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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Zwei Kunst-Verkaufsschauen buhlen in Salzburg derzeit um die Gunst der Festspielgäste. Wirkliche Konkurrenten sind die Art Salzburg und die Art & Antique nicht. Denn keine stielt der anderen die Show

Kunstsalon und Minimesse



Blick in die Sala Terrena – Werke von Arnulf Rainer, Dennis Hopper und Joan Miró auf der Art Salzburg

Blick in die Sala Terrena – Werke von Arnulf Rainer, Dennis Hopper und Joan Miró auf der Art Salzburg

Für Österreichs führende Kunsthändler gibt es wohl nur eine Option, die gar nicht in Betracht kommt: darauf zu verzichten, den gutbetuchten Salzburger Festspielgästen Werke von Egon Schiele bis Arnulf Rainer sowie Sammlerstücke von Laterndluhr bis Design der Wiener Werkstätte zu präsentieren. In der Nähe des Doms laden nur ein paar Schritte voneinander entfernt derzeit die Art Salzburg in die Sala Terrena der Universität und in den Hof Dietrichsruh, die Art & Antique hingegen in den Hof der Residenz ein. Die eine Veranstaltung konzentriert sich ganz auf die klassische Moderne und die Gegenwartskunst, die andere bleibt der Idee einer Kunst- und Antiquitätenmesse treu. Wer die Namen der Aussteller überfliegt, wird feststellen, dass sich fast alle schon seit Jahren auf dem Salzburger Messeparkett bewegen.


Art Salzburg

Als eine Art Kunstsalon versteht sich die Art Salzburg, die auf Initiative von Händlern entstand. Dicht an dicht hängen in der Säulenhalle der Universität Zeichnungen von Joseph Beuys, Aquarelle von Emil Nolde und Gemälde von Dieter Roth, Otto Piene und Joan Miró neben Irving Penns Porträt von Isamu Noguchi. Dazwischen die bunte gepresste Blechskulptur „Softenedbysnow“ von John Chamberlain bei der Galerie Salis zum Preis von 650.000 Euro. Der Raum ist schwierig zu bespielen, aber das Niveau ist hoch. Nur acht Top-Galeristen bestreiten diesen Rundgang durch etwa 200 Jahre Moderne. Wienerroither & Kohlbacher offerieren für 1,5 Millionen Euro die subtil erotische Zeichnung „Sitzender Halbakt mit Hut und Strümpfen“ von Egon Schiele und für 750.000 Euro das nahezu blockartige Gemälde „Architektur mit Sternen“ von Lyonel Feininger. Der Fotospezialist Johannes Faber hält für 2,8 Millionen Euro ein Portfolio von 70 Porträts August Sanders aus den Jahren 1912 bis 1932 bereit.

Die Galerie Ruberl zeigt ein 140.000 Euro teures schiffähnliches Objekt von Franz West. Aus Japan gab es bereits Interesse an einem blutig anmutenden Schüttbild von Hermann Nitsch aus dem Jahr 1962, das die Wiener Galerie Konzett für 190.000 Euro hängen hat. Wo Beck & Eggeling sind, ist ZERO-Kunst nicht fern. Das trifft auch in Salzburg zu. Die Düsseldorfer Galerie, die seit Neustem auch eine Wiener Adresse hat, ist mit einem großen, silbernen Wabenbild von Heinz Mack aus dem Jahr 1967 zum Preis von 570.000 Euro vertreten. Aus dem Angebot von Thomas von Salis fällt eine bühnenhafte Szene des dänischen Surrealisten Wilhelm Freddie auf. Das Gemälde „Pro Patria“ soll 88.000 Euro kosten. Seine Fortsetzung findet die Ausstellung im anschließenden Skulpturengarten. Top-Namen heißt das Programm: Hier haben die Galerie Thaddaeus Ropac die hochglanzpolierte, auf 925.000 Euro bezifferte Arbeit „Distant Cousin“ von Tony Cragg und die Galerie bei der Albertina eine abstrakte Bronze in fließenden menschlichen Profilen von Joannis Avramidis aufgestellt.

Art & Antique Salzburg

Ganz so kommerziell durchdekliniert wie die Show der Art Salzburg gibt sich die Art & Antique Salzburg des Veranstalters M.A.C. Hoffmann, der auch die Salzburger Ostermesse organisiert, nicht. Man setzt im sommerlich legeren Zelt auf Vielfalt – auf Antiquitäten und Volkskunst, auf Kunst von Biedermeier bis Pop Art. Wie auf vielen Messen ist auch auf der Art & Antique zu spüren, in welchem Maße Antiquitäten- und Kunsthändler dem Umbruch des Kunstmarktes standhalten wollen. Giese & Schweiger aus Wien stehen für die Malerei des österreichischen 19. Jahrhunderts mit zwei Gemälden von Ferdinand Georg Waldmüller im Preisberiech von 230.000 bis 280.000 Euro, aber auch für die Moderne mit einem zauberhaften und seltenen „Stillleben mit Tulpen“ der Beckmann-Schülerin Marie-Louise von Motesiczky zum Preis von 58.000 Euro. Die Galerie Kovacek spannt den Bogen von Josef Mayburgers romantisierender, mit 26.000 Euro ausgepreister Salzburg-Ansicht von 1850 bis zu Friedensreich Hundertwassers „Sonnentropfen“-Aquarell von 1955/56, dessen Preis bei 195.000 Euro liegt, und bleibt zugleich dem alten Glas treu mit einer reizvollen Auswahl von Branntweinflaschen aus dem 18. Jahrhundert zwischen 2.800 und 12.000 Euro.

Das Kunsthaus Wiesinger setzt neben einer Auswahl an konstruktiv-abstrakten Plastiken des Wotruba-Schülers Oskar Höfingers beispielsweise mit zwei pergamentbezogenen Art Déco-Fauteuils zum Preis von je 11.000 Euro und mit einer Sammlung afrikanischer Masken, die in den 1950/1960er Jahren in Frankreich zusammengestellt wurde, auf eine interieuraffine Kundschaft. Lieselotte Setzer von Lilly’s Art aus Wien kombiniert dann historische Uhren wie eine von Heinrich Kerchnawe signierte, 200 Jahre alte Skelett-Uhr mit einer Gangdauer von zehn Tagen mit Gunter Damischs mikrobenartiger Abstraktion „Weltseher-Hoffnung“ von 1992/93. Die Preise liegen bei 25.000 Euro respektive 58.000 Euro. Auf zeitgenössische chinesische Kunst als zweitem Standbein hat sich Schütz Fine Art, sonst eher eine Adresse für Werke von Anton Faistauer oder Franz Sedlacek, verlegt. Exklusiv in Europa vertritt sie Wang Xiaosong, dessen farbstarke, monochrome Leinwandfaltungen im Westen vor allem an John Chamberlain erinnern, der mit gefaltetem Autorschrott in den 1960er Jahren die Plastik erneuerte.

Dem Wien der Sezessionszeit und seinen Folgen sind die Brüder Florian und Nikolaus Kolhammer treu. 60.000 Euro kostet hier das linear geführte Relief „Zwei Köpfe“ von Franz Hagenauer um 1970. Die Galerie Française aus München hält diesmal für 230.000 Euro eine erfrischend naive, bunt spielerische „Tête de femme“ von Pablo Picasso sowie Arbeiten von Raoul Dufy und Serge Poliakoff bereit. Bei Kunsthandel Freller, spezialisiert auf österreichische Moderne vor 1945, fällt Carl Molls „Allee zum Schloss Freudental“ und der erstmals präsentierte, breit angelegte „Hof im Gebirge“ von Oskar Mulley auf. Die Gemälde kosten 385.000 Euro und 125.000 Euro. Die Art & Antique gibt sich diesmal als kleine, qualitätvolle Messe der Beständigkeit. Das ist ihre Stärke, aber zugleich auch ihre Schwäche. Denn es zieht kein frischer Wind durch dieses vollklimatisierte Zelt mit seinen dreizehn gestandenen Ausstellern.

Die Art & Antique hat bis zum 21. August im Residenzhof Salzburg täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Die Art Salzburg läuft bis zum 28. August in der Sala Terrena der Universität Salzburg und im angrenzenden Hof Dietrichsruh täglich von 11 bis 18 Uhr.



16.08.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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