Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 25.10.2019 Auktion 128: Moderne und Zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ketterer kann besonders im Bereich der Zero-Kunst hohe Gewinne verbuchen und erzielt zudem in der Contemporary Art einen deutschlandweiten Höchstpreis für Jason Martin

Festgenagelt



Martin Luther erhielt 1530 als Geschenk Friedrichs des Großmütigen, des Prinzen und späteren Kurfürsten von Sachsen, einen Siegelring mit Wappen, das er als Symbol seines Glaubens betrachtete: eine weiße Rose mit schwarzem Kreuz in einem roten Herzen vor blauem Hintergrund. In Otto Pienes Interpretation dieser „Luther Rose“ von 1962 sticht inmitten eines strahlend roten Hintergrundes ein tiefschwarzes Brandloch hervor. In Anlehnung an den Titel ruft das Werk Vorstellungen von Blut und Passion sowie Auferstehung und neues Leben ins Gedächtnis. Sowohl die Farbigkeit als auch der Herstellungsprozess des blütenartigen Brandflecks erwecken darüber hinaus die Assoziation an Feuer, ein Charakteristikum des Zero-Künstlers. Das frühe Öl-, Feuer- und Rußbild ließ beim Auktionshaus Ketterer ein reges Bietgefecht zwischen internationalen Sammlern aufkommen, das erst mit 280.000 Euro aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung sein Ende fand. Angedacht waren lediglich 150.000 bis 200.000 Euro.


Zero-Kollege Günther Uecker feierte am 11. Juni in München mit seinen fünf Werken ebenso deutliche Erfolge. Besonders seine Nagelbilder waren heiß begehrt. Erst bei 420.000 Euro konnte das kraftvoll wogende „Feld I“ aus dem Jahr 1979 von einer Liebhaberin aus Bayern festgenagelt werden und belegte damit Rang eins der Zuschlagliste (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Auch alle weiteren Arbeiten Ueckers verbuchten Zuschläge im sechsstelligen Bereich. Das wirbelnde „Weiße Feld“ von 1988 wechselte bei 210.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR), das ebenfalls weiß gefasste „Feld“ von 2010 nur knapp darunter bei 190.000 Euro den Besitzer (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Mit 150.000 Euro brachte Ueckers „Aschegarten“ aus dem Jahr 1986 mit angenagelten Steinen auf sandigem Grund das Eineinhalbfache seines unteren Schätzwertes ein, und auch die strenge „Diagonale Struktur V“ von 1974 überschritt mit 110.000 Euro die Grenze (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Diesen Wert gab es zudem für Heinz Macks schwarz lackierte Wellpappe „Schwarzes Licht im Relief“ von 1958 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Auch für sein zehn Jahre jüngeres „Lichtrelief“ aus glänzendem Aluminium in pyramidaler Struktur blieben taxkonforme 68.000 Euro übrig.

Kunst nach 1945

Insgesamt 19 Werke bei der Kunst nach 1945 knackten die 100.000 Euro-Marke. Während Willi Baumeisters „Homunkulus aufsteigend“ von 1953 mit seinen schwarzen Fantasiewesen bei 290.000 Euro seine untere Schätzgrenze um 10.000 Euro verfehlte und Tony Craggs dynamische Skulptur „Runner“ von 2009 mit 240.000 Euro im Rahmen der Erwartung lag, sorgte Sean Scullys „Small Grey Window“ von 1999 mit seinem Aufstieg in die Zehnerrunde für eine Überraschung. Das geometrisch gebrochene Balkengefüge ließ den unteren Schätzwert von 60.000 Euro schnell hinter sich und hob den Preis auf 175.000 Euro an. Auch Jan Schoonhovens Werk „R 70-41“ von 1970 reihte sich in die sechsstelligen Zuschlagswerte ein. Sein charakteristisches weißes Quadratrelief war mit 155.000 Euro einem süddeutschen Privatsammler mehr als das Doppelte des unteren Schätzpreises wert. Bei guten 105.000 Euro folgte dann sein ebenfalls weißes Lamellen-Relief von 1987 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Mit Resultaten über 100.000 Euro warteten dann noch Josef Albers’ grau-blaue „Study for Homage to the Square: Framed Sky“ von 1970 bei 155.000 Euro (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) und Maria Lassnigs Körperbewusstseinsbild „Ich bin der Hlg. Franziskus der Waldtiere“ von 1995/96 bei 180.000 Euro auf (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Jeweils zur unteren Schätzung kamen Anselm Kiefers bleierner Bücherstapel „Lapis Philosophorum“ von 2006/07 bei 200.000 Euro und Gerhard Richters senkrechte kleine Farbverwischung „13.Nov.1995“ bei 140.000 Euro an ihr Ziel. Ihre obere Erwartung erreichten Hans Hartungs Leinwand „T 1965 – H 8“ mit schwarzen und hellen Linien oder Linienbündeln über Blautönen bei 120.000 Euro und Yves Kleins kleine Papierarbeit „Monochrome bleu“ aus den späten 1950er Jahren bei 180.000 Euro. Andy Warhols Künstlerbuch „25 Cats name[d] Sam and one Blue Pussy“ von 1954 mit 18 lithografierten und aquarellierten Katzendarstellungen verzeichnete 100.000 Euro (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Wertzuwächse im niederen Preissegment notierten etwa Rupprecht Geigers rot-rotes Farbfeld „364/62“ von 1962 bei 88.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), Herbert Zangs’ „Weißes Relief-Gemälde mit Reihung“ um 1955 bei 29.000 Euro oder Ernst Wilhelm Nays lockere, farbenfroh aquarellierte Scheibenkomposition von 1957 bei 66.000 Euro (Taxe je 18.000 bis 24.000 EUR). Für die größte Überraschung sorgte jedoch Asger Jorn mit seiner Papiercollage „Jeanne au bucher“ aus dem Jahr 1968. Der eindrucksvolle bunte Plakatabriss wechselte bei 65.000 Euro für mehr als das Vierfache der Taxe seinen Besitzer. Bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 72 Prozent blieben ausgerechnet beim Favoriten die Gebote aus. Robert Longos großformatige Kohlezeichnung „Untitled (Shark 15)“ von 2008 stellte mit einem Schätzwert von 350.000 Euro zu hohe Erwartungen, die am Ende nicht erfüllt wurden. Auch Konrad Klaphecks Maschinenbild „Das Geheimnis des Sex-Appeal“ von 1965 wurde links liegen gelassen (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR).

Contemporary Art

Mit einer losbezogenen Verkaufsrate von etwa 65 Prozent zog das Angebot der Contemporary Art gleichermaßen eine gute Bilanz und trug brutto insgesamt 659.000 Euro zum Umsatz des dreitägigen Auktionsreigens von veröffentlichten 20 Millionen Euro bei. Besonders überzeugte Jason Martins „Evangelist“ von 2007. Ausgangspunkt dieser Mischtechnik stellt eine rautenförmige, leicht eingeschwungene Platte aus Edelstahl dar, auf die der Künstler golden leuchtendes Acryl-Gel pastos aufgetragen hat. Die reliefartigen Wellenstrukturen erzielen eine besondere Lichtbrechung, sodass nicht nur der deutschlandweite Auktionsrekord Jason Martins für dieses Werk mit 60.000 Euro glänzte.

Gut aufgenommen wurden dann Eberhard Havekosts Ölgemälde „Gras“ über einer Diagonalstruktur von 2002 mit 36.000 Euro (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR) sowie das titellose vertikale Streifenbild von Anselm Reyle für 52.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Der gebürtige Tübinger ist bekannt für seine Malereicollagen aus Folien, Farbpasten und Autolacken, die den Eindruck eines plastischen Reliefs evozieren sollen. Mit seinen höher taxierten und nur mit Acrylfarbe gemalten „Soft Stripes“ von 2007 konnte erneut ein favorisiertes Werk nicht verkauft werden (Taxe 75.000 bis 80.000 EUR). Wenigstens fand Reyles farbig bearbeitete titellose Lampe von 2006 im Nachverkauf einen neuen Besitzer bei 10.700 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Auch die günstiger angesetzten Werke stießen nicht immer auf Gegenliebe. So ging von den drei Arbeiten Robert Lucanders nur sein schematisch auf Holz gemalter Mann mit Getränkeflasche unter dem Titel „Ein Super-Zufallstreffer“ von 2001 bei 3.600 Euro weg (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Karolus Lodenkämpers hyperrealistisch mit Weichzeichner gemaltes Portrait von Gabriele Henkel aus dem Jahr 1972 hatte ebenfalls Anlaufschwierigkeiten, fand letztendlich jedoch bei 1.900 Euro für weniger als die Hälfte des unteren Schätzpreises einen Abnehmer finden. Zu unteren Schätzung von 18.000 Euro verabschiedete sich dann Chris Succos den Malprozess offenlegende Arbeit „Lipstick Vouge“ von 2014. Diesen Betrag spendierte ein Käufer für ein vom Konzept vergleichbares Punkterasterbild auf Aluminium des Amerikaners Nathan Hylden aus dem Jahr 2010 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Doch auch in dieser Sparte gab es einige Höhenflieger: André Butzers titellose Tempera-Arbeit von 2013 mit schwarz-weißen Rechtecken konnte bei 24.000 Euro den unteren Schätzwert mehr als verdreifachen. Ähnlich hohe Anstiege stellten Sven Kroner mit der nächtlichen verschneiten Landschaft „Winterlong“ von 2008 bei 15.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und Matthias Meyer mit seinem an Monets Seerosenbildern orientierten „Lake“ von 2007 bei 16.000 Euro auf (Taxe 6.500 bis 8.000 EUR). Auch Markus Schinwalds Leinwand „April“ von 2009 mit der Rückenansicht eines jungen Mädchens, die mit Metallspange und Strick in Zwänge eingebunden ist, punktete bei 19.000 Euro (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR), ebenso Daniel Pitíns theatralisch geheimnisvoll inszeniertes, zwischen Abstraktion und Realismus changierendes „Red House“ von 2011 bei 17.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Aris Kalaizis freute sich für sein stimmungsverwandtes Gemälde „Der Tag der großen Hoffnung“ mit drei Nachtschwärmern von 2007 über 18.000 Euro, sein Leipziger Kollege Uwe Kowski für seine pulsierende hellfarbige Bildstruktur „Para“ von 2005 über 15.500 Euro (Taxe je 9.000 bis 12.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



24.08.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


11.06.2016, Contemporary Art

Veranstaltung vom:


11.06.2016, Kunst nach 1945

Bei:


Ketterer

Bericht:


Auf den Hai gekommen










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce