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Das Ernst Barlach Haus in Hamburg zeigt gefundene Skulpturen des niederländischen Künstlers und Spurensicherers Herman de Vries

Vom Suchen und Finden



Von einem, der auszog, Skulpturen zu finden: Den niederländischen Künstler Herman de Vries zieht es immer wieder in die Natur – ob in die Einsamkeit des Steigerwaldes, ob in die Lagune von Venedig, wo er im vergangenen Jahr auf der Biennale den viel beachteten niederländischen Pavillon bespielte, oder an die wilden Strände in Südfrankreich oder auf der Insel La Gomera. Von seinen Pirschzügen bringt er allerlei wunderliche Dinge mit: Baumwurzeln, Steine, Stämme, Gräser, Erden, Blüten und vieles mehr. Diese „sculptures trouvées“, die „gefundene Skulpturen“, bringt er in sein Atelier und transformiert sie durch von der Wissenschaft entlehnten Systematisierungen in künstlerische Werke. Herman de Vries ist ein Spurensicherer par excellence.


Das Ernst Barlach Haus in Hamburg zeigt jetzt unter dem Titel „sculptures trouvées“ rund 40 Einzelwerke und Werkgruppen aus der Zeit von 1960 bis heute. Mit genau 1443 steinernen und hölzernen Fundstücken ist es die materialreichste Schau in der Geschichte des Ernst Barlach Hauses. Direktor Karsten Müller erläutert: „Mit ‚sculptures trouvées‘ verwandelt Herman de Vries das Kunstmuseum in eine Naturalienkabinett – eine in ihrem konsequenten Verzicht auf traditionelle ‚Schöpfungen‘ durchaus radikale Geste.“

Herman de Vries wurde 1931 im niederländischen Alkmaar geboren. Zunächst besuchte er die Reichsgartenbauschule und arbeitete dann in Frankreich und den Niederlanden als Gärtner. Zwischen 1961 und 1968 sammelte er Erfahrungen in der angewandten biologischen Forschung in Arnheim. Seit 1970 lebt er mit seiner Familie in dem Örtchen Knetzgau im Steigerwald. Seine künstlerische Arbeit begann er im Jahr 1953. Zunächst entstanden weiße Bilder und Collagen. Zusammen mit einigen geistesverwandten Künstlern schloss er sich 1960 zur Gruppe „nul“ zusammen, die der ZERO-Bewegung nahestand. Herman de Vries stellte im Amsterdamer Stedelijk Museum aus und gab die programmatische Zeitschrift „nul“ heraus. Im Laufe seiner Karriere verfasste Herman de Vries zahlreiche poetische, pflanzenkundliche und philosophische Texte. Der viel reisende Künstler fühlt sich besonders der Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins verbunden.

Das älteste Werk der Hamburger Ausstellung ist ein Plakatabriss, den Herman de Vries 1956 in Paris gefunden, mitgenommen und zur Kunst erklärt hat. Dieses erste Fundstück betitelte er mit der programmatischen Frage „What is rubbish?“. Herman de Vries äußert sich in einem von seinem Sohn Vince produzierten Film, der im Ernst Barlach Haus gezeigt wird, über seinen künstlerisch-philosophischen Ansatz. Die Dinge, die ihm auf seinen ausgedehnten Wanderungen begegnen, die er nicht sucht, sondern findet, sind für ihn „sculptures trouvées“. Das können bizarr geformte, moosbesetzte Baumwurzeln sein, verschiedenfarbige und verschieden geformte Steine, Rosenstämme oder Abbruchsteine aus Venedig.

Das Arrangement dieser Objekte erfolgt nach minimalistischen Ordnungsregeln, die an Weggefährten wie Carl Andre, Hanne Darboven oder Sol LeWitt erinnern. Herman de Vries beobachtet die Natur, ja er fühlt sie geradezu und geht in ihr auf. Sein künstlerisches Werk verbindet in poetischer Schönheit das Naturempfinden, das Sammeln, das Systematisieren und dessen sprachliche Erfassung. Die sorgsam kuratierte Schau in Hamburg gibt in ihrer konsequenten Fokussierung auf die gefundenen Skulpturen einen guten Einblick in Herman de Vries’ Arbeitsweise. Karsten Müller bezeichnet es als „konzentrierte Tiefenbohrung ins eigene Werk.“

Die Ausstellung „Herman de Vries: sculptures trouvées“ ist bis zum 16. Mai zu sehen. Das Ernst Barlach Haus hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Der Katalog kostet 19 Euro.

Herman de Vries ist zur Zeit auch in zwei Hamburger Galerien zu sehen: Bis zum 2. April zeigen die Galerie Elke Dröscher die Ausstellung „Herman de Vries. Aspekte des Werkes: Farbstiftzeichnungen“ und die Galerie Holger Priess die Ausstellung „Herman de Vries. Kohleausreibungen“.

Kontakt:

Ernst Barlach Haus

Baron-Voght-Straße 50a

DE-22609 Hamburg

Telefon:+49 (040) 82 60 85

Telefax:+49 (040) 82 64 15



03.03.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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