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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Trotz des schwierigen Umfelds begeht Christie’s in London seinen 250. Geburtstag vorab mit einer Hommage an die Heimat

Feiern mit Briten und anderen



John Constable, View on the Stour near Dedham, full-scale sketch, um 1821/22

John Constable, View on the Stour near Dedham, full-scale sketch, um 1821/22

Ideale Zeiten sind es gerade nicht für eine große Feier im internationalen Handel mit bedeutender Kunst. Nach den Rekordauktionen der vergangenen Jahre hat sich das Klima derzeit erheblich abgekühlt, und mancher Experte raunt von einer strukturellen, längerfristigen Krise – anders als in den Jahren 2009/10 nach der weltweiten Finanzkrise. Auch Christie’s bekommt das zu spüren, wenngleich das Unternehmen im Besitz des französischen Milliardärs und Kunstsammlers François Pinault noch immer zu den Hauptakteuren auf dieser großen Bühne gehört. Und den 250. Geburtstag lässt man sich am Hauptsitz in London trotz drohenden Brexit auch nicht vermiesen: Im Dezember des Jahres 1766 fand unter der Leitung von Namensgeber James Christie die erste Versteigerung in der Geschichte des Hauses statt. Das wird am 30. Juni gebührend gefeiert, und zwar mit einer erlesenen Suite von 33 in dem opulenten Katalog „Defining British Art“ vorgestellten sowie vor und nach der Auktion insgesamt vier Wochen lang öffentlich gezeigten Werken britischer Künstler des 18. bis 20. Jahrhunderts – sozusagen als Hommage an die Heimat.


British Art

Den zeitlichen Beginn machen, charakteristisch für die englische Malerei des 18. Jahrhunderts, zwei Portraits aus dem Jahr 1778: ein Tierbildnis – George Stubbs’ „Two hunters with a young groom and a dog by a lake“ für 3 bis 5 Millionen Pfund – und Joshua Reynolds’ Portrait der ebenso schönen wie eleganten Lucy Long für 2 bis 3 Millionen Pfund. Zweites wichtiges Standbein der internationalen Geltung englischer Kunst jener Zeit war die Landschaftsmalerei. Zu einem Höhepunkt geführt wurde sie durch John Constable, der auch preislich mit seinem naturhaft realistischen „View on the Stour near Dedham, full-scale sketch“ aus den frühen 1820er Jahren bei rund 12 bis 16 Millionen Pfund weit oben rangiert. An den hauseigenen, im Juli 2012 erstellten Auktionsrekord mit 20 Millionen Pfund für ein weiteres Schleusenbild Constables wagt man sich derzeit bei Christie’s aber nicht heran. Ihn begleiten zwei Küstenbilder: Der jung verstorbene Richard Parkes Bonington hielt um 1825/26 drei kleine Mädchen „On the Côte d’Opale, Picardy“ vor hohem bewölktem Himmel innig fest (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), während uns Joseph Mallord William Turner etwa zeitgleich einen fulminanten Weitblick über „Great Yarmouth, Norfolk, with Nelson’s Column“ schenkt (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Für das spätere 19. Jahrhundert stehen Präraffaeliten & Co., darunter Frederic Leighton mit der musikalischen Zwiesprache zwischen einer jungen Frau in Rückenansicht und einem christusähnlichen jungen Mann in „Golden Hours“ von circa 1864 (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Darüber hinaus hat er rund fünf Jahre zuvor die südländische Schönheit „Pavonia“ mit ihren dunklen, ein wenig schwermütigen Augen und dem schwarzen Haar vor einem Pfauenfächer für 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund verewigt. Dante Gabriel Rossetti konfrontiert den Betrachter 1873 mit der nackten, aber unheilschwangeren Schönheit der „Ligeia Siren“ vor weitem Meer (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Sir John Everett Millais setzt 1854 dagegen auf die natürliche Anmut einer jungen Frau, die eben einen Brief öffnet und eine „Violet’s Message“ erhält (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP). Den Exotismus bedienen Jacques-Laurent Agasse mit den beiden Tierbildern eines Löwen samt Löwin in felsiger Gegend und zweier Königstiger in der Savanne für jeweils 200.000 bis 300.000 Pfund sowie David Roberts mit dem Panorama „Jerusalem, from the South“ von 1860 mit staunend-andächtiger Menschengruppe im Vordergrund bei milden Licht (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Die teuersten Arbeiten der Jubiläumsauktion stammen von den Stars der jüngeren Moderne. Um die 20 Millionen Pfund erwartet Christie’s für Francis Bacons großformatige Leinwand „Version No. 2 of Lying Figure with Hypodermic Syringe“ aus dem Jahr 1968. In diesem Bild treibt der 1909 geborene Künstler die Auflösung der menschlichen Figur, die er auf einem runden, aber dennoch eingesperrten Bett dem Betrachter präsentiert, in ein abstraktes Gebilde mit am weitesten in seinem gesamten Werk. Fast altmeisterlich wirkt dagegen Lucian Freud mit dem Doppelportrait seiner schwangeren Tochter „Ib and her Husband“ aus dem Jahr 1992, die eng umschlungen auf einer Matratze liegen. Im November 2007 ging das Bild für 17,25 Millionen Dollar bei Christie’s in New York über die Bühne, der etwa gleiche Betrag soll es jetzt in Pfund werden. Ein feines, einfühlsames Kreidebildnis der 16jährigen, nachmals recht bekannten Schauspielerin Pauline Tennant von etwa 1945 aus der Hand desselben Künstlers liegt für 2 bis 3 Millionen Pfund bereit.

Auch einige auf dem Festland weniger bekannte Namen finden sich im Programm, so Laurence Stephen Lowry, ein Meister in der Darstellung des Lebens in den industriellen Gegenden Nordenglands. Seine etwas naive verschneite „Industrial Scene“ mit rauchenden Schlöten im Hintergrund datiert von 1951 und soll 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund kosten. Den gleichen Preis trägt Stanley Spencers neusachliche „Garage“ in schräger Aufsicht aus dem Jahr 1929, in der sich mehrere Personen an Automobilen und Gummireifen zu schaffen machen. In ähnlichen Bahnen hielt sich William Roberts auf, ein Mitbegründer des Vortizismus in England, und malte um 1930 seinen „Primrose Hill, The Playground“; doch auf dem leicht kubistisch verfestigten Spielplatz tummeln sich keineswegs Kinder, sondern vielmehr erwachsene Männer, die an Barren und Ringen ihre Leibesübungen ausführen (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Unter den Bildhauern hat Henry Moore die Nase vorn. Seine 230 Zentimeter lange und damit überlebensgroße „Reclining Figure“ trägt den schönen Untertitel „Festival“ und entpuppt sich als eine elegant zurückgelehnte junge Frau mit einigen körperlichen Defiziten, aber anmutigen Rundungen. 1951 wurde sie in insgesamt sechs Exemplaren in Bronze gegossen, eines davon wartet jetzt für 15 bis 20 Millionen Pfund auf Kundschaft. Mit Öffnungen in dem Volumen ihrer Bronzeskulpturen arbeitet auch Barbara Hepworth, so in der über zwei Meter hohen ovalen „Sea Form (Atlantic)“ von 1964 (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Die zweite Dame in der Männerrunde ist Bridget Riley mit zwei schwarz-weißen Op-Art-Bildern, dem zackigen „Shift“ von 1963 ab 800.000 Pfund aufwärts und der drei Jahre jüngeren „Diagonal Curve“, die die Sinne noch mehr verwirrt (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Gewissermaßen eine Kuriosität stellt eine hübsche, aber auch etwas kitschige Landschaft unter dem Titel „Scene on the River Meuse at Dinant“ dar. Sie stammt von Winston Churchill aus den Jahren 1946/47 und beweist, dass der Mann als Politiker doch den passenderen Hauptberuf ergriffen hat (Taxe 600.000 bis 1 Millionen GBP).

Post-War and Contemporary Art

Bereits am Abend des 29. Juni geht es bei Christie’s um die zeitgenössische Kunst. Derart hohe Preise wie bei „Defining British Art“ werden allerdings nicht erwartet, allenfalls für ein zwei mal zweieinhalb Meter großes „Abstraktes Bild“ Gerhard Richters von 1994 mit der Werknummer 811-2 in rot-grüner Farbverwischung könnte ein zweistelliger Millionenbetrag drin sein. Die Nummer 811-1 aus der Serie brachte es im Februar 2012 bei Christie’s jedenfalls auf netto 8,8 Millionen Pfund. Weitere bekannte Vertreter aus Deutschland sind Sigmar Polke, dessen riesiges Spätwerk „Flucht (blau)“ in verlaufenden schwarzen Schlieren auf grüngelbem Grund 1997 entstand (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP), oder Georg Baselitz mit der frühen neoexpressionistischen Arbeit „Der Halbierte“ von 1966 für 900.000 bis 1,2 Millionen Pfund. Nur einmal, 1968 in Baden-Baden, wurde das seit 1978 in Privatbesitz befindliche und also fast marktfrische Bild öffentlich ausgestellt.

Günther Förg tritt mit einer grün-grauen, auf Blei gemalten Rechteckstruktur von 1990 hinzu (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP), Otto Piene mit einem schwarz-goldenen Rasterbild von 1957/83, das erst in November 2014 bei Van Ham in Köln für netto 170.000 Euro übers Auktionspult wanderte und nun für 100.000 bis 150.000 Pfund bereit steht. Der etwas geldklamme österreichische Sammler Karlheinz Essl trennt sich von einer neunteiligen Gemäldesuite Martin Kippenbergers, in der sich der subversive Künstler bewusst malerisch schlecht mit unbekannten Personen auseinandergesetzt hat, etwa mit dem „Sohn von John Lennon als Frau verkleidet“ (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Neo Rauch gibt uns in seiner frühen, noch monochrom roten Figuration „Stau“ von 1999 mit zwei Männern und einer Frau vor einer Wand wieder einmal Rätsel auf (Taxe 180.000 bis 220.000 GBP).

Prominente Unterstützung für das Auktionsprogramm gewährten einige bekannte Sammler, darunter Johnny Depp, der sich von zwei mittelgroßen und mittelbedeutenden graffiti-ähnlichen Werken Jean-Michel Basquiats für bis zu 3,5 Millionen Pfund trennt. Dem Nachlass der vor einem Jahr 97jährig verstorbenen Vivian Sternfield Schulte ist das schöne Stillleben „Deux Vases de Fleurs“ Nicolas de Staëls aus dem Jahr 1953 entnommen (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Aus europäischem Privatbesitz kommt Andy Warhols hochformatige Leinwand „Two Dollar Bills“, mit einer Ablichtung von zwei mal vierzig Geldscheinen. 1962 entstanden, ist es einer der frühesten Siebdrucke im Werk des Pop Art-Künstlers (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP).

Aus der jüngeren Malergeneration treten unter anderem Michaël Borremans mit seiner leicht verschwommenen Rückenansicht des männlichen Kopfes „Pony (II)“ von 2009 (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), Hurvin Anderson mit seinem fast abstrakten pastellfarbigen Landschaftsausschnitt „Lower Lake“ von 2005 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP) oder Adrian Ghenie mit seinem verwischt gemalten Portraitkopf „Lidless Eye“ von 2015 an, der an Selbstbildnisse Vincent van Goghs gemahnt (Taxe 350.000 bis 550.000 GBP). Als eine der wenigen Künstlerinnen macht Jenny Saville mit ihrem fleischigen Mutterschweinbild „Host“ von 2000 auf sich aufmerksam (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Einen unteren Millionenwert erwartet noch einmal Miquel Barceló mit seiner pastosen und materialreichen Seefahrerszene „Pinassi“ von 1991.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



23.06.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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