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Das Essener Museum Folkwang zeigt Deutschlands erste umfassende William Turner-Retrospektive

Eine Reise zum Licht



William Turner, Der Brand des Ober- und Unterhauses, 16. Oktober 1834, 1835

William Turner, Der Brand des Ober- und Unterhauses, 16. Oktober 1834, 1835

Eine Lawine in den Schweizer Alpen, der Brand des Parlaments von Westminster 1834: Katastrophen, deren Szenarien Turner nicht als Historienmaler dokumentierte, das taten andere schon vor ihm. Für den englischen Romantiker, der in seiner Jugend das sterbende Rokoko erlebte, der starb, als der Impressionismus sich zaghaft näherte und die industrielle Revolution bereits in die zweite Phase trat, stand die Urkraft der Elemente selbst im Zentrum seiner Arbeiten.



Die unbändige Kraft der Natur, die Schönheit, die Erhabenheit des malmenden Feuers der Brandkatrastrophe, der das alte Parlament in seiner Heimatstadt London zum Opfer fiel, zeigte William Turner ganz im Sinne der Burke‘schen Ästhetik vom Erhabenen, Schönen und dem Pittoresken. Dass in Essen gleich beide Ansichten des Parlamentsbrandes zu sehen sind - aus dem Cleveland- und dem Philadelphia Museum of Art - verweist zugleich auf die Größenordnung der Schau, die mit 203 gezeigten Werken im 150. Todesjahr des Engländers bisher in Deutschland als einzigartig einzustufen ist.

Dabei kommt der Löwenanteil der Exponate natürlich aus London. Bis heute wachen Tate- und National-Gallery über den größten Teil des Werkes, den das Traditionsinstitut nach dem Willen Turners als Nachlass erhielt. Und aus diesem mehrere Hundert Ölgemälde sowie rund 20.000 Aquarelle, Drucke, Skizzen und Studien umfassenden Gesamtwerk stellte der Londoner Turner-Experte Andrew Wilton für die Neue Galerie des Essener Hauses Arbeiten zusammen, die exemplarisch künstlerische Stationen, darüberhinaus aber auch Entwicklungslinien aufzeigen. Auf die frühen idealisierten Landschaften im Stile Claude Lorrains, den fast minutiösen Naturabbildungen, wie sie sein Zeitgenosse und Landsmann John Constable pflegte, verweisen mehrere Ansichten von Caernarvon Castle, „Aeneas and the Sibyl at Lake Avernus“ oder auch das erste Ölgemälde, das Turner öffentlich ausstellte: „Fishermen at sea“, ein düster anmutendes Seestück von 1796 mit stark dramatisierender Licht- und Schattenführung.

Dass die Bildhängung nicht sklavisch ins Korsett der Chronologie gepresst wurde, sondern großenteils der Reiseroute des Künstlers folgt, verweist nebenbei auf historische Zusammenhänge. Während der Seeblockade und der Napoleonischen Kriege beispielsweise bereiste William Turner, seit 1802 Vollmitglied der Royal Academy, nur England und Wales. Auf Reisen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Italien war vor allem der Aquarellblock ständiger Begleiter. Das italienische Licht scheint den Engländer so fasziniert zu haben, dass es in zahlreichen Ansichten vor allem von Venedig fast zum eigentlichen Star sowohl der Ölgemälde als auch der Aquarelle wird. Die Farbpalette hellt sich zusehends auf. Und wo früher detailverliebte Naturschilderungen, oft großen romantischen Zuschnitts, das Werk beherrschten, schien jetzt ein fast unwirklich flirrendes Licht bereits die Konturen aufzulösen - und die rauschhaften Lichtstrudel der späten Landschaftsvisionen der 1830er und -40er Jahre vorwegzunehmen. Fast reine „Lichtbilder“ sind dann auch die gezeigten Ölbilder „Mountain Scene with Lake and Hut“ und „Sunrise with Boat between Headlands“ von 1845.

Neben den bekannten Publikumsmagneten, wie „Rome from the Vatican“ aus dem Jahr 1820, „Snow Storm. Hannibal and his Army crossing the Alps“ von 1812 oder das 30 Jahre später entstandene „Peace - Burial at Sea“, hält die Ausstellung auch eine große Zahl von Skizzenbüchern und Entwürfen bereit. Durch korrespondierende Hängung aber auch die Gliederung der Ausstellungsräume durch Sichtachsen werden Ein- und Durchblicke möglich, die während des Rundgangs auch ein Neusehen markanter Werke aus anderer Perspektive zulassen oder bereits auf neue, dort gezeigte Themen verweisen. Wände und Säulen der Präsentationsräume sind in dunklem Grün und sanften Rotbraun gehalten. Einerseits eine Reminiszenz an historische Ausstellungsräume. Andererseits erhalten die Bilder so eine größere Tiefenwirkung und ein Überstrahlen, wie es bei weißen Wänden häufig vorkommt, entfällt.

Die Ausstellung „William Turner - Licht und Farbe“ läuft noch bis zum bis 6. Januar. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag 10 bis 20 Uhr, Freitag bis 24 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Mark, ermäßigt 10 Mark, Familien zahlen 30 Mark. Der 374-seitige Katalog kostet in der Ausstellung 48 Mark, im Buchhandel 128 Mark, die CD-ROM ist für 50 Mark erhältlich.

Kontakt:

Museum Folkwang

Museumsplatz 1

DE-45128 Essen

Telefon:+49 (0201) 88 45 444

Telefax:+49 (0201) 88 45 330



18.11.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Dirk Aschendorf

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