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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Irene Lehr in Berlin offeriert in ihrer Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst nicht nur zahlreiche erschwingliche Arbeiten von eher unbekannteren Künstlern, sondern auch Werke großer Namen

Bäumchen rüttel dich



Schwarzbraune Erdfarben bahnen sich einen Weg. Aus drei schweren dunklen Farbsträngen erwachsen knorrige Äste. Mit freien, schnellen und feinen Linien lässt Emil Schumacher drei baumartige Gebilde entstehen, die den zentralen Raum des Bildes „Ficus VII“ einnehmen. Das Erdhafte spiegelt sich neben dem bräunlichen Kolorit hier zudem in der Verwendung von Sand und kleinen Steinpigmenten wieder, die sich mit den Farbströmen mischen. Die glatte Oberflächenstruktur wechselt sich dadurch mit einer grobkörnigen ab. Das Braun des Bildes wird nur ab und an von kleinen blau-weißen sowie roten Flecken durchbrochen. Das Ölgemälde „Ficus VII“ von 1979 soll in der 45. Auktion von Irene Lehr nun einen Ertrag von 45.000 Euro abwerfen.


Das Berliner Auktionshaus fährt am 29. Oktober bei fast 600 Losen noch weitere Arbeiten dieser Preisklasse auf. Jeanne Mammen gibt mit ihrem um 1931 entstandenen „Café Nollendorf“ einen intimen Einblick in die Welt der sogenannten Berliner Damenclubs der Goldenen Zwanziger. Zum sorglosen Tanzen unter Gleichgeschlechtlichen treffen sich hier die Nachtschwärmerinnen der lesbischen Subkultur. Mammen gibt mit den charaktervollen Typen, etwa der zentral platzierten alten Bardame mit blonder Kurzhaarfrisur und unbeugsamer Abgeklärtheit, ein Beispiel ihrer gesellschaftskritischen Werke über das Berliner Großstadtleben, mit denen die geborene Berlinerin Bekannt erlangte. Nun führt die Aquarell- und Tuschtechnik die Schätzpreisliste mit 50.000 Euro an. Auch Rupprecht Geiger reiht sich in die obere Preisliga ein. Seine beiden Kompositionen „281/60 (Rotes Bild)“ und „324/60 (Blaues Bild)“ aus dem Jahr 1960 zeigen die für den Maler typischen Farbverläufe, die zum alleinigen Thema seines Schaffens werden und 40.000 Euro beziehungsweise 20.000 Euro einspielen sollen.

Horst Antes tritt mit 15 Werken an, in denen er wie in zwei Arbeiten mit Farbinsel aus den späten 1950er Jahren noch informell agiert (Taxe je 5.000 EUR), ab den 1960er Jahren dann nach neuen Möglichkeiten der figurativen Malerei sucht. Kennzeichnend für Antes sind seine sogenannten „Kopffüßler“, Figuren, bei denen Kopf, Bauch und Füße ineinander übergehen. Sie sind von ihm in zahllosen Variationen und künstlerischen Techniken behandelt worden und auch in der um 1968 entstandenen Gouache „Zwei Füße“ (Taxe 5.000 EUR), der daraus resultierenden gleichnamigen Farblithografie (Taxe 300 EUR) sowie der „Figur: Wilhelm Tell“ (Taxe 2.000 EUR) und dem titellosen Aquarell von 1963 zu sehen (Taxe 6.000 EUR). Besonders beeindrucken kann jedoch Antes „Maskierte Figur (sich wendend) mit Vogel“ von 1964. Der überdimensionale Profilkopf scheint mit dem Leib zu einer farbkräftigen Einheit zu verschmelzen. Die leuchtenden Farbstrukturen beanspruchen mit 40.000 Euro nun einen der Spitzenplätze auf der Schätzpreisliste.

Einer der Hauskünstler bei Irene Lehr ist Gerhard Altenbourg, was sich schon an seinen 29 Positionen ablesen lässt. Der 1926 geborene Maler und Grafiker wartet mit verschiedenen Aquarellen, Lithografien und Holzschnitten auf. Während seine Drucke wie das schwarzweiße „Landschaftliche Stillleben“ von 1962 oder die ebenfalls aus der Naturerinnerung erwachsene „Nacht und Anwesenheit“ von 1984 mit 300 Euro und 350 Euro niedrig taxiert sind, soll ein vollständiges Manuskript für das Künstlerbuch „Theodor Däubler. Ein Lauschender auf blauer Au“ von 1963 mit dreizehn ganzseitigen Tuschfederzeichnungen 9.000 Euro erwirtschaften. Die in warmen Gelb- und Rottönen gehaltene Mischtechnik „Über dem Rücken des Tieres Wahnstock“ geht in der verdichteten Wucherung noch einen Schritt weiter und stellt mit 15.000 Euro das am teuersten bewertete Stück Altenbourgs dar. Die poetische Ader des auch als Lyriker tätigen Künstlers kommt in seiner Arbeit „Vier Gedichte“ zum Ausdruck. Das Künstlerbuch von 1976, dem zwei originale Farbholzschnitte eingebunden sind, soll nun 500 Euro einbringen.

Neben den Künstlerbüchern bietet das Berliner Auktionshaus auch ein Gästebuch der Galerie Lietzow Berlin mit 101 Zeichnungen, Aquarellen und Malereien verschiedener Künstler aus den Jahren 1971 bis 1991. Das für die Berliner Kunstszene wichtige Dokument enthält unter anderem Arbeiten von Marwan, Giuseppe Madonia, Henning Kürschner, Peter Vogt, Klaus Fußmann, Erwin Eisch, Oskar Koller, Albert Merz, Luis Caballero, Joachim Schmettau und Hermann Schenkel (Taxe 15.000 EUR). In dieselbe Preisvorstellung ordnen sich auch Anita Rées in gedämpftem Kolorit gehaltene menschenleere „Winterliche Dorfansicht“ um 1920, Richard Hamiltons humorvolle Pop Art-Serigrafie „I’m dreaming of a black Christmas“ mit Bing Crosby von 1971 und Willy Robert Huths „Karneval im Münchner Hofgarten“ von 1924, der mit seiner dichten Komposition an die Straßenszenen Ernst Ludwig Kirchners erinnert, in seiner Farb- und Formgebung jedoch die künstlerische Eigenständigkeit Huths beweist.

Auch große Künstlernamen aus dem deutschen Expressionismus listet der Katalog, darunter Ernst Ludwig Kirchners flott radierte Schweizer Bergwelt „Tinsenhorn“ von 1919 für 5.000 Euro, Erich Heckels im Einklang mit der Natur nackt „Badende an der Alster“ von 1913 für 2.500 Euro oder Hermann Max Pechsteins in Blau gehaltener Farbholzschnitt „Klönende Fischer“ von 1923 für marktgängige 12.000 Euro. Wassily Kandinskys schlägt mit seiner titellosen Kaltnadelkomposition eine Brücke zum Bauhaus und gibt damit einen Einblick in seine Arbeit mit der Formenlehre. Das Zentrum seiner Radierung bildet ein Kreis, von dem Winkel, Dreiecke, Rastermuster und Linien ausgehen und diesen spielerisch umschwirren. Die Arbeit von 1924 ist mit 7.000 Euro bewertet.

Neben Otto Dix und seiner späten koloritreichen Farblithografie „Katze und Hahn“ von 1966 treten zwei weitere Kollegen des Veristen an (Taxe 5.000 EUR). So steht Conrad Felixmüllers als Kontrast aufgebauter Holzschnitt eines „Liebespaars (vor Industrielandschaft)“ von 1923 für 500 Euro ebenso zum Verkauf wie die von George Grosz gefertigte Bleistiftzeichnung „Ehepaar (Spaziergang)“ für 4.000 Euro und seine Tuschearbeit „Ehepaar (Bei der Toilette)“ für 8.000 Euro, mit denen er seine ungeschönte Sicht auf die gesellschaftlichen Verwerfungen der 1920er Jahre kundtut. Weitere bekannte Namen stehen mit einer titellosen roten Farbradierung einer Frau bei der Toilette um 1883 von Edgar Degas (Taxe 1.200 EUR), einer kleinformatigen schlichten „Dünenlandschaft“ von Max Liebermann aus dem Jahr 1909 (Taxe 600 EUR) und mit Friedensreich Hundertwasser auf dem Programm. Seine Grafiken „Bärnbacher Andacht im Sommer“ von 1988 und „Gesang der Wale“ von 1979 strahlen nicht nur seine fantasievolle Lebendigkeit aus, sondern werden auch seinem Credo als Gegner der geraden Linie wieder einmal gerecht (Taxe 2.500 und 6.000 EUR).

Die Gattung Skulptur ist nicht so stark vertreten. Mit 300 Euro oder 500 Euro rangieren eine bronzene unbeschwerte „Braunschweiger Blume“ von Otmar Alt, eine „Gefesselte Figur“ von Edgar Augustin und die beiden schwarzbraunen Aktfiguren von Karl Bobek im unteren Preisrahmen. Gleich teuer und somit immer noch für den kleinen Geldbeutel geschaffen sind Emil Cimiottis bronzene Figuren ohne Kopf. Die goldfarbenen Kleinplastiken „Stehende I.“, „Stehende II.“ sowie seine „Sitzende I.“ sollen 400 Euro einfahren. Nur bei seiner ein Meter hohen, ebenfalls kopflosen „Vera“ von 1966, die mit grün-brauner Patina überzogen ist, liegt der Schätzpreis bei 5.000 Euro. Den gleichen Wert erhofft sich das Auktionshaus für Lothar Fischers exaltiert „Badende Dolores“ von 1967, die nicht nur mit ihrer opulenten Frisur, sondern auch mit ihren weit in die Luft gestreckten Beinen den Blick auf sich zieht. 1.000 Euro teurer ist Fischers voluminöse „Eva“ von 1963, deren übergroßer quadratischer Rumpf von zu kleinen Gliedmaßen begleitet wird.

Wer sich weniger für die Darstellung des Körpers interessiert, wird in dem Mädchenkopf aus rötlichem englischem Zement von Hermann Haller für 1.000 Euro oder der klassischen Bronzebüste „Kopf aus Olevano I“ von Thomas Duttenhoefer 750 Euro fündig. Doch auch wer sich gänzlich vom Figürlichen abwenden will, findet in Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoffs kontrastreicher „Onde“ von 1970, László Szabós organisch-amorpher aufsteigender Form aus schwarzem Marmor oder Wilhelm Loths magenwandartiger „Kleinplastik“ von 1968 ein geeignetes Werk (Taxe je 1.000 EUR). Den Spitzenplatz in der Plastik belegt Renée Sintenis’ kleiner „Kniender Elefant“. Die aus Bronze gegossene Tierfigur von 1936 ist mit schwarzbrauner Patina überzogen und soll lukrative 14.000 Euro einfahren.

Die Auktion beginnt am 29. Oktober um 13 Uhr im Kempinski Hotel Bristol in Berlin. Die Vorbesichtigung läuft vom 21. bis 27. Oktober täglich von 12 bis 19 Uhr in den Räumen des Auktionshauses. Der Online-Katalog listet die Objekte unter www.lehr-kunstauktionen.de.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

DE-10629 Berlin

Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95



21.10.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

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