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Clifford Holmead Phillips in der Kunsthalle Schweinfurt

Die Kunsthalle Schweinfurt präsentiert in ihrer aktuellen Ausstellung rund 100 Gemälde des 1889 in Pennsylvania geborenen Clifford Phillips. Der seit 1944 unter dem Namen Holmead agierende Künstler stand vor Beginn des Zweiten Weltkrieges kurz vor einem internationalen Durchbruch. Nachdem seine Ausstellung „The Human Drama“ von 1940 in Oslo nach dem Einmarsch deutscher Truppen geschlossen wurde, konnte der Künstler auch nach Kriegsende nicht mehr an seinen damaligen Erfolg anknüpfen. So kommt es, dass Holmead heute sowohl in Deutschland als auch in den USA fast gänzlich unbekannt ist. Clifford Holmead Phillips fasste nach einer Europareise im Jahr 1912 mit nur 23 Jahren den Entschluss, Maler zu werden. Immer wieder pendelte der junge Künstler zwischen Amerika und Europa hin und her. Kein Wunder, dass sein Gesamtwerk sowohl die Züge amerikanischer Tradition als auch die der europäischen Moderne vereint. 1956 ließ sich Holmead schließlich in Brüssel nieder, wo er im Jahr 1975 starb.

Mit der Ausstellung „Clifford Holmead Phillips – Ein amerikanischer Maler zwischen den Welten“ ruft die Kunsthalle Schweinfurt den Maler wieder ins Gedächtnis und zeichnet die Geschichte des amerikanischen Expressionisten in Europa nach. Die Exponate umfassen sowohl Früh- als auch Spätwerke und ermöglichen es dem Betrachter, der Entwicklung des zur „Verschollenen Generation“ zählenden Künstlers zu folgen. Während Holmeads frühe Stadtansichten wie der „Vorstadtbahnhof Paris“ von 1926 noch als zaghafte Versuche des Autodidakten wirken, weisen seine späteren Landschaftsbilder eine eigenständige schwungvolle Handschrift auf.

Besonders deutlich wird dies an seinem pastosen Farbauftrag in der 1967 entstandenen „Schafherde“. Scheinbar ungezähmt und eigenwillig sind die Farben mit einem groben Duktus auf die Leinwand gebracht. Nicht umsonst bezeichnet Holmead seinen Stil als „Crude Expressionism“. Oft trägt diese Malweise zur düsteren, fast bedrohlichen Stimmung der Bilder bei. So handelt es sich bei seinem Gemälde „Sunburst“ von 1959 nicht nur um den im Titel angekündigten plötzlichen Sonnenschein, sondern auch um die geladene Spannung kurz vor einem heftigen Gewitter. Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, aber auch Sarkasmus spiegeln die Werke wider und lassen den Betrachter an die apokalyptischen Landschaften Ludwig Meidners denken.

In seinen letzten Lebensjahren macht Holmead einen weiteren großen Entwicklungsschritt. Er beginnt nun, seine Figuren im Sinne des „Shorthand Paintings“ mit nur wenigen Spachtelstrichen auf die Leinwand zu malen. Beinahe naiv wirken seine Menschenbilder, etwa das „Porträt eines Mannes im Anzug“ von 1973 oder das „Mädchen mit blondem Haar“ von 1970. Dadurch bringt Holmead seine distanzierte Sichtweise der Menschheit auf den Punkt, stellt diese jedoch nicht verbittert, sondern durch heitere Ironie und Komik dar.

Die Ausstellung „Clifford Holmead Phillips – Ein amerikanischer Maler zwischen den Welten“ läuft vom 29. Juli bis zum 18. September. Die Kunsthalle Schweinfurt hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Kunsthalle Schweinfurt
Rüfferstraße 4
D-97421 Schweinfurt

Telefon: +49 (0)9721 – 51 47 21
Telefax: +49 (0)9721 – 51 47 49

Quelle: Kunstmarkt.com/Annemarie Knatz

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Veranstaltung vom:


29.07.2016, Clifford Holmead Phillips (1889-1975). Ein amerikanischer Maler zwischen den Welten

Bei:


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Künstler:


Holmead








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