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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Lempertz in Köln überspringt mit seiner Moderne-Auktion die Millionengrenze

Expressive Ruhe



Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen in Südwester, 1912

Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen in Südwester, 1912

Mit geschlossenen Augen, in sich gekehrt steht es da, das „Mädchen in Südwester“, das Ernst Ludwig Kirchner auf seiner geliebten Ostseeinsel Fehmarn einfing. Hierhin zog sich der Expressionist gerne für die Urlaubsfrische zurück, so auch im Sommer 1912, und schuf dort Werke „von absoluter Reife“, wie er im Dezember desselben Jahres an seinen Gönner Gustav Schiefler schrieb. Begleitet hat ihn damals die Berliner Tänzerin Erna Schilling, die Kirchner als Muse, Modell und Lebensgefährtin zugleich zur Seite stand. Sie ist wohl die junge Frau, die mit auffälliger Kappe vor der unruhigen See und dem Leuchtturm am violett-rosafarbenem Strand steht. Und sie dominierte die Auktion mit moderner Kunst bei Lempertz in Köln. Ein Bieter am Telefon übernahm das farbintensive Gemälde zur unteren Schätzung von 1,3 Millionen Euro und platzierte es damit nach Grisebach- und Bassenge-Material auf Rang vier der teuersten Werte im deutschen Auktionsmarktjahr 2016.


Auch wenn Preissteigerungen oft ausblieben und sich vieles am unteren Taxrand abspielte, kann der Kölner Versteigerer mit einer losbezogenen Zuschlagsquote samt Nachverkauf von 68,4 Prozent zufrieden sein. Einige Wermutstropfen beim Bruttoumsatz von gut 5 Millionen Euro waren die Ausfälle von Emil Noldes frontal portraitiertem „Jäger“ aus dem Jahr 1918 (Taxe 500.000 bis 600.000 EUR) und von Max Liebermanns Momentaufnahme „Konzert in der Oper“ aus dem Jahr 1919 (Taxe 250.000 bis 300.000 EUR). Liebermanns kleine, pastos aufgetragene Ölstudie „Judengasse in Amsterdam“ von 1905 ging schon bei 125.000 Euro weg (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR), die „Pferdeknechte am Strand“ der holländischen Nordseeküste von circa 1909 bei 180.000 Euro (Taxe 220.000 bis 250.000 EUR). Für Noldes Aquarell „Roter Mohn (Mohnblumen, Iris und Sonnenhut)“ konnte sich ein österreichischer Bieter bei 90.000 Euro begeistern (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Noldes farblich nicht so gesättigte „Marschlandschaft mit Strohdiemen“ blieb bei gleicher Einschätzung dagegen liegen. Dafür überzeugten seine drei Radierungen mit Hamburger Hafenansichten und rauchenden Schiffen. Die je zwischen 10.000 und 15.000 Euro angesetzten Blätter aus dem Jahr 1910 verabschiedeten sich für bis zu 16.000 Euro.

Zweitteuerstes Werk der Auktion am 2. Dezember wurde dann mit einer Entscheidung im Nachverkauf Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Häuser im Schnee“ von 1917 in den Schweizer Alpen bei 400.000 Euro (Taxe 500.000 bis 600.000 EUR). Daran schloss sich bei guten 360.000 Euro George Grosz’ aquarellierte Tuschfederzeichnung „Soirée“ von 1922 an. Die Karikatur einer vornehmen Abendgesellschaft, die noch im Entstehungsjahr in Grosz’ druckgrafische Mappe „Ecce Homo“ Einzug hielt, war nur auf 250.000 bis 350.000 Euro geschätzt. Eine weitere Aufwertung durch die Hand eines Schweizer Kunden erfuhr Erich Heckels stille „Meerlandschaft“ mit 100.000 Euro, die er 1917 während seines Kriegseinsatzes als Sanitäter im flandrischen Ostende auf die Leinwand bannte (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Das Morgner-Archiv in Soest übernahm Wilhelm Morgners ornamental aufgefasste „Allee“ mit kleinem Fachwerkhaus von 1910 zur unteren Schätzung von 55.000 Euro, und auch Marianne von Werefkins präsentes Bildnis der alten Bäuerin Rosalie Leiß aus den Jahren 1908/09 kam nicht über 90.000 Euro hinaus (Taxe 90.000 bis 100.00 EUR), ebenso Adolf Erbslöhs blau-grüne Landschaftsschichtung „Am Meer bei Positano“ von 1923 über 40.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Während Otto Dix’ weiß gehöhte Rötelzeichnung eines weiblichen Halbakts von 1932 mit spitz abstehenden Busen bei 29.000 Euro ihre Erwartungen erreichte, gab seine schwarze, futuristisch bewegte Kreidezeichnung „Badende Soldaten“ von 1917 leicht auf 24.000 Euro nach (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Wertzuwächse verbuchten eher die niedrig taxierten Werke im zweiten Teil der Auktion, etwa Paul Adolf Seehaus’ kubistisch zersplitterte Landschaft „Herbstfeuer“, eine Mischtechnik von 1917, mit 30.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Eberhard Viegeners bauklötzchenartig gestaffelte „Dorfstraße mit Rotbuchen“ von 1925 mit 22.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Lumpen ließ sich gleichfalls nicht Hermann Stenner, dessen Stillleben „Rote Blumen in weißem Krug“ von 1911 auf 24.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und dessen studienhafte „Kreuztragung I“ von 1913 auf 22.000 Euro kletterte (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Mit einem Zuschlag bei 19.000 Euro überschlugen sich auch die Gebote für Wladimir Baranoff-Rossinés fast schon abstrakte kleine Ölmalerei „Les Barques“ um 1905 (Taxe 4.000 EUR).

Schon der Auftakt in den zweiten Auktionsteil gestaltete sich mit vier kleinen kosmischen Farbwelten Max Ackermanns aus den 1940er und 1950er Jahren recht erfreulich. Sie platzierten sich mit bis zu 5.200 Euro zumeist über den anvisierten Preisen. Es folgten dann noch Hans am Endes ruhige „Abendstimmung“ mit Segelboot in der Worpsweder Moorlandschaft bei 10.000 Euro (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR), Philipp Francks sonnige „Schermcke Landstraße“ mit Pferden und Reiter von 1918 bei 14.000 Euro (Taxe 10.000 bis 13.000 EUR) oder Alexander Gerbigs Ernteszene „Roggenschnitt“ um 1909/10 bei 3.800 Euro (Taxe 2.000 EUR). Richtig bewertetet hatten die Lempertz-Experten Rudolf Levys unprätentiöses Blumenstillleben mit „Orchideen“ von 1914 aus der Sammlung Flechtheim bei 20.000 Euro oder Walter Opheys dynamisch aus Kuben aufgebautes „Dorf im Wald“ um 1920 bei 28.000 Euro.

Überraschend wenig Zuspruch fand diesmal die Kunst aus Frankreich. Weder Auguste Rodins erst 2013 nach der Marmorfassung von 1903 gegossener Bronze „Le Minotaure (Faune et Nymphe)“ (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR), noch Aristide Maillols kompakter Bronzestatuette „Baigneuse se coiffant (Femme les deux mains aux cheveux)“ von 1905 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) oder Marc Chagalls farbleuchtender biblischer Gouache „Les Amoureux IV (Roi David)“ von 1955 gelang der Absprung (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Die Lanze für Frankreich brach dann wieder einmal Pablo Picasso. So verbesserte sich seine schwarz-weiße Lithografie „Buste au corsage à carreaux“ von 1957 mit Jacqueline Roque im Profil auf 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), sein schon 1948 lithografierter „Faune souriant“ auf 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und sein mit einem blau-weißen Gesicht bemalter Keramikkrug „Pichet à Glace“ von 1952 auf 23.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR).

Auf der Habenseite standen zudem etliche der Skulpturen, allen voran die Schöpfungen Renée Sintenis. Die Berlinerin reüssierte mit ihrem anrührenden knienden „Kleinen Mädchen“ von 1926 bei 26.000 Euro (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR), ebenso wie mit ihren Tierfiguren, etwa dem forschen „Jungen Hund“ von 1925 bei 13.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). Als Tierplastiker gesellten sich zudem August Gaul mit seinem liebevollen „Sitzenden jungen Löwen“, auch „Dusselchen“ genannt, von 1898 bei 12.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Ewald Mataré mit seiner schon weit abstrahierten „Kleinen stehenden Kuh“ von 1929/30 bei 24.000 Euro hinzu (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ebenfalls nicht unbeachtet blieb Franz von Stucks bekannte Jugendstilbronze der reitenden, speerschleudernden „Amazone“ von 1897 mit 22.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Die Gattung Akt führten im 20. Jahrhundert Georg Kolbe in seiner versunken „Kauernden“ von 1917 bei 34.000 Euro und Fritz Klimsch in seiner aufrecht stehenden „Jugend“ von 1940/41 bei 48.000 Euro fort (Taxe je 35.000 bis 40.000 EUR). Erfolgreich war hier der wenig geläufige Bildhauer Richard Martin Werner, der seine grün oxydierte „Kniende mit ausgebreiteten Armen“ von 1936 erst bei 24.000 Euro losließ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Max Ernsts lustige Bronze „Chéri Bibi“ von 1973 mit rundem Vogelgesicht in der Mitte sprang von marktgerechten 10.000 Euro auf unerwartete 26.000 Euro, Emy Roeders in sich geschlossene Gruppe „Arabische Mutter mit Kind“ von 1961/62 auf 11.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Beflügelte Kauffreude holten sich die Bieter dann bei Erich Fritz Reuter. Seiner ungegenständlichen, von Luft und Wind inspirierten Bronzeplastik „Der Geist weht, wo er will“ von 1971 verhalfen sie zu 22.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



03.01.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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 Ende, Abendstimmung, um 1900
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 Stuck, Amazone, 1897
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Max Liebermann, Pferdeknechte am Strand, um 1909

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Max Liebermann, Judengasse in Amsterdam, 1905

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