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Am 16.11.2018 Auktion 123: Moderne und zeitgenössische Kunst - Moderne Photographie

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


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Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst mit vielen interessanten Künstlern bei Irene Lehr in Berlin

Grüß Tod im Bestattungsunternehmen



Entdeckern von Künstlern der zweiten und dritten Reihe bietet die kommende Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Irene Lehr wieder reichliche Auswahl. Da wäre zum Beispiel Richard Gessners neusachliche Fabriklandschaft unter wolkig verhangenem Abendhimmel mit einigen versprengten Gestalten, die sich in ihren wohlverdienten „Feierabend“ begeben. Die Entstehungszeit des Bildes 1923 erklärt freilich die eher düstere Stimmung, die dieser mit 4.500 Euro bewerteten Malerei anhaftet. Etwas fröhlicher wirkt Max Peiffer Watenphuls kaligrafisch-feines „Stillleben mit Rosen und Fächer“ von 1933. Nicht zuletzt eine beigestellte Aktstatue offenbart die Neigung des Künstlers zu südländischem Flair, wie er denn einen Großteil seines Lebens tatsächlich in Rom verbracht hat. 15.000 Euro soll das charakteristische Werk kosten und damit ebenso viel wie Josef Scharls drei Jahre jüngere „Winterlandschaft“ mit rhythmisierten Nadelbäumen, die wieder von etwas weniger fröhlichen Entstehungsumständen kündet.


Fast sechshundert Losnummern listet der Katalog zum 30. April, gut verteilt auf Vor- und Nachkriegskunst diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs. Die frühesten Arbeiten reichen noch in die Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs zurück wie Hans Meids fast skurriles Frühwerk „Venusberg“ von 1910 mit zahlreichen unbekleideten Damen und schwarzen Männern in wilder Fantasielandschaft (Taxe 9.000 EUR) oder Franz Heckendorfs schwungvoll expressionistische „Bahntrasse“ auf einem Ölbild von 1917 (Taxe 6.000 EUR). Ein Jahr später schuf Else Hertzer ihren ruhigen Blick auf die welligen Hügel bei „Frohnau“ unter dunklen Wolken, mit dem sie 1918 ihr Debüt in der Berliner Secession gab (Taxe 1.400 EUR). In hellen freundlichen Farben malte dagegen Paul Kother 1915 seine Dorfansicht mit Fluss, Brücke und einem rauchenden Kahn (Taxe 1.500 EUR). Anita Rée staffelt ihren Blick auf Positano um 1922 architektonisch in fast monochromen hellen Brauntönen (Taxe 3.500 EUR), und auch Kurt Haase-Jastrow beschränkt sich um 1921 bei seinem in die Ferne flutenden Wolfskanal „Aus dem Park zu Wörlitz“ auf das Grün der üppigen Vegetation (Taxe 3.000 EUR).

Elfriede Lohse-Wächtler hatte kein einfaches Leben. Als psychisch labile Person erlitt sie 1929 einen Nervenzusammenbruch und wurde in die Hamburger Staatskrankenanstalt Friedrichsberg eingewiesen. Hier zeichnete sie Portraits der Insassen, die als sogenannte „Friedrichsberger Köpfe“ noch im selben Jahr bei einer Ausstellung hohe Aufmerksamkeit erregten. Auch sich selbst nahm Lohse-Wächtler 1929 in einer verstörenden Farbkreidezeichnung schonungslos auf, die mit 6.000 Euro nicht zu teuer bewertet ist. Neusachlichen Tendenzen folgen Marta Hegemann in ihrem gedämpften „Stillleben mit Lampe und Tieren“ (Taxe 2.000 EUR), Otto von Wätjen in seiner aquarellierten Gouache „Gartencafé“ mit zahlreichen puppenhaften Frauen (Taxe 500 EUR) und besonders Harry Weidmann-Wilton in seinem markanten Portrait des Schauspielers, Autors und Regisseurs Jaspar von Oertzen aus dem Jahr 1938 (Taxe 1.600 EUR). Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen einige der durch die Nationalsozialisten jahrelang an ihrer Entfaltung gehinderten Künstler die Farbpaletten wieder regelrecht explodieren. So etwa Horst Strempel mit seinen „Sonnenblumen“ von 1948 unter grün-gelb gleißender Sonne (Taxe 5.000 EUR) oder Friedrich Karl Gotsch, der 1957 die „Familie des Dänischen Kunsthändlers D. Aarhus“ mit kräftigen Pinselstrich und in unnatürlicher, aber gelöst wirkender Buntheit festhielt (Taxe 9.000 EUR).

Zu den führenden Malern der ersten Nachkriegszeit in der DDR gehörte Theodor Rosenhauer. Mit gemäßigt modernen Werken wie dem pastos aufgetragenen Stillleben mit Fisch, Zwiebeln und Zitrone vor dunklem Hintergrund von 1963 schloss er ebenfalls an die expressionistische Malerei vor 1933 an (Taxe 25.000 EUR). Auch Wilhelm Lachnit konnte nach 1945 noch einmal Fuß fassen. Sein „Stillleben mit Maske“ von 1954 besticht durch schöne Harmonie in Farben und Komposition – trotz einer unheimlichen schwarzen Katze, die sich im Hintergrund des Arrangements aufgebaut hat (Taxe 15.000 EUR). Recht groß ist wieder die Auswahl an Arbeiten Hermann Glöckners, dessen reiches Spektrum an Ausdrucksformen in kein Schema passen will. Mal äußerte er sich figural wie in seinem „Frauenkopf, in Gelb und Braun, mit weißer Brosche“ vor 1932 (Taxe 6.000 EUR), mal abstrakt wie bei der „Vertikalen mit drei Horizontalen“ in Rot-Orange-Gelb aus den späten 1930er Jahren (Taxe 20.000 EUR), und 1948 hielt er wieder ein „Blondes Mädchen und Mann im Profil nach links“ gegenständlich auf braunem Papier fest (Taxe 9.000 EUR). 1961 folgte dann wieder seine ungegenständliche Komposition „Orange-gelbe Schwünge vor blauem Dreieck“ für 9.000 Euro.

Für einen gewissen Exotikfaktor sorgt der 1922 geborene Syrer Fateh al-Moudarres, der auf Grundlage ausgedehnter Studien in Rom und Paris die Moderne in seinem Land heimisch zu machen half. Das um 1963 entstandene Ölgemälde einer abstrahiert gestaffelten Familie vereint Tradition und äußere Einflüsse in Motiv und Stil (Taxe 9.000 EUR). Ähnliches gilt für die opulent-expressiven Arbeiten des 1934 geborenen Marwan Kassab-Bachi, der sich jedoch schon 1957 dauerhaft in Berlin niederließ. In seinem „Tischstillleben“ sind die Farben regelrecht durchgequirlt; mit 10.000 Euro ist das Gemälde von 1982 angesichts der Erfolge der letzten Zeit auch nicht zu hoch angesetzt. An die Gesichtslandschaften Marwans schließt sich Dieter Krieg mit seinem gleichaltrigen, pastos aufgetragenen „Gesicht“ im Profil nach links an (Taxe 7.000 EUR). Der ZERO-Kunst steht ein „Structure Picture 9“ betiteltes Schichtbild aus bunten Plexiglasscheiben vor Leuchtmitteln nahe, das 1966 der zweifache Documenta-Teilnehmer Karl Gerstner gestaltete (Taxe 10.000 EUR).

Namen der ganz Großen sind eher selten auf der Auktion und beziehen sich auf kleinere Arbeiten. Ernst Ludwig Kirchner beispielsweise ist mit einer raschen Kreidezeichnung in Schwarz von circa 1912 mit dem charakteristischen Motiv „Fehmarn, Küste unter getürmten Wolken“ für 14.000 Euro vertreten. Ebenfalls aus der Hochzeit des Expressionismus haben sich Hermann Max Pechsteins Zeichnungen „Emy Frisch“ mit Hut und Pelz von circa 1911 (Taxe 9.000 EUR) und eine „Badende“ mit Kind von 1919 für 8.000 Euro eingefunden. George Grosz zeigt sich im makabren Aquarell „Pompe Funèbre“ aus dem Jahr 1928 von seiner bekannten kritischen Seite: Eine junge Frau schreitet soeben am Eingang eines Bestattungsunternehmens vorbei, hinter dessen schwarzen Vorhängen eine Besucherin soeben von einem Totengerippe begrüßt wird (Taxe 30.000 EUR). Undatiert ist Gabriele Münters „Kleiner Blumenstrauß“ in Tempera und Tusche auf Bütten. Vielleicht gehört er bereits ins späte Schaffen der 1962 gestorbenen Künstlerin (Taxe 15.000 EUR).

Alte Bekannte in Deutschlands Auktionshäusern sind Walter Gramattés „Trinker“ auf einem kubistisch inspirierten Ölbild von 1922 mit existenzialistischer Note. 2012 bei Van Ham in Köln und 2013 bei Karl & Faber in München für jeweils rund 50.000 bis 80.000 Euro im Angebot, ist der Schätzpreis jetzt auf 40.000 Euro gesenkt. Führend unter den Abstrakten der Nachkriegszeit im Westen des geteilten Deutschland war Ernst Wilhelm Nay, was sich bis heute in hohen Preisen auch für kleinere Arbeiten niederschlägt. So werden auch für seine aquarellierten „Scheiben“ von 1962 stattliche 30.000 Euro fällig. Aus der Riege der Jüngeren ist Neo Rauch zu nennen. Seinem 1990 datierten Hochformat „Die Werkstatt I“ fehlt noch ein wenig der Mut zur Farbe, der dann seine späteren surreal-figuralen Arbeiten kennzeichnen sollte (Taxe 30.000 EUR).

Teuerste Offerte ist eine 1949 entstandene Drahtplastik von Hans Uhlmann, einem der führenden Bilderhauer der Nachkriegszeit in Westdeutschland und zugleich einem entschiedenen Vertreter abstrakter Kunst. So bildet denn auch dieses knapp siebzig Zentimeter hohe Eisengestell einen wilden, wie mit rascher Hand in die Luft gezeichneten Kringel im Stil der informellen Malerei jener Jahre. 80.000 Euro möchten Einlieferer und Auktionshaus dafür sehen. Für klassischere Gemüter sitzt Gerhard Marcks’ bronzene, melancholisch blickende „Soldanelle“ von 1945/50 für 22.000 Euro bereit. Der Weiblichkeit huldigen zudem Wilhelm Lehmbruck mit seinem „Hagener Torso“ von 1911, der in einem posthumen Guss für 8.000 Euro vorliegt, und Herbert Volwahsen in seinem Halbakt einer schreitenden „Frau mit Tuch“ von 1946 (Taxe 5.000 EUR). 9.000 Euro fordert Richard Haizmanns golden patinierter „Löwe“ von circa 1960. Er blickt den Betrachter streng an wie eine ägyptische Statue.

Die Auktion beginnt am 30. April um 13 Uhr im Kempinski Hotel Bristol Berlin. Die Vorbesichtigung läuft vom 22. bis zum 28. April täglich von 12 bis 19 Uhr in den Räumen des Auktionshauses. Der Online-Katalog unter www.lehr-kunstauktionen.de bildet alle Objekte ab.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

DE-10629 Berlin

Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95



22.04.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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27.10.2018, Auktion 49










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