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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Kunst- und Antiquitätenauktion bei Schmidt in Dresden hielt einige Überraschungen bereit

Entrückte Sachlichkeit



Ein wenig schmächtig, mit großem rundlichem Kopf und weit geöffneten Augen blickt er aus dem Bild heraus am Betrachter vorbei irgendwo in die Ferne hin. Unschuld und Eros verbinden sich in dem zarten schlanken Knaben mit vollem dunklem Haar vor schwarzem Hintergrund. Um 1924 hat Bruno Paul Seener dieses merkwürdige Aktportrait des damals etwa achtjährigen Adolf Mahnke, des Sohns seines Freundes und Dresdner Akademieprofessors Adolph Mahnke, geschaffen. In der Bildfindung mit ihrer androgynen Körperlichkeit liegt etwas Überpersönliches, das dieses Gemälde im Stil der Neuen Sachlichkeit über das Abbild eines Menschen hinaushebt. So sahen es auch die Kunden im Dresdner Auktionshaus Schmidt, die energisch um das einfühlsame und entrückte Kinderbildnis rangen. Und der aufgeweckte Junge hat gut lachen. Denn aus den veranschlagten 8.500 Euro für das „Bildnis eines Knaben mit Kleeblatt“ machten die Bieter 16.000 Euro.


Bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp über 41 Prozent stieß am 17. September nicht alles auf den Anklang wie Seeners Portrait. Im Nachverkauf sind etwa noch Willy Kriegels Wasserpflanze in seinem neusachlichen Gemälde „Sommer (An der Wilden Weißeritz)“ aus den späten 1930er Jahren für 8.500 Euro, Joan Miró spielerisch-abstrakte Farbaquatintaradierung „Barcelona III“ von 1972/73 für 4.800 Euro oder der Andrea Campana zugeschriebe Renaissancerahmen um 1480/1500 für 10.000 Euro zu haben. Bei Albert Wigand war der Zuspruch geteilt. Während seine in Öl gemalte Dresden-Ansicht mit einem Gartenhaus an der Dreikönigskirche aus den 1950er Jahren bei 6.000 Euro verschmäht wurde, verzeichnete sein wohl 1939 flott gouachierte Kreideblatt mit einer Villa „Am Pauli Friedhof“ gute 1.900 Euro (Taxe 1.500 EUR). Ähnlich erging es Paul Wilhelm, der mit einem roten Haus in der Römischen Bosel des kleinen Spaargebirges bei Meißen für 3.000 Euro punktete (Taxe 1.700 EUR), aber auf seiner stimmungsvollen Neapel-Vedute um 1922/23 (Taxe 1.600 EUR) und einem Mädchenbildnis von 1908 sitzenblieb (Taxe 2.100 EUR).

Auf der Habenseite standen weitere Bilder aus sächsischen Gefilden, darunter Otto Altenkirchs impressionistische spätsommerliche „Gewitterschwüle. Hellergut mit Kornfeld, Sonne, Gewitterhimmel“ von 1911 bei 3.600 Euro (Taxe 2.800 EUR) oder Hermann Glöckners kompakt in die grünen Hügel eingebettete, konstruktiv-abstrahierte Stadt Lauenstein im Osterzgebirge von 1947 bei 4.500 Euro (Taxe 5.000 EUR). Überhaupt ist der 1889 geborene Dresdner ein Granat für gute Umsätze. So verabschiedete sich Glöckners Selbstportrait, das er um 1950 auf mit Farbflecken überzogener Pappe niedergelegt hat, bei 3.800 Euro (Taxe 3.500 EUR), seine kräftig formulierte „Landschaft mit roter Sonne und dunklen Bäumen“ von 1951 bei 2.500 Euro (Taxe 1.500 EUR) und seine ein Jahr ältere, ebenfalls noch figurative „Reisigfrau“ bei 1.500 Euro (Taxe 1.200 EUR).

Der Brücke-Gründer Fritz Bleyl steuerte eine expressive Farbkreidezeichnung des kurfürstlichen Jagdschlosses in Moritzburg von 1932 für 800 Euro bei (Taxe 950 EUR), Otto Dix eine Farblithografie der Dresdner Hofkirche samt Semperoper und kleiner gelber Straßenbahn von 1955 bei 3.100 Euro (Taxe 3.200 EUR). Außerdem überzeugte er mit dem verhärmten Bildnis „Josef Hegenbarth I (von vorn)“; die schwarz-weiße Lithografie aus dem Jahr 1961 spielte 1.200 Euro ein (Taxe 950 EUR). Mit Otto Möhwald ging es dann nach Halle an der Saale, wo er 1967 die menschenleere „Seebener Straße“ sah. Die in hellen Pastelltönen fast luzide gemalte Vedute kam auf 2.200 Euro (Taxe 2.600 EUR). Auch wenn Peter Graf seine „Landschaft“ 1993/95 „weniger nördlich“ verortet hat, ist aus seinen nun 1.400 Euro teuren Farbschichtungen nicht mehr zu entnehmen, wo sie liegen soll (Taxe 1.700 EUR).

Aber nicht nur Dresden und seine nähere Umgebung waren im Auktionshaus Schmidt gefragt. Der Wahlnorweger Hans Andreas Dahl nahm die Kundschaft im frühen 20. Jahrhundert zu hoch aufragenden Felsen „Auf dem Fjord“ mit einem einsamen Boot bei 5.000 Euro mit (Taxe 6.000 EUR), Fritz von Wille 1926 in sommerliche Felder und Wiesen bei Kerpen in der Eifel für 1.400 Euro (Taxe 1.700 EUR) und Georg Wichmann wohl in den 1930er Jahren zu einem einsamen Wanderer an einem Bachlauf im Riesengebirge für 1.200 Euro (Taxe 950 EUR). In ein Farbenmeer aufgelöst, ließ Willy Schlobach 1928 seinen Blick über den abendlichen Bodensee mit der Alpensilhouette in der Ferne schweifen und erhielt dafür nun 1.700 Euro (Taxe 1.800 EUR). Carl Thiemann blies 1925 in seinem farbigen Jugendstil-Holzschnitt mit einem einsamen Segelboot am Abend für 500 Euro zur „Heimkehr“ (Taxe 600 EUR).

Aus dem Symbolismus reüssierten zwei Zeichnungen: Hermann Moests „Des Todes Hand“ über einer schlafenden jungen Frau bei 550 Euro (Taxe 300 EUR) und Sascha Schneiders Kohleblatt eines männlichen Akts in Bewegung, eine Studie zum Fries „Leben“ im Deutschen Nationaltheater Weimar von 1907, bei 2.800 Euro (Taxe 750 EUR). Während Wilhelm Rudolphs strichbetonter Holzschnitt „Heimkehrender verlorener Sohn“ von 1920 mit 1.100 Euro (Taxe 1.400 EUR) und Curt Großpietschs späte Federzeichnung „Die Schaubude“ von 1970 mit 800 Euro nicht so gut abschnitten (Taxe 950 EUR), hatte Wolfgang Peukers Allegorie auf die Lebensalter mehr Glück. Seine kahle Landschaft von 1990/91 mit drei fahlgrauen weiblichen Akten, die von einem Engelchen und einem Teufelchen umschwirrt werden, kletterte von 3.000 Euro auf 4.400 Euro. Bei Elisabeth Ahnerts Sommertag in einem blühenden Garten wohl aus den 1950er Jahren gefiel den Sammlern dann das Heitere und Unbekümmerte für 1.000 Euro (Taxe 950 EUR), bei Max Pietschmann das Unfertige einer Ölstudie mit weiblichem Rückenakt um 1893 für 650 Euro (Taxe 250 EUR).

Die kleine Abteilung mit kunstgewerblichen Arbeiten hielt zum Schluss der Auktion noch einige Überraschungen bereit. Vor allem beim Meißner Porzellan entdeckten die Käufer mehrere schöne Stücke, darunter Oskar Erich Hösels niedliche „Junge Katze, aufrecht sitzend“ von 1917 für 1.700 Euro (Taxe 300 EUR) oder Max Essers großen, voluminösen Elefanten aus braunem Böttgersteinzeug von 1924/34 für 4.600 Euro (Taxe 3.200 EUR). Konrad Hentschel aktivierte die Bieterschar mit einer seltenen Schale, bei der sich Nixe und Tintenfisch nicht gerade freundlich gegenüberstehen, zu 3.400 Euro (Taxe 2.400 EUR), sein Bruder Rudolf Hentschel mit einer ovalen Platte im bekannten „Flügelmuster“ zu 380 Euro (Taxe 180 EUR). Richard Riemerschmid tat es ihnen gleich und gab alle acht Teile seines 1903/05 entworfenen Services „Blaue Rispe“ über den Schätzungen für bis zu 400 Euro ab. Und auch die Meißner Jugendstilvase in Diskusform nach Entwurf von Theodor Grust mit fließenden Blätter- und Blütenmotiven um 1900/10 blieb nicht bei ihren anvisierten 600 Euro stehen, sondern verließ das Auktionshaus erst bei 3.600 Euro.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



29.09.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Hans Andreas Dahl, Auf dem Fjord, um 1900/15

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Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

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Georg Wichmann, Riesengebirgslandschaft, wohl 1930er Jahre

Taxe: 950,- EURO

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Hermann Moest, Des Todes Hand, frühes 20. Jahrhundert

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Taxe: 300,- EURO

Zuschlag: 550,- EURO

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