Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Laut, ungeniert und antiprofessionell: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe begibt sich mit der Ausstellung „Geniale Dilletanten“ in die Subkultur der 1980er Jahre in Deutschland

Im Wahnzimmer der Subkultur



„Die Tödliche Doris“ in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival „Genialer Dilletanten“, Westberlin, 1981

„Die Tödliche Doris“ in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival „Genialer Dilletanten“, Westberlin, 1981

Avanti, Dilettanti! Analog, genreübergreifend, laut und unhierarchisch kommt die Ausstellung „Geniale Dilletanten. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“ in Hamburg daher. Erarbeitet von der Abteilung Bildende Kunst des Goethe-Instituts, reist die abwechslungsreiche Schau mit über 250 Exponaten, darunter Gemälden, Fotografien, Designobjekten, musikalischen Hörproben, Magazinen, Konzertmitschnitten bis hin zu Plattenhüllen und Musikkassetten, um die ganze Welt. Zwischendurch macht sie jetzt auch im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Station. Wie schon an den anderen Ausstellungsorten, etwa in Melbourne, Minsk und München, wird auch hier ein besonderer Schwerpunkt auf die musikalische und künstlerische Untergrundszene direkt vor Ort gelegt, werden Verbindungen aufgezeigt und lokale Besonderheiten herausgearbeitet.


Im Zentrum der sehens- und hörenswerten Ausstellung steht die Musik. Bands wie die „Einstürzenden Neubauten“, die „Tödliche Doris“ oder „Freiwillige Selbstkontrolle (F.S.K.)“ gingen oftmals aus Kunsthochschulen hervor oder pflegten enge Verbindungen zur Kunstszene. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren schien alles möglich: Musiker bastelten sich ihre schrägen Musikinstrumente aus Rohmaterial, das sie auf Baustellen, auf Dachböden oder im Sperrmüll fanden. Maler machten Musik, Musiker versuchten sich als Designer und Modemacher, alle schrieben subversive Texte und pflegten Kontakte untereinander über die Landes- und Stadtgrenzen hinweg. Die Hierarchien waren aufgehoben, und man lebte lieber frei und prekär in einer 30 Quadratmeter- Hinterhaus-Wohnung mit Außentoilette als einem ungeliebten Chef zu dienen, erinnert sich Wolfgang Müller, Gründungsmitglied der „Tödlichen Doris“.

Die Szene in Hamburg – auch das zeigt die Ausstellung – konzentrierte sich vor allem im Karolinenviertel rund um die Buchhandlung „Welt“ und den schrägen Plattenladen „Rip Off“, wo man LPs sogar ausleihen, zu Mixed-Tapes verarbeiten und am nächsten Tag zurückgeben durfte. Legendäre Konzerte fanden in der Markthalle statt. Künstler wie die Brüder Albert und Markus Oehlen, Martin Kippenberger oder Werner Büttner trafen sich im „Subito“ oder im Restaurant „Vienna“. Die Maler kooperierten auf subversiven Gemälden oder zeitkritischen Collagen, die sich gleichzeitig gegen die Alternativszene und das Establishment richteten. Eyecatcher in der Hamburger Schau ist das 28 Meter lange, ursprünglich nur für einen Konzertabend im Berliner Club „SO36“ entstandene Gemälde „1/10 Sekunde vor der Warschauer Brücke“ von Bernd Zimmer. Außerdem in Hamburg zu sehen: Underground-Gemälde aus den frühen 1980er Jahren, Schwarz-Weiß-Fotografien der Protagonisten der Musikszene von Andreas Dorau bis zum coolen Duo „Die Egozentrischen Zwei“ sowie ausgewählte Designobjekte: kantig, klotzig, meist dysfunktional.

So geht die Schau auch auf die Geschichte und Selbstdarstellung des als Galerie operierenden Hamburger Möbellabels „Möbel Perdu“ ein, die stilprägend für das neue Design der frühen 1980er Jahre war. Florian Borkenhagen, der als Designer damals dabei war, erinnert sich: „Wir kümmerten uns nicht nur um die Funktion. Die Illusion war, dass man dadurch Politik machen wollte. Aber ein Stuhl macht natürlich keine Politik.“

Ein weiteres herausragendes Exponat in der Hamburger Schau ist das rekonstruierte „Borngräber Zimmer“, das ehemalige Wohnzimmer des 1993 verstorbenen Designers Christian Borngräber. Ein Gemälde der „Tödlichen Doris“ hängt über dem kantigen Sofa, darauf mit Songtextzeilen bestickte Sofakissen. Kurator Dennis Conrad bringt es auf den Punkt: „Diese Produktion, diese Hemmungslosigkeit, die neuen Ideen, die dem Dilettantismus entsprungen sind und aus der Lust am Machen, einfach Sachen in die Tat umzusetzen – dieser Geist umweht die Ausstellung.“

Die Ausstellung „Geniale Dilletanten. Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“ ist bis zum 30. April zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat täglich außer montags sowie an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr, am Gründonnerstag nur bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der Katalog aus dem Hatje Cantz Verlag kostet 24 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



29.01.2016

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


23.01.2016, Geniale Dilletanten - Subkultur der 1980er Jahre in Deutschland

Bei:


Museum für Kunst und Gewerbe

Variabilder:

„Die Tödliche Doris“ in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival
 „Genialer Dilletanten“, Westberlin, 1981
„Die Tödliche Doris“ in Form allegorischer Gestalten auf dem Festival „Genialer Dilletanten“, Westberlin, 1981










Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce