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Der etwas andere Blick auf Picasso: Erstmals in einer Ausstellung rückt jetzt das Bucerius Kunst Forum in Hamburg das Fenster als motivische Konstante seines Gesamtwerks ins rechte Licht

Membran zwischen Innen und Außen



Blaue Periode, Rosa Periode, Kubismus, Flirt mit dem Surrealismus und schließlich die Hinwendung zu einer eher klassischen Neuinterpretation großer Meisterwerke der Kunstgeschichte und existenzieller Menschheitsthemen. Das Werk Pablo Picassos wird gerne in Perioden unterteilt, die einander ablösen und jedes Mal neue Aspekte seines Schaffens hervorbringen. Diese Art der Periodisierung hat sich seit Jahrzehnten etabliert, vielleicht auch weil sie so schön einfach ist. Am Hamburger Bucerius Kunst Forum versucht man jetzt, sich dem Gesamtwerk auf andere, durchaus komplexere Art und Weise zu nähern. Und zwar über ein einziges zentrales Motiv, welches sich gleichwohl durch alle Schaffensperioden verfolgen lässt: das Fenster.


Die prägnant zusammengestellte Schau „Picasso. Fenster zur Welt“ versammelt rund 40 Arbeiten aus der gesamten künstlerischen Laufbahn des spanischen Jahrhunderttalents. Zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen und druckgrafische Werke aus den Picasso-Museen in Barcelona, Málaga, Paris und Münster, aber auch hochkarätige Leihgaben aus der Tate in London, dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris und zahlreichen Privatsammlungen. Ergänzt werden die Werke Picassos um rund 50 Fotografien aus dem Atelier von berühmten Fotografen wie Henri Cartier-Bresson, Robert Doisneau oder David Douglas Duncan. Ortrud Westheider, seit dem Jahr 2002 am Bucerius Kunst Forum tätig und seit 2006 dessen Direktorin, liefert mit der Schau ihr letztes kuratorisches Projekt in Hamburg ab. In Zukunft wird sie als Gründungsdirektorin das private Potsdamer Museum Barberini leiten, dessen Eröffnung für Anfang 2017 geplant ist.

„Picasso war ein ausgewiesener Maler des Innenraums“, betont Ortrud Westheider. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen gilt Picasso als außerordentlich häuslicher Künstler. Lediglich in der Zeit vor 1936 unternahm er ein paar Reisen nach Italien, England und Spanien. Danach bewegte er sich fast nur noch zwischen Paris und der Côte d’Azur. Landschaften hat er kaum gemalt. Die meisten seiner Bilder entstanden also in geschlossenen Räumen. Fast zwangsläufig geriet durch diese Arbeitsweise das Fenster als Membran zwischen Innen und Außen ins Zentrum seines Interesses. Das Fenster galt daher für Picasso als das Symbol seiner Malerei schlechthin. Die Ausstellung setzt ein mit einem kleinformatigen Ateliergemälde, das um 1900 in Barcelona entstand. Das zentrale Fenster, so die Ausstellungsmacher, lässt sich auch als Rückseite einer Leinwand deuten. Somit thematisiert der Künstler mit dem Fenstermotiv auch ein Nachdenken über sich selbst.

Keinesfalls darf man sich das Fenster bei Pablo Picasso als etwas vollkommen Offenes vorstellen. Häufig ist es gerade das abgemilderte, von den Lamellen der Fensterläden zerschnittene und modulierte mediterrane Licht, das ihn faszinierte. Picasso mochte jenen flüchtigen Augenblick, in welchem „der Pfad des Fensterladens sein Traurigsein verströmt.“ Nicht nur die Fensterläden, auch Vorhänge und Gardinen oder schlicht ein vor das Fenster gespanntes Bettlaken erregten sein Interesse.

Das Fenster fungiert bei Picasso sowohl als raumstrukturierendes Element als auch als Scharnier zwischen Innenwelt und Außenwelt. Sein 1939 entstandenes Gemälde „Liegende mit Buch“ zeigt eine blau gewandete Blondine, die lesend auf einem roten Diwan ruht. Im Hintergrund ist ein großes, dreiflügeliges Fenster zu sehen, das jedoch, abgesehen von dem lediglich angedeuteten Gipfel eines Hügels, keinerlei Aussicht bereithält. Der kubistisch aufgefassten Frau scheinen die von der Außenwelt abgewandte Lektüreerfahrung und die unmittelbare Kontaktaufnahme mit dem Betrachter wichtiger zu sein als der Blick nach draußen, schaut sie doch mit dem einen Auge in ihr aufgeschlagenes Buch und mit dem anderen offensiv aus dem Bildraum heraus.

Trotz aller kunsttheoretischen Aufladung, die diese sorgfältig erarbeitete und durch ein international besetztes Symposium profund vorbereitete Ausstellung vermittelt, hatte das Malen von Fenstern für den Machertyp Picasso mitunter auch etwas sehr Pragmatisches: „Ich gehe mit dem Malen um, wie ich mit Dingen umgehe, ich male ein Fenster genauso, wie ich aus einem Fenster blicke. Wenn ein offenes Fenster auf einem Bild falsch aussieht, ziehe ich den Vorhang auf und schließe es, so wie ich es auch in meinem eigenen Zimmer tun würde.“

Die Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“ ist bis zum 16. Mai zu sehen. Das Bucerius Kunst Forum Hamburg hat täglich von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Bucerius Kunst Forum 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Bucerius Kunst Forum

Alter Wall 12

DE-20457 Hamburg

Telefon:+49 (040) 360 996 0

Telefax:+49 (040) 360 996 36

E-Mail: info@buceriuskunstforum.de



11.04.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


06.02.2016, Picasso. Fenster zur Welt

Bei:


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Bericht:


Fondation Beyeler verlängert Picasso-Schau

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in der Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“
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in der Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“
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Künstler:


Pablo Picasso







in der Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“

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