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In Wiener Galerien: Clegg & Guttmann bei Georg Kargl Fine Arts, Anna Jermolaewa bei Kerstin Engholm

Portraits der Macht



Das Duo Michael Clegg und Martin Guttmann gehört zu jenen Künstlern, die sich in ihren Arbeiten mit gesellschaftlichen Strukturen, Machtverhältnissen und deren historischen Hintergründen auseinandersetzen. Damit sind die beiden Künstler irischer beziehungsweise israelischer Herkunft, die seit ihrer Studienzeit an der New Yorker School of Visual Arts bei Joseph Kosuth zusammenarbeiten, typische Exponenten jener Kunstrichtung, die seit den 1990er Jahren unter dem Oberbegriff „Kontext-Kunst“ oder „Institutionelle Kritik“ firmiert. Bekannt wurden die beiden unter anderem für ihre projektorientierten Arbeiten, wie beispielsweise die seit den 1990er Jahren für den öffentlichen Raum konzipierte Serie der „Offenen Bibliothek“, mit der die beiden den städtischen Raum bespielten.


Neben den Social Sculptures, Objekten, Installationen und Skulpturen gehört das fotografische Portrait seit den 1980er Jahren zu ihren wichtigsten künstlerischen Ausdrucksmitteln. Aktuell zeigen Michael Clegg und Martin Guttmann in der Wiener Galerie Georg Kargl Fine Arts Fotografien von Einzelpersonen, Paaren und Gruppenaufnahmen, in denen das Künstlerduo den Repräsentationen von Macht und Souveränität auf der Spur ist. Allen Dargestellten ist gemein, dass sie wichtige Vertreter des (Wiener) Kunstbetriebs sind: Agnes Husslein-Arco, Direktorin des Belvedere, posiert kühl und zurückhaltend neben einem Bild von Oskar Kokoschka und verschränkt ihre Hände in verwandter Geste, wie die Frau auf dem fotografierten Gemälde. Eine ebenso unnahbare Gestik nimmt auch die Direktorin des MUMOK, Karola Kraus, ein. Für Clegg & Guttmann sitzt sie ernst und unnahbar vor einer Bücherwand, neben einem riesigen roten Stoffpilz von Cosima von Bonin. Christoph Thun-Hohenstein, der Direktor des MAK, lehnt in einer weiteren Aufnahme etwas lässiger vor einer Schautafel mit Stoffmustern aus dem Jugendstil.

In ihren lebensgroßen Portraits nehmen Clegg & Guttmann Anlehnungen an Frans Hals und Rembrandt ebenso wie an spanische und italienische Meister, um die Portraitierten mittels dramatischer Hell-Dunkel-Kontraste ausdrucksstark in Szene zu setzen. Kollektive Strukturen, gesellschaftliche Gefüge und Machtverhältnisse werden mit dem Instrumentarium dieser historischen Repräsentations- und Familienportraits inszeniert und belegen eine Kontinuität und den gleichzeitigen Bruch jener bourgeoisen Portraittradition. Alle Dargestellten kommunizieren durch ihre Blicke, Gesten und Haltungen mit den BetrachterInnen und verweisen doch gleichzeitig auf den ausgegrenzten Raum der dunklen, diskreten Interieurs, in die sich die privilegierte Gesellschaft vornehm zurückgezogen hat. Ihre Portraits, erläuterten die Künstler, seien in erster Linie Befragungen an die Historie, an soziale Codes, aber auch an die Darstellbarkeit heutiger Macht. Wenn das Künstlerduo die Protagonisten der Wiener Kunstszene wie Wirtschaftsbosse portraitiert, setzen sie den Machtstrukturen des Kulturbetriebs ein ironisches Denkmal.

In unmittelbarer Nachbarschaft zu Kargls Galerie widmet „keg“, die Galerie von Kerstin Engholm, der Künstlerin Anna Jermolaewa eine Einzelausstellung. Auch hier geht es um Themen wie Macht, Repräsentanz und Denkmal. Anna Jermolaewa kam 1989 als Flüchtling von Russland nach Österreich. Sie war als junge Künstlerin Mitglied einer russischen Oppositionsgruppe und zog die Ausweisung der Haft vor. In ihren Videos, Fotografien und Installationen stellt die heute in Wien lebende Künstlerin die Protestbewegung in Russland in spannenden Erzählungen dar und analysiert die stereotypen Rollenbilder in regulativen Hierarchien und totalitären Machtapparaten.

Im Zentrum ihrer Wiener Schau liegt eine Lenin-Statue auf dem Boden des Galerieraumes. Das monumentale Ehrenmal stammt aus einem kleinen ukrainischen Dorf. Die Künstlerin fand die demolierte Skulptur in der Besenkammer des Rathauses, wo diese ein paar Monate zuvor von Unbekannten abgerissen und aufbewahrt worden war. Die Statue fiel, wie zahlreiche andere Symbole der UDSSR, im Zuge eines neuen „Dekommunisierungs-Gesetzes“ in der Ukraine, das vergangenes Jahr verabschiedet wurde.

Anna Jermolaewa bereiste im Sommer 2015 die Ukraine und dokumentierte viele dieser systematischen Demontagen. Im Kontext der jüngsten politischen Ereignisse in der Ukraine spiegelt sich in ihrer nüchternen fotografischen Dokumentation die politische Brisanz dieser Aktion wieder, wenn sie den fragilen Moment der Leerstelle und des Provisoriums aufzeigt. Jermolaewa hinterfragt die Rolle der Kunst als Instrument politischer Repräsentation. Sie entlarvt Macht- und Kontrollmechanismen politischer Systeme und verweist auf die daraus resultierenden kollektiven und individuellen Erfahrungsprozesse, wenn sie ihrer fotografischen Dokumentation Videoaufnahmen von Interviews mit ukrainischen Stadt- und Dorfbewohnern an die Seite stellt.

Die Preise für die unikaten Einzelportraits von Clegg & Guttmann liegen je nach Größe bei rund 25.000 Euro, für die Doppelportraits bei etwa 30.000 Euro und für die Gruppenportraits darüber (zzgl. Mehrwertsteuer). Die Fotos von Anna Jermolaewa kosten je nach Größe und Auflagenhöhe zwischen 1.200 und 5.800 Euro, die Videoarbeiten in einer 3er Auflage 7.500 Euro, die skulpturalen Arbeiten rangieren höher.

Die Ausstellungen „Clegg & Guttmann – Modalities of Portraiture“ und „Anna Jermolaewa“ laufen beide bis zum 5. März. Die Galerie Georg Kargl Fine Arts hat dienstags bis freitags von 11 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, die Kerstin Engholm Galerie dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 12 bis 16 Uhr.

Galerie Kerstin Engholm
Schleifmühlgasse 3
A-1040 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 58 57 337
Telefax: +43 (0)1 – 58 57 338

Kontakt:

Georg Kargl

Schleifmühlgasse 5

AT-1040 Wien

Telefon:+43 (01) 585 41 99

Telefax:+43 (01) 585 41 999



26.02.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


15.01.2016, Anna Jermolaewa

Veranstaltung vom:


11.12.2015, Clegg & Guttmann – Modalities of Portraiture

Bei:


Georg Kargl

Bei:


Kerstin Engholm Galerie

Künstler:

Martin Guttmann

Künstler:

Michael Clegg

Künstler:

Anna Jermolaewa










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