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Das Krefelder Kaiser Wilhelm Museum öffnet wieder seine Pforten

Mit dem Kaiser durch die Kunstwelt und zurück



Das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld öffnet wieder seine Pforten

Das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld öffnet wieder seine Pforten

Auf einer Ebene mit dem Flanierenden steht in einer Grünzone neben dem Museum etwas verschämt der Namensgeber – Kaiser Wilhelm I. Für das überlebensgroße marmorne Standbild von Gustav Eberlein hatte der Architekt Hugo Koch eigentlich die zentrale Nische einer mehrläufigen „Kaisertreppe“ vorgesehen, so dass jeder Besucher erst einmal zu ihm hochsteigen musste. Hier im monumentalen Treppenhaus des Krefelder Kaiser Wilhelm Museums offenbarte sich die allererste Funktion des ab 1894 errichteten gründerzeitlichen Palastes mit Anlehnung an die Renaissancearchitektur, nämlich die des Denkmals für den einstigen Herrscher. Hinzu kam die Aufgabe des Kunstgewerbemuseums, dessen Exponate als Vorbildersammlung zur Ausbildung von Studenten der Textilindustrie in umliegenden Gewerbeschulen herangezogen wurden. Dazu wurde eigens die Kunstgewerbekollektion Karl Ernst Osthaus’ angekauft, während die wesentlich kostbarere Gemäldesammlung von der Stadt Essen als Grundstock für das Museum Folkwang erworben wurde.


Schlussendlich kam dem Haus die Funktion eines Kunstmuseums zu. Hochgestellte bildungsbürgerliche Kreise stifteten Plastiken, Möbel und Gemälde, wozu auch das vielfach ins Gerede gekommene Londoner Parlamentsgebäude von Claude Monet gehört. Von Anbeginn waren die Ankaufsmittel eng begrenzt, so dass die vier Direktoren Friedrich Deneken, Max Creutz, Paul Wember und Gerhard Storck, die das Museum maßgeblich prägten, immer auf Mäzene und Förderer angewiesen waren. Die Folgen sind heute noch zu spüren. Das nach wie vor unter dem Namen „Kaiser Wilhelm Museum“ auftretende Haus besitzt durch diese spezielle Entwicklung eine vielgestaltige Sammlung, die nur in Dialogen präsentiert werden kann, da keine kunsthistorische Kette präsentabel ist. Unter den 14.000 Werken im Fundus machen Arbeiten auf Papier den größten Anteil aus. Rund 3.500 Werke sind laut Museumsdirektor Martin Hentschel „inhaltlich, vom Rang und Namen her museale Werke“.

Herausragende Rolle bei der Neuausrichtung des Hauses zum reinen Kunstmuseum mit dem Schwerpunkt der Moderne nach 1945 kommt dem seit 1947 amtierenden Direktor Paul Wember zu, dessen globale Umtriebigkeit und Ruhm auf diesem Sektor sogar zur umgangssprachlichen Umdeutung des Institutes als „Paul Wember Museum“ führte. Nach Abschluss der sechsjährigen technischen Aufrüstung des Gebäudes, das für 17,7 Millionen Euro nun endlich klimatechnisch, in Sachen Barrierefreiheit, Sicherheit und anderen musealen Grundanforderungen Anschluss an internationale Standards gefunden hat, präsentiert die vom scheidenden Direktor Martin Hentschel kuratierte Eröffnungsschau „Das Abenteuer unserer Sammlung“ vom kommenden Wochenende an schwerpunktmäßig eine Auswahl aus dem eigenen Bestand vorwiegend mit Kunst seit 1945. Darin hat Hentschel ältere, teils bis ins Mittelalter zurückreichende hauseigene Kunstwerke eingestreut.

So sind dialogisch verschiedene Konzepte der Malerei, Fotografie und Skulptur gegenübergestellt. Porträts von Thomas Ruff bilden den Auftakt des neuen Parcours, der sich über Thomas Struth und weiteren Vertretern der Becher-Schule, über Minimalisten wie Carl Andre, Sol LeWitt oder Erwin Heerich bis zu Christo entlangzieht. Mit vielen dieser Künstler hat Paul Wember in der Dependance Haus Lange Ausstellungen veranstaltet, aus denen Werke ihren Weg in die ständige Sammlung gefunden haben, so von Yves Klein, Arman, Berto Lardera und viele anderen Künstlern. Bemerkenswert ist vor allem die obere der zwei Ausstellungsetagen, wo Monets berühmtes Parlamentsgebäude mit ähnlich verschwommenen Bildern aus Kunstharzen und Wachs von Herbert Hamak ideal in Szene gesetzt ist.

Auch Plastiken und Gemälde des Krefelder Künstlers Norbert Prangenberg werden sinnigerweise mit spätmittelalterlichen Gemälden konfrontiert, da sich der Künstler ja eng an religiöse Kunst anlehnt. Hier schließt sich etwa auch Kiki Smith mit ihrer Skulptur „Verkündigung“ an, der eine Darstellung der Anna Selbdritt aus dem späten Mittelalter gegenüber steht: Eine weltliche Frau empfängt hier ihre Inspiration als Künstlerin. Der biblischen Verkündigung durch Gottes Wirken setzt Smith die künstlerische Idee entgegen. In einem anderen Museumsraum hängen verschiedene Konzepte der Landschaftsmalerei an den Wänden. Hentschel hat hier etwa Johann Wilhelm Schirmers „Heranziehendes Gewitter in der römischen Campagna“ von 1851 oder Adolf Höninghaus’ ebenfalls romantisch erhabene „Meeresbucht mit felsiger Landschaft“ von 1849 mit Michael van Ofens nüchtern konstruierter Industrielandschaft von 1990 konfrontiert.

Alleinstellungsmerkmal des Hauses sind zwei eigens für Krefeld geschaffene Werkgruppen. Der raumhohe Wandgemäldezyklus „Lebensalter“ von Jan Thorn Prikker aus dem Jahr 1923, der seit 1976 hinter einer Schutzwand versteckt war und nun wieder freigelegt wurde, ist mit Stücken der kunstgewerblichen Sammlung verknüpft, etwa mit zeitgleich entstandenen Werken von Peter Behrens. Internationale Beachtung wird sicherlich auch weiterhin der Korpus an Arbeiten Joseph Beuys auf sich ziehen. Drei von den sieben Werken konnten aus der veräußerten Sammlung Lauffs für das Haus gesichert werden, darunter mit der „Barraque D’Dull Odde“ von 1961/67 das geistige Zentrum – neben Darmstadt das einzige von Beuys in Situ erhaltene Werk. Neue Grafikräume sowie ein selbst bespielbares Fotostudio vervollständigen das Angebot.

Das Kaiser Wilhelm Museum wird am 2. Juli von 16 bis 24 Uhr mit einem umfangreichen Programm wiedereröffnet. Darin schließt sich bis zum 10. Juli eine Festwoche mit weiteren Vorträgen, Angeboten für Schulklassen, Führungen durch das Museum mit Künstlern oder durch das Studio 1, das neue Schaulager der grafischen Sammlung, an. Am 2. und 3. Juli ist der Eintritt frei. Vom 3. bis zum 10. Juli hat das Museum täglich von 11 bis 22 Uhr geöffnet, danach dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Der Eintritt beträgt regulär 7 Euro, ermäßigt 3 Euro, die Familienkarte für einen Erwachsenen 9 Euro, für zwei Erwachsene 14 Euro. Neu aufgelegt wird eine Jahreskarte für alle Krefelder Museum für 40 Euro, ermäßigt 20 Euro. Zur Eröffnungsausstellung, die bis zum Februar 2017 läuft, erscheint im Wienand Verlag ein 560 Seiten starker Bestandskatalog mit dem Titel „Das Abenteuer unserer Sammlung: Kunst nach 1945 aus den Kunstmuseen Krefeld“ zum Museumspreis von 45 Euro, im Buchhandel für 68 Euro, und ein Kurzführer mit 96 Seiten für 4 Euro.

Kontakt:

Kaiser Wilhelm Museum

Joseph-Beuys-Platz 1

DE-47798 Krefeld

Telefax:+49 (02151) 97 55 82 22

Telefon:+49 (02151) 97 55 80



30.06.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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02.07.2016, Das Abenteuer unserer Sammlung I - Wiedereröffnung Kaiser Wilhelm Museum

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Krefelder Kunstmuseen

Bericht:


Krefelder Museum lockt mit neuem Abenteuer

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Das neue Foyer im Kaiser Wilhelm Museum
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Das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld öffnet wieder seine Pforten
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Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923
Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923

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Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923
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Variabilder:

Gustav Eberlein, Kaiser Wilhelm I.
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Paul Wember hält die Rede zur Wiedereröffnung des Museums 1969
Paul Wember hält die Rede zur Wiedereröffnung des Museums 1969







Das Kaiser Wilhelm Museum mit der noch vorhandenen Kaisertreppe, 1966

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Das Kaiser Wilhelm Museum mit der ursprünglichen Treppenanlage, 1898

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Kaiser Wilhelm Museum mit dem Großer Bildersaal im Obergeschoss, um 1900

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Das Foyer im Kaiser Wilhelm Museum nach der Umgestaltung im Jahr 1969

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Gustav Eberlein, Kaiser Wilhelm I.

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Paul Wember hält die Rede zur Wiedereröffnung des Museums 1969

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Das neue Foyer im Kaiser Wilhelm Museum

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Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923

Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923

Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923

Jan Thorn Prikker, Wandgemäldezyklus „Lebensalter“, 1923




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