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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel, Uhren, Einrichtungsgegenstände und Skulpturen bei Koller in Zürich

Ein Klavier für die Rothschilds



Thronende Madonna, wohl Oberitalien, 13. oder 14. Jahrhundert

Thronende Madonna, wohl Oberitalien, 13. oder 14. Jahrhundert

Nach Keramik, Porzellan, Silber und Schmuck stehen in der Auktionswoche bei Koller in Zürich die Möbel und Skulpturen auf dem Plan. Die Versteigerung eröffnet mit einigen ägyptischen Antiken, darunter mit einer kleinen, schwarz-weiß gesprenkelten Diorit-Schale der 1. oder 2. Dynastie um 3000 bis 2700 vor Christus für 18.000 bis 24.000 Franken oder dem Relieffragment eines schreitenden Beamten mit Fassungsresten der 6. Dynastie um 2300 vor Christus für 20.000 bis 30.000 Franken. Bei der mittelalterlichen Bildhauerkunst sticht ein gefasstes gotisches Vesperbild aus Süddeutschland um 1350 mit übergroßer Muttergottes und kleinem Leichnam Christi für 30.000 bis 50.000 Franken heraus. Eine hieratisch Thronende Madonna des 13. oder 14. Jahrhunderts weisen die Koller-Experten in den oberitalienischen Raum. Sie soll 40.000 bis 70.000 Franken einspielen. Anmutig zeigt sich ein holzsichtiger heiliger Stephanus aus Franken oder Schwaben von Ende des 15. Jahrhunderts, der schon für 5.000 bis 8.000 Franken zu haben ist.


Schnell geht es am 22. September in die Neuzeit. Die Renaissance beteiligt sich mit der wohl süditalienischen Marmorfigur der Jagdgöttin Diana samt Reh für 30.000 bis 50.000 Franken oder einem 23 Zentimeter hohen Jungfrauenbecher, ebenfalls aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der rollbare Trinkspielautomat in vergoldeter Bronze stammt aus Augsburg oder Nürnberg und soll 40.000 bis 60.000 Franken erwirtschaften. Für die Kunstkammer eignen sich zudem der dunkel patinierte Bronzebozzetto eines Taufbeckens des 16. Jahrhunderts wohl aus Padua (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR), die frühbarocke norditalienische Bronzeschatulle mit Portraitmedaillons und originalem Schloss samt Geheimmechanismus (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR) oder das Augsburger Holzpaneel um 1600 mit einer überbordend kleinteiligen Darstellung der Bekehrung des Paulus (Taxe 25.000 bis 45.000 SFR). Für die hohe Kunstfertigkeit des Stadt Augsburg steht zudem eine architektonisch gegliederte Tabernakeluhr aus Ebenholz und vergoldetem Zierrat mit astronomischem Werk von Johannes Buschmann II. um 1660/70 (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR).

Die italienische Möbelkultur des 18. Jahrhunderts wartet mit zwei hohen Schreibkommoden aus der Lombardei auf, bei denen die geschwungene Körperform und das Furnierbild aus Nusswurzelmaser auffallen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Aus Schweizer Produktion stammt eine Kommode des Berner Tischlers Matthäus Funk um 1750, bei der das Nusswurzelmaserfurnier und die Bronzebeschläge mit Löwen gleichberechtigt eingesetzt sind (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR), aus deutscher der dem Bamberger Johann Michael Bauer zugeschriebene Schreibtisch mit kaschierbarem Zylinder um 1765/70. Erst im März 2015 bei Koller für netto 40.000 Franken zugeschlagen, tritt er nun zu selben Wert erneut auf den Kunstmarkt. Auf das derzeit schwierige Geschäft mit Möbeln weist ein Paar Potsdamer Trumeauspiegel hin. Die vergoldeten Rokokorahmen wohl nach Entwürfen Johann Michael Hoppenhaupts mit Malereien von Liebespaaren in idealisierten Landschaften in den Kartuschenaufsätzen konnten im März 2007 bei Koller 150.000 Franken auf sich vereinen; nun gehen sie mit nur 80.000 bis 120.000 Franken ins Rennen.

Für die überwiegende Anzahl der Möbel und Einrichtungsgegenstände sind aber die Franzosen verantwortlich, etwa für eine Kommode mit floraler und figürlicher Boulle-Marketerie um 1700/10 (Taxe 28.000 bis 48.000 SFR) oder für eine etwas jüngere vergoldete Konsole aus Voluten, C-Schwüngen, Kartuschen und Akanthusblättern (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Namentlich treten dann Etienne Clavel mit einer Kommode um 1740/50 in Fischgrätmuster und geschwungener Bronzezier (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR), Jean Avisse mit einem Paar feiner Fauteuils um 1755 (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), Roger Vandercruse mit einem elegant geschwungenen Gueridon aus Rosenholz und Palisander (Taxe 28.000 bis 48.000 SFR) oder Mathieu Criaerd mit einem ebonisierten Bureau-Plat hervor, auf dem die vergoldeten Bronzebeschläge besonders aufstrahlen (Taxe 24.000 bis 32.000 SFR).

Pierre Roussel kann man eine zweischübige Kommode um 1745/49 mit fast überschäumender Blumenmarketerie in einer Bronzerahmung nur zuschreiben (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR), ebenso ein schlichteres Bureau-Plat aus Rosenholz und Palisander (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Für die Chinamode des 18. Jahrhunderts stehen zwei Pendulen. Auf der einen hockt behäbig die weiße Porzellanfigur eines Magots, umgarnt von einer Blumengirlande, die die Uhr von Charles Voisin um 1740 trägt (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR), die zweite wirkt mit ihren kleinen Figürchen, den Blumen und der Kumme mit rotem Drachen als Gehäuse für das Uhrwerk von Antoine Thiout ein wenig wild zusammengesetzt (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Für zwei europäische Porzellanvasen, die in der Art der chinesischen Seladon-Waren der mittelalterlichen Yuan-Dynastie gefasst sind und um 1750 von einer Pariser Meisterwerkstatt in vergoldeten Bronzelöwenköpfen und -sockeln montiert wurden, ist die Schätzung von ehemals 150.000 Franken auf jetzt 90.000 Franken gerutscht.

Die neue Stilstufe „à la grècque“ äußert sich in der kantigen Form, dem beruhigten geometrischen Zierrat und einer fein eingelegten Stadtvedute bei einer Kommode um 1775, die Pierre-Antoine Foullet zugewiesen wird (Taxe 65.000 bis 85.000 SFR). Aus dem frühen Klassizismus hält der Katalog zudem Jean-Pierre Dusautoys ovales Gueridon mit Rautenmuster um 1765 (Taxe 6.000 bis 10.000 SFR), Louis Péridiez’ Bureau-Plat mit Rechteckfeldern um 1780 (Taxe 25.000 bis 45.000 SFR) oder eine Stockholmer Kommode um 1770/75 bereit, die mit ihren Girlanden, Vasen und Marketeriefeldern auf den schwedischen Kunstschreiner Georg Haupt verweist (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Ein wenig martialischer agiert dann das Empire, etwa wenn man sich die Demilune-Konsole um 1803 mit ihren geflügelten schwarzen Frauenfiguren auf Löwentatzen als Füße anschaut. Sie soll aus der gemeinsamen Werkstatt von François Honoré Georges Jacob-Desmalter und seines Bruders Georges Jacob II. stammen (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Wohl Ranieri Bardi nutzte um 1820/40 kampfeslustige Greifen als Beine für seine Konsole (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR) und für seinen noch prunkvoller mit Siegeskranz, Tatzen und Blätterfries ausgestatteten Tisch um 1840/60 (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Wiederum Greifen fungieren als Träger zweier bronzener Kerzenstöcke um 1785/90 wohl von François Rémond (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Für das rechte Licht sorgen zudem vier Wandappliken „A la Lyre“ um 1820 nach Modellen Pierre François Feuchères (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR) und zwei Deckenleuchter aus St. Petersburg um 1800, die teils üppig mit Glassteinen und Kristallen behängt sind (Taxe je 40.000 bis 70.000 SFR).

Für zwei Prunkvasen aus Porzellan mit Adlerköpfen als Henkeln ist die Pariser Manufaktur von Marc Schoelcher verantwortlich. Die auf die bauchige Wandung gemalten Hafenszenen hat um 1820 ein gewisser P. Freund signiert (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Etwas genügsamer tritt der hochrechteckige Sekretär von Louis-Edouard Lemarchand in hellem Ahornholz mit dunkelbraunen Palisanderzierleisten um 1820 auf (Taxe 4.500 bis 7.500 SFR), ebenso der ebonisierte und halbrund geschlossene Schrank nach Entwürfen Josef Ulrich Danhausers, auf dem die goldenen Bronzen mit tanzenden Musen besonders aufleuchten (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Die teuersten Objekte hat Koller diesmal in der Abteilung „19. Jahrhundert und Dekoration“ verzeichnet, was der Erfahrung aus den vergangenen Auktionen entspricht, in denen die Kunden die prunkliebenden historistischen Objekte oft höher schätzten als die Originale. Dazu zählt ein Pianino „aux sphinges ailées“, das Baron James de Rothschild 1836 für sein Stadtpalais an der Rue Laffitte bestellte. Für das Musikinstrument ist die königliche Klavierwerkstatt Ignace Pleyels verantwortlich. Das Gehäuse mit den aufwendigen Boulle-Marketerien und Ebenholz lieferte der ebenso im Auftrag der Krone tätige Ebeniste Alexandre-Louis Bellangé und die markanten Bronzen mit Sphingen der Bildhauer Jean-Jacques Feuchère. Soviel Bedeutung will mit 150.000 bis 250.000 Franken entlehnt werden. Wohl in der Werkstatt Alexandre-Louis Bellangé wurden zudem zwei Porte-Torcheren aus Veilchenholz mit goldenen Widderköpfen und Blumengirlanden um 1820/25 gearbeitet (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Und mit 180.000 bis 280.000 Franken geht es sogar noch teurer. Dafür hat Jean-Valentin Morel um 1836/40 eine Deckelschale im Renaissance-Stil aus Achat gezaubert und sie mit Halbedelsteinen sowie Köpfen, Meerjungfrauen und einem kleinen drachentötenden Putto aus Email verziert. Auch die beiden in verschiedenen Brauntöten patinierten Bronzebüsten von Othello und Desdemona, die Antonio Garella 1887 schuf, stehen dem mit einer Schätzung von 80.000 bis 120.000 Franken nur wenig nach.

Die Auktion beginnt am 22. September um 10 Uhr. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.kollerauktionen.ch.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



20.09.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Pierre Antoine Foullet zuzuschreiben, Kommode „au paysage“, Transition, Paris um 1775.

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Pianino mit Boulle-Marketerie „aux femmes ailles“, Paris um 1835

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Jean Valentin Morel, Deckelschale „a l’angelot“, Renaissance-Stil, Paris um 1836/40

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