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Rund 400 Kunstwerke zählt die Sammlung Veendorp aus Groningen in den Niederlanden. 80 Gemälde und Kleinplastiken daraus sind jetzt im Kulturspeicher in Würzburg zu sehen

Made in the Netherlands



Willem Bastiaan Tholen, Gasse in Den Haag, 1896

Willem Bastiaan Tholen, Gasse in Den Haag, 1896

Eine lange Gasse mit hohen, fensterlosen Backsteinmauern, die vom warmen Licht der Sonne beleuchtet werden. Aus einer der Hintertüren schaut eine Frau mit langer weißer Schürze hervor und ist vertieft in ein Gespräch mit einem Bäcker, der gerade auf dem Rückweg von einer seiner Lieferungen ist. Über der Gasse ragen die satten grünen Baumwipfel aus den Hinterhöfen des niederländischen Bürgertums um 1900 hinaus. Willem Bastiaan Tholens „Gasse in Den Haag“ von 1896 ist eines der heimeligsten Gemälde, die das Würzburger Museum im Kulturspeicher derzeit in seiner Sonderausstellung „Niederländische Moderne“ zeigt. Es stammt aus der renommierten Sammlung von Reurt Jan Veendorp (1905-1983). Der Architekt und Ziegelfabrikant trug rund 400 Gemälde und Plastiken niederländischer Künstler zusammen, die von der zweiten Hälfte des 19. bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein reichen. In Würzburg sind nun 80 ausgesuchte Exponate zu sehen.


Die Niederlande sind eine der traditionsreichsten Kunstlandschaften Europas, gespickt mit Altmeistern wie Hieronymus Bosch und Malern des Goldenen 17. Jahrhunderts wie Rembrandt oder Jan Vermeer. Umso interessanter ist zu sehen, wie die Konventionen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch moderne Strömungen wie den Realismus aufgebrochen wurden. Die Entdeckungsreise im Kulturspeicher lädt dazu ein, Werke von 36 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern kennen zu lernen, darunter Gemälde von Isaac Israëls, Dirk Nijland oder Paul Joseph Constantin Gabriel sowie Kleinplastiken von Joseph Mendes da Costa oder Lambertus Zijl.

Dabei sollte man jedoch nicht allzu abenteuerliche Motive erwarten: Veendorps Sammlungsschwerpunkt war der Realismus und Impressionismus. Sein Geschmack fällt sehr viel konservativer aus, als der Ausstellungstitel erwarten lässt. Vereinzelt sind dank Jan Toorop und dessen Tochter Charley Toorop Arbeiten des Pointilismus’ und der Neuen Sachlichkeit zu sehen. Abstraktion oder Expressionismus sucht man umsonst in der 60jährigen Sammlertätigkeit. Die Ausstellung ist vielmehr eine subjektive, gemäßigte Version von Moderne, als ein tatsächlicher Querschnitt. Veendorp erläuterte diesen Umstand einst selbst: „Eine Sammlung ist das geistige Eigentum dessen, der sie zusammengetragen hat. Er reicht sie weiter an andere, damit sich diese daran erfreuen können.“

Trotzdem kann sich die kleine Schau sehen lassen: Zwei Räume hat der Würzburger Kulturspeicher dafür bereitgestellt. Den heimischen Touch verleihen der Ausstellung hauseigene Werke des in Würzburg geborenen Karl Heffner, der sich mit seinen wolkenverhangenen Seelandschaften mühelos in das Ensemble der Veendorp-Sammlung einpasst. Möglich machte die Sonderausstellung übrigens eine Kooperation mit dem Groninger Museum, wo sich Sammlung Reurt Jan Veendorps seit 1969 aufgrund finanzieller Engpässe als Dauerleihgabe der Stiftung J.B. Scholtenfonds befindet. Sie umfasst auch Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Keramik, die in der Ausstellung leider nicht zugegen sind. Lediglich von den vorhandenen Skulpturen haben es einige wenige Exemplare in Vitrinen geschafft, wie Zijls entzückend-naturalistische Kleinbronzen eines Nilpferdes und eines Bisons sowie das künstlerisch pointierte, vereinfachte Bronzebildnis des „Fauchenden Affen“ von Mendes da Costa.

Die Motive der Gemälde sind klassisch, wie man sie seit jeher mit der niederländischen Malerei verbindet: Stillleben von Floris Verster, Genremalerei von Jacob Maris, Seestücke von Tholen und weite Landschaften mit Windmühlen Gabriels und Willem van Konijnenburgs. Sogar die obligatorischen grasenden Kühe fehlen dank Willem Maris und Anton Mauve nicht. Doch die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit ist nur eine Seite der Medaille. Veendorps Sammlung enthält auch Arbeiten aus Frankreich, die den Einfluss der französischen Kunst auf die Niederlande deutlich werden lassen. Von Paul Gauguin etwa ist ein frühes, ihm kaum zuzuschreibendes Gemälde der „L’église de Vaugiard“ ausgestellt, das in der sechsten Impressionismusschau in Paris 1881 zu sehen war.

Auch Jean-Baptiste Camille Corot ist mit einem für die Schule von Barbizon typischen Ölbild mit von der Partie: Der verträumten Landschaft „La Rochelle“, die Bäume in bekannter Gestaltungsweise säumen und von einem ins Bild hinein führenden Weg geteilt wird, auf dem eine angedeutete Figur flaniert. Und mit Odilon Redons kleiner Blumenvase blühender „Coquelicots“ von 1905 steht der Besucher vor einem der ersten Stücke der Sammlung. Drei Werke Johan Barthold Jongkinds, der neben Claude Monet als Gründungsvater des Impressionismus’ gilt, demonstrieren umgekehrt aber auch die Bedeutung der niederländischen Kunst für die fortschrittlichen Strömungen in Frankreich.

Mit Redons Mohnblumen ist wahrscheinlich auch schon das farbenfroheste Motiv der Ausstellung gefunden. Alles in allem sind die Exponate von einer monochromen Farbigkeit in Braun und Grün getragen, überzogen von Grauschleiern. Die überwiegend weißen Wände, vor denen die Bilder arrangiert wurden, lassen jene daher noch fahler erscheinen. Umso interessanter ist es, der Ausstellung auf ihrer Reise durch Deutschland auch noch an andere Orte zu folgen, die die Stimmung der Bilder durch ihre jeweilige Hängung, Umgebung und Zusammenstellung transformieren. Würzburg ist die zweite von vier Stationen, die Schau ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck, dem Augustinermuseum in Freiburg und dem Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Wenn die Ausstellung Ende Juni ihre Reise fortsetzt, ist jedoch in Würzburg schon für den nötigen Nachschlag an Impressionismus gesorgt. Ab September gibt es bereits ein blasses Wiedersehen mit Gauguin und Jongkind in der Präsentation „Impressionismus Schwarz-Weiß“.

Die Ausstellung „Niederländische Moderne. Die Sammlung Veendorp aus Groningen“ ist bis zum 26. Juni zu sehen. Das Museum im Kulturspeicher hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag zusätzlich bis 19 Uhr, dafür am Dienstag erst ab 13 Uhr. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog im Michael Imhof Verlag für 19,80 Euro erschienen.

Kontakt:

Museum im Kulturspeicher

Oskar-Laredo-Platz 1

DE-97080 Würzburg

Telefon:+49 (0931) 322 250

Telefax:+49 (0931) 322 25 18



10.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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19.03.2016, Niederländische Moderne. Die Sammlung Veendorp aus Groningen

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Museum im Kulturspreicher Würzburg

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Willem Bastiaan Tholen, Fischerboote auf dem Strand von
 Scheveningen, um 1889
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Jan Toorop, Landschaft Ardennen, um 1902
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Joseph Mendes da Costa, Fauchender Affe, 1910 oder später
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Johan Barthold Jongkind, Reiter und Figur in einer Landschaft,
 1864
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Willem Bastiaan Tholen, Gasse in Den Haag, 1896
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Paul Joseph Constantin Gabriel, Polderlandschaft, 1866
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Willem Bastiaan Tholen, Fischerboote auf dem Strand von Scheveningen, um 1889

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Jan Toorop, Landschaft Ardennen, um 1902

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Odilon Redon, Coquelicots, um 1905/10

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Joseph Mendes da Costa, Fauchender Affe, 1910 oder später

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Johan Barthold Jongkind, Reiter und Figur in einer Landschaft, 1864

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Paul Joseph Constantin Gabriel, Polderlandschaft, 1866

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Jean-Baptiste Camille Corot, La Rochelle, um 1860/70

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Jan Hendrik Weissenbruch, Polderlandschaft mit stakendem Bauern, 1864/75

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Isaac Israëls, Zwei Mädchen an der Lijnbaansgracht in Amsterdam, um 1894

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