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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bassenge verbuchte guten Erfolg mit der Druckgrafik des 15. bis 19. Jahrhunderts und heimste mit einigen Werken unerwartet hohe Gewinne ein

Überraschung aus der Tiefe



Fries mit einer gespiegelten Darstellung von Meerwesen, Deutschland, 16. Jahrhundert

Fries mit einer gespiegelten Darstellung von Meerwesen, Deutschland, 16. Jahrhundert

Der Holzschnitt trat recht bescheiden an. Verzeichnet war er im Katalog zur Druckgrafikauktion bei Bassenge in Berlin nur mit „Deutsch“ und „16. Jahrhundert“ sowie einem Schätzpreis von 750 Euro. Doch die beiden männlichen Meereswesen, die sich mit menschlichem Ober- und drachenartigem Unterkörper gegenüber stehen und jeweils ein Bündel mit zwei Fischen in ihrer Hand halten, ließen die Bieter nicht zur Ruhe kommen. Umgeben von üppigem Ornament und oben sowie unten begrenzt durch Zierleisten, hoben sie die gespiegelte Darstellung des Renaissance-Frieses entschlossen auf stolze 18.000 Euro. Auch insgesamt verlief die Auktion mit einer Zuschlagsquote von guten 53,5 Prozent erfreulich. Den absoluten Spitzenwert erzielte eine Mappe von Ferdinand Olivier. Die Folge der „Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden. Geordnet nach den sieben Tagen der Woche“ von 1823 ist sein grafisches Hauptwerk und zugleich der bedeutendste Zyklus, den die deutsche Romantik hervorgebracht hat. Die idyllischen Blätter verbinden eine naturalistische Landschaftsschilderung mit der allegorischen Wiedergabe des christlichen Lebens. Für sage und schreibe 80.000 Euro fand diese Mappe mit acht Blättern und den originalen Deckeln einen neuen Liebhaber in Amerika. Bewertet war sie nur mit 50.000 Euro.


Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts

In der großen Kategorie der Druckgraphik des 15. bis 17. Jahrhunderts gab es am 26. Mai zahlreiche Erfolge. So schaffte es zu Beginn der winzige Kupferstich „Der Traum des Paris“ von Albrecht Altdorfer von 350 Euro auf 1.600 Euro, und auch ein Stich von Nicolas Beatrizet nach Michelangelo Buonarroti steigerte sich. Die Laster, die ihre Pfeile gegen die Tugend abschießen, ihren Schild aber nicht durchstoßen können, gab es für 6.500 Euro (Taxe 1.200 EUR). Michelangelo war zudem der geistige Vater für René Boyvins Kupferstich mit dem kraftvoll ausformulierten heiligen Hieronymus mit Putten beim Übersetzen der Bibel; hier machten die Gebote erst bei 13.000 Euro halt (Taxe 2.800 EUR). Eine italienische Radierung der libyschen Sibylle nach Michelangelo ist ein Beispiel für die Adaption seines Renaissance-Stils im Manierismus. Von 3.500 Euro verbesserte sich die um 1560 gefertigte Grafik auf 12.000 Euro.

Ebenfalls erwähnenswert sind zwei Arbeiten in der Manier Hieronymus Boschs. Das beim Antwerpener Verleger Hieronymus Cock erschienene Blatt „Die Versuchung des heiligen Christophorus“ von den Brüdern Joannes und Lucas van Doetecum aus dem Jahr 1561 erzielte 22.000 Euro (Taxe 18.000 EUR). Das ebenfalls mit vielen Ungeheuern bevölkerte „Jüngste Gericht“, das Cornelis Cort zugeschrieben wird, fuhr gute 17.000 Euro ein (Taxe 12.000 EUR). Ebenfalls von den Brüdern van Doetecum stammt „Die Kirmes am St. Georgs Tag“ nach Pieter Bruegel d.Ä. Die um 1559 entstandene Arbeit zeichnet sich durch ihre Vielfigurigkeit aus, der stets ein didaktischer und moralischer Inhalt zugrunde liegt. Von geschätzten 12.000 Euro kletterte der Zuschlag auf 18.000 Euro. Seinen Preis mehr als verdreifachen konnte der Kupferstich „Das letzte Abendmahl“, für den sich Cornelis Cort einer Vorlage Livio Agresti bediente. Die manieristische Versammlung von Christus und seinen Jüngern um einen runden Tisch in einer Säulenhalle mit der Fußwaschung im Hintergrund brachte 14.000 Euro ein (Taxe 4.500 EUR).

Ebenso erfolgreich war „Die Versuchung des heiligen Antonius“ von Lucas Cranach d.Ä. mit zahlreichen Mischwesen und Drachen, die den Heiligen in der Luft halten und an ihm zerren. Für 10.000 Euro wechselte der Holzschnitt von 1506 seinen Besitzer (Taxe 3.000 Euro). Einer der Favoriten der Auktion war „Das Rhinozeros“ von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1515. Die umgesetzten 70.000 Euro bezeugen das große Interesse an dem Dickhäuter (Taxe 30.000 EUR). Und auch Dürers Portrait des Erasmus von Rotterdam von 1526 erwirtschaftete mit 14.000 Euro ein ansehnliches Ergebnis (Taxe 4.500 EUR). Für „Die Nacht“, einen bislang unbekannten Kupferstich eines Künstlers aus der Schule von Fontainebleau, bei dem er sich am Grabmal Michelangelo Buonarrotis für Giuliano de Medici orientierte, engagierte sich vor allem ein niederländisches Museum und spendierte für die zusammengekauert schlafende Personifikation mit einer Eule und einem Putto 20.000 Euro (Taxe 4.500 EUR).

Ebenfalls überraschend war der Spitzenpreis für „Hirsche und Affen im Wald“ von Augustin Hirschvogel. Die Radierung aus dem Jahr 1545 bewegte einen deutschen Händler zu 20.000 Euro (Taxe 6.000 EUR). Auf die gleiche Summe kam der seltene Holzschnitt „Der Kampf zwischen Bauern und den Waldmenschen“ von Hans Lützelburger nach Nikolaus Hogenberg, der von großer Brutalität zeugt (Taxe 1.800 EUR). Aber auch die Freude an den unscheinbaren Dingen war beliebt. So schlossen die in enzyklopädischem Eifer angelegten zwölf Studienblätter mit Insekten, Früchten und Blumen von Jacob Hoefnagel erst bei 4.600 Euro ab (Taxe 2.400 EUR). Bezwingend war gleichfalls die Konzentration und Realitätsnähe in Wenzel Hollars „Muff mit Brokatband“ von 1647, was zu 5.500 Euro führte (Taxe 1.800 EUR).

Zu den Impulsgebern der Auktion bei Bassenge zählt auch Rembrandt. Die Atmosphäre seiner Radierung „Frau am Ofen“ wird durch den nachdenklichen Blick des Halbakts bestimmt, der alleine zu sein scheint, und 28.000 Euro statt der anvisierten 6.000 Euro auf sich vereinen konnte. Überdies gab Rembrandt seine „Verkündigung an die Hirten“ mit ihrer magischen Stimmung von 1634 für 22.000 Euro ab (Taxe 12.000 EUR). Nicht an den Mann gebracht werden konnte seine Ansicht mit Bauernhäusern und einem „Obelisk“ bei 60.000 Euro, für 24.000 Euro dann schon wieder sein zartes Blatt „Der Greis, die Linke zum Barett führend“ um 1639, und auch Rembrandts „Lesende“ von 1634 reüssierte bei 11.000 Euro (Taxe je 7.500 EUR). Sein Lehrer Pieter Lastman durfte sich über 6.000 Euro für seine Radierung der alttestamentlichen erotischen Erzählung „Judah und Tamar“ freuen (Taxe 1.800 EUR).

Druckgrafik des 18. Jahrhunderts

Durchaus erfreulich begann die Kategorie der Druckgrafik des 18. Jahrhunderts mit einer Radierung des Wieners Adam von Bartsch. Das forsche Selbstportrait en face von 1785 mit zotteligen Haaren steigerte sich von 900 Euro auf 6.500 Euro. Einen Wermutstropfen bildete dann aber der Rückgang von Bernardo Bellottos Dresdner Stadtansicht des Neumarktes aus dem Jahr 1749 bei 12.000 Euro. Den Höchstwert spielte hier unerwartet die Radierung „Projet d’un reposoir“ von Louis-Jean Desprez ein. Das Blatt um 1781 gehört zu einem Kompendium mit sieben architektonischen Entwürfen und wurde von Berninis Baldachin für Sankt Peter in Rom beeinflusst. Die äußerst detailreiche Arbeit schaffte einen Sprung von 3.500 Euro auf 30.000 Euro.

Für 6.500 Euro anstelle der erwarteten 1.200 Euro wechselten fünf deutsche Radierungen mit „Geheim verborgenen Silhouetten“ den Besitzer. „Die Auferstehung“ von Lodovico Mattioli nach Giuseppe Maria Crespi veranschaulicht das Thema besonders kraftvoll und bewegend: Links schiebt noch ein Engel die Wolken zur Seite, während unten am Boden die Männer vor Verwunderung auf den Boden fallen und erstaunt nach oben zu Jesus blicken. Gute 14.000 Euro errang die dramatische Szene (Taxe 3.500 EUR). Thomas Worlidge ehelichte die Tochter seines Lehrers Alessandro Maria Grimaldi und verewigte seine Gattin Arabella mit Palette und Pinsel auf einer anmutigen Radierung. Hier bezauberte der Reiz des Unvollendeten zu 3.600 Euro (Taxe 1.800 EUR).

Druckgrafik des 19. Jahrhunderts

Abgesehen von Ferdinand Oliviers Meisterstück und einigen einzelnen Losen blieben die Preise im 19. Jahrhundert eher niedrig. Amüsant war die Karikatur Honoré Daumiers mit den in einem Halbkreis auf vier Reihen verteilten Ministern, die Grimassen ziehen, sich mit ihrem Nachbarn unterhalten oder gelangweilt Löcher in die Luft starren. „Le Ventre Législatif. Aspect des bancs ministériels de la chambre improstituée de 1834“ gab es aber schon für 5.500 Euro (Taxe 7.500 EUR). Erfolgreicher waren die Arbeiten von Peter Ilsted: Sein „Bildnis von Vilhelm Hammershøi“ hob der deutsche Handel von 900 Euro auf exzellente 9.500 Euro, und auch der Verkauf des „Interieur“ mit weiblicher Rückenfigur von 1912 ließ sich mit 5.000 Euro gut an (Taxe 2.800 EUR). Ferdinand Schmutzers großformatige Radierung des „Joachim-Quartetts“ bei der Probe mit zahlreichen Notenblätter fuhr 3.800 Euro ein (Taxe 2.000 EUR). Unentdeckt blieben auch die Arbeiten nach Gemälden Henry Singletons nicht. Die vier Farbradierungen der Serie „The Last Effort and Fall of Tippoo Sultaun“ in zeitgenössischen Kolorit von 1801/02 spielten 4.000 Euro ein. Gleichermaßen attraktiv war auch sein farbiges Mezzotintoblatt „Charles Marquis Cornwallis receiving the two Sons of Tippoo Sultaun as Hostages from the Vakeel“ bei 4.200 Euro (Taxe je 600 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



21.06.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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26.05.2016, Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts

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 Marquis Cornwallis receiving the two Sons of Tippoo Sultaun as Hostages from the Vakeel, England, 1793
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