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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Dorotheum verweist auf die erfolgreichste Moderne-Auktion und erzielt Spitzenwerte für die Wiener Sezessionskunst

Wie ein Blitz



Besser hätte die Moderne-Auktion im Dorotheum nicht starten können. Mit Giacomo Balla stand aber auch ein Großmeister des Futurismus vorne an. 1929 zog er mit seiner Familie in eine Wohnung im römischen Stadtviertel Della Vittoria. Sofort gestaltete er sein neues Heim im futuristischen Stil um. Er entwarf Möbel und bemalte die Wände; kein Fleck blieb unberührt. Den Gang der Wohnung in der Via Oslavia verwandelte Balla in eine Galerie. In 22 quadratischen Leinwänden mit den Maßen 77 auf 77 Zentimeter legte er grundlegende Ideen zum Futurismus nieder, zum Studium des Lichts und des Raums oder seine Vorstellung zur linearen Geschwindigkeit. Auch die „Valori plastici“, eine innovative Bewegungs- und Lichtstudie, hingen im Korridor seiner Wohnung. Die marmornen Wolken, die sich von der Vergangenheit auf die Skyline einer aufstrebenden Stadt zubewegen und sich im Gewitter energisch entladen, schlugen bei den Dorotheum-Kunden wie ein Blitz ein. Anstelle der vorgesehenen 150.000 bis 180.000 Euro spendierten sie 260.000 Euro für dieses malerische futuristische Manifest.


Auch Ballas Futuristen-Kollegen können zufrieden sein. Keines ihrer Werke blieb am 23. November in Wien liegen. Bei Gerardo Dottori interessierten sich die Bieter vor allem für seine schwungvolle Komposition „Colori innamorati“ von 1937 aus sich überschneidenden Farbflächen für 45.000 Euro (Taxe 22.000 bis 32.000 EUR), bei Roberto Marcello Baldessari für die kubofuturistisch aufgebrochenen „Riflessi su paese“ um 1916 für 32.000 Euro (Taxe 18.000 bis 26.000 EUR). Fortunato Depero kam mit einer Zeichnung der von ihm besonders geschätzten „Marionette (Architettura di ballerine)“ aus dem Jahr 1917 am oberen Schätzrahmen von 12.000 Euro zum Zug. Und auch ein Deutscher hatte sich unter die Futuristenriege geschlichen: Heinrich Maria Davringhausen. Doch steht seine aus den Fugen geratene Stadtlandschaft „Paesaggio di Ascona“ unter rot glühendem Himmel in ihrer energiegeladenen kubistischen Zersplitterung seinen italienischen Kollegen nicht nach. Für das Ölgemälde von 1914 kamen schließlich 95.000 Euro zusammen (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR).

Zum Lärmenden und Groben des Futurismus hatte Otto Mueller 1923 eine komplett andere Weltsicht entworfen. In seiner „Landschaft mit drei Bäumen“ ging es ihm um die friedliche Naturverbundenheit. Nichts trübt die ruhige grün-braune Aussicht auf ein Gewässer, die sich bei 190.000 Euro ebenfalls gewinnbringend platzierte (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Auch Karl Hofers Gemälde einer jungen weltabgewandten Frau, die sich mit nacktem Oberkörper ihre langen Haare kämmt, setzt auf eine innig verhaltene Stimmung und kam auf taxgerechte 170.000 Euro. Aus dem deutschen Expressionismus war noch Conrad Felixmüller mit dem farbleuchtenden Stillleben „Herbstblumen mit Katze II“ von 1922 angetreten, das erst im Nachverkauf bei 75.000 Euro einen Abnehmer fand (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Bei einer hohen losbezogenen Zuschlagsquote von 73 Prozent gab es aber auch einige Ausrutscher. So stellte sich etwa Paul Klees abstraktes „Praeludium zu einem Ständchen“ von 1940 auf der Rückgangsliste ein (Taxe 220.000 bis 240.000 EUR).

Das Highlight der Versteigerung, die das Dorotheum als beste Moderne-Auktion in der Geschichte des Hauses führt, war ein Blumenstillleben Marc Chagalls. Der Malerpoet osteuropäisch-jüdischer Herkunft schuf die wie bei einem Feuerwerk explodierenden „Fleurs“ 1924 kurz nach seiner Übersiedlung nach Paris. Das Lieblingsmotiv Chagalls, Ausdruck seiner Lebensfreude, war im Dorotheum bei mehreren Telefonbietern gefragt, die sich auf einen Zuschlag bei 850.000 Euro einigten. Mit Aufgeld zahlte ein nicht genannter Käufer etwas mehr als 1 Million Euro (Taxe 750.000 bis 1 Million EUR). Auch sonst hatte die französische Kunst einiges zu bieten. Francis Picabias Tuschezeichnung eines jungen Paares, das von Händen und einem großen Gesicht in drei Schichten überlagert wird, reüssierte bei 190.000 Euro (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), Hans Arps blattartig flache Bronzeskulptur „Le petit théâtre“ von 1959 zur unteren Schätzung von 100.000 Euro, ebenso wie Max Ernsts kleinformatige nächtliche Waldstimmung „Nocturne“ von 1949. Daran schlossen sich zwei Surrealistenkollegen an: Wifredo Lam mit einer späten helle Leinwand samt Geistwesen von 1973 bei 70.000 Euro (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) und Roberto Matta mit einem abstrakten blaugrünen Farbemeer von 1987 bei 22.000 Euro, aus dem sich einige schwarz umrandete Gestalten herausschälen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Gefragt waren außerdem die metaphysischen Ideen des Italieners Giorgio de Chirico, obwohl sie meist aus seiner späten Schaffensphase mit den Wiederholungen der bekannten frühen Motive stammten. Seine neobarocken „Due cavalli in riva al mare“ gingen am unteren Schätzrand bei 50.000 Euro weg, das Bronzeduo „Gli Archeologi“ von 1940 in einem posthumen Guss von 1986 am oberen bei 20.000 Euro und die bis auf zwei Figuren leere „Piazza d’Italia“ um 1970 bei 160.000 Euro (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Da gab sich Carol Ramas aus kleinen Rechtecken in Rot, Blau und Violett konstruierte „Paesaggio“ von 1951 doch etwas progressiver. Auch hier kam der obere Schätzwert von 45.000 Euro zusammen. Giorgio Morandi stellte mehrere seiner unprätentiösen Stillleben zur Verfügung, darunter die Radierung „Grande natura morta con la lampada a destra“ von 1928 für 40.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR) und eine ebenfalls aus Gefäßen komponierte Bleistiftskizze von 1952 für 50.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Mit zwei Stillleben war auch der Deutschösterreicher Werner Berg im Dorotheum zugegen. Während sein folkloristischer „Asternstrauß auf Kärtnerdecke“ von 1948 bei 100.000 bis 150.000 Euro unbeachtet liegenblieb, konzentrierte sich das Kundeninteresse auf seinen „Weißen Hahn und Malve“ von 1960 bei den oberen Erwartungen von 100.000 Euro. Freuen konnten sich zudem Oskar Kokoschka über 45.000 Euro für sein Aquarell „Strauß mit Frühlingsblumen“ von 1965 (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR) und vor allem Václav Špála über den gleichen Wert für seinen farbintensiven „Tulpenstrauß in einer Landschaft“ von 1939 (Taxe 25.000 bis 38.000 EUR). Preislicher Gipfelpunkt der österreichischen Kunst war Alfons Waldes tief verschneites sonniges Alpenmotiv „Einsamer Berghof“ von 1935 für 280.000 Euro (Taxe 280.000 bis 320.000 EUR). Dem setzte Carl Moll seine südlich heitere Stimmung in der impressionistischen Vedute „Santa Maria della Salute“ in Venedig bei guten 130.000 Euro entgegen (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR).

Mütterlichen Themen widmeten sich Albin Egger-Lienz 1922 in seiner von warmem Licht umhüllten „Madonna“ bei 95.000 Euro (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR) und Josef Floch um 1928 in seiner ins Allgemeine gehobenen „Mutterschaft“ bei 28.000 Euro (Taxe 15.000 bis 22.000 EUR). Auch Arik Brauer hat „Die Last der Klugheit“ symbolhaft dargestellt als rot glühenden, liegenden Mann, der eine wuchernde pflanzliche Erscheinung mit beiden Händen in die Höhe stemmt. 50.000 Euro waren sein Lohn (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gustav Klimt war mit der noch historistischen Bleistiftstudie zur Rückenfigur der Lautenistin für das Deckengemälde „Der Tanz“ im Stadttheater Karlsbad von 1885 bei 26.000 Euro erfolgreich (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Und bei seinen späteren Sezessionskollegen Josef Engelhart gab es kein Halten mehr. Seine neun nahezu lebensgroßen Figurenentwürfe für die „Merlinsage“, die 1904 als Intarsienfries auf der Weltausstellung in St. Louis präsentiert wurde, erreichten zusammen 480.000 Euro und führen nun seine Auktionspreisliste an. Zufrieden dürfte der Sammler aus der Steiermark sein, der die Werkzeichnungen in den 1960er Jahren in der Wiener Galerie Würthle erworben hat. Denn angesetzt für die drei mit je drei Skizzen bestücken Positionen waren jeweils nur 8.000 bis 14.000 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



15.12.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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23.11.2016, Moderne Kunst

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Dorotheum

Bericht:


Ein Feuerwerk der Farben

Kunstwerk:

Gustav
 Klimt, Lautenistin, 1885
Gustav Klimt, Lautenistin, 1885

Kunstwerk:

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904
Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Kunstwerk:

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904
Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Kunstwerk:

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904
Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Kunstwerk:

Albin Egger-Lienz, Madonna, um 1922
Albin Egger-Lienz, Madonna, um 1922

Kunstwerk:

Carl Moll, Venedig. Santa Maria della Salute, 1923
Carl Moll, Venedig. Santa Maria della Salute, 1923







Otto Mueller, Landschaft mit drei Bäumen, 1923

Otto Mueller, Landschaft mit drei Bäumen, 1923

Taxe: 100.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 190.000,- EURO

Losnummer: 520

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Taxe: 8.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 190.000,- EURO

Losnummer: 571

Gustav Klimt, Lautenistin, 1885

Gustav Klimt, Lautenistin, 1885

Taxe: 12.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 575

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Taxe: 8.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 110.000,- EURO

Losnummer: 571

Carl Moll, Venedig. Santa Maria della Salute, 1923

Carl Moll, Venedig. Santa Maria della Salute, 1923

Taxe: 50.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 522

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Josef Engelhart, 3 Werkskizzen zur „Merlinsage“, 1904

Taxe: 8.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 170.000,- EURO

Losnummer: 571

Albin Egger-Lienz, Madonna, um 1922

Albin Egger-Lienz, Madonna, um 1922

Taxe: 100.000 - 160.000 EURO

Zuschlag: 95.000,- EURO

Losnummer: 523




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