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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München

Nach der Natur



Henri Bergé, Algues et poissons, 1898

Henri Bergé, Algues et poissons, 1898

Henri Bergé gehört zu den großen Gestalten des Art Nouveau in Frankreich. Zusammen mit seinem Kollegen Jacques Gruber bestimmte er ab 1895 die Dekors in der Glasfabrik der Daum Frères in Nancy, entwarf Modelle für die pâte de verre-Objekte von Amalric Walter und gründete 1901 die École de Nancy mit, den Zusammenschluss von führenden Künstlern, Unternehmern und Kaufleuten, der in der lothringischen Stadt einen geistigen Nährboden für die neuen Ideen, für die Ausbildung junger Kunsthandwerker, aber auch für die industrielle Produktion und Vermarktung sein wollte. Bergé war es gewesen, der bei den Daum Frères den an der Tier- und Pflanzenwelt orientierten Stil vorantrieb. Seine botanischen und tierischen Entwürfe zeigen sein hohes Interesse an der Natur, die er durch akkurate wissenschaftliche Studien vorbereitete und dann künstlerisch umsetzte, etwa bei der Vase „Algues et poissons“ von 1898. Auf der blaugrünen Wandung schwimmen Fische und Krebse zwischen Pflanzen im Wasser, während sich von der Öffnung herab ein tiefroter Überfang ergießt, in dem Algen geätzt sind. Die hohe Qualität der Ausführung und der sehr gute Erhaltungszustand verlangen bei der kommenden Quittenbaum-Auktion einen adäquaten Preis von 18.000 bis 20.000 Euro.


Französisches Glas

Der Münchner Versteigerer konnte für seine beiden Auktionstage mit knapp tausend Jugendstil- und Art Déco-Objekten wieder ein umfangreiches Angebot zusammenstellen, das zum Besten im deutschen Auktionsmarkt zählt. Bergé kommt darin noch häufiger zu Wort, etwa mit der Martelé-Vase „Vigne vierge et araignée“ samt Ranken Wilden Weins, Spinnwebe und Spinne in Rubinrot (Taxe 3.800 bis 4.200 EUR). Für die Inspiration durch die Natur stehen bei den Daum Frères noch eine hohe rote Vase in Spindelform mit einer Auenlandschaft samt Schwertlilien, Frosch und Rabe von 1901 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) oder die beiden um 1910 gefertigten Bodenvasen „Violettes“ mit aufblühenden Veilchen (Taxe 13.000 bis 14.000 EUR) und „Campanules“ mit ebenfalls violetten Glockenblumen und Wiesenkräutern (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Wer in seiner Zimmereinrichtung gerne Bezüge setzt, wird auch bei den Daums fündig. Bei ihnen lief 1910 der Dekor „Epine vinette“ mit dem Motiv von Berberitzenzweigen vom Band, der in kleiner ovoider und hoher balusterförmiger Vase vorliegt (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR und 4.000 bis 4.500 EUR), während blühende Narzissen und Gräser eine schlanke Pokalvase mit Trompetenfuß (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) und eine Aufsatzschale schmücken (Taxe 3.200 bis 3.500 EUR). Eine etwas kraftvollere Ausgestaltung des Berberitzenmotivs überzieht eine schlanke Balustervase (Taxe 2.800 bis 3.200 EUR) ebenso wie eine Tischlampe (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Der große Konkurrent der Daum Frères war um 1900 in Nancy Emile Gallé. Auch er beteiligt sich an der Auktion mit zahlreichen Glaswaren, darunter einigen frühen Arbeiten mit Emailbemalung, die sich in letzter Zeit verstärkter Nachfrage erfreuen: die hellbraune Vase um 1889 mit einem Gehöft, über das sich Baumwollblüten ranken, und zwei auffallenden säbelartigen Henkeln steht für 7.000 bis 8.000 Euro bereit ebenso wie das hellgrüne Exemplar „Sabot de vénus et coprins“ von 1892 mit Frauenschuh, Tintlingen und Farnkräutern. In diesem Preisrahmen bewegt sich auch die Schale „Orchidées“ mit glutroten Blüten über ockerfarbenem Grund, während für die kleine Intercalaire-Vase um 1902 mit blühenden rosafarbenen Primeln in nebeliger Stimmung schon 17.000 bis 19.000 Euro angedacht sind. Höhepunkt der Gallé-Offerte ist die Vase „Le Lac de Côme le soir“ aus den 1920er Jahren; auf der umlaufenden Balustrade vor dem weiten abendlichen Blick auf den Comer See sitzt sogar ein Pfau (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR). Noch mehr die neuen Gestaltungsideen des Art Déco verfolgen zwei gleichaltrige Vasen Gallés, die mit einem abstrakten Craquelé-Dekor spielen: eine große Kugelform in Grün für 11.000 bis 12.000 Euro und eine kleineres ovales bernsteinfarbenes Gefäß für 4.500 bis 5.000 Euro.

Auch andere Firmen und Entwerfer melden sich am 10. Mai zu Wort, Gabriel Argy-Rousseau mit der Schale „Papillon“ von 1915, die auf den Farbkontrast Rosa-Blau baut (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), oder einem rot-braunen Exemplar mit umlaufenden Rautenmuster und metallenem Standring von 1930 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Burgun, Schverer & Co. treten mit der von der griechischen Antike inspirierten, quadratischen Vase „Echoes of Hellas“ um 1897 hervor (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR), während sich Désiré Christian bei seiner grün-roten Marqueterie-Vase „Courgettes“ mit ihren Kürbisranken um 1904/05 wieder einer Gestaltung nach der Natur zuwandte (Taxe 4.800 bis 5.200 EUR). Vollkommen ungegenständlich wird es dann bei einer Bodenvase der Verrerie d’Art Degué von David Guéron aus dem 1920er Jahren mit ihren tiefvioletten und grauen Farbverläufen (Taxe 2.800 bis 3.200 EUR), während René Lalique die bei seinen Art Déco-Objekten die Stilisierung der Naturformen vorantrieb. So tanzt ein Reigen nackter „Bacchantes“ um seine braun patinierte Vase von 1927 für 4.000 bis 5.000 Euro, um seine blaue Ausformung für 5.000 bis 6.000 Euro. Diesen Wert soll auch Laliques farblose satinierte Vase „Pierrefonds“ von 1926 mit ihren ausladenden Volutenhenkeln erreichen.

Zwischen Naturstilisierung und geometrischer Abstraktion oszillieren ebenfalls die Produkte der Verreries Schneider, etwa die Vasen „Cardères“ (Taxe 1.900 bis 2.300 EUR) und „Papillons“ (Taxe 3.200 bis 3.500 EUR) gegenüber „Emeraude“ (Taxe 700 bis 800 EUR) und einer Kugelform mit dunkelvioletten Bändern auf gelbem Fond (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Henri Bergé blieb auch in der Art Déco-Zeit seiner Naturverbundenheit treu; dafür steht etwa die grün-gelbe pâte de verre-Schale mit Chamäleon für Amalric Walter um 1924 (Taxe 4.700 bis 5.200 EUR). Schon 1908 begnügte sich dagegen Josef Emil Schneckendorf bei seinen Produkten für die Großherzogliche Edelglasmanufaktur in Darmstadt mit abstrakten Farbspielen, etwa bei seiner kleinen Schalenvase mit bernsteinfarbener stark metallisch lüstrierender Oberfläche (Taxe 2.200 bis 2.500 EUR).

Sammlung Lötz und böhmisches Glas

Einen eigenen Katalog hat Quittenbaum für das böhmische Glas reserviert, aus dem besonders eine hochkarätige Privatsammlung mit Arbeiten der Manufaktur Johann Lötz Witwe aus Klostermühle hervorsticht. Vier Vasen der Sammlung sind Modelle, die auf der Pariser Weltausstellung von 1900 gezeigt wurden. Das Highlight ist eine Phänomen-Vase mit Sonnenuntergang über einem See von Franz Hofstötter. Eine vergleichbare Ausfertigung wurde 2010 im Wiener Auktionshaus Kinsky für netto 29.000 Euro gehandelt. Die jetzt von Quittenbaum veranschlagten 15.000 bis 18.000 Euro sind daher nicht zu teuer. Auch für die Vase in Kalebassenform mit von der Mündung herablaufenden silbergelben Fäden zeichnet Franz Hofstötter verantwortlich (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR), ebenso wie für die leicht gedrückte Kugelform, die auf einem hohen floralen Bronzefuß steht (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Seltenheit darf auch die balusterförmige Vase in Blautönen mit gekämmten silbernen Wellenbändern über gestichelten Vertikalstreifen beanspruchen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), gleichfalls die dunkelblaue Vase mit expressivem Wellenband, die auf der Sommerausstellung des Bayerischen Kunstgewerbevereins 1899 vorgestellt wurde (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Insgesamt erwartet der Einlieferer seiner in Jahrzehnten zusammengetragenen Sammlung einen Erlös von rund 150.000 Euro. Zu den 43 Vasen der Kollektion, darunter auch die exaltiert einem Baumstumpf mit drei astartigen Öffnungen nachempfundenen Vase mit Cytisus-Dekor von 1902 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), gesellen sich im Katalog zudem einige qualitätvolle Stücke aus diversem Besitz. Dazu gehören Jutta Sikas Entwurf eines fünfkantigen Vasenkorpus mit blauer Wandung, silbergelben Tupfen und hellen cremefarbenen Füßen von 1905 (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), Friedrich Adlers Vase „Orion“ von 1903 mit kosmischer Faden- und Tupfenzier in vergoldeter Zinnmontierung (Taxe 2.300 bis 2.500 EUR) oder Karl Massanetz’ Kelchglas mit feiner schwarz-goldener floraler Bemalung von 1914 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Bronzen, Silber, Metall und Möbel

Dominant am zweiten Auktionstag sind rund 100 Kleinskulpturen aus Bronze und Elfenbein, die zeitlich etwa mit Carl Hans Bernewitz’ dunkelbraun patiniertem Ikarus beim Anlegen seiner Flügel von 1895 beginnen (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Funktion, freie Kunst und Orientalismus verbindet eine Figurenlampe des Wieners Franz Xaver Bergmann um 1900, die einen sitzenden Araber mit Gewehr unter einem hohen Baldachin mit integrierter Lampe zeigt (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Dieses Prinzip griff zudem Richard W. Lange in den 1920er Jahren bei seiner Tischlampe „Fallschirmspringerin“ auf (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Weitere Höhepunkte der Offerte sind eine nackte „Turnerin“ und ein „Diskuswerfer“ von Ferdinand Preiss aus den 1920er Jahren in versilberter Bronze (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR und 6.000 bis 7.000 EUR) ebenso wie seine Pendule mit zwei weiblichen Akten in Elfenbein, die das Uhrwerk tragen (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR), oder Otto Poertzels agile „Schlangentänzerin“ in kleiner Ausführung für 5.000 bis 6.000 Euro.

Skulpturen des aus Rumänien stammenden und in Paris tätigen Bildhauers Demetre Chiparus führen dann nach Frankreich. Für seine große „Wasserträgerin mit Kind“ auf den Schultern nutzte er um 1920 nicht nur Bronze und Elfenbein, sondern auch exotisches Holz beim Rock (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Bei Georges Flamand dient die junge nackte Frau mit ihrem wallenden langen Haar wieder als Halter für zwei Glühbirnen (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), während sich die Unbekleidete in Paul Philippes „Le Réveil“ wieder ohne Funktionszusammenhang räkeln darf (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Um 1910 schuf der Ungar Márk Vedres einen elegisch flötenspielenden Jüngling aus schwarz patinierter Bronze (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR), Bruno Zach in den 1920er Jahren eine hochnäsige „Tänzerin“ aus versilberter Bronze und 1933 den explizit erotischen „Mädchenraub“, bei dem ein Affe gerade eine Frau verschleppt (Taxe je 4.000 bis 4.500 EUR).

Auch die Wiener Werkstätte kommt bei Quittenbaum zu ihrem Recht und stellt unter anderem eine silberne Jardiniere mit durchbrochenem Kleeblattmuster von Josef Hoffmann aus dem Jahr 1909 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Otto Prutschers pilzförmige Tischlampe mit grünem Glasschirm samt Netzstruktur um 1910 zur Verfügung (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Die Silberabteilung wartet noch mit einem schlichten eleganten Pokal in stilisierter Blütenform von Karl Groß um 1900 für 2.000 bis 3.000 Euro auf, die Metallabteilung mit einem Kerzenleuchter aus Zinn von Hans Peter für Orivit, aus dessen Mädchenkopf am Ende des fünfkantigen Schafts die Haare als Halter der Tüllen herauswachsen (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), oder mit mehreren Schalen. Während Henry van de Velde bei seiner bronzenen Visitenkartenablage von 1898 die Blattform schon stark abstrahiert (Taxe 3.600 bis 4.000 EUR), erkennt man bei Ludwig Vierthalers um 1906 hergestellten Kupferschalen mit Seespinne (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR) und Krebs die Tiere noch recht genau (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Die Möbelsektion feiert wieder das französische Art Nouveau mit einer Schlafzimmereinrichtung Louis Majorelles von 1900, bei der das Motiv des Klatschmohns überwiegt (Taxe zusammen 20.000 bis 24.000 EUR). Kaktusartig erscheint Fritz August Breuhaus de Groots Stehlampe mit vier Schirmen aus Ikoraglas auf verchromten Messingarmen von WMF aus dem Jahr 1929 (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Keramik

Den keramischen Arbeiten ist dann wieder ein eigener Katalog vorbehalten. Auch hier kann sich Quittenbaum auf eine Privatsammlung französischer Künstlerkeramik aus der Zeit von 1880 bis 1930 stützen, die beispielsweise drei Arbeiten René Buthauds vorhält. Seine Art Déco-Vasen aus den 1920er Jahren, die jeweils bei 5.000 Euro starten, sind mit Meerjungfrauen und Frauenköpfen verziert. Daran schließt sich Jean Carriès, der bereits 1894 verstorbene Vorreiter französischer Keramik, mit der für die Jahre um 1890 erstaunlich schlichten Vase „Moos“ in dunkelbrauner Verlaufsglasur an (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Diesen Wert erwartet auch Henri Cros’ hochrechteckiges Relief mit einer nackten weiblichen Halbfigur und Maske. Ebenfalls dem Relief bedient sich Joseph Chéret 1892 bei seinem Blumentopf „Poursuivies par les papillons“ und lässt aus der weiß-grünen Wandung geflügelte Gestalten plastisch hervortreten (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Emile Decœur war gut zehn Jahre später bei seiner Vase mit langem Hals nicht so mehr verspielt, wenn die braun-beige Glasur lediglich über ein Rippenmuster herabfließt (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR). Dass auch bekannte Maler als Designer für Gebrauchswaren auftreten, macht Maurice de Vlaminck deutlich, der in den 1910/20er Jahren eine Vase mit großen Blüten, Voluten und Kreisen in Fenstern blau-grün bemalte (Taxe je 6.000 bis 7.000 EUR). Ein Fries aus blaugrünen Blättern über weißgrauem Grund ist dann das markante Dekorelement bei einem Vasenpaar Auguste Delaherches um 1900 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Taxile Maximin Doat kommt mit einer dunkelbraunen Vase samt weißem Farbtupfenkranz um 1890 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder einem Zierteller von 1901 mit einem kameeartigen Frauenkopf im zentralen Medaillon für 2.000 bis 3.000 Euro zu Wort.

Plastisch formte Edmond Lachenal die Mündung in Gestalt einer Blüte bei einer grau, dunkelrot und blau glasierten Vase um 1895, die Eidechse auf dem Korpus einer kräftig grün glasierten Kollegin (Taxe je 5.000 bis 6.000 EUR) oder das Bambusrohr bei einem hellgrünen Exemplar (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Bei seiner um 1925 gefertigten Vase scheint Emile Lenoble auf den ersten Blick ein Fehler unterlaufen zu sein; denn die taubenblaue pastose Glasur zieht sich wenig gestalterisch über das weiß-braune Muster der Wandung (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Bei Henri Simmens gleichaltriger Vase mit geometrischem Ritzdekor in dunkelbrauner Glasur ist dann offensichtlich wieder alles in Ordnung (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Beim Porzellan besticht ein Service Henry van de Veldes mit blauem Peitschenhiebdekor wegen seines Umfangs von 54 Teilen. Das um 1903/04 entworfene und bis etwa 1924 bei Meißen aufgelegte Essgeschirr ist auf 14 Losnummern aufgeteilt, beinhaltet rare Stücke wie zwei Saucieren, eine Deckelterrine sowie großformatige Vorlegeteller und soll insgesamt 35.000 bis 43.000 Euro einspielen. KPM beteiligt sich mit einer hellblauen Vase um 1900, die mit fantastischen Tier-Mensch-Szenen und zwei weißen Hermelinen als Handhaben geschmückt ist (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) und die Porzellanmanufaktur Rosenthal mit einer Palette kleinfigürlicher Arbeiten nach Ideen von Ferdinand Liebermann, Karl Himmelstoß, Gustav Oppel oder Albert Caasmann zwischen 120 und 1.200 Euro. Otto Eckmann führt mit seiner grün-violetten Vase in brauner Bronzemontierung um 1900 wieder in den Keramikbereich (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Dass Robert Wallace Martin mit seinen Brüdern, die unter „R.W. Martin & Brothers“ firmierten, zu den bedeutendsten Keramikern Englands um 1900 gehörte, hat nicht zuletzt die fulminante Auktion mit Preisen bis über 200.000 Dollar für ihre grotesken Tierfiguren mit menschlichen Zügen im vergangenen Dezember bei Phillips in New York deutlich gemacht. Bei Quittenbaum geht es etwas geruhsamer zu, doch soll auch ihre braune Vase mit Lilienblüten 5.200 bis 6.000 Euro kosten. Nicht alles bei Quittenbaum datiert in das frühe 20. Jahrhundert. Da listet der Keramikkatalog gegen Ende doch eine unikate Vase von Royal Copenhagen aus den späten 1980er Jahren, und die hat es in sich. Denn was zunächst wie eine Unterwasserszene aussieht, entpuppt sich als kuriose verdrehte Natur. Denn die Fische auf der zylindrischen Wandung schwimmen nicht etwa im Wasser, sondern fallen senkrecht vom Himmel ins weite Meer (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 10. Mai und 11. Mai um 14 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de abrufbar.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 27 37 02 10

Telefax:+49 (089) 27 37 02 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



09.05.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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10.05.2016, Jugendstil - Art Déco

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Bodenvase, Verrerie d’Art Degué, 1920er Jahre
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Josef
 Hoffmann, Jardiniere, 1909
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Edmond
 Lachenal, Vase, um 1895
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Franz Xaver Bergmann, Figürliche Tischleuchte, Wien um 1900

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Bodenvase, Verrerie d’Art Degué, 1920er Jahre

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