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Herzog & de Meuron bauen Neue Nationalgalerie

Herzog & de Meuron, Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin

Die Entscheidung ist gefallen. Die Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron werden den Neubau des Museums „Neue Nationalgalerie – Museum des 20. Jahrhunderts“ am Berliner Kulturforum realisieren. Das Baseler Architekturbüro gewann einstimmig den internationalen Wettbewerb und konnte sich gegen 39 internationale hochkarätige Teams durchsetzen. Der zweite Preis ging an Lundgaard & Tranberg Arkitekter A/S aus Kopenhagen, der dritte an das Berliner Büro Bruno Fioretti Marquez.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach von einem „grandioser Entwurf“ von Herzog & de Meuron, Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, ergänzte: „Dieser Entwurf denkt Museumsarchitektur völlig neu und wird Geschichte schreiben.“ Das neue Museum soll an markanter Stelle zwischen den beiden singulären Bauten der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe und der Philharmonie von Hans Scharoun entstehen. Dafür haben Jacques Herzog und Pierre de Meuron einen schlichten, hallenartigen Backsteinbau vorgesehen. „Der Entwurf der Ersten Preisträger entzieht sich völlig den Standardvorstellungen, wie ein Museum an diesem Ort aussehen muss – er vertritt eine ganz eigene Position, die zurückhaltend und gleichzeitig ein starker Auftritt ist“, charakterisierte Arno Lederer, der Vorsitzende des Preisgerichts, die Ideen der Basler Architekten.

In ihren Erläuterungen schreiben Jacques Herzog und Pierre de Meuron von einem „Haus aus Backstein“, das sie für die Kunst des 20. Jahrhunderts errichten wollen: „Ist es eine Lagerhalle? Oder eine Scheune? Oder vielleicht eine Bahnhofshalle? Ist es nicht vielmehr ein Tempel mit den exakt gleichen Giebelformen wie die Alte Nationalgalerie von August Stüler? Tatsächlich ist es ein Ort des Lagerns wie eine Lagerhalle, ein Ort der Vorräte und der Nahrung wie ein landwirtschaftlicher Betrieb, ein Ort der Begegnung und der Verbindung wie eine Bahnhofshalle. Und – wie ein Tempel – ist es auch ein Ort der Stille und des Nachdenkens, der Wahrnehmung von Kunst, der Wahrnehmung von sich selbst.“

Wichtig ist dem Basler Büro, das unter anderem die Elbphilharmonie in Hamburg, die Allianz Arena in München oder den Erweiterungsbau für die Tate Modern in London erstellt hat, die Einbindung ihres Entwurfs in ein städtebauliches Ganzes am Kulturforum: „Es fehlt eine Verbindung der unterschiedlichen Orte miteinander, wodurch heutige ,Freiräume‘ zu Plätzen werden könnten und die verloren wirkenden Architekturen der Neuen Nationalgalerie, Philharmonie, Kunstgewerbemuseum, Kupferstichkabinett und Gemäldegalerie zu wichtigen und gleichwertigen Akteuren in einem vielfältigen städtebaulichen Ganzen eingebunden werden. Dieses Verbinden und Vernetzen sehen wir als eine Hauptaufgabe unseres Projekts für ein Museum des 20. Jahrhunderts.“ Herzog & de Meuron planen eine „Ost-West-Achse“, die bis zur Piazzetta führt und das neue Haus wie ein „Tor“ erscheinen lässt, und einen „Nord-Süd-Boulevard“, der von der Philharmonie und perspektivisch unter der Sigismundstraße hindurch bis zur Neuen Nationalgalerie reicht.

Auch in ihrem Raumkonzept gehen sie von zwei sich kreuzenden inneren Straßen aus, die die in vier Quadranten angesiedelten Museumsräume erschließen. Durch das große Satteldach und den hohen zentralen Boulevard soll Licht ins Gebäude eintreten. Die „Kreuzung“ kann mit großformatigen Kunstwerken bespielt werden, über den zentralen Achsen liegen vier Ausstellungsräume, die bis unters Dach reichen. Das neue Museum soll bis zum Jahr 2021 entstehen. Der Bundestag hat für das Projekt 200 Millionen Euro bewilligt. Alle Entwürfe des Realisierungswettbewerbes werden vom 18. November bis zum 8. Januar 2017 im Kulturforum zu sehen sein.


Infos: www.nationalgalerie20.de

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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