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Münchner Galerien auf hohem Niveau und in Entdeckerlaune: Joseph Beuys und Nam June Paik in der Galerie Thomas, Fotografien von Albrecht Tübke bei Galerie Jordanow und bei Barbara Gross exklusiv in Deutschland das Werk der Konzept- und Performancekünstlerin Jana Sterbak. Die Galerie Rieder schaut auf 35 Jahre Engagement in Sachen Kunst zurück

Ein Urklavier im Holzkasten



Wer derzeit die Galerie Barbara Gross betritt, erinnert sich sofort an die große Retrospektive der tschechisch-kanadischen Konzept- und Performancekünstlerin Jana Sterbak im Jahr 2002 im Haus der Kunst, auch an das hauchzarte, transparente Hemdchen mit dem Brusthaarflor auf Dekolletehöhe, das die üblicherweise erotische Ausstrahlung der durchschimmernden Frauenbrüste in ihr Gegenteil verwandelt. Und an das Foto „Absorption“, auf dem sie ihre Verwandlung in eine Motte darstellt, die – wie nebenstehender Text erklärt – es sich zur Aufgabe gemacht hat, die 100 Filzanzüge von Joseph Beuys nach und nach dem Zerfall preis zu geben. Beide Arbeiten sind in der Ausstellung „Identity“ bei Barbara Gross in München zu sehen, mit der die Galeristin in Erinnerung ruft, dass Sterbaks irritierendes, poetisch-bildhaft und mitunter subtil-komplexes Werk zu den prägnantesten künstlerischen Äußerungen der Gegenwart gehört. Erinnert sei nur an das Kleid aus Fleisch von 1987, das Lady Gaga 2010 zum MTV Video Music Award neu auf- und angelegt hatte. Das Kleid ist in München als Foto gegenwärtig.


Jana Sterbaks durchaus breiteres Themen- und Ausdrucksrepertoire umreißen bis zum 7. Mai Arbeiten wie der mit Trageriemen versehenen Felsbrocken „Sisyphus Sport“ von 1997/2014, die an die Decke gehängte Krone aus versilberten Lorbeerblättern von 2007 oder das „Cinderella“ betitelte Einmachglas voller Kichererbsen von 2015, von denen drei aus Gold bestehen. Allesamt berühren sie Fragen der Identität, des Rollenverständnisses und immerwährender menschlicher Konflikte, Bezüge zu aktuellen Spannungen nicht ausgeschlossen. Das locker gehäkelte Kapuzencape „Mask“ von 2015 mit seinem gesichtsverdeckenden Mützenteil und dem grobmaschigen durchsichtigen Umhang ist als eine Reflektion über das Gegensatzpaar Anonymisierung und Exhibitionismus, über verdeckte und zur Schau gestellte Körperlichkeit angelegt. Sterbaks Arbeiten kosten bei Barbara Gross zwischen 7.000 und 38.000 Euro.

Keine Frage, die allegorische Motte Jana Sterbaks würde in der ein paar hundert Meter entfernten Galerie Thomas ein großes Fressen erwarten. In der grandiosen und breit angelegten Schau „Joseph BeuysNam June Paik“ hängt ebenfalls bis zum 7. Mai neben anderen Hauptwerken der beiden Kunsterneuerer der „Graue Filzanzug“ von Joseph Beuys, der 1971 Berühmtheit erlangte. Er und beispielsweise die technoide Voodoo-Figur „Fin de siecle man 1“ von Nam June Paik allein ließen wohl kaum ahnen, wie nah sich die beiden Künstler einst waren. Von metaphorischer Bedeutungsschwere das eine Werk, von ironischer Doppelbödigkeit die skurrilen Skulpturen und Installationen mit den integrierten Videos des anderen. Nie zuvor hat eine Ausstellung – auch nicht in Museen – die Beziehung der beiden, die nicht auf Werkähnlichkeit basiert, so prägnant herausgearbeitet.

Ein Hang zu Spirituellem und Schamanentum eint die beiden wie auch ihr avantgardistischer Habitus. Berührungspunkte gab es zudem in der Fluxusbewegung der 1960er Jahre. Und nicht nur einmal hat der Medienkünstler Paik den singenden Beuys auf gemeinsamen Happenings als Videosequenz skulptural verewigt, etwa 1994 in „Robot Roof“, das mit 540.000 Euro zu den teuersten Exponaten zählt. Nur ein einziges Gemeinschaftswerk existiert: Der 21.000 Euro teure Holzkasten „In Memoriam George Maciunas“, der einen Filzkeil und ein aus einer Astgabel gefertigtes Urklavier sowie ein gemeinsames Tondokument enthält. Die Ausstellung der Galerie Thomas hat weitere gewichtige Werke von Paik und Beuys zusammengestellt, wie beispielsweise die aus Filz und Kupfer gefertigte „Dumme Kiste“ von 1983 zum Preis von 485.000 Euro oder Paiks Installation „I never read Wittgenstein“ mit verzerrtem TV-Testbild in vorsintflutlichem Fernsehkasten von 1997 für 48.000 Euro.

Der Arbeitsweise großer Fotografen wie etwa August Sander oder Stefan Moses folgt der aus Leipzig stammende Albrecht Tübke, dessen Porträts bis zum 18. Juni in der Galerie Jordanow zu sehen sind. Der 44jährige befasst sich mit Menschenbildern, indem er sie vor derselben vorgefundenen natürlichen Kulisse fotografiert. So entstehen Serien über Jugendliche, Modebewußte, Arbeiter oder Zwillinge und über einen Frauentyp, den man in Italien, wo der Fotograf lebt, als „La Donna“ bezeichnet. Das Besondere seiner Arbeit ist das Unprätentiöse. Seine Aufnahmen wirken zufällig, ungekünstelt, ja fast beiläufig. Albrecht Tübke gelingt es, einen ganz eigenen Ton anzuschlagen, der zwischen Skepsis und Selbstentdeckung der Porträtierten liegt. Dass er zudem ein brillanter Handwerker ist, zeigen nicht zuletzt seine 2009 entstandenen Arbeiten aus einem italienischen Marmorbruch, die wie Eislandschaften daherkommen. Die 38 auf 47 Zentimeter großen Handabzüge kosten 2.800 Euro, die Inkjetprints liegen bei 1.800 Euro.

Wer in Deutschland an Werken des Nouvelle École de Paris-Vertreters Pierre Soulages interessiert ist, kommt an der Galerie Rieder wohl nicht vorbei. Vor fast dreißig Jahren waren Edith und Werner Rieder die ersten, die hierzulande die monochromen schwarzen Bilder mit den spannungsreich strukturieren Oberflächen handelten. Dass der Franzose auch in der Ausstellung zum 35jährigen Bestehen der Galerie vertreten ist, liegt auf der Hand. Die Jubiläumsschau ist ein Reigen jener Künstler, die der Galerie Profil und Renommee eingebracht haben. Franz Gertschs großformatiger malerischer Holzschnitt „Pestwurz“ von 2002 zum Preis von 20.000 Euro ist zu sehen, eine der wenigen auf dem Markt verfügbaren kubisch-kompakten Lurra-Plastiken von Eduardo Chillida für 180.000 Euro ebenso wie die 7.500 Euro teure fotografische Collage „Du hast mich verzaubert mit dem Blick Deiner Augen“ von Herlinde Koelbl, die von Rieder exklusiv vertreten wird.

Entdecken oder besser wiederentdecken kann man hier bis zum 14. Mai unter anderem die Arbeiten Johannes Geccellis, der einst zur ZERO-Gruppe gehörte und die Idee der Kinetik heute durch kontemplative Farbverläufe auf großen Leinwänden neu interpretiert. Oder den Spanier Francisco Farreras, der in den 1950er Jahren zur Avantgarde seiner Heimat zählte und hier mit seiner in Mischtechnik entstandenen Abstraktion „No 682A“ von 2005 verwitterte, metallische Materialität suggeriert. Die Galerie Rieder hat aber auch zahlreichen jüngeren Künstlern den Weg in Museen und Privatsammlungen geebnet, vor Jahrzehnten etwa dem zwischen Fotorealismus und Pop Art changierenden Heinrich Salzmann und erst jüngst dem Münchner Akademieabsolventen Manuel Rumpf, der mit Stadtlandschaften malerisch hervortritt.


Die Ausstellung „Jana Sterbak – Identity“ ist bis zum 7. Mai zu sehen. Die Barbara Gross Galerie hat dienstags bis freitags von 11 bis 18:30 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Barbara Gross Galerie
Theresienstraße 56
D-80333 München
www.barbaragross.de

Die Galerie Jordanow zeigt die Ausstellung „Albrecht Tübke – Fotografie“ bis zum 18. Juni und hat mittwochs bis freitags von 14 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Zwischen dem 5. und 29. Mai ist die Galerie nur nach Anmeldung zu besuchen.

Galerie Jordanow
Zieblandstraße 19
D-80799 München
www.galerie-jordanow.de

Die Schau „35 Jahre Galerie Rieder“ läuft bis zum 14. Mai. Die Galerie Rieder öffnet dienstags bis freitags von 11 bis 13 Uhr sowie 14 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr.

Galerie Rieder
Maximilianstraße 22
D-80539 München
www.galerierieder.de

Die Ausstellung „Joseph Beuys – Nam June Paik“ läuft bis zum 7. Mai. Die Galerie Thomas hat montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Kontakt:

Galerie Thomas Modern

Türkenstraße 16

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 29 000 860

Telefax:+49 (089) 29 000 866

E-Mail: modern@galerie-thomas.de



28.04.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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