Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 21.03.2020 Auktion 278 'Europäisches GLas & Studioglas'

© Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Der Luzerner Versteigerer Fischer wartet mit Alten und Neueren Meistern auf, außerdem stehen moderne und zeitgenössische Kunst sowie Möbel und Kunsthandwerk auf dem Plan

In zärtlicher Einheit



Maestro di Sant’Ivo, Madonna dell’Umiltà, um 1400

Maestro di Sant’Ivo, Madonna dell’Umiltà, um 1400

Andächtig versunken sitzt Maria im dunklen Gewand auf dem mit einem wertvollen Teppich bedeckten Boden und hält das Christuskind mütterlich in ihrem Schoß. Der goldene Grund hinter ihr steht für die Erhabenheit der Gottesmutter und die himmlische Sphäre. Die toskanische Darstellung der „Madonna dell’Umiltà“ schuf um 1400 der Maestro di Sant’Ivo, vermutlich ein Schüler Agnolo Gaddis. Der Florentiner Meister hat seinen Namen aufgrund einer charakteristischen Darstellungen des heiligen Ivo erhalten, und auch seine Formensprache bei der Schilderung der „Demütigen Madonna“ zeigt sich betont vereinfacht, konzentriert und vergeistigt, sodass die Funktion des Andachtsbildes ihre Entsprechung findet. Der Darstellungstypus der Madonna dell’Umiltà wurde vermutlich von dem sienesischen Maler Simone Martini entwickelt, war in Mittelitalien im 14. Jahrhundert sehr beliebt und wurde wie bei vorliegender Tafel gerne mit dem Typus der Maria lactans verbunden. Nun freut sich das Auktionshaus Fischer in Luzern, das museale Gemälde im Rahmen der kommenden Auktion als Glanzlicht präsentieren zu können. Mit einem Schätzwert ab 150.000 Franken führt die liebliche Mutter-Kind-Einheit das reichhaltige Angebot Alter Meister, moderner Kunst und Kunstgewerbes sowie Designs und Schmucks preislich an.


Alte Meister

Ein Vertreter der flämischen Schule ist der Antwerpener Jan van Kessel d.Ä., der sich Mitte des 17. Jahrhunderts zu einer „Insekten-Studie“ hinreißen ließ. Mit feiner, detailreicher, fast fotografischer Qualität schildert Kessel in Ölfarbe auf einer Kupferplatte die Käfer und Kriechtiere. Im Dienste einer naturwissenschaftlichen Auffassung und Dokumentation der kleinen Insekten schenkte er jedem Gliedmaße, jedem Korpus, jedem Flügel hohe Aufmerksamkeit. Die lebendige Komposition vermittelt den Eindruck einer vitalen Tierchenschar, die munter über die Platte kriechen zu scheint (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Vermutlich in derselben Zeit schuf Aert van der Neer in Amsterdam eine „Mondscheinlandschaft“, die durch die Lichtreflektion in einem Hafengewässer hell erleuchtet wird. Die Bauern tragen selbst nachts für ihre Rinder Sorge (Taxe 25.000 bis 40.000 SFR). Derselben Gattung ist eine Flusslandschaft mit Staffage des 1647 in Amsterdam gestorbenen deutschen Malers Johannes Lingelbach zuzuordnen. Mächtig ragt ein steiler Fels aus dem seichten Flussufer, an dem sich Bauern und eine Magd niedergelassen haben, um den eigenen Durst sowie den der Rinder zu löschen (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Wo die Natur nur noch als äußerlicher Rahmen für Schilderungen menschlichen Tuns dient, ändert sich die Bildgattung von der Landschafts- zur Genremalerei. So komponierte Jean-Baptiste Pillement in den 1760er Jahren seine „Wäscherinnen“ in eine reiche Vegetation. Es dominiert zwar flächenmäßig der kräftige, reich belaubte, alte Baum, der aus einem wuchtigen Felsen wächst. Doch das inhaltliche Zentrum bilden die sechs Mägde, die sich zum Wäschewaschen an einem seichten Gewässer zusammengefunden haben. Während eine im Begriff ist, ein großes schweres Laken aus dem Wasser zu heben, hat eine andere sich für ein Nickerchen am Boden bequem gemacht. Authentisch ist die Schilderung nicht zuletzt deshalb, weil Pillement vor allem auf seinen vielen Studienreisen nach Madrid, London oder Lissabon lernte, seine Motive in der Natur zu studieren und auf der Leinwand umzusetzen. So erfreuten sich seine ländlichen Szenen schon zu seinen Lebzeiten großer Beliebtheit und rechtfertigen den Schätzwert von 60.000 bis 70.000 Franken.

Prominent für das Stillleben listet der Katalog zwei ausladende Blumensträuße, die Jean-Baptiste Monnoyer mit Draperien und Quasten ergänzt hat (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR). Effektvoll sind ebenfalls die beiden Steckbretter von Domenico Remps; so möchte man von den beiden Trompe l’œil-Stillleben fast die Heiligenbilder abreißen (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Die Gattung Portrait bedienen Paulus Moreelse mit einer elegant gekleideten jungen Dame samt Perlenketten am Hals und im Haar (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR) und Pieter Nason mit dem Bildnis eines Herrn in dunklem Rock und weißem Spitzenkragen (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR). Franz de Paula Fergs Bauernhaus mit Mühle an einem Fluss samt reicher erzählerischer Figurenstaffage wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts auch als Kupferstich aufgelegt; Gemälde und Grafik sind nun für 25.000 bis 35.000 Franken zu haben. Am Übergang zur Kunst des 19. Jahrhunderts stehen die reizende Muse Erato von Johann Heinrich Tischbein d.Ä. aus dem Jahr 1779 (Taxe 30.000 bis 36.000 SFR) und Johann Georg Volmars weite arkadische Landschaft aus Italien für 15.000 bis 18.000 Franken.

Neuere Meister

Der Wahlitaliener Franz Ludwig Catel machte sich vor allem durch seine Landschaftsmalereien und seine romantischen Mönchsdarstellungen einen Namen. Die Anfang des 19. Jahrhunderts in Öl gemalte Schilderung „Drei Mönche in einem Klosterkreuzgang mit Blick auf das Meer im Mondschein und die Faraglioni vor der Insel Capri“ entspricht also dem für ihn charakteristischen Sujet, das der in Berlin geborene, aber hauptsächlich in Rom ansässige Künstler vertrat (Taxe 40.000 bis 50.000 SFR). Auch Alphée de Regny zog es an den Golf von Neapel. Hier fand er 1838 das Motiv für seine Fischer am Strand vor dem Castel dell’Ovo, die eben ihren Fang feilbieten (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR). Bei Francesco Gamba sind sie dann schon wieder in der Morgendämmerung mit ihren Booten auf dem Weg zu ihrer Tätigkeit im bewegten Meer vor Neapel mit den rauchenden Vesuv im Hintergrund (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR).

Die „Berittenen Soldaten in Landschaft“, die dem Italiener Giovanni Fattori zugeschrieben werden, stellen einen Ausschnitt des größeren Gemäldes mit dem Sturm auf „Madonna della Scoperta“ dar. Es sind vier berittene Soldaten hohen Dienstgrades zu sehen, die sich während des kriegerischen Geschehens zu einer Beratung auf freiem Feld zusammengefunden haben (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Ebenfalls auf kräftigen Kriegsrössern reiten zwei „Germanische Krieger auf der Flucht“. Anselm Feuerbach schuf 1869 das in Brauntönen gehaltene Gemälde mit den beiden Wilden, die müde und in Abwehr durch ein Gewässer vor ihren Feinden fliehen (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Pferde stehen ebenfalls bei Konrad Gessners „Gesellschaft in Betrachtung eines Schimmels“ (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR), Johann Erdmann Gottlieb Prestels „Pferdemarkt in der Puszta“ (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR) und bei Edmund Mahlknechts „Stallinterieur mit Schimmel und Fuchs-Fohlen“ im Mittelpunkt (Taxe 6.000 bis 9.000 SFR).

Sammler von Schweizer Landschaften kommen bei Johann Gottfried Steffans Schilderung „Aus dem Sernftal, Glarus“ von 1894 auf ihre Kosten. Die saftige Vegetation, der rauschende Bach und der blaue Himmel über den Alpengipfeln demonstrieren die Meisterschaft des bei der Weltausstellung in Wien 1873 mit einer Medaille ausgezeichneten Malers (Taxe 28.000 bis 38.000 SFR). Seine „Landschaft in den Schweizer Alpen“ mit gemütlichem Bachlauf wünscht sich moderate 12.000 bis 14.000 Franken. Anton Winterlin nimmt uns dann zu einem weiten stimmungsvollen Blick über das Sarneraatal aus dem Jahr 1854 mit und lässt uns die verschneite Alpenkulisse im Hintergrund schauen (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Von bedrohlich-unberechenbarer Stimmung lebt dagegen Frank Buchsers „Marine“ von 1871. Die ungestüme Gischt des Meeres peitscht umher, der zugezogene düstere Himmel kündigt ein starkes Unwetter an. Schiffe lassen sich nur noch im Dunkeln erahnen, sie kämpfen um die Sicherheit auf der rauen See (Taxe 35.000 bis 40.000 SFR).

Der Luzerner Maler Robert Zünd zielt mit seiner „Ansicht des Pilatus“ samt Bauersleuten und Tieren auf einem Weg im Vordergrund derweil darauf ab, die Zeit still stehen zu lassen und dem Betrachter warme Harmonie zu vermitteln. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages erhellen die unberührte Natur, bevor es dunkel wird (Taxe 50.000 bis 60.000 SFR). Auch Xaver Schwegler feiert seine Heimat und legte die „Ruine Neuhabsburg in Meggen“ und eine „Gegend am Urnersee“ 1850 als Gegenstücke an (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR). Edouard-Henri Girardet lässt uns dann an einer winterlichen Bärenjagd von 1863 teilhaben, wobei der junge Jägersmann mehr Angst vor den herannahenden Tier hat und sich unwohl hinter einem Baum versteckt (Taxe 6.000 bis 9.000 SFR).

Moderne, zeitgenössische und Schweizer Kunst

Aus dem frühen Schaffen Max Ernsts stammt seine „Bretonne“. Als er um 1911 das anmutige Mädchen in traditioneller Tracht und voluminösen Holzschuhen als schemenhafte Gouache anlegte, war er gerade 20 Jahre alt (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Nicht minder charmant schilderte 1908 Franz von Stuck sein Portrait von Mary. Der wache Blick seiner einzigen Tochter, ihr lächelnder roter Mund und der weiche makellose Teint vermitteln die Attraktivität des aus einem Seitensprung entstandenen Mädchens, das durch Adoption dennoch in der Familie des Münchner Malerfürsten aufwachsen konnte (Taxe 18.000 bis 20.000 SFR). Zur klassischen Moderne zählt der Pariser Maler und Grafiker Georges Rouault. Sein „Christ en croix“ auf einer Farbaquatinta von 1936 hat bereits die Augen geschlossen und den Kopf zur Seite geneigt hat und verströmt trotz seines Todes neben Maria, Magdalena und Johannes eine große innere Ruhe (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR). Aus der französischen Druckgrafik stehen zudem noch Marc Chagalls farbfreudige Lithografie „La Baie des Anges au Bouquet de Roses“ von 1967 für 15.000 bis 25.000 Franken, Pablo Picassos schwarzweiße Kaltnadelradierung „Minotaure caressant une Dormeuse“ aus der „Suite Vollard“ von 1933 für 25.000 bis 35.000 Franken oder Henri de Toulouse-Lautrecs grüne Lithografie „Eros vanné“ von 1894 für 4.200 bis 5.200 Franken zur Verfügung.

Im Zeichen des Futurismus erscheinen die mit Öl auf Karton gemalten „Volumi di un volto di Donna“ des aus Innsbruck stammenden Römers Roberto Marcello Baldessari. Das Frauengesicht setzt sich mittels vieler geometrischer scherbenartiger Stücke zu einem Bild zusammen (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR). Der Bologneser Stillebenmeister Giorgio Morandi machte sich mit seinen geometrischen Formen einen Namen. Auch seine schwarzweiße Radierung „Natura morta con cinque ogetti“ lebt von den klaren Linien und Kanten der Gefäße (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Mario Sironi hat seinen archaischen „Reiter vor einer Stadt“ dunkel kraftvoll entwickelt und das Ölgemälde in vier Kompartimente unterteilt (Taxe 17.000 bis 22.000 SFR). Ein wenig melancholisch tritt das Mädchen in Antoni Clavés dunkler Gouache „Meisje met Kat“ auf (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR). Bei Juro Kubiceks „Schwarzem Berg“ von 1938 wandelt sich die Landschaft zu einem amorph fließenden Gebilde in abgegrenzten Farbzonen (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR).

Originell in seiner eisig-kühlen Farbwahl kommt die Ölmalerei „Vivono in Venere“ des chilenischen Surrealisten Roberto Matta daher. Geheimnisvoll und undurchsichtig vermischen sich Figürliches und Abstraktes, mattes Weiß, helles Blau und Grün vermitteln den Eindruck eines seichten, aber frostigen Niederschlags (Taxe 35.000 bis 50.000 SFR). Zu den ersten Vertreter des Abstrakten Expressionismus gehörte Mark Tobey, der mit seinen netzartigen Strukturen und von chinesischer Kalligrafie inspirierten Linien großformatige Bilder erstellte. Ein unbetiteltes Aquarell von 1961 mit dunklem vertikalem Rhythmus soll für mindestens 15.000 Franken unter den Hammer kommen. Mit bunten senkrechten Farbbahnen, die sich scheinbar fächerartig überlappen, erzeugte Carlos Cruz-Diez in seiner quadratischen „Physichromie MIL/A“ ein die Augen täuschendes vibrierendes Bild (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR).

Der Züricher Bildhauer Otto Charles Bänninger meißelte einen eineinhalb Meter hohen „Stehenden Frauenakt mit Apfel“ in voluminösen Rundungen aus dem Stein, der als Sinnbild der Urmutter Eva gelten kann (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Benno Oertli befasste sich vorrangig mit dem Modellieren und Experimentieren in unterschiedlichen Materialien. Seine 1996 entstandene „Spirale aus Eis“ birgt ein für Oertli zeitlebens wichtiges Element: Die Kette, hier eine in Milchglas gerahmte Ankerkette. In seiner Kunst soll sie nicht verschließen, beschweren oder einengen. Vielmehr steht sie für Dynamik, Balance oder Veränderung (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Der Spanier Pablo Gargallo hat seine „Jeune couchée en creux“ 1923 aus konkaven Formen gebildet und damit ein quasi negatives kubistisches Bronzerelief geschaffen (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Farbenfroh geht es zunächst bei den Schweizer Malern zu. Giovanni Giacometti beschreibt in seinem Aquarell „Capolago“ um 1925 ein Boot am Steg, dessen Hütte gerade abzusaufen droht (Taxe 34.000 bis 38.000 SFR). Louis René Moilliet abstrahiert den Gegenstand noch weiter und staffelt seine „Toîts de Paris“ ohne Tiefenwirkung in der Fläche (Taxe 2.500 bis 3.500 SFR). Turo Pedretti stellt in spätexpressionistischer Manier 1961 seine „Clematis“ auf einem Stuhl vor einem Gemälde (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR). Koloristisch zurückhaltender haben Théophile Alexandre Steinlen um 1901 eine norwegische Hügellandschaft (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), Maurice Barraud seinen Halbakt „Junge Frau beim Haarekämmen“ (Taxe 18.000 bis 20.000 SFR) und Le Corbusier seine auf collagiertem Papier gezeichnete Figur „Ubu-Bois“ von 1942 angelegt (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Als eines der Hauptwerke Clara Porges’ gelten „I cavalieri dell’apocalisse“, die als Leihgabe in der Züricher Pauluskirche zu sehen sind. Den Entwurf für die wilden Reiter über den Berggipfeln kann Fischer für 30.000 bis 40.000 Franken anbieten. Surrealistisch wird es mit Otto Tschumis „Chute d’Ange“ von 1940 und den körperlichen Versatzstücken eines Menschen vor weitem Horizont (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR), während sich in drei Gemälden Hans Ernis aus der Reihe „Kybernetes“ von 1965 ein kauernden Männerkörper in Umrisslinien genau abzeichnet (Taxe je 12.000 bis 16.000 SFR).

Kunstgewerbe und Antiken

Im Bereich des Kunstgewerbes freut sich vor allem ein um 1700 entstandenes Kabinett mit Unterbau wohl aus Antwerpen auf Kundschaft. Das prächtige Möbel aus Ebenholz und Schildpattfurnier hat mit zwölf Schubladen, weiteren versteckten Schubfächern, der zentralen Mitteltür samt schmückenden Säulen und Fabelwesen ein reiches Innenleben (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR). In die französische Ebenistenkunst geht es mit zwei Kommoden des 18. Jahrhundert aus Paris. Das mit 10.000 bis 12.000 Franken günstigere dreischübige Exemplar in geometrischem Furnierbild stammt von Etienne Clavel, bei der reicheren mit Blumenmarketerie geschmückten zweischübigen Kommode deutet der Schlagstempel auf Jean-Pierre Latz hin (Taxe 33.000 bis 38.000 SFR). Als qualitätvolle Schnitzarbeit tritt eine Heilige Sippe vom Oberrhein um 1500 mit Anna, dem Jesuskind und seinen Stiefbrüdern an (Taxe 30.000 bis 45.000 SFR).

Eines der ältesten Stücke der Aktion ist ein imposanter Stier der späten Bronzezeit aus der Levante. Sein schlanker drahtiger, streng stehender Körper wird von einem mächtigen Kopf mit überlangen Hörner gekrönt, dessen große Augen plastisch nach vorne treten (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Ebenso beeindruckend zeigt sich auch die römische Statue eines weinausgießenden Silens des ersten Jahrhunderts nach Christus. Der antike feinkristalline Marmor wurde zu einem männlichen fleischigen Akt gehauen, von dem nun noch der kräftige Torso erhalten ist (Taxe 80.000 bis 100.000 SFR). Für den kleineren Geldbeutel hält Fischer einen lukanischen Glockenkrater des Brooklyn-Budapest-Malers für 15.000 bis 18.000 Franken bereit. Auf dem rotfigurigen Tongefäß um 410/400 v. Chr. tanzen ekstatisch fünf Mänaden und ein Satyr in Anwesenheit des Weingottes Dionysos. In die afrikanische Kunst weisen zwei Objekte von der Elfenbeinküste: eine Helmmaske der Senufo, die zu Beerdigungszeremonien getragen wurde (Taxe 45.000 bis 60.000 SFR), und eine überlange männliche Figur der Guro, die Häuser und Menschen vor bösen Geistern schützen soll (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 15. Juni um 10 Uhr mit der Versteigerung Alter und Neuerer Meister und endet am 17. Juni um 14 mit Schmuck und Uhren. Der Katalog listet alle Objekte unter www.fischerauktionen.ch.

Kontakt:

Galerie Fischer Auktionen AG

Haldenstrasse 19

CH-6006 Luzern

Telefax:+41 (041) 418 10 80

Telefon:+41 (041) 418 10 10

E-Mail: info@fischerauktionen.ch



13.06.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 16

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (12)Im Verkauf - Events (1)

Veranstaltung vom:


15.06.2016, Kunst- und Antiquitätenauktion 427

Bei:


Galerie Fischer Auktionen

Bericht:


Ein sanfter Büffel wandert aus

Kunstwerk:

Maestro di Sant’Ivo, Madonna dell’Umiltà, um 1400
Maestro di Sant’Ivo, Madonna dell’Umiltà, um 1400

Kunstwerk:

Kommode, Paris, Mitte 18. Jahrhundert
Kommode, Paris, Mitte 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Heilige Sippe, Oberrhein, um 1500
Heilige Sippe, Oberrhein, um 1500

Kunstwerk:

Helmmaske, Senufo, Elfenbeinküste
Helmmaske, Senufo, Elfenbeinküste

Kunstwerk:

Stier,
 Levante, späte Bronzezeit
Stier, Levante, späte Bronzezeit

Kunstwerk:

Jan van Kessel d.Ä., Insekten-Studie, 1650er Jahre
Jan van Kessel d.Ä., Insekten-Studie, 1650er Jahre







Frank Buchser, Marine, 1871

Frank Buchser, Marine, 1871

Taxe: 35.000 - 40.000 SFR

Losnummer: 1166

Aert van der Neer, Mondscheinlandschaft

Aert van der Neer, Mondscheinlandschaft

Taxe: 25.000 - 40.000 SFR

Losnummer: 1049

Jean-Pierre Latz, Kommode, Paris, Mitte 18. Jahrhundert

Jean-Pierre Latz, Kommode, Paris, Mitte 18. Jahrhundert

Taxe: 33.000 - 38.000 SFR

Losnummer: 3542

Robert Zünd, Ansicht des Pilatus, 1852

Robert Zünd, Ansicht des Pilatus, 1852

Taxe: 50.000 - 60.000 SFR

Zuschlag: 120.000,- SFR

Losnummer: 1172

Stier, Levante, späte Bronzezeit

Stier, Levante, späte Bronzezeit

Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 120.000,- SFR

Losnummer: 3898

Jan van Kessel d.Ä., Insekten-Studie, 1650er Jahre

Jan van Kessel d.Ä., Insekten-Studie, 1650er Jahre

Taxe: 60.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 60.000,- SFR

Losnummer: 1030

Heilige Sippe, Oberrhein, um 1500

Heilige Sippe, Oberrhein, um 1500

Taxe: 30.000 - 45.000 SFR

Losnummer: 3708

Jean-Baptiste Pillement, Die Wäscherinnen, um 1770

Jean-Baptiste Pillement, Die Wäscherinnen, um 1770

Taxe: 60.000 - 70.000 SFR

Losnummer: 1075

Giovanni Giacometti, Capolago, um 1925

Giovanni Giacometti, Capolago, um 1925

Taxe: 34.000 - 38.000 SFR

Zuschlag: 36.000,- SFR

Losnummer: 119

Franz Ludwig Catel, Drei Mönche in einem Klosterkreuzgang mit Blick auf das Meer im Mondschein und die Faraglioni vor der Insel Capri

Franz Ludwig Catel, Drei Mönche in einem Klosterkreuzgang mit Blick auf das Meer im Mondschein und die Faraglioni vor der Insel Capri

Taxe: 40.000 - 50.000 SFR

Losnummer: 1096

Helmmaske, Senufo, Elfenbeinküste

Helmmaske, Senufo, Elfenbeinküste

Taxe: 45.000 - 60.000 SFR

Losnummer: 3854




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce