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Vom Dogenporträt bis zu Kippenbergers Gondel: Die Ausstellung „Venedig. Stadt der Künstler“ im Bucerius Kunst Forum in Hamburg präsentiert die künstlerische Rezeptionsgeschichte Venedigs von 1500 bis in die Gegenwart

Stadt zwischen Luxus und Niedergang



Giovanni Antonio Canal, Markusplatz mit Dogenpalast, 1740/50

Giovanni Antonio Canal, Markusplatz mit Dogenpalast, 1740/50

Das Ultimatum der UNESCO steht: Ergreifen die Stadtoberen von Venedig bis zum Februar 2017 nicht einschneidende Notmaßnahmen, um der Touristenflut, dem Ausverkauf der Palazzi an internationale Investoren und vor allem den rund 1500 Kreuzfahrtschiffen, die sich alljährlich durch das seichte Wasser der Lagune schieben, Herr zu werden, so droht der Stadt der Entzug des UNESCO-Weltkulturerbetitels. Stattdessen fände sich die einstige Hauptstadt einer mächtigen und stolzen Seerepublik dann wohl auf der wenig schmeichelhaften Liste des gefährdeten Welterbes wieder – gemeinsam mit Timbuktu, Palmyra oder Sanaa.


Das Auf und Ab der Lagunenstadt aus der Perspektive ihrer künstlerischen Rezeptionsgeschichte steht jetzt im Fokus der Ausstellung „Venedig. Stadt der Künstler“ im Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Gastkuratorin Inés Richter-Musso versammelt rund 100 Exponate, darunter über 50 Gemälde sowie Zeichnungen, Fotografien und eine Plastik. Die Schau versteht sich ausdrücklich nicht als eine in Schönheit schwelgende Verherrlichung mit ausschließlich venezianischer Malerei. Gerade auch der mitunter kritische Blick von Außenstehenden auf die Lagunenstadt soll thematisiert werden. Dennoch bietet die Ausstellung alles, was man angesichts des Titels erwarten würde: prächtige Porträtmalerei, darunter das um 1500 entstandene, auf Holz gemalte und detailreiche „Bildnis des Dogen Leonardo Loredan“ von Vittore Carpaccio, etliche Veduten von Giovanni Antonio Canal, Michele Marieschi oder Francesco Guardi, aber auch modernere Ansichten von Friedrich Nerly und John Singer Sargent bis hin zu Wassily Kandinsky, Gerhard Richter, Candida Höfer und Thomas Struth. Als skulpturaler und gleichsam ironischer Eyecatcher dient zudem die Arbeit „Sozialkistentransporter“, Martin Kippenbergers kunterbunte Version einer venezianischen Gondel aus dem Jahr 1989.

Im Bucerius Kunst Forum versucht man, die Pracht und Herrlichkeit der Lagunenstadt aber auch in ihrer Fragilität zu begreifen. Johann Wolfgang von Goethe notierte am 29. September 1786 in sein Tagebuch: „Von Venedig ist alles gesagt und gedruckt, was man sagen kann.“ Wenn man also exakt 230 Jahre später eine Ausstellung über Venedig als Stadt der Künstler mache, so Inés Richter-Musso, sei daher „ein neuer Zugriff, ein neuer Filter“ erforderlich. Die Kuratorin zeigt Venedig als Stadt der Widersprüche. So widmet sich ein Kapitel der Schau den vielfältigen Vergnügungen, Zeremonien, Festlichkeiten und Ritualen, die den Stadtalltag prägten. Die „Città galante“, wie Venedig auch genannt wurde, stand insbesondere im 18. Jahrhundert für eine in ganz Europa einzigartige, hedonistische Vergnügungskultur: Sechs bis acht Monate wurde Karneval gefeiert. Um ihre Anonymität zu wahren, trugen viele Venezianer Masken und Umhänge. Tanz, Theater, Spielsalons und Konzerte boten den gehobenen Ständen einen angenehmen Zeitvertreib, wie ihn etwa Pietro Longhis in seiner „Unterhaltung zwischen Maskierten“ von 1750/60 vorführt.

Das einfachere Volk hingegen vergnügte sich bei den Darbietungen von Akrobaten, Seiltänzern, Quacksalbern und Astrologen oder etwa bei der „Stierhatz auf dem Campo San Polo“, so der Titel eines großformatigen Gemäldes des Deutschen Malers Joseph Heintz d.J. aus dem Jahr 1648. Derlei Ausschweifungen riefen allerdings auch Kritiker auf den Plan. So sind in der Schau auch selten gezeigte Parodien und Karikaturen zu sehen. Giovanni Battista Tiepolo etwa schuf in den 1750er Jahren rund 300 Karikaturen, auf denen er die ungezügelte Vergnügungslust seiner Zeitgenossen ins Lächerliche zog. Einige davon werden jetzt erstmals in Hamburg gezeigt.

1797 ergab sich die Stadt kampflos den Truppen Napoleons. Ein Einschnitt, der auch in der Kunst seine Spuren hinterließ. Auf den Spuren seines Landsmanns, des romantischen Dichters Lord Byron, kam 1819 der Londoner Maler Joseph Mallord William Turner in die Stadt. Ihm wiederum folgte John Ruskin, von dem die Schau etliche selten gezeigte Daguerreotypien mit Gebäudeansichten präsentiert. Metaphern der Schönheit und der Vergänglichkeit, des Luxus und des Verfalls durchziehen die Kunstgeschichte Venedigs wie ein roter Faden. Bleibt zu hoffen, dass sich die akuter denn je bedrohte „La Serenissima“ – „Die Durchlauchtigste“ – den drohenden Untergangsszenarien noch lange entziehen kann.

Die Ausstellung „Venedig. Stadt der Künstler“ ist bis zum 15. Januar zu sehen. Das Bucerius Kunst Forum hat täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr und an Silvester von 11 bis 17 Uhr geöffnet. An Heiligabend bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Bucerius Kunst Forum 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Bucerius Kunst Forum

Rathausmarkt 2

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 360 996 0

Telefax:+49 (040) 360 996 36

E-Mail: info@buceriuskunstforum.de



02.11.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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01.10.2016, Venedig. Stadt der Künstler

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Bucerius Kunst Forum

Variabilder:

John Ruskin, Venedig. San Marco.
 Südfassade: Detail und Tetrarchen, um 1850/52
John Ruskin, Venedig. San Marco. Südfassade: Detail und Tetrarchen, um 1850/52

Variabilder:

Friedrich Nerly, Ansicht von Venedig mit einer
 Gondel im Vordergrund, um 1860
Friedrich Nerly, Ansicht von Venedig mit einer Gondel im Vordergrund, um 1860

Variabilder:

Claude Monet, San Giorgio Maggiore, 1908
Claude Monet, San Giorgio Maggiore, 1908

Variabilder:

Pietro Longhi, Unterhaltung zwischen Maskierten,
 1750/60
Pietro Longhi, Unterhaltung zwischen Maskierten, 1750/60

Variabilder:

Wassily Kandinsky, Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke ),
 1904
Wassily Kandinsky, Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke ), 1904

Variabilder:

Vittore Carpaccio zugeschrieben, Der Doge
 Leonardo Loredan, um 1501/05
Vittore Carpaccio zugeschrieben, Der Doge Leonardo Loredan, um 1501/05

Variabilder:

Giovanni Antonio Canal, Ansicht des
 Markusbeckens in Venedig, 1735
Giovanni Antonio Canal, Ansicht des Markusbeckens in Venedig, 1735







John Ruskin, Venedig. San Marco. Südfassade: Detail und Tetrarchen, um 1850/52

John Ruskin, Venedig. San Marco. Südfassade: Detail und Tetrarchen, um 1850/52

Friedrich Nerly, Ansicht von Venedig mit einer Gondel im Vordergrund, um 1860

Friedrich Nerly, Ansicht von Venedig mit einer Gondel im Vordergrund, um 1860

Claude Monet, San Giorgio Maggiore, 1908

Claude Monet, San Giorgio Maggiore, 1908

Pietro Longhi, Unterhaltung zwischen Maskierten, 1750/60

Pietro Longhi, Unterhaltung zwischen Maskierten, 1750/60

Wassily Kandinsky, Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke ), 1904

Wassily Kandinsky, Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke ), 1904

Vittore Carpaccio zugeschrieben, Der Doge Leonardo Loredan, um 1501/05

Vittore Carpaccio zugeschrieben, Der Doge Leonardo Loredan, um 1501/05

Giovanni Antonio Canal, Ansicht des Markusbeckens in Venedig, 1735

Giovanni Antonio Canal, Ansicht des Markusbeckens in Venedig, 1735

Giovanni Antonio Canal, Das Markusbecken. Blick nach Norden, um 1730

Giovanni Antonio Canal, Das Markusbecken. Blick nach Norden, um 1730

Joseph Mallord William Turner, Venedig. Die Seufzerbrücke, 1840

Joseph Mallord William Turner, Venedig. Die Seufzerbrücke, 1840




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