung „Hinter der Maske. Kunst aus der DDR 1949-1989“ vereint eine Raumflucht Arbeiten acht ostdeutscher Maler. Wolfgang Mattheuer wird dabei die Ehre eines eigenen Saales zuteil, zu dem Werke unter anderem von Willi Sitte, Bernhard Heisig, Arno Rink oder Werner Tübke einleiten.

„Was mich von Kaiser Wilhelm II. unterscheidet ist, dass er keine Impressionisten mochte.“ Darin begründet sich laut Plattner auch das Fehlen ihrer Werke in den Staatlichen Museen zu Berlin; nur vier Arbeiten von Monet, drei von Renoir und eine von Paul Cézanne sollen in deren Fundus existieren. Insofern stellt das Museum Barberini keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine ideale Ergänzung zu ihnen dar. Für den im Südwesten Westberlins aufgewachsenen Plattner war Potsdam immer ein Sehnsuchtsort. Als neuer Ehrenbürger der Stadt ist er ihr nun durch sein Museum aufs engste verbunden. Nur eine Warnung konnte er sich zu Beginn der Eröffnungspressekonferenz nicht verkneifen: „Wenn es demnächst eine fünfprozentige Vermögenssteuer geben sollte, wie sie politische Kräfte fordern, wird es solche Dinge wie das Museum Barberini nicht mehr geben.“ Beglückende Momente und bezaubernde Illusionen zwischen historischer Hülle und zeitgemäßem Inneren, zwischen Lichtexperimenten und Landschaften würden uns dann fehlen.

Die Ausstellungen „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ und „Klassiker der Moderne. Munch, Nolde, Kandinsky“ laufen vom 23. Januar bis zum 28. Mai. Das Museum Barberini hat täglich außer dienstags von 11 bis 19 Uhr, an jedem ersten Donnerstag im Monat zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 14 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Zur Impressionismus-Schau ist ein Katalog erschienen, der im Museum 29,90 Euro kostet. Die Broschüre zur Geschichte des Hauses ist für 5,40 Euro zu haben.

Kontakt:

Museum Barberini

Humboldtstraße 5–6

DE-14467 Potsdam

Telefon:+49 (0331) 97 992 185

Telefax:+49 (0331) 97 992 183

E-Mail: info@museum-barberini.com



23.01.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Edvard Munch, Mädchen auf der Brücke, 1902

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Gustave Caillebotte, Die Brücke von Argenteuil und die Seine, um 1883

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