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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Resultate für die moderne und zeitgenössische Kunst bei Andreas Sturies in Düsseldorf

Wer hat den Hut auf?



Dieter Roth machte 1965 einen Hut zum Sujet von zwanzig Siebdrucken. Die Kopfbedeckung druckte er auf rötlich getöntes Papier und arbeitete die melonenförmigen Umrisse auf weiß-silbernem Grund heraus. Die helle Umrahmung mit Silberspray sprenkelte Roth auf das Sujet und verwischte dadurch die grafische Klarheit des Motivs. Das Tragen eines Hutes war das wichtigste Erkennungsmerkmal von Dieter Roths Fluxuskollegen Joseph Beuys. Es ist schwer, diesen Siebdruck nicht sogleich mit der Mystifizierung in Verbindung zu bringen, die Beuys um sich selbst aufbaute, besonders da die silberne Umrahmung das Sujet auratisch aufzuladen scheint. Ob die Arbeit, die nun zum ersten Mal nach 30 Jahren wieder auf den Auktionsmarkt kam, eine bewusste Hommage von Dieter Roth an seinen bekannten Kollegen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Aber vielleicht hat die Beuys-Assoziation dazu beigetragen, dass der Siebdruck, den der Düsseldorfer Auktionator Andreas Sturies mit 3.000 Euro offeriert hat, letztlich auf ein überraschend hohes Gebot von 40.000 Euro kam.


„Sonne statt Reagan“ verkündete Joseph Beuys 1982 in einem Liedtext. Eine Schalplattenhülle des Protestsongs, der auf der Rückseite mit der Beschriftung „Kreativität = Volksvermögen“ versehen und signiert ist, blieb mit 1.500 Euro knapp unter der Taxe von 1.800 Euro. Deutlich über dem Schätzwert lagen zwei unbetitelte Autografen des Kunstschamanen. Eine handschriftliche Notiz von 1972 mit genauer Beschreibung des Multiples „Phosphor-Kreuzschlitten“ mit Hauptstrom- und Kreuzstempel erzielte 3.600 Euro, eine Kartonseite mit ebenso dichtem wie schwer verständlichem Text in bekenntnishaftem Duktus 3.000 Euro (Taxe je 500 EUR). Andreas Sturies brachte in Düsseldorf insgesamt 31 Positionen der beiden Fluxuskünstler zum Aufruf, 19 von Roth und zwölf von Beuys, und 28 an den Sammler. Dies unterstreicht das anhaltende Interesse an den beiden Künstlern und spiegelt gleichzeitig die hohe losbezogene Zuschlagsquote von gut 81 Prozent wider, die Sturies in seiner Novemberauktion erzielen konnte. Zwar blieben einige Arbeiten unter den Erwartungen zurück, dies konnte Sturies jedoch durch positive Preisentwicklungen wieder ausgleichen.

Ein anderer Schwerpunkt waren zwanzig Arbeiten von Käthe Kollwitz aus der Sammlung Erwin Himmelseher. Die Zeichnung „Mutter und Kind“ von 1912 war der Favorit der Auktion. Den Gesichtsausdruck der Mutter hielt Kollwitz mit Schattierungen in grauer Kreide und schwarzer Kohle ausdrucksstark fest. Den restlichen Körper sowie das Kind brachte sie in flüchtigen und groben Strichen aufs Papier. Auf der Rückseite der wohl nach 1912 entstandenen Menschenstudie legte sie noch umrisshaft ein „Weibergefängnis“ an. Die Taxe von 20.000 Euro wurde mit einem Gebot von 38.000 Euro erfolgreich überschritten. Von den 18 Druckgrafiken Kollwitzs fanden 14 ein neues Zuhause, die meisten blieben dabei knapp unter den angesetzten Werten. Klaren Preissteigerung fuhren die ebenfalls menschliche Not beschreibenden Lithografien „Brot“, die von 1.000 Euro auf 3.400 Euro stieg, und „Hunger“ mit 8.000 Euro ein (Taxe 6.000 EUR).

Gotthard Graubner malte seinen violetten Farbkörper, dessen Schwammstruktur an mikroskopische Detailaufnahmen erinnert, mit Öl auf Papier und zog das Blatt anschließend auf Leinwand auf. Bei Sturies spendierte ein Käufer nun 13.500 Euro für das Werk aus dem Jahr 1963 (Taxe 3.000 EUR). Auch Georg Karl Pfahlers braune Komposition von 1961 mit drei dunklen Ovalen im Zentrum, die von hellen Balken eingerahmt sind, übertraf mit 6.400 Euro die Erwartungen von 1.800 Euro deutlich. Bernard Schultzes Ölgemälde „Zerbrochener Fetisch“ von 1984, eine von unten aufsteigende, mit kleinteiligem Pinselstrich aufgetragene Farbfigur, blieb mit 8.500 Euro unter dem Schätzpreis von 10.000 Euro. Nicht weniger dynamisch ging Helmut Sturm in den frühen 1960er Jahren ans Werk. Eine zusammenhängende Struktur maßgeblich in Schwarz und Weiß bestimmt sein Bild, abgesetzt vor einer leuchtend hellroten und gelben Farbfläche. Die unbetitelte Arbeit mit pastosem Farbauftrag und gestischer Pinselführung kletterte mit 16.500 Euro auf mehr als das Doppelte der Schätzung.

Eine Vorzugsausgabe des Katalogs „Dessins et Aquarelles / Drawings & Watercolors“ von 2012 mit Gerhard Richters feiner abstrakter Bleistiftzeichnung auf dem Vorsatzblatt erreichte mit 15.000 Euro exakt die Bewertung. Die auf kantige Umrisse reduzierte Schneelandschaft „Schweizer Alpen II“, ein Siebdruck, den Richter 1969 schuf, wechselte erfolgreich für 6.500 Euro den Besitzer (Taxe 4.000 EUR). Auch seine übrigen sechs Arbeiten wurden losgeschlagen und platzierten sich zumeist über den vierstelligen Schätzpreisen. Sein Düsseldorfer Kollege Günther Uecker war mit drei Blättern bei Sturies präsent; sein titelloser Prägedruck von 1971, eine Aneinanderreihung rhythmisierter Nagelabdrücke, brachte 2.600 Euro ein (Taxe 2.000 EUR). Die acht Offsetdrucke aus der „Palmenserie“ von Sigmar Polke, die ursprünglich zu der Mappe „Höhere Wesen befahlen“ gehörten, unterschritten mit 4.500 Euro knapp die anvisierten 5.000 Euro. Diese kleine Scharte wetzte Polkes teils abstrakte, teils figurative Grafik „Handkuss“ von 1995 mit 3.600 Euro wieder aus (Taxe 2.500 EUR).

Eine Frau in Seitensicht mit gebeugtem Kopf und eine weiter Person sitzen auf dem Boden des Waldes, der nur in Ansätzen zu erahnen ist. Der seltene kantige Holzschnitt „Paar im Wald“ von Karl Schmidt-Rottluff aus dem Jahr 1909 verbesserte sich von 10.000 Euro auf beachtliche 25.000 Euro. Ein anderer Klassiker der Moderne, die Radierung „Femme qui pleure devant un Mur“ des Spaniers Pablo Picasso von 1937 mit einer mehrperspektivischen Profilansicht eines weiblichen Kopfes schaffte es auf 7.000 Euro (Taxe 5.000 EUR). Das Künstlerbuch „Hommage à Jean-Sébastien Bach“ von Eduardo Chillida mit elf Siebdrucken und einem Prägedruck von 1997 fand für 10.000 Euro einen Liebhaber, lag damit jedoch klar unter den erhofften 12.000 Euro. Gut schnitten dann noch die mit zarten geometrischen Formen bemalten Aquarelle Antonio Calderaras von 1964 und 1971 ab, die jeweils auf 4.600 Euro kamen (Taxe 2.000 EUR), ebenso die Arbeiten Kuno Gonschiors, darunter die knallfarbige Collagemalerei „Vibration Rot-Grün-Vio“ von 1967 bei 6.400 Euro (Taxe 2.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



09.01.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sebastian Schmitt

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Veranstaltung vom:


19.11.2016, Moderne und Zeitgenössische Kunst

Bei:


Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Kunstwerk:

Käthe Kollwitz, Mutter und Kind, wohl nach 1912
Käthe Kollwitz, Mutter und Kind, wohl nach 1912







Käthe Kollwitz, Mutter und Kind, wohl nach 1912

Käthe Kollwitz, Mutter und Kind, wohl nach 1912

Taxe: 20.000,- EURO

Zuschlag: 38.000,- EURO

Losnummer: 97




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