Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 16.06.2018 56. Kunstauktion - Bildende Kunst des 16.-21.Jh.

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

Anzeige

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Edouard Manet galt zu Lebzeiten als Provokateur, der den übelsten Beschimpfungen ausgesetzt war. Heute gilt er als einer der Großmeister der französischen Malerei im 19. Jahrhundert. Hubertus Gaßner, der scheidende Direktor der Hamburger Kunsthalle, stellt ihn nun in seiner fulminanten Abschiedsausstellung als Meister der Blickregie vor

Die Bilder blicken zurück



Edouard Manet, Nana, 1877

Edouard Manet, Nana, 1877

Edouard Manet ist in den Sammlungen deutscher Museen nur vereinzelt vertreten. Umso glücklicher schätzt sich die Hamburger Kunsthalle, hierzulande als einziges Haus gleich drei repräsentative Gemälde dieses wichtigen Wegbereiters der modernen Malerei zu besitzen. Die 1877 entstandene „Nana“, das Bildnis einer kokottenhaften jungen Frau bei der Morgentoilette, ist wohl das berühmteste davon. Diese Tatsache war für Hubertus Gaßner, den scheidenden Direktor des Hauses, Anlass genug, um die eigenen Bestände herum eine Ausstellung mit über 60 weiteren Meisterwerken des Franzosen zusammenzustellen. In der Hamburger Schau „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“ sind jetzt bedeutende Leihgaben aus nahezu allen großen Museen der Welt versammelt.


Edouard Manet (1832-1883) wurde als Kind eines hohen Justizbeamten und einer vermögenden Diplomatentochter in Paris geboren. Die finanzielle Absicherung durch die Familie garantierte ihm zeitlebens eine große Unabhängigkeit. Die Tatsache, dass er nicht vom Verkauf seiner Bilder leben musste, mag aber auch dazu beigetragen haben, dass er selbstbewusst Neues ausprobierte, malerische Gewissheiten in Frage stellte und Kritik und Anfeindungen souverän parierte.

Der dunkelrot gehaltene, große Oktogonsaal der Hamburger Kunsthalle bildet den Auftakt des Parcours. Hier begegnen dem Besucher der Schau repräsentative Beispiele für Manets meisterhafte Blickregie. Die beiden mannshohen Gemälde „Jean-Baptiste Faure in der Rolle des Hamlet“ und „Philosoph (Bettler mit Wintermantel)“ etwa zeigen Protagonisten, die beinahe aus dem Bild herauszutreten scheinen. Bilder, die zurückblicken? Dabei galt es zu Manets Zeiten doch bereits als ungeheure Provokation des bürgerlichen Geschmacks, Bühnenkünstler und Bettler überhaupt als bildwürdige Sujets zu betrachten.

„Der Blick aus dem Gemälde direkt auf den Betrachter ist das eigentliche Thema dieser Ausstellung“, sagt Hubertus Gaßner, der sich mit dieser Schau der Superlative in den Ruhestand verabschiedet. Bei Manet, so Gaßner, sei das Bild nicht mehr eine Projektionsfläche, in die der Betrachter wie in eine andere Welt hineinschaue. Ganz im Gegenteil: Das Bild wird zur reinen Oberfläche. Die darauf dargestellten Personen schauen den Betrachter jetzt frontal und herausfordernd an. Mit dieser radikalen Abwendung vom illusionistischen Bildraum der Vergangenheit erweise sich Manet als einer der zentralen Türöffner für die Gegenwartskunst. Er läute damit eine Entwicklung ein, ohne die selbst die noch relativ junge Performance als unmittelbarste Form der Bild-Betrachter-Konfrontation nicht denkbar wäre.

Anhand von Karikaturen, Zeitungsausschnitten und Persiflagen zeigt die Hamburger Ausstellung Edouard Manet allerdings auch im Kugelhagel der zeitgenössischen Kritik: „Exzentriker“, „miserabler Maler“, „Apostel des Hässlichen und Abstoßenden“, „Gespött aller Leute mit Geschmack“. So lauteten die Schmähungen der Fachwelt. Er selbst äußerte sich dazu 1867 so: „Der Künstler sagt heute nicht etwa: Kommt her und seht tadellose Kunstwerke, sondern: kommt und seht ehrliche Werke. Und die Wirkung dieser Ehrlichkeit ist es, die diese Werke als einen Protest erscheinen lässt, während doch der Maler an nichts anderes dachte, als seinen Eindruck wiederzugeben.“

Wer jetzt allerdings erwartet, auch das wohl berühmteste Gemälde Manets, das 1863 entstandene „Frühstück im Grünen“ leibhaftig zu Gesicht zu bekommen, der dürfte ein ganz klein wenig enttäuscht sein. Dieses Bild ist exklusiv im Pariser Musée d’Orsay zu besichtigen. Die imposante Auswahl der anderen Werke und die mustergültige kunsthistorische Aufarbeitung des Themas entschädigen jedoch dafür. Zu seinem Abschied ist Hubertus Gaßner mit „Manet – Sehen“ noch einmal eine fulminante Ausstellung gelungen, die seine Kernkompetenz als Experte für den Aufbruch der Kunst in die Moderne im 19. Jahrhundert eindrucksvoll unterstreicht.

Die Ausstellung „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“ läuft vom 27. Mai bis zum 4. September. Die Hamburger Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, am Wochenende und feiertags 14 bzw. 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist er kostenlos, ebenso für alle bis zum 31. Mai. Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Sonderführungen, Lesungen, Konzerten, Theaterabenden, etc. Der 256seitge Katalog aus dem Michael Imhof Verlag kostet im Museum 24 Euro, im Buchhandel 30 Euro.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



27.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 23

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (1)Adressen (1)Berichte (5)Variabilder (15)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


27.05.2016, Manet – Sehen. Der Blick der Moderne

Bei:


Hamburger Kunsthalle

Bericht:


Malerei ohne Zuckerguss

Bericht:


Malerei für Demokraten

Bericht:


100.000 Besucher bei Manet in Wuppertal

Bericht:


Endspurt für Manet in Hamburg

Bericht:


Künstlerische Reflexionen einer Metropole

Variabilder:

Edouard Manet, Le balcon, um 1868/69
Edouard Manet, Le balcon, um 1868/69

Variabilder:

Edouard Manet,
 Nana, 1877
Edouard Manet, Nana, 1877







Edouard Manet, Le balcon, um 1868/69

Edouard Manet, Le balcon, um 1868/69

Edouard Manet, Philosophe (Le Mendiant), 1865/67

Edouard Manet, Philosophe (Le Mendiant), 1865/67

Edouard Manet, Partie de Croquet, 1873

Edouard Manet, Partie de Croquet, 1873

Edouard Manet, Victorine Meurent, um 1862

Edouard Manet, Victorine Meurent, um 1862

Edouard Manet, Le Bar aux Folies-Bergère (Ésquisse à l’huile)

Edouard Manet, Le Bar aux Folies-Bergère (Ésquisse à l’huile)

Edouard Manet, Jean-Baptiste Faure dans le rôle d’Hamlet, 1877

Edouard Manet, Jean-Baptiste Faure dans le rôle d’Hamlet, 1877

Edouard Manet, Lise Campinéanu, 1878

Edouard Manet, Lise Campinéanu, 1878

Edouard Manet, Coin de Café-Concert, um 1878/80

Edouard Manet, Coin de Café-Concert, um 1878/80

Edouard Manet, Bal masqué à l’opéra, 1873

Edouard Manet, Bal masqué à l’opéra, 1873

Edouard Manet, Jean-Baptiste Faure dans le rôle d’Hamlet, 1875/77

Edouard Manet, Jean-Baptiste Faure dans le rôle d’Hamlet, 1875/77

Edouard Manet, Le déjeuner dans l’atelier, 1868

Edouard Manet, Le déjeuner dans l’atelier, 1868

Edouard Manet, L’artiste (Marcellin Desboutin), 1875

Edouard Manet, L’artiste (Marcellin Desboutin), 1875

Edouard Manet, Henri Rochefort, 1881

Edouard Manet, Henri Rochefort, 1881




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce