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Olafur Eliasson ist mit seinen technisch-künstlerischen Werken zu Gast im barocken Winterpalais in Wien

Wundersame Doppelungen



Seit Ende November begeistert eine große Einzelpräsentation des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson im Winterpalais des Prinzen Eugen in Wien. Die Kooperation des Belvedere mit der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, kurz TBA21, und der Juan und Patricia Vergez Collection zeigt Arbeiten des Künstlers aus über zwei Dekaden und erkundet Verwandtschaften zwischen Eliassons Werk und dem prachtvoll ausgestatteten barocken Schauplatz in der Wiener Innenstadt. Unter der gespiegelten Überschrift „Baroque Baroque“ hinterfragt Eliasson in einem Terrain der Verdoppelungen und Paradoxe unsere Sehgewohnheiten ebenso wie vertraut gewordene Raumwahrnehmungen.


Wie kaum ein anderer seiner Generation inszeniert Eliasson seit über zwei Jahrzehnten die körperliche und materielle Erfahrung künstlerischer Werke und stellt gewohnte Sehgewohnheiten infrage. Eliasson nutzt Verfahrensweisen der Wissenschaft, Psychologie und Architektur, um mittels Bewegung, Projektion, Schatten und Spiegelung das Verhältnis zwischen Realität, Wahrnehmung und Repräsentation eindringlich sichtbar und erlebbar zu machen. „Natürliche“ Materialien wie Wasser, Luft, Nebel, Licht oder Eis erzeugen faszinierende Räume, in denen Besucherinnen und Besucher gleichzeitig Akteure seiner Kunst sind.

In seiner Wiener Schau hinterfragt Olafur Eliasson die kognitiven und kulturellen Aspekte des Sehens. Das Sehen im Verhältnis zu einem Objekt und seinen natürlichen und auch konstruierten Umgebungen soll mittels Bewegung, Projektion, Schatten und Spiegelung das Verhältnis zwischen Realität, Wahrnehmung und Repräsentation sichtbar und erlebbar machen. So verwendet Eliasson beispielsweise Spiegelungen des Schattens der Besucherinnen und Besucher seiner Ausstellung und adressiert sie direkt mit Beschriftungen wie „Your…“ oder „Your uncertain shadow (color)“.

Schon im Eingangsbereich empfängt er mit trickreichen Lichtspielen, die die barocken Oberflächen der Architektur verändern. Das Vestibül des Prachtbaus tränkt Eliasson in ein gelbes Monofrequenzlicht, so dass die Besucher keine anderen Farben mehr sehen können. Das Treppenhaus wird stattdessen zur strahlenden, gespenstischen Bühne, in der die Gäste mit seltsam grauen Gesichtern die eigentlichen Akteure sind.

Das Herzstück der Schau ist ein Spiegel, der sich durch die gesamte lange Raumflucht der barocken Winterresidenz zieht und der die Betrachter durch das stete Überlappen und Falten der gespiegelten und realen Räume zusätzlich desorientiert. Im Schlachtenbildersaal ermöglicht „Wishes versus wonders“ von 2015, ein an die Spiegelwand montierter Halbring aus Messing, Begegnungsfelder zwischen Realität, Illusion und der aufwändigen Künstlichkeit der Umgebung, die gleichzeitig Multiplikationen von Möglichkeiten darstellt.

Während Eliassons Werke die Art und Weise hervorheben, wie Räume durch Geschichte und Tradition gebildet werden, fordern sie gleichzeitig die körperliche Erfahrung des Betrachters ein. Projektionen, Schatten und Reflexionen verstärken die Beziehung zwischen Körper, Wahrnehmung und Abbild und verankern die Handlungsmacht des Betrachters in seinem sich in Bewegung befindenden Körper und Denken. Zu einer aktiven Teilnahme eingeladen, erfährt der Besucher mittels Spiegelungen, Fragmentierungen und Umkehrungen seine eigene Positionierung im Raum.

Das „Erfolgsgeheimnis“ von Eliassons Kunst ist ihre Präzision und der Umstand, dass sie sich völlig voraussetzungslos genießen lässt: Die trichterförmigen Kaleidoskope, in denen man sein Spiegelbild in ein Muster aus vielen Sechsecken aufsplitten kann, sind ebenso faszinierend wie die riesigen von der Decke hängenden Spiegelkugeln, die die Wände in sich permanent verändernden Lichteffekten illuminieren und bunte Reflexe an die Decke und Wände werfen.

Die barocken Säle des Winterpalais’ mit ihren farbigen Tapeten, glitzernden Kronleuchtern und monumentalen Gemälden werden durch Eliassons Eingriffe noch opulenter, die ohnehin prächtigen Räumlichkeiten verändert er zu magischen Wunderkammern. „Für mich ist inspirierend“, so der dänisch-isländische Künstler über die Ausstellung, „dass sich das Barock durch eine so große Offenheit auszeichnet – für fließende Übergänge zwischen Realitätsmodellen und der Realität an sich. Die Präsentation meiner Arbeiten im Winterpalais entstand aus der Überzeugung heraus, dass es möglich ist, Realität zu konstruieren; gestaltet nach unseren Träumen und Visionen und getragen von der Vorstellung, dass Konstrukte und Modelle genauso real sind wie alles andere.“

Wie im großen barocken Illusionstheater tritt auch Olafur Eliasson an, um sein Publikum zu verblüffen. Seine Werke lassen uns staunen und scheinbar Gegebenes überdenken. Er überlagert das Historische wird mit dessen Konstruktion und verleiht der rätselhaften Verdoppelung, die „Baroque Baroque“ eigen ist, anschauliche Bedeutung. Nichts bleibt in den Räumen dieses großen Zauberers, wie es war.

Die Ausstellung „Baroque Baroque. Olafur Eliasson“ ist bis zum 6. März zu sehen. Das Winterpalais hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Regulär beträgt der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 35 Euro.

Kontakt:

Winterpalais

Himmelpfortgasse 8

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 795 57 134

Telefax:+43 (01) 79 557 136



17.02.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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