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Martin Brandenburg und Hans Baluschek in Berlin

Hans Baluschek, Hier können Familien Kaffee kochen, 1895

Das Bröhan-Museum widmet sich mit Martin Brandenburg und Hans Baluschek wieder zwei vergessenen Künstlern der Berliner Moderne. Die Kabinettausstellung mit rund 30 Exponaten wirft ab dem Wochenende einen Blick auf eine ungewöhnliche Künstlerfreundschaft des frühen 20. Jahrhunderts. Beide Maler kamen 1870 zur Welt – Brandenburg in Posen, Baluschek in Breslau. Sie lernten sich bei ihrem Studium an Königlichen Akademie der bildenden Künste in Berlin kennen, lehnten aber das dort tradierte Regelwerk der akademischen Malerei ab und gehörten zu den frühen Mitgliedern der Berliner Secession. Die enge Freundschaft der Maler zeigt sich nicht nur in der gemeinsamen Ausstellungstätigkeit, sondern ist auch in privaten Briefen Baluscheks dokumentiert, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind.

So nah sich Martin Brandenburg und Hans Baluschek auch standen, in ihrer Malerei gingen sie unterschiedliche Wege. Mit oft bedrückenden Szenen aus der Alltags- und Arbeitswelt machte Baluschek mit seinen realistischen Bildern auf die Auswirkungen der Industrialisierung aufmerksam. Seine teils karikaturhaft überzogenen Motive, so in der Damenrunde „Hier können Familien Kaffee kochen“ von 1895, fand er in den kleinbürgerlichen und proletarischen Milieus der Großstadt Berlin. In seinem Schaffen erfasste er die sozialen Spannungen der Wilhelminischen Ära, entdeckte aber auch die Reize der Metropole, der Industrie und der Technik. Martin Brandenburg zog sich hingegen in das Phantastische zurück und stellte sein Werk in den Dienst einer psychologisch-sinnlichen Erforschung der Welt. In zumeist symbolistischen und surrealen Bilderfindungen spürte er dem Unbekannten nach, beschäftigte sich mit der menschlichen Psyche und den Kräften der Natur, etwa in dem neu erworbenen Gemälde „Die Windsbraut“ von 1899, die als Akt über einer kahlen Hügellandschaft mehreren Vögeln nachfliegt.

Die Ausstellung „Martin Brandenburg und Hans Baluschek – Eine Künstlerfreundschaft“ läuft vom 9. September bis zum 8. Januar 2017. Das Bröhan-Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Bröhan-Museum
Schlossstraße 1a
D-14059 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 326 906 22
Telefax: +49 (0)30 – 326 906 26

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Hans Baluschek, Hier können Familien Kaffee kochen, 1895
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Künstler:

Martin Brandenburg

Künstler:

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