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Ein Streifzug durch Münchens Galerien untermauert das Image der Szene: kein Hang zum Experimentellen, aber sicheres Gespür für Qualität. Zum Beispiel Karin Kneffel in der Galerie Schöttle, Olaf Otto Becker bei f5,6, Nachkriegspositionen in der Galerie 20/21 und Lienhard von Monkiewitsch bei Gudrun Spielvogel

Von der Magie der Unschärfe



Momentan wird Karin Kneffel als eine der erfolgreichsten Malerinnen Deutschlands gefeiert. Mit ihren prallen, fast fotorealistisch gemalten Kirschen hat sie vor ein paar Jahren eine Schar von Sammlern verführt. Ihr Spiel mit der Realität aber hat Kneffel, die in Düsseldorf und München arbeitet, immer wieder verfeinert, wie auch die erst 2016 entstandenen Gemälde in der aktuellen Ausstellung der Münchner Galerie Rüdiger Schöttle zeigen. Flirrender, unergründlicher, irritierender sind sie geworden. Ihre Neuinterpretationen des legendären Kerzenbildes und die Integration des 1988 entstandenen Richter-Gemäldes der sich abwendenden „Betty“ in verschiedenen figurativen Gruppenbildern lassen ahnen, dass sie einmal Meisterschülerin Gerhard Richters war.


Aber auch malerisch nähert sie sich spätestens seit ihren „Teppichbildern“ dem Schaffen ihres Lehrers Richter an. Lichtreflexe und Schattenspiele, Unschärfe, Überlagerungen und Schlieren irritieren das Auge und schaffen Emotionalität. Sie vermischen genau Erkennbares mit formlos Abstraktem, das sich einem Realismus entzieht und im Unkonkreten die Flüchtigkeit eines Moments einfängt. Karin Kneffel schafft illusionistische Bildräume, selbst wenn sie in ihren Architekturbildern so reale Räume abbildet wie das Four Seasons-Restaurant im Seagram Building in New York. Sie vereinnahmt uns mit ihrer malerischen Virtuosität. Nur zwei Gemälde der 18 Werke umfassenden Schau, deren Preise zwischen 65.000 und 120.000 Euro schwanken, hat Rüdiger Schöttle bislang nicht verkauft.

Welch ein Kontrast dazu die Arbeiten Lienhard von Monkiewitschs in der Galerie Gudrun Spielvogel. Der heute 75jährige ist einer der undogmatischsten Vertreter der Konkreten Kunst. Über das schwarze Quadrat, das in der Kunstgeschichte der Moderne Mythos und Referenzpunkt zugleich ist, reflektiert er schon seit langem mehr oder weniger direkt und ziemlich frei. Seine schwarzen Flächen können verzogene Rechtecke oder Quadrate sein. Er kombiniert und verschränkt sie mit gelben, grünen und blauen Varianten, um das Zusammenspiel von Farbe und Raum zu erkunden. Neben diesen Arbeiten zeigt Gudrun Spielvogel eine neue Werkserie, die das Thema der Konstruktion mit intuitiven Momenten verbindet. Lienhard von Monkiewitsch ritzt Streifen und Formen in feuchtes, auf einem Untergrund fixiertes, rotes Papier. Dann reißt er sie heraus und übermalt die Blätter zum Teil schwarz. Kraftfelder entstehen auf diese Weise, die nicht zuletzt durch ihre Farbigkeit an die Suprematisten erinnern, die aber vor allem Gegensätze wie Struktur und Blockhaftigkeit oder Schwere und Leichtigkeit in Beziehung setzen. Die Arbeiten kosten zwischen 5.000 und 6.500 Euro.

Das vitale Zusammenspiel von Formen und Farbe und die magnetische Wirkung einer schwarzen Fläche hat 1955 schon den Paul Klee-Schüler Hubert Berke beschäftigt. Seine farblich subtile Komposition „Auf Schwarz“, ausgepreist mit 19.000 Euro, ist Teil der mit gutem Auge zusammengestellten Verkaufsschau „Wirtschaftswunderavantgarde II“ in der Galerie 20/21. Erst vor drei Jahren begann Ferdinand Funk, der zuvor als Projektentwickler im Bereich Architektur tätig war, sein Haus im noblen Stadtteil Bogenhausen als Galerie zu öffnen. Die Ausstellung berührt punktuell abstrakte Positionen, die durchaus gegensätzlich sind. Ihre Gemeinsamkeit jedoch besteht in dem Vorstoß in bis dahin nicht gewagte künstlerische Ausdrucksweisen.

Klee-Schülerin war auch die noch zu entdeckende Petra Petitpierre. Ihre farbstarken Leinwände von 1954 zu Preisen von etwa 16.000 Euro zeigen kubistische Einflüsse. Vom Tachismus zur Kinetik trieb es Lothar Quinte, als er 1969 mit einem mittigen, laserstrahlscharfen, hellen Streifen seinem „Schlitzbild Rot Rot“ eine dritte Dimension zu geben versuchte. Zu den Wegbereitern der Nachkriegsmoderne gehört auch Emil Cimiotti. Seine nonfiguralen Bronze-Plastiken von 2002 und 2011 mit erdig-spröder Oberfläche kosten rund 24.000 Euro. Direkt aus dem Atelier von Karl Otto Götz, dessen gerakelte Bögen und Schwünge dem Informel neue Richtung gaben, konnte Ferdinand Funk die große Leinwand „Paran“ akquirieren. Ihr Preis liegt knapp unter 300.000 Euro.

Mit seinen stillen Eislandschaften hat sich Olaf Otto Becker einen Namen unter den Fotografen Deutschlands gemacht. Auch in der Serie „Ilulissat“, die die Foto-Galerie f5,6 momentan präsentiert, zelebriert er die Schönheit der Natur und die Melancholie der Vergänglichkeit. Nicht zum ersten Mal ist er ins Nordmeer gereist. Und wie bei seinen früheren Serien hat Becker 2015 und 2106 die Eisberge Ilulissats, eines Eisfjords bei Grönland, wie gewaltige untergehende Schiffe wahrgenommen. Die Landschaft ist Spiegel unserer Zivilisation. Schattenlos, im diffusen Licht der Polarnacht erscheinen seine Eisriesen wie entrückte Welten, die Gewaltigkeit dieser Berge durch die Horizontale des Wassers verdoppelnd. Sein Blick ist der eines Forschers und eines Künstlers zugleich. Was er in seinen Bildern, die hier je nach Format und Auflage zwischen 3.500 Euro und 30.000 Euro liegen, festgehalten hat, sind Skulpturen der Veränderung – so auch der Titel dieser Fotoauswahl.

Die Ausstellung „Karin Kneffel“ ist bis zum 28. Januar zu sehen. Die Galerie Schöttle hat dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Galerie Rüdiger Schöttle
Amalienstraße 41
D-80799 München
www.galerie-ruediger-schoettle.de

Die Ausstellung „Lienhard von Monkiewitsch – Neueste Werke“ läuft bis zum 25. Februar. Die Galerie Gudrun Spielvogel hat dienstags bis freitags von 13 bis 18:30 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Galerie Gudrun Spielvogel
Maximilianstraße 45
D-80538 München
www.spielvogel-galerie.de

Die Ausstellung „Wirtschaftswunderavantgarde II“ läuft bis zum bis 21. Januar. Die Galerie 20/21 Modern & Contemporary Art hat dienstags bis freitags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

20/21 Modern & Contemporary Art
Friedrich-Herschel-Straße 13
D-81679 München
www.20-21.com

Die Schau „Olaf Otto Becker – Skulpturen der Veränderung“ ist bis zum 4. Februar zu besichtigen. Die Galerie f5,6 hat mittwochs bis freitags von 12 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 15 Uhr geöffnet.

Bitte beachten Sie die veränderten Öffnungszeiten bis zum 9. Januar 2017.

Kontakt:

Galerie f5,6

Ludwigstraße 7

DE-80539 München

Telefon:+49 (089) 28 67 51 67

Telefax:+49 (089) 28 67 52 83

E-Mail: info@f5komma6.de



02.01.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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