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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die auf alte Kunst und Antiquitäten spezialisierte Cologne Fine Art hat mit der „COFA Contemporary“ einen zeitgenössischen Ableger bekommen und will damit ein jüngeres Publikum ansprechen

Schleichender Kehraus der Klassiker



am Stand des Grafikhändlers Hanns-Gert Braun aus Wuppertal

am Stand des Grafikhändlers Hanns-Gert Braun aus Wuppertal

Der Markt für ältere Kunst, speziell für angewandte Disziplinen wie etwa Möbel oder Keramik, gilt als verstaubt und unzeitgemäß. Hinzu kommt ein gewaltiges Nachwuchsproblem: Viele Sammler sind mittlerweile hochbetagt, junge kommen nicht im ausreichenden Maß hinzu. So nimmt es nicht wunder, dass sich Händler und Käufer auf wenige Messen konzentrieren. Maastricht, München, Salzburg oder Wien sind hier attraktive Standorte, während das für klassische Moderne und Gegenwartskunst bekannte Rheinland auf diesem Sektor rasch zur Nebenrolle degradiert wird. Seismografisch spiegelt sich dies auch in den Wandlungen, die die altehrwürdige Westdeutsche Kunstmesse, die heutige Cologne Fine Art, in der letzten Zeit durchmachte. War schon vor zwei Jahren in Köln von einem breiteren Zusammenspiel die Rede und folglich im letzten Jahr mit der Erweiterung um den Bereich der „Zeitgenossen“ die Tür zu einer neuen Ausrichtung weit aufgestoßen, setzt sich heuer dieser Trend mit der eingeflochtenen „COFA Contemporary“ fort – zudem noch flankiert von 15 freien Kunsträumen. Die klassische Cologne Fine Art mit ihrem Spektrum der Kunst- und Kunsthandwerkgeschichte von der Antike bis ins 20. Jahrhundert dominiert mit 100 Ausstellern das Geschehen, wobei allerdings das Segment der klassischen Moderne deutlich überwiegt. Dagegen listet die COFA Contemporary 33 Teilnehmer, von denen drei beide Bereiche abdecken und doppelt verzeichnet sind. So ergibt sich die Gesamtzahl von 145 Ausstellern in den beiden Messeetagen.


Wie schwierig die Situation generell geworden ist, beschrieb Thole Rotermund auf der heuer erstaunlich schwach besuchten Pressekonferenz zu Messebeginn, indem er die neuen zeitraubenden bürokratischen Pirouetten beschrieb, denen die Kunsthändler nach Verabschiedung des neuen Kulturgutschutzgesetztes ausgesetzt sind. Zudem beweist abermals das Fernbleiben jahrelanger renommierter Teilnehmer – etwa der Aachener Jugendstilexperte Paul-Günther Grobusch, der mit seinen Glaskünsten um 1900 immer für Furore sorgte, aber auch ein Segment bedient, das von vielen Jüngeren als kitschig empfunden wird, oder die Brüder Schlichtenmaier, die mit ihren Werken vor allem baden-württembergischer Künstler zu den tragenden Säulen der Veranstaltung gehörten, – das schwierige Umfeld der COFA. Dass sich da viele, selbst ausländische Teilnehmer auf lokale Größen und Bewährtes zurückziehen, mag nicht verwundern.

So empfängt zum Auftakt des Parcours der von Köln nach Zürich ausgewanderte Händler Dierk Dierking das Publikum mit filigranen, zwischen 11.000 und 200.000 Euro angesetzten Drahtplastiken und Zeichnungen des ehemaligen Düsseldorfer Akademierektors Norbert Kricke, dessen radikal reduzierte „Raumzeichnungen“ der Minimal Art um zehn Jahre voraus sind. Die beim Umschreiten Bewegung entfachende Gestelle verkörpern in ihren V-förmigen Ausbuchtungen den Geist der 1950er Jahre, so auch etwa die 160.000 Euro teure „Raumplastik weiss-schwarz“ aus dem Jahr 1954. Auf Möbel des Biedermeier ist Axel Schlapka spezialisiert. Er stellt einen um 1810 entstandenen Schrank vor, dessen Zweitausführung im Münchner Stadtmuseum steht. Das in Süddeutschland aus Nussbaum gefertigte, furnierte, mit Marketerien, Vergoldungen und Schwarzlotmalerei versehene Möbel besticht durch die prismatisch gebrochenen Felderstrukturen auf den Türpaneelen und ist für 80.000 Euro zu haben. Etwas weiter bietet Georg Britsch einen großen Apothekerschrank um 1800 für 28.000 Euro an. Das vielgliedrig unterteilte Möbel mit einer großen Anzahl von Schubladen ist in Kirschbaum furniert und war bis vor einigen Jahren in einer Apotheke bei Krumbach in Gebrauch.

Klaus Schwarzer würdigt zum 125sten Geburtstag den Maler Otto Dix mit einem um 1940 in Mischtechnik auf Holz gemalten Bild, das „Hemmenhofen im Winter“ zeigt und stolze 390.000 Euro wert ist. Doch so ganz kann der Düsseldorfer Galerist heimischen Referenzen nicht widerstehen, denn ein 1963 von Gotthard Graubner gemaltes Kissenbild erinnert für 320.000 Euro mit seinen zarten rosablauen Tönungen an Monets Seerosenbilder. Schräg gegenüber bewältigt der Freiburger Günter Puhze einen zeitlichen Sprung in die Antike und hat ein Ensemble aus rotfigurigen unteritalischen Apulischen Vasen zur Schau gestellt, die über und über mit mythologischen Szenen bedeckt sind und zwischen 88.000 und 140.000 Euro kosten. Dann gewinnt wieder die Malerei Überhand. Die Düsseldorfer Galerie Setareh offeriert ein farbverwischendes Offset auf Alu-Dibond mit dem Titel „cage f. ff.“, das Gerhard Richter in einer Auflage von 30 Exemplaren schuf, woher sich auch der recht günstige Preis von 185.000 Euro erklärt.

Gegenüber bei Laszlo von Vertes aus Zürich hängt wohl das teuerste Werk der Messe: Joan Mirós spätes dunkles Ölgemälde „Tête aux trois cheveux devant la lune“ aus dem Jahr 1976 kostet 1,85 Millionen Euro. Erlesen und reichhaltig gestaltet sich wie immer die Gemäldeauswahl bei der Düsseldorfer Galerie Ludorff. Sprichwörtlich aus der Reihe tanzt da eine filigrane Drahtplastik des 1924 geborenen Günter Haese. Seine vibrierende „Stele V“ aus dem Jahr 1996 besteht aus Messing und Federstahl und ist mit 49.000 Euro ausgezeichnet. Hingucker in der Koje bei Michael Werner ist ein 136 Zentimeter hohes, aber 426 Zentimeter langes Leinwandgemälde mit typischen Strichmännchen und Löwen von A.R. Penck von 1984 für 240.000 Euro.

Ins Genre edler Porzellane entführt die Auswahl, die Renate Steinbeck aus Aachen aufgebaut hat. Hier ragen zwei Eichelhäher mit Eichhörnchen und Meisennest heraus, die nach einem Modell Johann Joachim Kändlers um 1740/45 in Meißen gefertigt wurden. Den Preis gibt es nur auf Anfrage ebenso wie bei einer gleichfalls Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Tabatiere, die Friedrich der Große Zar Peter III. zum Geschenk machte. Immer wieder ein Augenschmaus sind auch die vielen ideenreich und fantasievoll gestalteten Flanier- und Spazierstöcke vom 18. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, auf die sich die Hamburger Kunsthändlerin Waltraud Basedau konzentriert und die sich preislich zwischen 750 bis 5.000 Euro bewegen. Der 1931 mit 32 Jahren früh verstorbene Maler Helmut Kolle – zu Lebzeiten ein in Paris erfolgreicher deutscher Künstler und Einzelgänger – wird auf dem Stand der Galerie Vömel mit einer umfassenden Einzelschau geehrt. 98.000 Euro muss der Interessent etwa für das flächig abstrahierte Ölgemälde „Pfeife rauchender Spahi“ von 1925 bereithalten.

Die Hannoveraner Geschwister Koch würdigen den achtzigsten Geburtstag von Horst Antes unter anderem mit einem seiner Kopffüßler: Für das „Porträt Grau vor Grün“ aus dem Jahr 1973 erwarten sie 145.000 Euro. Des weiteren findet sich am Stand noch ein unscheinbares, da kleinformatiges Highlight: Wer Pablo Picassos „Femme endormie (Marie-Thérèse Walter)“ aus dem Jahr 1933 erwerben möchte, muss 1,35 Millionen Euro einkalkulieren. Gegenüber hat in einer musealen Präsentation die Kölner Galerie Boisserée ihre grafischen Kostbarkeiten positioniert, darunter einige Farblithografien von Georges Braque wie „Athéné“ aus dem Jahr 1932, bei der der Künstler zusammen mit seinem Drucker die Farbgebung bei allen 75 Exemplaren veränderte (Preis 16.500 Euro). Auch die Lithografien aus Joan Mirós 1980 gestalteter Vorzugsausgabe der Suite „La Mélodie Acide (Patrick Waldberg)“ können sich für je 5.400 Euro sehen lassen.

Wer sich für Neuere Meister begeistert, ist im Stuttgarter Kunsthaus Bühler bestens aufgehoben. Neben Oswald Achenbachs stimmungsvollem Ölgemälde „Ischia mit Blick auf das Castello Aragonese“ von 1880 für 78.000 Euro dürfte vor allem eine Zeichnung des berühmten Romantikers Caspar David Friedrich viele Blicke auf sich ziehen. Die um 1795/97 mit brauner Feder gezeichnete und grau lavierte „Kirche von Lyngby“ ist für 135.000 Euro im Angebot. Max Weber von der Münchner Galerie Max Weber Six Friedrich leitet mit Werken von Andreas Schulze in dadaistisch-surrealistischer Prägung, wie dem 2016 entstandenen „untitled (Krake)“ für 32.000 Euro, oder einem in Acryl auf Holz gefassten, planimetrischen „Farbstreifenbild (Figur 15)“ von Imi Knoebel aus dem Jahr 1985 für 350.000 Euro zu den Zeitgenossen in die höhere Ebene über.

Auf der „COFA Contemporary“ wird zu Beginn der Weg von zwei kopflosen, gegeneinander Hals an Hals gelehnten, lebensgroßen menschlichen Körpern von Mark Jenkins aus dem laufenden Jahr versperrt. Seinen „infinity Head“ hat die Kölner Galerie Ruttkowski für 18.000 Euro auf die Messe mitgebracht. Der Kölner Ausstellungsraum Jagla stellt die Künstlerin Theresa Reusch vor, die Plastiken aus Versatzstücken von Schlagzeugen zusammensetzt. Teile von Ständern oder Schlagzeugverpackungen verarbeitet sie fantasievoll zu einem neuen Ganzen, wie bei dem 4.800 Euro teuren, zentral platzierten Schrankmodul mit rüsselartig hervorstehenden Metallstangen. Die Galerie Van Horn wartet mit Collagen des jungen Künstlers Jens Ullrich auf. Seine Arbeit „Flieger 30 (Avis)“ von 2011 ist erdfarben abgetönt und verbindet Aufnahmen von Turnern mit Fotos von Arno Brekers Skulpturen, so dass die Bezugnahme auf die 1930er Jahre offensichtlich ist. Dieter Nuhr dürfte vielen als Kabarettist bekannt sein, doch nur wenige wissen um seine Ausbildung an der Folkwang Universität in Essen und seine künstlerischen Fähigkeiten. Diesen widmet sich die Galerie Löhrl aus Mönchengladbach und weist unter anderem die großformatige Fotografie „El Alto 94-3“ von seiner Reise nach Bolivien für 7.900 Euro hin.

Viele Porträts bekannter Persönlichkeiten der Zeitgeschichte vereint der an der Nürnberger und Düsseldorfer Kunstakademie ausgebildete Künstler Thomas Kilpper auf dem wandfüllenden unikaten Linolschnitt „Nicht das Ende vom Lied“ von 2016, für den die Galerie Nagel Draxler 14.000 Euro vorgesehen hat. Dass auch promovierte Kunsthistoriker künstlerisch tätig sind, beweist die Galerie Conrads, die ein Gemälde des 1968 geborenen Berliners Sven Drühl feilbietet. „Invers Mirrow“ von 2015 mag mit seinem schmelzenden Tal auf den Klimawandel anspielen (Preis 19.000 Euro). Die Düsseldorfer Kollegen Beck & Eggeling schaffen den Spagat zwischen Tradition und Zeitgenossenschaft, indem sie Holzplastiken des Südtirolers Gehard Demetz in den Fokus rücken. „Debt to my Mother“ von 2013 demonstriert die für ihn typische Herangehensweise aus bauklötzchenartig einzeln zusammengesetzten Holzbolzen, die er dann weiter zu lebensnahen Figuren verarbeitet. Hierfür sind 33.000 Euro fällig.

Die „Cologne Fine Art“ läuft vom 17. bis zum 20. November auf dem Kölner Messegelände in Halle 11.1 und 11.2. Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr, am 20. November nur bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 15 Euro, die Zweitageskarte 20 Euro. Die Abendkarte ab 16 Uhr gibt es für 10 Euro, ebenso den ermäßigten Eintritt und den Katalog.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de

www.colognefineart.de



17.11.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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