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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute, aber nicht überschwängliche Ergebnisse für die zeitgenössische Kunst bei Christie’s in New York

Mini-Hitler schlägt Basketball



Von den großen Versteigerungen, die während der vergangenen Woche in dichter Folge die Szene auf dem New Yorker Kunstmarkt bestimmten, war die Auktion zeitgenössischer Kunst am 10. Mai bei Christie’s die gewichtigste. Knapp 318,4 Millionen Dollar brutto konnte das Unternehmen am Dienstagabend mit 52 verkauften von 60 angebotenen Kunstwerken umsetzen. Das entspricht etwa der unteren Grenze der Erwartungen und bestätigt den schon im Vorfeld gehegten Verdacht, dass sich – neben Alten Meistern sowie Impressionisten und Modernen – auch die Gegenwartskunst derzeit ein wenig auf abkühlender Talfahrt befindet. Hauptlos wurde Jean-Michel Basquiats mit fünf Metern Breite riesige Leinwand „Untitled“, auf der mit radikaler Gestik zwischen einem abstrakten Gewirr kräftiger Farben ein schwarzer, gehörnter Kopf aufscheint. Die expressive Malerei, die im Juni 2004 in London noch 2,2 Millionen Pfund gekostete hatte, erzielte jetzt den Rekordpreis von 51 Millionen Dollar. Hier langte der japanische Geschäftsmann Yusaku Maezawa zu, der durch die Modeseite „Zozotown“ reich geworden ist. Die Schätzung hatte bei circa 40 Millionen Dollar gelegen.


Einen zahlenmäßig starken Auftritt hatten die abstrakten Expressionisten aus den USA. Neben soliden Ergebnissen im preislichen Mittelfeld wie 3,8 Millionen Dollar für Sam Francis’ fast marktfrischer Farbrhythmisierung „Red No. 1“ von 1953 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) oder 4,1 Millionen Dollar für Willem de Koonings spätes „Untitled XVIII“ von 1984 mit bewegten Farbschwüngen in Rot, Blau und Schwarz auf weißem Grund (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) stachen hier besonders Clyfford Still und Mark Rothko heraus. Letzterer verfehlte mit der blau-grünen mystischen Farbfeldmalerei „No. 17“ von 1957 bei 29 Millionen Dollar allerdings knapp die untere Taxe von 30 Millionen Dollar, und auch Stills von düsterem Blau-Schwarz beherrschtes „PH-234“ schaffte lediglich die untere Grenze von 25 bis 35 Millionen Dollar. Joan Mitchells locker-leicht hingestricheltes „Noon“, eine Gartenabstraktion von 1969, steigerte sich dagegen von 5 bis 7 Millionen Dollar auf 8,6 Millionen Dollar.

Mit 9,4 Millionen Dollar reichte es bei Agnes Martins minimalistischer Leinwand „Orange Grove“ von 1965 zu einem neuen Auktionsrekord, auf der eine quadratische weiße Fläche durch ein Raster aus kleinen Querrechtecken zart gegliedert wird (Taxe 6,5 bis 8,5 Millionen USD). Mit seiner horizontalen, 360 Zentimeter langen und gespiegelten Setzkastenreihung in vier Farben aus dem Jahr 1985 heimste Donald Judd gute 2,1 Millionen Dollar ein (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Am häufigsten auf der Auktion vertreten war der amerikanische Bildhauer Alexander Calder. Allein neun seiner Mobiles, allesamt 1952 oder 1955 großteils als Ergebnis einer inspirierenden Indien-Reise entstanden, stammten aus einer Privatsammlung. Mit einer Ausnahme gingen sie für bis zu 5 Millionen Dollar für das leuchtend rote „Sumac 17“ weg.

An klassischer Pop Art war die Auswahl eher bescheiden. Ein Elizabeth Taylor-Portrait Andy Warhols von 1964 blieb bei 10 bis 15 Millionen Dollar unveräußert liegen, Roy Lichtensteins flächig-kubistisch zerlegte „Sailboats“ von 1973 platzierten sich taxgerecht bei 7,6 Millionen Dollar (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Unter den jüngeren lebenden Künstlern brachte es Christopher Wool mit seinem 1992 datierten Spruchbild „And If You“ für 12 Millionen Dollar am weitesten (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Rekordträchtige 8,5 Millionen Dollar und damit die Mitte ihrer Schätzung traf die freizügige „Runaway Nurse“ von Richard Prince aus dem Jahr 2007. Auch hier war der Sammler Yusaku Maezawa der Käufer. Ein 1994/2009 von Jeff Koons verpacktes „Smooth Egg with Bow (Magenta/Violet)“ wurde schon bei 6,5 Millionen Dollar entpackt (Taxe 7 bis 10 Millionen USD).

Die deutsche Kunst tat sich diesmal etwas schwer. Kamen Gerhard Richters Farbüberlagerungen in dem „Abstrakten Bild (903-7)“ von 2008 noch auf taxkonforme 3,5 Millionen Dollar, fiel sein fotorealistisch verschwommener Blick auf eine Mauerecke in „Venice (Island)“ von 1985 bei 7 bis 10 Millionen Dollar durch. Ebenso erging es Martin Kippenbergers bewusst schlecht gemalter und mit I love-Stickern überklebter Selbstreflexion „The Capitalistic Futuristic Painter in His Car“ mit unsicherem Auftreten aus dem selben Jahr (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Für Anselm Kiefers materialreiche Malereicollage „Lorelei“, die den deutschen Mythos in eine abstrakte Wasserfläche mit Fensterrahmen, schiffartigem Käfig und herabhängenden Metallschnüren übersetzt, blieben 650.000 Dollar übrig (Taxe 700.000 bis 1.000.000 USD).

Mike Kelleys buntes Knöpfe- und Andenkenbild „Memory Ware Flat 1“ aus dem Jahr 2000 konnte den halbjahralten Rekordpreis von 2,55 Millionen Dollar für die Nummer 29 aus der Reihe nun mit 2,8 Millionen Dollar knapp übertreffen (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD). Kerry James Marshall war mit seinem bunt-naiven Swimmingpool „Plunge“, in den eben eine schwarze Frau mit Leopardenbikini hineinspringt, bei 1,8 Millionen Dollar ebenfalls ein Rekordpreishalter (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Und der 1955 geborene Kalifornier Barry X Ball beendete seinen ersten Auktionsauftritt mit der neobarocken Liegeskulptur „Sleeping Hermaphrodite“ aus schwarzem Marmor nach Berninis gleichnamiger Arbeit im Louvre bei nicht allzu überschwänglichen 450.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 800.000 USD).

Schon am 8. Mai hatte Christie’s unter dem Titel „Bound to Fail“ eine Vorhut zeitgenössischer Kunst in den Auktionsring steigen lassen. Trotz des Titels war das 39 Losnummern umfassende Unternehmen von Erfolg gekrönt und spülte bei nur einem Rückgang 78,1 Millionen Dollar brutto durch die Kassen des Hauses. Zu haben waren hier überwiegend Arbeiten lebender Künstler wie Bruce Naumans stichwortgebende Eisenskulptur „Henry Moore Bound to Fail“ in Gestalt einer zusammengebundenen Stoffstruktur für 6,1 Millionen Dollar, die jetzt nach einem weiteren Exemplar desselben Werks die Auktionsrekordliste des 1941 geborenen Künstlers anführt (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Naumans 62 Minuten langes Video „No, No, New Museum“ mit hüpfendem Harlekin von 1987 machte bei 1,35 Millionen Dollar ebenfalls eine Figur (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD).

Hier taten sich die deutschen Künstler etwas leichter. Martin Kippenberger überzeugte nun mit seinem pinkfarbenen Froschkreuz „Zuerst die Füße“, das 2008 im Museion in Bozen für Aufruhr sorgte, bei 1,1 Millionen Dollar (Taxe 700.000 bis 900.000 USD). Für Rebecca Horns poetische Wandarbeit „Die kleine Witwe“ mit 22 kreisenden schwarzen Vogelfedern von 1982 gab es den neuen Rekordpreis von 95.000 Dollar (Taxe 40.000 bis 60.000 USD). Und Rosemarie Trockel schaffte es mit ihrem Strickbild „Made in Western Germany“ von 1987 bei der unteren Schätzung von 1,5 Millionen Dollar in die Top Ten. Lediglich Sigmar Polkes frühe ironische Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion – ein quadratisches Holzlattenraster mit auf den Ecken gesteckten Kartoffeln von 1967/68 – wollte bei 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar niemand haben.

Für neue Spitzenwerte in der kuratierten „Bound to Fail“-Versteigerung sorgten Paola Pivis auf weitem Meer im einem kleinen Motorboot einsam schwimmender Esel von 2003 bei 185.000 Dollar (Taxe 60.000 bis 80.000 USD) oder Neil Jenneys für das Jahr 1969 ausgesprochen realistische Erzählung „Threat and Sanctuary“ mit einem im Meer von Haien bedrohten Menschen bei 800.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Zu Auktionsrekorden langte es auch für den geometrischen Minimalismus aus Frankreich und der Schweiz. 110.000 Dollar erzielte Olivier Mosset mit seinem schwarzen Kreis auf weißem Fond von 1969 (Taxe 80.000 bis 120.000 USD), 750.000 Dollar Daniel Buren mit seinem durch ein welliges Quadratmuster aufgelockerten Streifenbild „Peinture aux Formes Variables“ von 1966 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD) und 180.000 Dollar John Armleder mit seiner ebenfalls in Streifen und Wellen vibrierenden Augentäuschung „Chabasite“ von 2008 (Taxe 60.000 bis 80.000 USD).

Auch einen Klassiker des 20. Jahrhundert hatte Christie’s in die Auktion aufgenommen, und Marcel Duchamp kam beim Publikum gut an, zuerst mit seiner Glasphiole von 1919/64, gefüllt mit „Air de Paris“, bei 700.000 Dollar (Taxe 300.000 bis 400.000 USD), dann mit dem Mona Lisa-Verschnitt „L.H.O.O.Q.“ bei 1 Million Dollar, für den Duchamp 1964 eine Lithografie der Schönheit mit einem Schnauzbärtchen überzeichnete (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Die kubanisch-amerikanische Performancekünstlerin Ana Mendieta konnte sich dann über 115.000 Dollar für ihre Fotografie der archaisch-rituellen Lehmform „La Vivificación de la Carne: El Laberinto de Venus Series“ von 1982 freuen (Taxe 70.000 bis 100.000 USD). Favorit Jeff Koons, dessen in Wasser eingelegter Basketball von 1985 bei 13,5 Millionen Dollar davonrollte, musste sich zuletzt Maurizio Cattelans kindlich verkleinerter Hitler-Figur „Him“ von 2001 beugen. Die hyperrealistische Wachsfigur des knienden Männchens mit zum Gebet gefalteten Händen wurde von 10 bis 15 Millionen Dollar auf den neuen Spitzenwert von 15,2 Millionen Dollar gehoben.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



20.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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