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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Kölner Sammlung Schmitz-Eichhoff bereichert die Auktionswoche bei Koller in Zürich

Die Lust an der Täuschung



Trompe-l’œil-Teller mit Eiern, Nordfrankreich, Mitte 18. Jahrhundert

Trompe-l’œil-Teller mit Eiern, Nordfrankreich, Mitte 18. Jahrhundert

Ein Teller mit Eiern, eine Platte mit Oliven, eine Schale mit Nüssen, auch Feigen, Birnen, Bohnen, Rettiche, Spargel und Melonen stehen auf dem Tisch und machen Appetit. Doch halt! Zum Essen ist das alles nicht – jedenfalls wenn man bei Marie-Theres Schmitz-Eichhoff in Köln zu Gast war. Die im März 2015 verstorbene Kunsthistorikerin trug mit Begeisterung für die barocke lebensfreudige Festkultur diese Schaugerichte zusammen, die im 17. und dann vor allem im 18. Jahrhundert die Tafeln des Adels und des gehobenen Bürgertums als Statussymbol schmückten. Die sich gegenseitig in Opulenz übertrumpfende Oberklasse amüsierte sich an den modischen Trompe-l’œil-Geschirren aus Fayence. Teller, täuschend echt, bereit zum Verzehr drapiert mit Gemüse und Früchten, prächtige Kohlkopf- oder Hechtterrinen und pittoreske Dosen für Pasteten und Ragouts in Form von Tieren gehören zu dieser einzigartigen Privatsammlung, die 1999 im Museum für Angewandte Kunst in Köln und 2006 im Düsseldorfer Hetjens-Museum präsentiert wurde und nun bei Koller in Zürich zurück auf den Kunstmarkt gelangt.


Fayencesammlung Schmitz-Eichhoff

Über 170 Positionen mit Schaugerichten, Tierfiguren, Vasen, Fliesen, Kannen, Tellern und Platten aus dem 18. und 19. Jahrhundert umfasst die Fayencesammlung Schmitz-Eichhoffs. Zu den Höhepunkten zählen ein französischer Trompe-l’œil-Teller mit grünen Bohnen, rosa-weißem Rettich und gelben Rüben um 1770 für 3.000 bis 5.000 Franken, eine türkisgrün staffierte Kohlkopfterrine von Philippe Mombaers für 6.000 bis 8.000 Franken oder eine ebenfalls aus Brüssel stammende Deckelterrine in Form eines Blumenkohls aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, auf der oben ein Vögelchen als Knauf sitzt (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR). Während ein Fisch von Mombaers als Terrine behäbig auf dem Tisch ruht (Taxe 1.500 bis 2.500 SFR), duckt sich der Hase wohl aus der Brüsseler Fabrique de la rue de Laeken eher angstvoll auf seiner als Grassockel gestalteten Pastetenterrine (Taxe 2.500 bis 3.500 SFR).

Ein Paar Konfitürenschalen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in Gestalt eines Brombeerberges weisen in die Fayencemetropole Delft (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR). Hier schuf Anthony Pennis in seiner Manufaktur „De Twee Scheepjes“ auch eine kleine Kohlterrine mit einem Hecht als Deckel (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR). Zwei weitere Exemplare dieser „Snoekpotjes“ aus Delft gibt es zusammen für 4.000 bis 6.000 Franken. Auch in der slowakischen Fayencefabrik Holitsch erfreute man sich des Trompe-l’œil-Geschirrs und entwarf um 1760 zwei weiße Kohlköpfe mit Raupen und Katzen als Deckelknauf (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Die Fayencemanufaktur Münden steuert eine Henne mit Küken als Deckelterrine zu diesem tierischen Reigen bei (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR), Glinitz eine ihrer typischen bunten Papageienkannen (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR) und Höchst eine hohe Deckelvase mit applizierten farbigen Blumenranken, auf der zudem einige Insekten kriechen (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Die Eier und die Oliven stammen übrigens aus Nordfrankreich (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR und 3.000 bis 5.000 SFR), die Walnüsse aus Südfrankreich (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR).

Silber

Auch außerhalb der Sammlung Schmitz-Eichhoff hat Koller ein ansprechendes Programm zusammengestellt. Zum Silber aus dem Übergang von Renaissance zu Barock gehört etwa der kleine Augsburger Deckelpokal von Heinrich Eichler mit herzförmigen Buckeln und floral durchbrochenem Schmeck als Bekrönung (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR) oder der nur geringfügig höhere Buckelpokal seinen Nürnberger Kollegen Andreas Michael um 1645/48 (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR). Für einen Becherpokal von Hans Jakob Schönfeld aus Biberach an der Riß mit umlaufender Jagdszene und der Göttin Minerva auf dem Deckel muss man bei 20.000 bis 30.000 Franken schon etwas mehr kalkulieren. Der Winterthurer Silberschmied Heinrich Hofmann d.Ä. oder seine Nachkommen haben einen Becher ebenfalls komplett mit ländlichen Szenen einer Dorfhochzeit verziert und sich dafür um 1625/50 Kupferstichvorlagen von Hans Sebald Beham bedient (Taxe 4.000 bis 8.000 SFR). Hans Pezolt aus Nürnberg stellt einen Pokal mit kurzem Schaft und ausladender glockenförmiger Kuppa, die mit netzartigem Rautenmuster samt Punkten punziert ist, aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts für 3.000 bis 5.000 Franken zur Verfügung.

Für die rechte Beleuchtung sorgen zwei barocke Kerzenstöcke des Neuenburger Silberschmieds Isaac Perrot (Taxe 6.000 bis 10.000 SFR), die auch eine Schauplatte mit Parklandschaft, Harfenspieler und eleganter Dame in überbordendem Früchte- und Vogelrahmen seines Augsburger Kollegen Johann Mittnacht III ins rechte Licht rücken (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR). Johann Erhard Heuglin II ist für eine Lavabo-Garnitur aus Helmkanne und ovalem Becken mit Bandelwerkzier um 1730 verantwortlich (Taxe 6.000 bis 10.000 SFR), für zwei unaufwändig gestaltete Leuchter um 1770 die beiden Dresdner Christian Heinrich Ingermann und Carl David Schrödel (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Noch deutlicher in den Klassizismus verweist das Kerzenleuchterpaar des Wieners Anton Fuchs mit seinen Dekorbändern aus Blatt- und Blütenzweigen von 1798 (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Nochmal etwas teurer wird es bei 24 schlichten vergoldeten Platztellern des 20. Jahrhunderts aus der Maison Lapparra in Paris, bewertet mit 24.000 bis 40.000 Franken.

Majolika und Porzellan

Nach einer kleine Majolika-Abteilung, bei der eine blaue Breitrandplatte aus Faenza mit schattierten Blattranken und buntem musizierendem Putto im Spiegel um 1535/40 heraussticht (Taxe 8.000 bis 15.000 SFR), ist das Porzellan an der Reihe. Hier kann vor allem die Meißner Manufaktur punkten, etwa mit einer Kumme und einer Platte in Kakiemon-Dekor um 1735 (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR und 7.000 bis 9.000 SFR) oder einem seltenen Teller um 1725/30 mit Goldvolutenbordüre, indianischen Blumen und drei chinoisen Reserven, alle ausgezeichnet mit einer Provenienz aus der Sammlung Hoffmeister (Taxe 18.000 bis 22.000 SFR). Auch eine frühe Unterschale aus Böttgersteinzeug um 1715 überzeugt mit ihrer Herkunft aus dem Besitz der Markgräfin Karoline Luise von Baden-Durlach (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR).

Beim figürlichen Porzellan hat Johann Joachim Kändler die Nase vorn. Nach seinen Entwürfen modellierten die Meißner Handwerker etwa um 1738/39 ein Likörfässchen mit Kauffahrteiszenen auf einem Sockel mit leicht bekleideten Nymphen (Taxe 8.000 bis 15.000 SFR), um 1740/41 die tändelnde Liebesgruppe von Scaramuz und Columbine (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) oder um 1745 die Dame vom Mopsorden mit ausladendem geblümten Reifrock (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Für den Dottore Baloardo in theatralischer Pose versicherte sich Kändler um 1744 der Mitarbeit Peter Reinickes (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR), für die Gruppe „Les délices de l’enfance“ mit Chinesenpaar und seinen beiden spielenden Kindern zusätzlich noch der Hilfe Friedrich Elias Meyers (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR).

Johann Gottlieb Kirchner wird ein türkisfarbener Halsbandsittich zugeschrieben, den sich August der Starke um 1731 für seine Menagerie zulegte (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Bei einem Paar rotbauchiger Dompfaffen um 1747/55 steht dann wieder allein Kändler auf dem Etikett (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Neben der Meißner Übermacht treten andere Manufakturen nur marginal in Erscheinung, so der Wiener Claudius Innocentius du Paquier mit zwei Becher und Unterschalen um 1725/30 in fernöstlichem Dekor (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Die fünfzehn, floral gestalteten Teller und Platten aus einem Service für Großfürst Michael Pawlowitsch um 1840 stammen dann aus der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg (Taxe 13.000 bis 18.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 19. September um 13:30 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 18. September täglich von 10 bis 19 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.kollerauktionen.ch.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



17.09.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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