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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die exquisite Druckgrafik der Alten Meister hatte diesmal bei Karl & Faber in München das Nachsehen

Verdrehte Welt



Daniel Hopfer, Drei alte Frauen schlagen einen Teufel

Daniel Hopfer, Drei alte Frauen schlagen einen Teufel

Freud und Leid lagen mitunter recht nahe beieinander in der vergangenen Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Karl & Faber, und beispielhaft dafür standen vor allem die deutschen Druckgrafiker des frühen 16. Jahrhunderts. Da hatte das Münchner Auktionshaus gleich einen ganzen Stapel hochkarätiger Blätter im Angebot, doch einige von ihnen mussten wieder die Heimreise antreten. Dazu gehörten etwa ein Fragment von Martin Schongauers seltenem Kupferstich eines Bischofsstabs, Augustin Hirschvogels 1545 radierte „Flusslandschaft mit zwei durch eine Brücke verbundenen Gebäuden“ oder Lucas Cranachs d.Ä. 1506 datierter Holzschnitt „Die Versuchung des heiligen Antonius“, alle um die 20.000 bis 30.000 Euro angesetzt. Auch von Albrecht Dürer blieb die eine oder andere Preziose liegen, aber immerhin seine vielleicht berühmteste Druckgrafik, der Kupferstich „Melencolia I“ von 1514, wurde für 55.000 Euro knapp unterhalb der Schätzung übernommen. Daniel Hopfers kuriose Eisenradierung „Drei alte Frauen schlagen einen Teufel“, eine Parodie auf den Topos der „Weibermacht“, erzielte mit 16.000 Euro ebenfalls einen Ertrag, der den Erwartungen nicht ganz entsprach.


Bei den Gemälden Alter Meister gab es am 29. April einige Preissteigerungen unter den kleineren Preisen. So verdoppelte sich eine zwei Meter breite Leinwand aus der Nachfolge Joseph Heintz’ d.Ä. mit einer Darstellung Dianas und des Jägers Aktäon, der von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird, von ihrer unteren Taxe auf 14.000 Euro, Carel Borchaert Voets exotisches Früchtestillleben mit Ananas, Weintrauben, Aloe vera und Erythrina auf 13.000 Euro. Zwei „Musizierende Alte“ aus dem mittleren 16. Jahrhundert, geschaffen von einem unbekannten Meister nach einem Kupferstich Lucas van Leydens, kletterten von 2.500 Euro auf 13.000 Euro. Überraschungssieger wurde das Werk eines italienischen Barockmalers, der im 17. Jahrhundert das seltene Thema „Der Traum des Scipio“ verbildlichte. Zum Streben nach Gerechtigkeit wird in dieser antiken Geschichte aufgefordert. Unerwartete 32.000 Euro erzielte die qualitätvolle Malerei (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Bei den Meistern des 19. Jahrhunderts setzte sich erwartungsgemäß Carl Spitzwegs hochformatiges Holztäfelchen „Der Adlerjäger“ wohl aus den späten 1860er Jahren bei 60.000 Euro an erste Stelle. Zu sehen ist darauf eine steil aufragende Felspartie mit einer kleinen Figur im Mittelgrund. Als Landschaft funktioniert das Bild aber auch, wenn man es um neunzig Grad dreht – nur der Jäger fällt dann natürlich um (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Unveräußert blieben dagegen die beiden alternativen Toplose, Heinrich Bürkels „Blick auf Rom vom Monte Mario“ aus den mittleren 1850er Jahren und Jean-François Raffaëllis genrehaft-realistischer „Printemps de Paris“ von circa 1880 mit einem Zug weiß gekleideter Kommunionmädchen für jeweils bis zu 60.000 Euro.

Teuerste Zeichnung eines Altmeisters wurde Pompeo Girolamo Batonis in Rötel skizzierte Studie zu zwei fliegenden Engeln aus dem Jahr 1747 für 17.000 Euro. Das Gemälde, für das diese Studien angefertigt wurde, existiert noch und befindet sich heute in Princeton (Taxe 2.500 EUR). Bei 6.500 Euro reüssierte eine südliche Hügel- und Flusslandschaft mit Rastenden im Vordergrund von Giuseppe Zais (Taxe 1.200 EUR), bei 2.700 Euro der Entwurf für ein Deckenfresko einer Kirche mit der Übergabe eines Gürtels an einen Mönch, der Johann Thomas Christian Winck zugeschrieben wird (Taxe 900 EUR). Giuseppe Bernardino Bison war mit seinem ungestüm in Tuschfeder skizzierten Blatt „Der Tod des Hippolyt“ bei 5.500 Euro erfolgreich (Taxe 1.500 EUR), Anton Raphael Mengs mit dem Altarbildentwurf zu einer Anbetung der Hirten bei 5.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und er Revolutionsarchitekt Peter Speeth mit der strengen Idee für einen runden Tanzsaal bei 1.700 Euro (Taxe 1.500 EUR).

König der Druckgrafik in der Barockzeit war Rembrandt, von dem ein winziges „Selbstbildnis mit Mütze und offenem Mund“, 1630 als ein Frühwerk des Meisters entstanden, bei 23.000 Euro wegging (Taxe 13.000 bis 15.000 EUR). Der Rokokomaler Gaetano Gandolfi überzeugte dann mit seiner effektvoll beleuchteten Aquatintaradierung „Die Anbetung der Hirten“ bei 5.300 Euro, die als Frühdruck in den beiden Farbstellungen Orangerot und Schwarz vorlag (Taxe 2.000 EUR). Auch seine Heilige Familie wollte sich erst bei 5.200 Euro aus dem Auktionshaus bitten lassen (Taxe 1.200 EUR). Den Übergang zum 19. Jahrhundert vollzog Johann Georg von Dillis mit seiner italienisch inspirierten Familienszene „Mutter mit Kindern in Grottaferrata“ aus dem Jahr 1795 bei 11.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Zudem steuerte er eine der aktuell beliebten zarten Wolkenstudien auf blauem Bütten bei 5.000 Euro bei (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Ländliches war mit der Bleistiftskizze der alten knorrigen „Staffelsteiner Linde beim Staffelberg“ in Oberfranken von Johan Christian Dahl aus dem Jahr 1849 für 4.800 Euro (Taxe 2.000 EUR), mit der gleichaltrigen sächsischen Aussicht vom Porsberg auf den Lilienstein und den Königstein von August Richter bei 2.700 Euro (Taxe 800 EUR) oder mit dem Alpenpanorama von Berchtesgaden samt Watzmann von Lorenzo Quaglio d.J. aus dem Jahr 1867 bei 3.500 Euro zugegen (Taxe 1.500 EUR). Johann Gottfried Schadows Öl- und Kreidestudie zur 1794 entstandenen Büste der Prinzessin Friederike, der Gemahlin des Prinzen Louis von Preußen, fand bei 3.300 Euro Gefallen (Taxe 500 EUR). Portraithaft blieb es auch mit der charaktervollen Bleistiftzeichnung des Dirigenten Hans von Bülow aus der Hand Adolph von Menzels bei 3.200 Euro (Taxe 1.200 EUR). Die Papierarbeiten der jüngeren Künstler, die bei guter Abnahme der gesamten Auktion zu einer losbezogenen Zuschlagsquote von 55,3 Prozent verhalten, führte dann aber bei 44.000 Euro eine bemerkenswerte Farbzeichnung Joseph Maria Olbrichs aus dem Jahr 1900 an, die den Entwurf zum Damenschlafzimmer seiner eigenen Villa in Darmstadt zeigt (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Max Klingers frühe Federzeichnung „Nächtliche Lektüre“ eines greisen Mannes mit rätselhaft-symbolistischen Motiv wechselte für 11.000 Euro den Besitzer (Taxe 2.500 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



14.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Rembrandt, Selbstbildnis mit Mütze und offenem Mund, 1630

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