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Das New Yorker Museum of Modern Art und sein experimentierfreudiger Ableger MoMA PS1 bieten museumspädagogische Programme für alle Generationen und biografischen Hintergründe – übrigens auch im Internet

Kunst für Alle



MoMA: Prime Time-Programm für ältere Menschen

MoMA: Prime Time-Programm für ältere Menschen

„Eingefahrene Sichtweisen zu verändern, gehört zu unserem Kerngeschäft“, betont Wendy Woon, the Edward John Noble Foundation Deputy Director for Education und damit die Leiterin des Bildungsprogramms am New Yorker Museum of Modern Art (MoMA). Das MoMA in Midtown Manhattan ist nicht nur eines der größten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst und Design weltweit. Unter Experten gilt das 1929 gegründete Flaggschiff der Moderne als das einflussreichste Museum überhaupt – und zwar auf allen Feldern. Glenn D. Lowry, seit 1995 Direktor des MoMA, betont denn auch: „Wir wollen ein möglichst breites Publikum erreichen, und das heißt, dass wir auf jeden zugehen müssen.“


Die Kunstvermittlung und Museumspädagogik dürfen da natürlich nicht nachstehen. Wendy Woon steht dafür ein festes Team von 24 Mitarbeitern zur Verfügung, viele davon wurden als Künstler oder Kunsthistoriker ausgebildet. Hinzu kommen je nach Projekt noch externe Referenten. Im Fokus der Bildungsaktivitäten am MoMA steht nicht so sehr die reine Vermittlung von Fakten. Vielmehr soll den Teilnehmern künstlerisches Denken anhand von Materialien, Prozessen und unmittelbaren Begegnungen nähergebracht werden.

Die heutige Gesellschaft, so Woon, sei vom lebenslangen Lernen geprägt. Im Durchschnitt erwarteten einen heute 16jährigen Amerikaner während seines Arbeitslebens vierzehn verschiedene Karriereanforderungen. Kreatives Denken, der experimentelle Umgang mit Materialien und der direkte Austausch mit den Produzenten von Kunst seien da durchaus hilfreich. „Das Museum ist heute ein Ort, wo Menschen zusammenkommen, um sich stimulieren zu lassen“, betont Woon.

Ein Blick zurück: Die drei Gründerinnen des MoMA, die Sammlerinnen und Mäzeninnen Lillie P. Bliss, Mary Quinn Sullivan und Abby Aldrich Rockefeller, entstammten der gebildeten New Yorker Oberschicht. Die beständige Weigerung des 1870 gegründeten Metropolitan Museums, auch Kunst von Zeitgenossen auszustellen, nahmen sie zum Anlass, ein neues Haus ins Leben zu rufen. Bereits bei seiner Gründung im Jahr 1929 bildete der pädagogische Aspekt der Museumsarbeit einen der Schwerpunkte des MoMA. Als ersten Direktor bestimmten die MoMA-Gründerinnen den erst 27 Jahre alten Alfred H. Barr.

Barr, der sein Kunstgeschichtsstudium in Princeton bereits mit 21 Jahren beendet hatte, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere längere Europaaufenthalte hinter sich. Besonders beeindruckt war er von seinem Besuch im Bauhaus Dessau. Hier begegnete er nicht nur wichtigen Repräsentanten der Schule wie Walter Gropius, Lyonel Feininger und László Moholy-Nagy, mit denen er lebenslange Kontakte pflegte. Vor allem aber traf er auf eine neue, alle tradierten Gattungsgrenzen sprengende Auffassung von Kunst. Malerei, Bildhauerei, Gebrauchsgrafik, Fotografie, Film, Architektur und sogar Tanz wurden am Bauhaus eng miteinander verzahnt – eine innovative Herangehensweise, die damals in den USA noch vollkommen unbekannt war.

Beseelt vom Bauhaus-Gedanken, der die Zusammenführung der Bildenden, Angewandten und Darstellenden Künste propagierte, setzte auch Barr auf spartenübergreifende Vermittlungsprogramme. Ein experimenteller Ansatz, von dem das MoMA bis heute profitiert. „Fieldtrips“, Exkursionen also, in Ateliers und Fabriken, das gemeinsame Lesen und Auswerten von populären Magazinen wie „The New Yorker“ oder „Vanity Fair“ und der unmittelbare Austausch mit Künstlern wie etwa dem aus Deutschland geflohenen Ehepaar Josef und Anni Albers gehörten dazu. Der Blick über den rein kunsthistorischen Tellerrand hinaus war also von Anfang an Bestandteil der Kunstvermittlung am MoMA. Bereits zu Alfred H. Barrs Zeiten spielte dieses „pushing the boundaries“ – das kreative Überschreiten althergebrachter Grenzen – in der Vermittlungsarbeit des MoMA eine zentrale Rolle. So zog Barr, nachdem er mit seinen Exkursionsteilnehmern die exklusive Kunstsammlung der Harvard University besichtigt hatte, gleich mit der Gruppe weiter, um ihr die modernen baulichen Qualitäten einer gerade neu errichteten Süßwarenfabrik näherzubringen.

Eine Besonderheit der Museumspädagogik am MoMA ist dessen Offenheit für alle Generationen und Bildungshintergründe. Es gibt spezielle Programme für Kinder, Teenager, Erwachsene oder für Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Besonders stolz ist Wendy Woon auf das im Mai 2015 gestartete Pilotprojekt „Prime Time“ speziell für ältere Erwachsene. Vivian, eine kunstbegeisterte 95jährige, gehört hier zu den Aushängeschildern. Die alte Dame hat sich gerade für ein auf fünf Jahre angelegtes Aufbauseminar angemeldet. Wendy Woon dazu: „Wir müssen unsere Einstellung zum Alter kräftig überdenken. Allzu häufig werden alte Menschen mit falschen Stereotypen belegt und dadurch an den Rand gedrängt: Alle alten Menschen sind gleich, sie sind krank, und Geld haben sie auch keins. Das führt dazu, dass sie sich unsichtbar vorkommen.“

Ein temporäres Projekt im Jahr 2012 nannte sich „MoMA Studio: Common Senses“. Es fand im Begleitprogramm der Ausstellung „Century of the Child: Growing by Design 1900-2000“ statt. Zusammen mit Künstlern, Designern und Museumspädagogen bewirtschafteten die Teilnehmer einen Gemüse- und Kräutergarten im berühmten Skulpturengarten des MoMA, sie bestimmten Pilzsorten oder bereiteten Tees und Marmeladen zu. „Hands-on-Experience“ nennen die Amerikaner solche alle Sinne ansprechenden Aktivitäten. Wer will, kann im MoMA Art Lab unter professioneller Anleitung das Fotografieren mit dem iPhone trainieren oder sich in der Herstellung von Monotypien üben. Diese Kurse werden für Museumsbesucher kostenlos angeboten. Doch selbstverständlich gibt es auch am MoMA stärker inhaltlich ausgerichtete kunsthistorische und kunsttheoretische Führungen und Seminare. Über 200.000 teils weltberühmte Werke vom Impressionismus bis hin zu Pop Art, Minimal Art oder Produktdesign bieten dazu reichlich Anschauungsmaterial.

Doch auch wer nicht das Glück hat, in New York zu wohnen, kann vom umfangreichen Bildungsangebot des MoMA profitieren. Das auf der Online-Plattform www.coursera.com angebotene aktuelle MoMA-Seminar „Seeing through Photographs“ etwa ist kostenlos abrufbar. Dazu noch einmal Wendy Woon: „Mit den Coursera-Kursen erzielen wir eine enorme Reichweite. Hunderttausende Menschen in mehr als 160 Ländern weltweit nutzen sie. Neuerdings sogar in Burkina Faso.“

Hauptförderer all dieser Aktivitäten ist im Übrigen die Volkswagen Group of America, die bereits seit 2011, also lange vor dem aktuellen Abgasskandal, ihre breit angelegte Partnerschaft mit dem Museum of Modern Art und dem im Stadtteil Queens gelegenen, stärker auf experimentelle Kunstformen spezialisierten Ableger MoMA PS1 besiegelt hat. Seit 2015 ist die Volkswagen Group of America „Lead Corporate Partner of Education“ am MoMA, also der Hauptpartner dieses Programms. Warum sich der deutsche Autobauer ausgerechnet für das MoMA engagiert, begründet Benita von Maltzahn, Leiterin Kultur und Gesellschaft bei Volkswagen, mit der besonderen Qualität der museumspädagogischen Arbeit am MoMA: „Das Online-Bildungsprogramm des MoMA ist in seinem Umfang einzigartig und wegweisend, denn es ermöglicht Menschen überall, unabhängig vom Besuch des Museums, von dem Wissen der Kuratoren zu profitieren und Werke der weltberühmten Sammlung virtuell zu erleben. So kann die Kunst auf neue Weise und an jedem Ort ihre Kraft entfalten. Dieses Online-Angebot fördern wir langfristig und intensiv, da es Menschen in aller Welt den Zugang zu Kunst ermöglicht.“

Kontakt:

Museum of Modern Art

11 West 53rd Street

US-10019 New York

Telefon:+1 (212) 708 94 00

E-Mail: info@moma.org



08.07.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Das Domestic Integrity Field Part A-1, Juni 2012
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Das MoMA PS1 in New
 York
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The Museum of Modern Art in New York
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Wendy Woon – The Edward John Noble Foundation Deputy Director for
 Education
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Das MoMA PS1 in New York

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Wendy Woon – The Edward John Noble Foundation Deputy Director for Education

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Das Domestic Integrity Field Part A-1, Juni 2012

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im „MoMA Art Lab“

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The Museum of Modern Art in New York

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im „MoMA Art Lab“

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