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Wien präsentiert jüdische Künstlerinnen der Moderne

Das Jüdische Museum Wien blickt ab heute rund 100 Jahre zurück und untersucht, wie österreichische Künstlerinnen am Aufbruch der Moderne beteiligt waren. Viele von ihnen stammten aus assimilierten jüdischen Familien. Malerinnen wie Tina Blau, Broncia Koller-Pinell, Marie-Louise von Motesiczky oder die Keramikerinnen Vally Wieselthier und Susi Singer haben heute ihren Platz in der Kunstgeschichte. Doch die meisten sind in Vergessenheit geraten, wie die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries, die Malerinnen Grete Wolf-Krakauer und Helene von Taussig oder die Grafikerin Lili Réthi. Die Schau „Die bessere Hälfte“ stellt nun 44 Künstlerinnen vor und zeichnet deren außergewöhnliche Ausbildungs- und Karrierewege nach, die vom Kampf um Anerkennung in einer von Männern bestimmten Kunstszene erzählen, aber auch von vielversprechenden Karrieren, die durch Vertreibung und Exil unterbrochen oder in den Vernichtungslagern des Nationalsozialismus für immer beendet wurden.

Im Fin de Siècle war eine künstlerische Laufbahn für Frauen nahezu undenkbar. Als Salonièren oder Mäzeninnen waren vor allem Jüdinnen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert sehr präsent, von einer offiziellen künstlerischen Ausbildung allerdings ausgeschlossen. Ein Besuch der Kunstakademien war erst ab 1920 möglich, daher gingen viele auf die eigens für Frauen errichteten Kunstschulen. Besonders jüdische Familien legten Wert auf die Bildung der Töchter und ermöglichten ihnen eine künstlerische Entwicklung. „Was die Frauen eint, ist ein emanzipierter Akt, sich von den Traditionen zu befreien, und die Neugierde auf neue Kunstströmungen“, so Kuratorin Sabine Fellner. Schon bei ihrer ersten Präsentation 1896 löste Teresa Feodorowna Ries mit ihrer Marmorstatue „Hexe bei der Toilette für die Walpurgisnacht“, die sich eben die Fußnägel schneidet, einen Skandal aus.

Neben der russischstämmigen Ries, die sich in der männerdominierten Bildhauerei ihren Platz eroberte, gehörte Tina Blau zu den ersten Frauen, die im Wien des späten 19. Jahrhunderts die Kunst zu ihrem Beruf erwählten. Als Landschaftsmalerin hatte sie um 1870 einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Österreichischen Stimmungsimpressionismus. Die Keramikprodukte der Wiener Werkstätte bestimmten vor allem Vally Wieselthier, Susi Singer und Kitty Rix mit ihren ausgezeichneten Skulpturen. Oft mit ihrer Sicht auf die nackte Weiblichkeit propagierten die Grafikerinnen und Malerinnen Margarete Hamerschlag, Mariette Lydis, Helene von Taussig oder Bettina Ehrlich-Bauer ein neues selbstbestimmtes Frauenbild, während sich die New Yorker Exilantin Edith Kramer 1943 in ihrem Gemälde „The Black Eye“ schonungslos mit blauem Auge selbst portraitiert.

Die Ausstellung „Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938“ läuft vom 4. November bis zum 1. Mai 2017. Das Jüdische Museum Wien hat sonntags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro bzw. 5 Euro. Für Kinder bis 18 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 29,90 Euro.

Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 53 50 43 1

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


04.11.2016, Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938

Bei:


Jüdisches Museum der Stadt Wien

Variabilder:

Kitty Rix, Karussell, 1929
Kitty Rix, Karussell, 1929

Variabilder:

Teresa Feodorowna Ries, Hexe bei der Toilette
 für die Walpurgisnacht, 1895
Teresa Feodorowna Ries, Hexe bei der Toilette für die Walpurgisnacht, 1895

Künstler:

Tina Blau

Künstler:

Marie-Louise von Motesiczky

Künstler:

Vally Wieselthier

Künstler:

Lili Réthi

Künstler:

Teresa Feodorowna Ries








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