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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Christie’s erzielt mit der Jubiläumsauktion „Defining British Art“ die höchsten Preise in der Zeitgenossen-Woche nach dem Brexit der Briten

Goldene Stunden



Die Ängste nach dem EU-Austritt der Briten hielten nur kurz. Schon eine Woche später, als in London die Zeitgenossen das Auktionsparkett betraten, schienen sie schon wieder fast verflogen. Hatte das Referendum doch das Pfund unter Druck gesetzt und die Kunst für ausländische Käufer günstiger gemacht. Das kam – wenn auch in abgeschwächter Kraft – der kuratierten Auktion „Defining British Art“ zugute, mit der Christie’s sein 250jähriges Firmenjubiläum feierte. Hier waren 31 Meisterwerke aus drei Jahrhunderten britischer Kunst in einem opulenten Katalog versammelt, von denen 27 über das Auktionspult wanderten, einen Erlös von 99,5 Millionen Pfund einspielten und acht Künstlerrekorde aufstellten, so für Henry Moores überlebensgroße „Reclining Figure“ mit dem schönen Untertitel „Festival“ von 1951. Aus den anvisierten 15 bis 20 Millionen Pfund wurden für die weibliche fragmentierte Gestalt schließlich 22 Millionen Pfund.


British Art

Auch ein zweiter britischer Bildhauer gehörte am 30. Juni in London zu den Gewinnern: Lynn Chadwick erzielte mit seinem markanten, winklig verfestigten Skulpturenpaar „Back to Venice“ von 1988 zwar nur die untere Schätzung von 1,4 Millionen Pfund, damit aber den bisher höchsten Preis auf Auktionen. Taxkonform platzierte sich zudem Barbara Hepworth mit ihrer über zwei Meter hohen ovalen Bronzeskulptur „Sea Form (Atlantic)“ von 1964 bei 3,1 Millionen Pfund. Die zweite Dame in der Männerrunde war Bridget Riley mit zwei schwarz-weißen frühen Op-Art-Bildern. Kam für ihr zackiges „Shift“ von 1963 schon die obere Schätzung von 1,2 Millionen Pfund zusammen, durfte sie sich für die drei Jahre jüngere „Diagonal Curve“ über ihren Rekordwert von 3,8 Millionen Pfund freuen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP).

Hinter Moore belegte Francis Bacon mit seiner großformatigen Leinwand „Version No. 2 of Lying Figure with Hypodermic Syringe“ aus dem Jahr 1968 Platz Zwei der Zuschlagsliste. Die sich auflösende menschlichen Figur, eingesperrt in einem Bett, spielte 18 Millionen Pfund ein. Erwartet waren um die 20 Millionen Pfund, in etwa ebensoviel wie für Lucian Freuds Doppelportrait seiner schwangeren Tochter „Ib and her Husband“ aus dem Jahr 1992. Doch für das Gemälde, das erst im November 2007 für 17,25 Millionen Dollar bei Christie’s in New York über die Bühne ging, blieben die Gebote aus. Lediglich Freuds einfühlsame Kreidezeichnung der damals 16jährigen, späteren Schauspielerin Pauline Tennant von etwa 1945 erreichte den unteren Schätzrahmen von 2 Millionen Pfund. So ging Platz Drei an die ältere Kunst und an John Constables naturhaft realistische Ölstudie „View on the Stour near Dedham“ aus den frühen 1820er Jahren bei 12,5 Millionen Pfund (Taxe 12 bis 16 Millionen GBP).

Das älteste Kunstwerk war Joshua Reynolds’ Portrait der ebenso schönen wie eleganten Lucy Long mit ihrem Spaniel in einer Parklandschaft aus dem Jahr 1778, das mit 3,3 Millionen Pfund seine Schätzung von 2 bis 3 Millionen Pfund übertraf. Mit Rekorden gingen dann Thomas Daniell und seine charakteristische Indien-Vedute „The gate of Serai, at Chandpore, in the Rohilla district, East Indies“ um 1800 bei hohen 440.000 Pfund nach Hause (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP), ebenso der Präraffaelit Frederic Leighton. Seine intime musikalische Zwiesprache zwischen einer jungen Frau in Rückenansicht und einem christusähnlichen jungen Mann in „Golden Hours“ von circa 1864 brachte aber nur 2,85 Millionen Pfund ein (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP).

Obwohl auch bei David Roberts’ Panorama „Jerusalem, from the South“ von 1860 mit staunend-andächtiger Menschengruppe die Preisvorstellungen von 1 bis 1,5 Millionen Pfund nicht erreicht wurden, gelten die 800.000 Pfund nun als neuer Spitzenwert, was gleichfalls für Samuel John Peploes spätimpressionistisches Stillleben „The Black Bottle“ von etwa 1905 mit 750.000 Pfund zutrifft (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Einträglicher schnitten im 19. Jahrhundert etwa Dante Gabriel Rossettis zartes „Portrait of Jane Morris, bust-length“ in farbigen Kreiden um 1870 zur oberen Erwartung von 500.000 Pfund, Richard Parkes Boningtons Strandszene mit drei kleinen Mädchen „On the Côte d’Opale, Picardy“ um 1825/26 bei 1,15 Millionen Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) oder die beiden exotischen Tierbilder Jacques-Laurent Agasses mit Löwen und Tigern jeweils an der oberen Taxgrenze von 300.000 Pfund ab.

Nicht so ganz zufrieden dürfte Christie’s mit den 2,65 Millionen Pfund für George Stubbs’ „Two hunters with a young groom and a dog by a lake“ gewesen sein; standen hier doch 3 bis 5 Millionen Pfund auf dem Etikett. Diese Scharte bügelte dann ein Pferdebild aus dem 20. Jahrhundert wieder aus. Denn für Alfred James Munnings’ illustre patriotische Gesellschaft „H.M. The Queen and ,Aureole‘ in the Paddock at Epsom before the Coronation Cup at the Derby meeting“ von 1954 verdreifachte sich der Wert auf 1,8 Millionen Pfund. Erfolgreichen waren dann noch William Roberts mit seinem „Primrose Hill, The Playground“ samt turnenden erwachsenen Männer um 1930 bei 680.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), Michael Andrews’ Landstraße „SAX A.D. 832 - First Painting“ mit einsamem Reiter von 1982 bei 950.000 Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP) und Frank Auerbach mit seinem „Head of Leon Kossoff“. Das pastos gespachtelte Portrait seines Künstlerfreundes von 1954 in Grau, Schwarz und Weiß besetzt mit 2,3 Millionen Pfund nun die erste Position im Auktionsranking Auerbachs (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP).

Post-War and Contemporary Art

Schon einen Tag zuvor hatte Christie’s am 29. Juni die zeitgenössische Kunst verhandelt. Da die Spitzenwerke aber alle in die Versteigerung „Defining British Art“ gerutscht waren, blieb für das reguläre Angebot nicht mehr soviel übrig. Dennoch lagen die Verkaufsraten hier noch höher: 92 Prozent waren es nach Anzahl der Lose, 98 Prozent gar nach Wert. Vielleicht wird der amerikanische Einlieferer von Gerhard Richters rot-grüner Farbverwischung mit der Nummer 811-2 seine Entscheidung schon bereut haben, das Werk kurz vor Auktionsbeginn zurückgezogen zu haben. Denn bei dem anhaltenden hohen Interesse hätte wohl auch Richters Leinwand einen Abnehmer gefunden. Doch der Verkauf schien ihm zu heikel. So fehlen Christie’s in der Bilanz von 39,5 Millionen Pfund die rund 14 Millionen Pfund für das „Abstrakte Bild“ von 1994.

Die Versteigerung startete schon fulminant mit Adrian Ghenies verwischt gemaltem Portraitkopf „Dr. Mengele“ von 2011 bei 330.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), gefolgt von Michaël Borremans’ sujetähnlicher leicht verschwommener Rückenansicht des männlichen Kopfes „Pony (II)“ von 2009 bei 320.000 Pfund (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Auch im weiteren Verlauf konnte der 1977 geborene Rumäne Ghenie punkten und gab sein an Selbstbildnisse Vincent van Goghs erinnerndes Kopfbild „Lidless Eye“ von 2015 erst für 700.000 Pfund ab (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP). Höhepunkte waren dann zwei mittelgroße Graffiti-Werke Jean-Michel Basquiats aus der Sammlung des Schauspielers Johnny Depp: das fratzenhafte „Self-Portrait“ von 1981 stieg mit 3,1 Millionen Pfund auf über das Doppelte der Schätzung, das gleichaltrige, auf eine Tür gemalte „Pork“ auf 4,5 Millionen Pfund (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP).

Die deutsche Kunst war ebenso von der Bieterlaune getragen. Als erstes kam Günther Förg mit einer grün-grauen, auf Blei gemalten Rechteckstruktur von 1990 bei 100.000 Pfund an die Reihe (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP). Dann fielen auch Otto Pienes schwarz-goldenes Rasterbild von 1957/83 bei 160.000 Pfund (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) und Sigmar Polkes riesiges Spätwerk „Flucht (blau)“ von 1997 bei 2,2 Millionen Pfund positiv auf (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Kauffreudige Sammler sah zudem Georg Baselitz, dessen früher neoexpressionistischer „Halbierter“ von 1966 bei 1,2 Millionen Pfund (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP) und dessen jüngerer auf dem Kopf stehender „Adler“ von 1982 bei 1,1 Millionen Pfund weggingen (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Der etwas geldklamme österreichische Sammler Karlheinz Essl hat für Martin Kippenbergers neunteilige subversive Gemäldesuite von 1984 wieder 1,25 Millionen Pfund mehr auf dem Konto (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), und für Neo Rauchs auf Papier gemalte, monochrom rote Figuration „Stau“ von 1999 gab es mit 270.000 Pfund einen Rekordpreis für dieses Medium (Taxe 180.000 bis 220.000 GBP).

Mit aktuellen Spitzenwerten wurden zudem noch Sean Scully für seine an eine Flagge gemahnende großformatige Balkenkomposition „Eve“ von 1992 bei 750.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP) und Manolo Millares für seine schwarze durchlöcherte und wieder geflickte Sackleinenarbeit „Untitled (Composition) Painting no. 4“ von 1959 bei 700.000 Pfund bedacht (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP). Spendabel zeigten sich die Käufer außerdem bei Miquel Barcelós pastoser und materialreicher Seefahrerszene „Pinassi“ von 1991 mit 1,45 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP) und bei Nicolas de Staëls farbfreudigem Stillleben „Deux Vases de Fleurs“ aus dem Jahr 1953 bei 1 Millionen Pfund (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Yves Kleins blütenartig geöffnete blaue „Sculpture éponge bleue (SE 284)“ reüssierte bei 2,8 Millionen Pfund (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP), Andy Warhols hochformatige Leinwand „Two Dollar Bills“ von 1962 aus der Stuttgarter Sammlung Froehlich trotz ihrer prominenten Ausstellungsbeteiligungen bei 3,9 Millionen Pfund dagegen weniger (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



11.07.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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John Constable, View on the Stour near Dedham, full-scale sketch, um 1821/22

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David Roberts, Jerusalem, from the South, 1860

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Dante Gabriel Rossetti, Portrait of Jane Morris, bust-length, um 1870

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