Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 22.09.2018 Kunstauktion 22. September 2018

© Auktionshaus Stahl

Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Anzeige

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Murano-Glas setzt sich bei Quittenbaum in München wieder an die Spitze

Die ulkige Geltrude



Dino Martens, Vase „Oriente Geltrude“, 1954

Dino Martens, Vase „Oriente Geltrude“, 1954

Das Glas von der venezianischen Insel Murano war wieder einmal die stärkste Sparte in der vergangenen Auktionsrunde bei Quittenbaum in München. Schon allein mit der losbezogenen Zuschlagsquote von 62,5 Prozent lag dieser Teil zehn beziehungsweise zwanzig Prozentpunkte über den Abschnitten „Design meets Movie“ und der allgemeinen Design-Versteigerung. Zudem gab es hier die höchsten Preise. Bekannt ist Dino Martens vor allem für seine Vasen-, Schalen- und Krugserie „Oriente“, die er in den 1950er Jahren als künstlerischer Leiter der Glasmanufaktur Aureliano Toso schuf. In den unterschiedlichen Formen schmolz er bunte, flächige Farbschichten, Murrinen oder Plättchen mit Netzfäden zu einem teppichartigen Gewirr zusammen. Herauskam 1954 auch die asymmetrisch geformte Vase „Oriente Geltrude“ mit Ballenkorpus, aus dessen Wandung dem Betrachter je nach Drehung des Gefäßes ein etwas ernstes oder lustiges Strichmännchengesicht entgegenschaut. Die obere Taxe von 15.000 Euro war diesmal Martens’ Lohn.


Murano-Glas

Aus der selben Serie tat sich Dino Martens am 25. Februar noch mit einem ebenfalls ungewöhnlichen, aber gesichtslosen Vasenmodell hervor. Die bauchig, aber flach gedrückte Form durchschoss er mit einem Loch, und den zylindrischen Hals zog er an der Mündung spitz aus. Dafür gab es 6.000 Euro (Taxe 5.500 bis 7.500 EUR). Schon um 1940 beschäftigte sich Ercole Barovier mit seiner „Oriente“-Serie, die in klassischer Ausprägung das Orientalische mit bunten, schwingenden Bändern einfängt, etwa in der hohen sechsseitigen Kubusform in eher dunkel leuchtenden Farben für 5.500 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Barovier war auch noch zu Anfang der 1960er Jahre tätig und setzte seine nun 5.000 Euro teure Vase „Intarsio“ aus Dreiecksplättchen in Azurblau und Orangegelb in Quadraten zusammen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Fulvio Bianconi überzeugte mit seiner Vase „A canne“ um 1955 bei 2.700 Euro, deren Wandung Bänder in Grün, Rot und Blau diagonal umlaufen (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR), Ermanno Toso mit seiner etwa gleichaltrigen Vase „Stellato“ aus großen bunten heiteren Sternmurrinen für 5.200 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Wieder zurück in die Vorkriegszeit: In die Jahre 1932/33 datiert Tomaso Buzzis beigefarbene Vase „Incamiciato“ mit zersprengter Goldfolie für 6.500 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR), zu der sich noch sein rosafarbener, ebenfalls zart golden schimmernder Krug „Laguna“ mit Blütenhenkel um 1938 bei 7.000 Euro gesellte (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Auch Carlo Scarpa arbeitete um 1930 mit zersprengten Metallfolien. Ihre kleinen dunkleren Punkte überziehen etwa seine hochovale, beigefarbene Vase „Lattimo“ von 1929/30, die ihre untere Schätzung von 8.000 Euro erreichte. Kein Glück war Scarpa indes mit seinem Favoriten vergönnt. Für 30.000 bis 40.000 Euro wollte niemand die wohlproportioniert in Tropfenform gestaltete Vase „A fasce“ aus dem Jahr 1940 in türkisgrüner und blassvioletter Zweiteilung mit trennendem violettem Querfaden haben.

Design meets Movie

Aus dem allgemeinen Design-Angebot hatte Quittenbaum diesmal Objekte ausgegliedert, die vor allem in den 1960er und 1970er Jahren Auftritte in Kinofilmen hatten. Denn viele Regisseure legten großen Wert auf die gestalterische Ausstattung ihrer Sets und prägten damit ihre Zeit. Von den 130 Losnummern bei „Design meets Movie“ wurde gut die Hälfte veräußert. Doch etliche der höherpreisigen Möbel fanden keinen Abnehmer, darunter Bodil Kjaers sachlich-kantiger Schreibtisch mit Rollcontainer und Aktenschrank von circa 1959, der in den Bond-Klassikern „From Russia with Love“ von 1963 und in „You Only Live Twice“ von 1967 zu sehen war (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), oder Martin Griersons behäbiger Armlehnsessel mit senfgelbem Lederbezug aus dem französischen Streifen „Fantomas revient“ mit Louis de Funès und Jean Marais (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR). Von Olivier Mourgues Ausstattung für Stanley Kubricks fast dreistündiges Weltraumepos „2001 – A Space Odyssey“ ging das knallrote Zweiersofa „Djinn“ von 1965 schon bei 2.800 Euro weg (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

So setzte sich Verner Pantons runder einladender Sessel „Peacock“ von 1959/60 ebenfalls in auffälligem Rot bei 5.600 Euro an die Spitze der Zuschlagsliste (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Für Überraschungen sorgten zudem eine runde Standgarderobe mit bunt lackierten Holzkugeln von Roger Féraud um 1958 aus dem Film „Zazie dans le métro“ bei 4.800 Euro (Taxe 500 bis 700 EUR) und die fast identische, der Mailänder Firma Stilnovo zugeschriebene Stehlampe für 3.400 Euro, an deren senkreckten Mittelstab sich die farbigen, runden Leuchtkörper tummeln (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Die 14 filigranen „Wire-mesh side chaire“ von Charles Eames auf „Eiffel Tower base“ von 1950/51 feierten ab 2011 in der amerikanischen Comedy-Fernsehserie „Suburgatory“ nochmals ein Comeback und gingen für 3.500 Euro weg (Taxe 3.200 bis 3.500 EUR), Henrik Thor-Larsens eiförmiger schwarz-weißer Sessel „Ovalia“ samt Hocker von 1968 nochmals in Barry Sonnenfelds cooler Science-Fiction-Komödie „Men in Black“ von 1997. Er erreichte die unteren anvisierten 3.800 Euro, ebenso wie Arne Jacobsens bekannter „Swan Chair“ von 1957/58, in dem Bond-Darsteller Daniel Craig beim Film „Quantum of Solace“ 2008 Platz nahm, seine untere Schätzung von 2.000 Euro.

Design

Die niedrigste Zuschlagsquote gab es mit 45,5 Prozent in der allgemeinen Design-Auktion am 24. Februar. Doch manche Einzelergebnisse sahen recht akzeptabel aus. Auf 6.000 Euro schwang sich Frank O. Gehrys voluminöser Sessel „Grandpa Beaver“ von 1980 aus verleimter Wellpappe auf (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR), auf 4.700 Euro Nanna Ditzels kantiger Schreibtisch „93“ aus Palisanderholz von 1952 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Gerade das skandinavische Design fand seine Anhängerschaft. Philip Arctanders kuscheliger „Clam chair“ mit weißem Schafsfell von 1944 schloss bei 7.500 Euro ab (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), Finn Juhls filigranerer Armlehnsessel „FJ 45“ von 1945 mit grünem Bezugsstoff bei 4.400 Euro (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR) und Alvar Aalto schlichter weißer Garderobenschrank, 1928 entworfen für die Patientenzimmer seines Paimio-Sanatoriums in Finnland, bei taxgerechten 7.000 Euro. Das klare Design von Peter Hvidts und Orla Mølgaard-Nielsens Teakholz-Sideboard gewann die Kunden bei 4.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), ebenso bei Egon Eiermanns spartanischem Schreibtisch auf Aluminiumgussgestell um 1970. Hier kletterte der Wert von 1.200 Euro auf ebenfalls 4.000 Euro.

Nach Amerika ging es mit zwei gleichfalls einfach konstruierten Klappbänken aus Frank Lloyd Wrights zwischen 1946 und 1951 gebauten „Unitarian Meeting House“ in Madison, Wisconsin, die sich für 3.500 Euro nun wieder in eine ländliche Umgebung einfügen sollten (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Frankreich beteiligte sich mit dem Teppich „Arlequin“ samt den geometrischen Farbfeldern seines typischen Gewandes, der um 1990 von Artcurial Editions nach einem Entwurf von Sonia Delaunay-Terk aus dem Jahr 1924 in 100 Exemplaren gewebt wurde und nun die obere Erwartung von 5.000 Euro einspielte. Bleibt noch Italien, das mit Piero Fornasettis von Blutorangenscheiben überzogenem Beistelltisch „Fette d’Arancia“ aus den 1950/60er Jahren bei 4.200 Euro (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR), mit Mario Cerolis etwa gleichaltrigem Kiefernholz-Nashorn bei 3.200 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) und zwei Ideen Ettore Sottsass’ reüssierte. Sein postmodernes verspieltes Design gefiel beim dem kleinen Schreibschrank „Barbarella“ von 1966 für 4.600 Euro (Taxe 3.200 bis 3.500 EUR), genauso wie bei der bunten Scheiben- und Kugelleuchte „Firenze“ von 1994 für 3.500 Euro (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 27 37 02 10

Telefax:+49 (089) 27 37 02 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



11.03.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 18

Seiten: 1  •  2

Adressen (1)Kunstwerke (17)

Bei:


Quittenbaum Kunstauktionen

Kunstwerk:

Stehleuchte, Stilnovo Mailand zugeschrieben, um 1960
Stehleuchte, Stilnovo Mailand zugeschrieben, um 1960

Kunstwerk:

Roger Féraud, Standgarderobe, um 1958
Roger Féraud, Standgarderobe, um 1958

Kunstwerk:

Verner Panton, Sessel „Peacock“, 1959/60
Verner Panton, Sessel „Peacock“, 1959/60

Kunstwerk:

Charles Eames, 14 „Wire-mesh side chaire“,1950/51
Charles Eames, 14 „Wire-mesh side chaire“,1950/51

Kunstwerk:

Olivier Mourgue, Zweiersofa „Djinn“, 1965
Olivier Mourgue, Zweiersofa „Djinn“, 1965

Kunstwerk:

Henrik Thor-Larsen, Sessel „Ovalia“ und Hocker, 1968
Henrik Thor-Larsen, Sessel „Ovalia“ und Hocker, 1968

Kunstwerk:

Frank Owen Gehry, Sessel „Grandpa Beaver“, 1980
Frank Owen Gehry, Sessel „Grandpa Beaver“, 1980

Kunstwerk:

Alvar Aalto, Garderobenschrank „Paimio“, 1928
Alvar Aalto, Garderobenschrank „Paimio“, 1928







Nanna Ditzel, Schreibtisch „93“, 1952

Nanna Ditzel, Schreibtisch „93“, 1952

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 4.700,- EURO

Losnummer: 194

Stehleuchte, Stilnovo Mailand zugeschrieben, um 1960

Stehleuchte, Stilnovo Mailand zugeschrieben, um 1960

Taxe: 800 - 1.000 EURO

Zuschlag: 3.400,- EURO

Losnummer: 16

Ettore Sottsass, Schrank „Barbarella“, 1966

Ettore Sottsass, Schrank „Barbarella“, 1966

Taxe: 3.200 - 3.500 EURO

Zuschlag: 4.600,- EURO

Losnummer: 444

Alvar Aalto, Garderobenschrank „Paimio“, 1928

Alvar Aalto, Garderobenschrank „Paimio“, 1928

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 165

Olivier Mourgue, Zweiersofa „Djinn“, 1965

Olivier Mourgue, Zweiersofa „Djinn“, 1965

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 112

Arne Jacobsen, Swan Chair, 1957/58

Arne Jacobsen, Swan Chair, 1957/58

Taxe: 2.000 - 2.200 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 121

Dino Martens, Vase „Oriente“, 1954

Dino Martens, Vase „Oriente“, 1954

Taxe: 5.500 - 7.500 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 583

Finn Juhl, Armlehnsessel „FJ 45“, 1945

Finn Juhl, Armlehnsessel „FJ 45“, 1945

Taxe: 4.500 - 5.000 EURO

Zuschlag: 4.400,- EURO

Losnummer: 178

Ermanno Toso, Vase „Stellato“, um 1953

Ermanno Toso, Vase „Stellato“, um 1953

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 5.200,- EURO

Losnummer: 590

Piero Fornasetti, Beistelltisch „Fette d’Arancia“, 1950/60er Jahre

Piero Fornasetti, Beistelltisch „Fette d’Arancia“, 1950/60er Jahre

Taxe: 2.400 - 2.800 EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 387

Henrik Thor-Larsen, Sessel „Ovalia“ und Hocker, 1968

Henrik Thor-Larsen, Sessel „Ovalia“ und Hocker, 1968

Taxe: 3.800 - 4.200 EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 119

Verner Panton, Sessel „Peacock“, 1959/60

Verner Panton, Sessel „Peacock“, 1959/60

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 5.600,- EURO

Losnummer: 12

Charles Eames, 14 „Wire-mesh side chaire“,1950/51

Charles Eames, 14 „Wire-mesh side chaire“,1950/51

Taxe: 3.200 - 3.500 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 8




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce