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Reine, leuchtende Farben, die sich im wechselnden Lichtspiel brechen – so kannte man den Impressionismus bisher. Dass es auch anders geht, zeigt das Museum im Kulturspeicher Würzburg in seiner aktuellen Schau

Impressionen in Schwarz-Weiß



Friedrich Kallmorgen, Nächtliche Großstadtstraße bei Regen

Friedrich Kallmorgen, Nächtliche Großstadtstraße bei Regen

Es regnet. Die Straße ist bis auf eine alte Trambahn und zwei einsame Figuren wie leergefegt. Während die Person im Hintergrund einen Schirm hat, unter dem sie etwas Schutz vor dem Regen findet, versucht der Mann im Vordergrund, nur mit Mantel und Hut bekleidet, dem tristen Wetter zu trotzen. Bis auf die wenigen Laternen und das erleuchtete Zimmer eines Gebäudes ist es dunkel. Dennoch reichen die einzelnen Lichtpunkte aus, um den Ausschnitt zu überblicken. Mit den Veränderungen durch die Urbanisierung bot das Leben der Großstadt den impressionistischen Künstlern eine Vielzahl an Motiven. Nachtszenen, wie Friedrich Kallmorgens „Nächtliche Großstadtstraße bei Regen“ waren hierbei besonders beliebt. Sie vermochten den unmittelbaren Übergang von Heiterkeit und Leben hin zu Tristesse und Einsamkeit darzustellen.


Das Würzburger Museum im Kulturspeicher gibt in seiner aktuellen Schau „Impressionismus schwarz/weiß“ einen weiträumigen Überblick über die Druckgrafiken der Impressionisten. Das Besondere daran: mit den 94 Arbeiten von 31 internationalen Künstlern sind erstmals in einer Ausstellung zum Impressionismus nur schwarz-weiße Bilder versammelt. Dabei greift das Museum nicht nur auf große Namen wie Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir, Edouard Manet, Paul Cézanne oder Camille Pissarro zurück, sondern möchte den Besuchern auch Werke deutscher Impressionisten näher bringen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den bisher meist unbekannteren Künstlern, die häufig übersehen werden.

So widmet die Ausstellung mehr als ein Dutzend Werke dem 1836 auf Schloss Greifenstein bei Hammelburg geborenen Ludwig von Gleichen-Russwurm, den der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe als „ersten deutschen Impressionist“ bezeichnete. Gleichen-Russwurms Leidenschaft galt der heimischen Rhönlandschaft und dem dortigen bäuerlichen Leben. Auch wenn menschliche Figuren fast nie in seinen Werken fehlen, nehmen sie zumeist nur eine nebengeordnete Rolle ein. Ganz gleich ob es sich um Spaziergänger, Schafhirten oder Arbeiter handelt, sie sollen letztendlich nur die Landschaft erleben oder erlebbar machen. In dieser Hinsicht sind Werke Gleichen-Russwurms und Pissarros ähnlich aufgebaut. Besonders deutlich wird dies an den etwa zeitgleich entstandenen „Heuwenderinnen“ oder dem „Sämann“.

„Innerhalb der Druckgrafik ist der Reiz des Experiments ein ganz wichtiges Merkmal“, sagt Nico Kirchberger, Kurator der Ausstellung. Dies zeige sich sowohl in der Bildsprache als auch in der technischen Umsetzung. Edouard Manet griff beispielsweise oft auf bereits vorhandene Werke zurück, kopierte diese jedoch nicht eins zu eins, sondern versuchte sich in leichten Variationen. Ihm ging es vorrangig darum, seine Grafiken möglichst weitläufig zu verbreiten, um seinen Bekanntheitsgrad zu vergrößern. So existieren unter anderem Radierungen zu bekannten Gemälden wie der „Olympia“ oder der „Erschießung Kaiser Maximilians“. Edgar Degas schöpfte die sich ihm durch den Druck bietenden Vervielfältigungs- sowie Variationsmöglichkeiten aus. Während der Künstler in der Malerei besonders für seine Ballettszenen bekannt ist, setzte er sich in seinen Lithografien mehr mit Akten auseinander. Von seinem „Weiblichen Rückenakt“ von 1891/92 liegen insgesamt etwa 20 verschiedene Zustände vor, die er allesamt mit nur einer Platte erstellt hat. Von Abzug zu Abzug veränderte Degas die Details und schaffte somit leichte Abweichungen von dem vorherigen Blatt.

Grundsätzlich bevorzugten die Impressionisten Radierungen und Lithographien, versuchten sich jedoch auch gern in neuen Techniken. So wagten sich Charles-François Daubigny, Camille Pissarro und Jean-Baptiste Camille Corot an den Glasklischeedruck, dem sogenannten „Cliché-verre“. Es handelt sich um eine experimentelle Technik, die Fotografie und Zeichnung miteinander verbindet. Eine Schicht aus Öl, Grafit und Kollodium wird hierbei auf eine Glasplatte aufgetragen. Nun fertigt der Künstler mit einer Radiernadel auf diesem Gemisch eine Zeichnung an, die schließlich nur unter Einwirkung des Tageslichts auf das unter der Glasplatte befindliche lichtempfindliche Fotopapier übertragen wird. Ein Abzug entsteht. Besonders beliebt war diese Technik bei den französischen Impressionisten. Vor allem Camille Corot übte sich darin; von ihm sind heute die meisten Cliché-verre-Blätter erhalten.

Damit der Besucher einen besseren Eindruck von den verschiedenen Drucktechniken und den verwendeten Instrumenten erhält, kann er sich nicht nur die einzelnen Gegenstände und Materialen in einer Glasvitrine näher ansehen, sondern auch die einzelnen Verfahren in Videos nachvollziehen; ganz gleich, ob man sich für die Herstellung von Lithografien oder die experimentellere Technik des Cliché-verre interessiert. Wem die Theorie jedoch noch nicht ausreicht, kann sich darüber hinaus in einem Workshop zur Druckgrafik unter Leitung von Clemens Ottnad selbst betätigen.

Die Ausstellung „Impressionismus schwarz/weiß“ ist bis zum 20 November zu sehen. Das Museum im Kulturspeicher hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr, dafür dienstags erst ab 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Für Kinder bis sechs Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog aus dem Deutschen Kunstverlag kostet 19,90 Euro.

Kontakt:

Museum im Kulturspeicher

Oskar-Laredo-Platz 1

DE-97080 Würzburg

Telefon:+49 (0931) 322 250

Telefax:+49 (0931) 322 25 18



23.09.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

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18.09.2016, Impressionismus schwarz/weiß

Bei:


Museum im Kulturspreicher Würzburg

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Friedrich Kallmorgen, Nächtliche
 Großstadtstraße bei Regen
Friedrich Kallmorgen, Nächtliche Großstadtstraße bei Regen

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Ludwig von Gleichen-Russwurm, Landarbeiterin
 auf Feldweg
Ludwig von Gleichen-Russwurm, Landarbeiterin auf Feldweg

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Johan Barthold Jongkind, Soleil couchant. Port d’Anvers,
 1868
Johan Barthold Jongkind, Soleil couchant. Port d’Anvers, 1868

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Ludwig von Gleichen-Russwurm, Auf dem Heimweg, um
 1890
Ludwig von Gleichen-Russwurm, Auf dem Heimweg, um 1890

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Félix Bracquemond, La Terrasse de la Villa Brancas,
 1876
Félix Bracquemond, La Terrasse de la Villa Brancas, 1876

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Pierre-Auguste Renoir, Danse à la campagne, um 1890
Pierre-Auguste Renoir, Danse à la campagne, um 1890

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Edouard Manet, Bildnis Berthe Morisot
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Ludwig von Gleichen-Russwurm, Landarbeiterin auf Feldweg

Ludwig von Gleichen-Russwurm, Landarbeiterin auf Feldweg

Johan Barthold Jongkind, Soleil couchant. Port d’Anvers, 1868

Johan Barthold Jongkind, Soleil couchant. Port d’Anvers, 1868

Ludwig von Gleichen-Russwurm, Auf dem Heimweg, um 1890

Ludwig von Gleichen-Russwurm, Auf dem Heimweg, um 1890

Félix Bracquemond, La Terrasse de la Villa Brancas, 1876

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Pierre-Auguste Renoir, Danse à la campagne, um 1890

Pierre-Auguste Renoir, Danse à la campagne, um 1890

Edouard Manet, Bildnis Berthe Morisot

Edouard Manet, Bildnis Berthe Morisot

Vincent van Gogh, Bildnis Dr. Gachet, 1890

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Edgar Degas, Mary Cassatt im Louvre. Musée des Antiques, 1879/80

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Edgar Degas, Sich abtrocknender Akt, 1890

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Ludwig von Gleichen-Russwurm, Regnerische Vorstadtstraße (Weimar), 1878

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Camille Pissarro, Die Heuwenderinnen, um 1890

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