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Surreale Begegnungen an der Elbe: Die Hamburger Kunsthalle versammelt Meisterwerke von Dalí, Ernst, Magritte und Co. und beleuchtet das enge Verhältnis zwischen Sammlern, Mäzenen und Künstlern

Risse in der Wirklichkeit



„Ich glaube an die zukünftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann Surrealität.“ Dieser Satz aus dem von André Breton herausgegebenen „Ersten Manifest des Surrealismus“ aus dem Jahr 1924 kann als eine Art Glaubensbekenntnis der Surrealisten verstanden werden. Was die Künstler dieser in den 1920er Jahren aufkommenden Bewegung reizte, war nicht die sachliche Darstellung der äußeren Welt. Sie waren vielmehr an den Rissen in der Wirklichkeit, an Traumzuständen, Halluzinationen, Imaginationen, inneren Befindlichkeiten und dem Unbewussten interessiert. Auf der Leinwand, in Collagen, Papierarbeiten, Fotografien, aber häufig auch in Form dreidimensionaler Objekte schleusten sie ihre Kopfgeburten in die Realwelt ein.


In ihrer groß angelegten Herbstausstellung „Dalí, Ernst, Miró, Magritte... Surreale Begegnungen aus den Sammlungen Edward James, Roland Penrose, Gabrielle Keiller, Ulla und Heiner Pietzsch“ entführt die Hamburger Kunsthalle ihre Besucher jetzt in die faszinierende Welt der Surrealisten. Rund 200 teils nie gereiste Meisterwerke aus vier bedeutenden europäischen Privatsammlungen machen Station an der Elbe. Abgerundet wird die Schau mit weiteren internationalen Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Museen und Privatsammlungen. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Scottish National Gallery of Modern Art in Edinburgh und dem Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam entstanden.

Der Kuratorin Annabelle Görgen-Lammers geht es jedoch nicht darum, lediglich ein „Who’s who“ der wichtigsten Repräsentanten des Surrealismus zu zeigen. Im Mittelpunkt der Schau steht vielmehr das enge Zusammenwirken von Künstlern, Förderern und Sammlern. Gleich im ersten Raum der Schau werden daher die vier Sammlerpersönlichkeiten anhand zahlreicher Archivalien wie Fotografien, Skizzen, Werklisten, persönlichen Gegenständen und Briefwechseln mit den Künstlern vorgestellt. Von dem Briten Roland Penrose etwa ist neben eigenen Gemälden auch eine Vitrine mit gesammelten Kuriositäten aus aller Welt zu sehen. Im Fokus steht auch sein Landsmann, der wohlhabende Sammler und exzentrische Dichter Edward James. Die Kuratorin dazu: „Anhand von Skizzen und Archivalien können wir zeigen, wie dieser Mäzen integriert war in die Herstellung der Werke.“

So schloss James 1936 mit Salvador Dalí einen Ganzjahresvertrag: Gegen eine monatliche Summe von 200 Pfund hatte ihm der Künstler alle Werke dieses Jahres zu überlassen. Zu den Höhepunkten der Schau zählt auch Dalís 1938 entstandenes „Mae-West-Lippensofa“. Er hat es in enger Zusammenarbeit mit Edward James geschaffen. Gemeinsam mit dem Sammler hat Dalí die Farbe, die Abmessungen und den Stoff festgelegt. Als Sitzmöbel allerdings war es nicht gedacht. Dalí legte großen Wert darauf, dass seine Möbelskulpturen lediglich angeschaut, jedoch nicht benutzt werden durften.

Ein weiteres Highlight der Ausstellung stellt das 1937 entstandene Gemälde „La Reproduction interdite“ des belgischen Malers René Magritte dar. Zu sehen ist die Rückenansicht einer männlichen Gestalt, die in einen Spiegel blickt. Es ist Edward James, der Magritte während des Zweiten Weltkriegs in seinem Haus beherbergte. Auf dem Spiegel ist jedoch nicht die Vorderansicht mit dem Gesicht des Mannes zu sehen sondern wiederum, in leicht verkleinerter Form, die Rückenansicht. Der Spiegel schafft also keine zusätzliche Perspektive sondern verdoppelt nur das Objekt. Der Mann im dunklen Anzug blickt auf seinen unheimlichen Doppelgänger. Zusätzliche Verwirrung stiftet der Maler, indem er ein vor dem Spiegel auf einem Sims liegendes Buch von Edgar Allan Poe im Spiegel richtig darstellt.

Jeweils ein Raum ist Max Ernst und Pablo Picasso gewidmet, äußerst prominent vertreten sind daneben aber auch Paul Delvaux, Dorothea Tanning, Marcel Duchamp, Leonora Carrington, Man Ray oder Joan Miró. Was die Hamburger Schau besonders sehenswert macht, ist die gelungene Mischung von kunsthistorisch bedeutenden Exponaten mit kleinen Trouvaillen wie Drucksachen, Fotocollagen oder Holzobjekten, die beispielsweise in dem Themenraum „Objekte der Begierde“ zusammengefasst werden. So viele hochkarätige Werke des Surrealismus waren im rational-protestantischen Hamburg wohl noch nie zu sehen. Der dringende Aufruf an alle Realitätsverweigerer, Tagträumer und bekennenden Surrealismusfans muss also lauten: Ab in die Hamburger Kunsthalle!

Die Ausstellung „Dalí, Ernst, Miró, Magritte... Surreale Begegnungen aus den Sammlungen Edward James, Roland Penrose, Gabrielle Keiller, Ulla und Heiner Pietzsch“ ist bis zum 22. Januar zu sehen. Die Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, am Wochenende 14 Euro bzw. 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist er kostenlos. Der 240seitige Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Museum 30 Euro, im Buchhandel 45 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



29.11.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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