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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Design im Dorotheum

Möbel für Schäfchenträume



Josef Hoffmann, Buffet, 1912/14

Josef Hoffmann, Buffet, 1912/14

Das Dorotheum hat einen neuen Design-Experten: Mathias Harnisch. Neben Gerti Draxler, die für das kommende Frühjahr eine eigene „Masterpiece-Auktion“ vorbereitet, verantwortet er in Wien nun die kreativen Ideen rund ums Wohnen aus dem 20. Jahrhundert und hat seine erste Versteigerung zusammengestellt. Darin beginnt es – großteils chronologisch geordnet – mit den Erzeugnissen der Wiener Werkstätte und ihres Umfeld kurz nach 1900. Josef Hoffmann tut sich dabei besonders hervor und stellt mit dem Buffet aus dem Gästehaus der „Poldi-Hütte“ der Familie Wittgenstein in tschechischen Kladno von 1912/14 eines der Hauptstücke der Versteigerung. Der Stahlindustrielle Karl Wittgenstein, Vater des Philosophen Ludwig Wittgenstein, gab das aus dunkel gebeiztem Buchenholz gefertigte Sideboard mit verspiegeltem und verglastem Aufsatz sowie Quadratornamentik bei Hoffmann für das Esszimmer in Auftrag. Andere Teile der Einrichtung stehen heute in Musee d’Orsay in Paris. Trotz der musealen Weihen wollte im Mai 2013 niemand die Anrichte bei einer Schätzung von 50.000 bis 65.000 Euro haben. Nur versucht es das Dorotheum erneut und verlangt sogar 60.000 bis 75.000 Euro.


Das Buffet ist nicht das einzige Werk Josef Hoffmanns in der Auktion. Am 3. November stehen in Wien etwa noch seine Aufbewahrungstruhe aus der Villa Spitzer in der Wiener Kolonie „Hohe Warte“ von 1901, gleichfalls inspiriert durch das Quadrat, für 10.000 bis 15.000 Euro oder zwei Entwürfe für das Sanatorium Purkersdorf von 1903 zu Gebot. Die ebenfalls im strengen geometrischen Jugendstil gefertigte Sitzbank für den Wartebereich geht für 20.000 bis 25.000 Euro ins Rennen, ein Fauteuil aus dem Musiksalon für 11.000 bis 16.000 Euro. Hoffmanns schwarzer, halbrund geschlossener Vitrinenaufsatz von 1911/12 für den Salon der Schauspielerin Mimi Marlow, bei dem die Kommode fehlt, reiht sich mit 15.000 bis 20.000 Euro in diese Preisvorstellungen ein.

Auch weitere Granden der österreichischen Architektur nach 1900 sind im Dorotheum zugegen, etwa Otto Wagner mit einem formschönen Schreibtisch für das Buchungsbüro der Wiener Postsparkasse von 1906 (Taxe 24.000 bis 30.000 EUR) oder seinem ebenfalls funktionalen Armlehnstuhl aus dem Depeschenbüro der Wiener Zeitung „Die Zeit“ von 1902 (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Da geht Otto Prutscher bei seinem dreifach gestaffelten Springbrunnen mit bekrönender Frauenfigur aus ockerfarbigem Steingut von 1909 (Taxe 40.000 bis 65.000 EUR) oder seinem Schminktisch aus hellem, geriffeltem Holz von 1908 noch weitaus verspielter ans Werk (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auch das Eierstabmotiv bei einer Bank mit Blumenständer aus Rüsterholz sowie einem Tisch mit zwei Armlehnstühlen aus Rohrgeflecht von Josef Zotti um 1911/12 schmeichelt dem Auge (Taxe je 1.200 bis 1.600 EUR).

An den strengen Vorgaben des Funktionalismus orientieren sich Louis Sognots Stahlrohrliege mit Korbgeflecht von etwa 1928/30 in einer Reedition von Classicon aus den 1980er Jahren (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Franz Schusters kantiges dunkles Sideboard aus dem „Aufbau-Möbel Programm“ von 1928 (Taxe 1.500 bis 3.000 EUR). Eleganter mit Art Déco-Anklängen geht es bei den beiden Ohrensesseln Gio Pontis und dem dazu passenden, ebenfalls silbergrau bezogenen Ottoman zu (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Beides verbindet Ludwig Mies van der Rohe in seiner 1930 für den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Barcelona entworfenen Liege (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Ihm folgt Poul Kjærholm mit seinem Daybed „PK-80“ von 1957 in brauner Lederpolsterung (Taxe 8.000 bis 14.000 EUR).

Insgesamt ist die skandinavische Suite gut aufgestellt. Alvar Aalto steuert einen Sechsersatz seiner „Linked chair Mod. 611“ von 1929 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder den wiederum mittelbraunen runden Stapeltisch Mod. 70 von 1933 bei (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), Arne Jacobsen zwei seiner „Swan Chairs“ von 1958 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) oder seinen etwa gleichaltrigen „Egg Chair“, die sich alle über dem Aluminiumstand mit cognacfarbenem Leder erheben (Taxe 6.500 bis 8.000 EUR). Flauschig weich wird es bei Philip Arctander, Flemming Lassen und Kurt Østervig. Denn sie haben ihre Sessel aus den 1930er, 1940er und 1950er Jahren mit weißem Schaffell dick beziehen lassen. Die Preise rangieren hier je nach Modell zwischen 3.000 Euro und 12.000 Euro. Vier stapelbare „S-Stühle Mod. 275“ von Verner Panton aus dem Jahr 1956 hat Mathias Harnisch in die Auktion aufgenommen (Taxe 15.000 bis 22.000 EUR). Auch als Einzelexemplare stehen Pantons schwarze „S-Stühle“ für jeweils 3.800 bis 5.000 Euro bereit.

Dass der große Documenta-Gründer Arnold Bode auch Möbel gestaltete, ist nicht so geläufig. Seine Eltern hatten einen Zimmereibetrieb, und er betätigte sich vor allem während des Dritten Reichs und in den 1950er Jahren als Raumkünstler und Designer. Aus dieser Zeit stammt auch sein Sessel „Tectaform“ mit gekreuzten Holzfüßen und originalem beigefarbenem Stoffbezug (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Die gemütliche Seite der 1950er Jahre wird auch bei Vladimir Kagans luftig gestaltetem Sofa mit der Modellnummer 175-E von 1953 deutlich (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Aerodynamik kennzeichnet dann die Entwürfe Luigi Colanis, etwa seinen Sessel und seine Liege der Serie „TV-Relax“ aus organisch geformtem Schaumgummi und orangefarbenem Stretchbezug (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR und 15.000 bis 20.000 EUR). Als Rundumversorger liefert Ettore Sottsass für die Auktion Lampen, Möbeln, Vasen oder das zweckfreie Totem „Claire de Lune“ von 1964/66 aus geometrischen, weiß und türkisfarben glasierten Keramikteilen (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Während Ron Arad bei seinem aus Edelstahlblech gebogenen „Well tempered chair“ von 1986 auf die nüchterne Materialität setzt (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR), verliert sich Hans Hollein bei seinem Sofa „Marilyn“ von 1981 in postmoderner Verspieltheit (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Auch sein Ring und sein Armreif aus Gold von 1984 folgen diesen Gestaltungsprinzipien (Taxe 3.800 bis 4.500 EUR und 6.000 bis 9.000 EUR). Philipp Aduatz steht für aktuelle Positionen. Einen Stuhl hat er mit einer schwarzen Chromschicht überzogen und ihn 2014 zum „Melting Chair“ geformt (Taxe 8.000 bis 11.000 EUR). Kork ist das bevorzugte Material von Gabriel Wiese. Alte Flaschenkorken, die er zusammennäht und mit Stahlrahmen Halt verleiht, recycelt er zu Stühlen oder Sesseln in unterschiedlichen Ausführungen, die das Dorotheum zwischen 1.000 und 2.800 Euro offeriert. Betont farbenfroh zeigen sich die meisten Entwürfe Philipp-Markus Pernhaupts. Bei seiner Kommode „Montag bis Sonntag“ von 2009 trifft massives Nussholz auf verschiedenfarbige Glasfronten der sieben Schubladen. Ebenso ging der Inhaber des Wiener Möbelgeschäfts „Lichterloh“ bei seinem Sideboard „Remember“ von 2005/08 vor (Taxe je 2.800 bis 3.600 EUR) während Pernhaupt bei dem Schrankmöbel „Remember 3:2“ von 2008 auf schwarz-weiße Lochblenden für die Schiebetüren zurückgriff (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Bei Danny Lane könnte man sich dann wehtun. Denn sein Couchtisch „Shell“ von 1989 scheint scharfkantig aus grünstichigem Fünfzehn-Millimeter-Glas gebrochen zu sein (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Behaglich wird es dagegen bei dem Sessel „Sponge“ des jungen Niederländers Peter Traag von 2004: Dick ist der Schaumstoff aufgepolstert, bevor das hellbraune runzelige Leder die kubische Form umhüllt (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Aus der internationalen Designerriege treten dann noch Zaha Hadid mit ihrem geschwungenen „Moraine“-Sofa in rot gefärbtem Fellbezug von 2000 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), Fernando und Humberto Campana mit ihrem ausladenden Sitzobjekt „Aguape“ aus Lederflecken von 2008 (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR) oder Amadou Fatoumata Ba hinzu. Der Senegalese flechtet aus alten Autoreifen skulpturale, teils skurrile Fauteuils, Kanapees, Hocker und Raumteiler in Schwarz (Taxen zwischen 1.000 und 6.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. November um 17 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich außer am 1. November von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



31.10.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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 Colani, Sessel „TV-Relax“, 1969
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Josef Hoffmann, Sitzbank, 1903

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Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

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Josef Hoffmann, Aufbewahrungstruhe, 1901

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

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 Sawaya & Moroni, Zaha Hadid, Sofa „Moraine“, 2000

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Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

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Fernando und Humberto Campana, Sitzobjekt „Aguape“,2008

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Taxe: 6.000 - 9.000 EURO

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Ettore Sottsass, Totem „Clair de Lune“, 1964/66

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Taxe: 12.000 - 18.000 EURO

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Philipp-Markus Pernhaupt, Sideboard „Remember“, 2005

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Taxe: 2.800 - 3.600 EURO

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Luigi Colani, Sessel „TV-Relax“, 1969

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Losnummer: 226




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