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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Seine frühen Farbaufnahmen von Fast Food, Tankstellen und Straßenkreuzungen haben ihn berühmt gemacht. Dass sich der amerikanische Fotograf Stephen Shore aber bis heute immer wieder neu erfindet, führt jetzt die weltweit erste große Retrospektive in der C/O Berlin Foundation eindrucksvoll vor Augen

Die visuelle Kraft des Banalen



Mit sechs die erste eigene Dunkelkammer. Mit 14 die erste Begegnung mit der Foto-Legende Edward Steichen, der für das Museum of Modern Art (MoMA) gleich drei Fotografien des Teenagers erwirbt. Mit 18 regelmäßiger Besucher und Mitarbeiter in Andy Warhols Factory. Mit 23 die erste Einzelausstellung im Metropolitan Museum, und mit 29 dann die erste große MoMA-Schau. Viel rasanter und erfolgreicher kann eine Fotografenkarriere eigentlich gar nicht verlaufen. Dem 1947 in New York geborenen amerikanischen Fotografen Stephen Shore ist all das gelungen. Darüber hinaus gehört er auch heute noch zu den bekanntesten und gefeiertsten Vertretern seiner Zunft. Ein Pionier, der den etablierten Kanon der Fotografie immens erweitert hat. Eine große Retrospektive seines umfangreichen Gesamtwerks hat er bisher jedoch immer abgelehnt: Zu früh, zu endgültig, was soll danach überhaupt noch kommen? Der C/O Berlin Foundation im Amerikahaus ist es jetzt in Zusammenarbeit mit der spanischen Fundación Mapfre gelungen, Shores Bedenken zu zerstreuen und seine Unterstützung für eine über 300 Werke umfassende Retrospektive zu gewinnen.


Marta Dahó und Felix Hoffmann, die Kuratoren der Ausstellung, versammeln von den ersten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die noch im Umfeld des Elternhauses entstanden sind, bis hin zu der aktuellen, digital aufgenommenen Farb-Serie „Winslow, Arizona“ nahezu lückenlos Arbeiten aus allen Werkphasen. Was in sofern aufschlussreich ist, als die Schau eindrucksvoll vor Augen führt, wie Stephen Shore seine Bildsprache praktisch alle paar Jahre wieder neu erfindet. Eine frühe Begegnung mit dem großen Natur- und Landschaftsfotografen Ansel Adams mag dafür den Ausschlag gegeben haben. Mit 25 traf sich Shore mit Adams zum Lunch. Dessen Bemerkung nach sechs gut gefüllten Wodkagläsern, „In den 1940er Jahren hatte ich eine kreative Glückssträhne und dann habe ich den Topf einfach am Köcheln gehalten“, fand er eher demotivierend. Für ihn war sofort klar: „Ich möchte als 85jähriger nicht im Gespräch mit einem 25jährigen auf mein Leben zurückblicken und so etwas sagen.“

Berühmt geworden ist Shore mit seinen beiden umfangreichen Serien „American Surfaces“ (1972-1973) und „Uncommon Places“ (1973-1981). Beide sind auf ausgedehnten Reisen durch die Vereinigten Staaten entstanden. Und beiden gemeinsam ist das subtile Ausloten der amerikanischen Pop- und Alltagskultur mit dem Stilmittel einer fein austarierten, aber nie zum reinen Selbstzweck werdenden Schnappschusshaftigkeit. „American Surfaces“ bleibt dabei etwas mehr der unmittelbaren Nahsicht verhaftet, während sich bei den „Uncommon Places“ der Blick häufiger in den Stadtraum und die Landschaft hinein öffnet und szenografischer wird.

Scheinbar emotionslos richtet Stephen Shore die Kamera auf seine täglichen Mahlzeiten, er zeigt uns schmucklose Motelzimmer, unspektakuläre Schaufensterfronten, grell angeblitzte Hunde und Katzen, Straßenkreuzungen und ab und zu auch die Menschen, denen er begegnet. Einmal, doch das ist ein eher untypisches Foto, ist auch seine spätere Frau Ginger zu sehen, wie sie einen türkisfarbenen Swimming Pool mit fein gekräuselten Wellen betritt, den David Hockney auch nicht besser hätte malen können. Alles in allem stellen diese Bilder aber eine eher lakonische Bestandsaufnahme denkbar unspektakulärer, dabei sehr amerikanischer Orte und Situationen dar. „Heute treffe ich ständig Leute, die diese Bilder als nostalgisch bezeichnen“, wundert sich Shore. „Aber damals haben mich alle nur gefragt, warum fotografierst du das. Das ist doch das Allernormalste von der Welt.“

Die Ausstellung „Stephen Shore. Retrospektive“ ist bis zum 22. Mai zu sehen. Die C/O Berlin Foundation im Amerikahaus hat täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Katalog aus dem Kehrer Verlag kostet 49,90 Euro.

Kontakt:

C/O Berlin Foundation

Hardenbergstraße 22-24

DE-10623 Berlin

Telefon:+49 (030) 28 444 160

Telefax:+49 (030) 28 444 16 19

E-Mail: info@co-berlin.org

www.stephenshore.net



10.02.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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